Annuitätendarlehen – Der Klassiker bei der Baufinanzierung

Das Annuitätendarlehen ist die am häufigsten gewählte Art der Immobilienfinanzierung. Das Wort Annuität stammt vom lateinischen Wort annus für Jahr. Gemeint ist insofern eine gewisse Regelmäßigkeit. Jahr für Jahr wird ein bestimmter Prozentsatz des Kredits getilgt. Und Monat für Monat zahlt der Kreditnehmer sein Darlehen zurück.

Annuitätendarlehen, Foto: Denis Junker/fotolia.com
Monat für Monat bezahlen Kreditnehmer die gleiche Rate: Das Annuitätendarlehen. Foto: Denis Junker/fotolia.com Foto: Denis Junker/fotolia.com

Annuitätendarlehen sind klassische Hypothekendarlehen, bei dem die gleichbleibende Monatsrate aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil besteht. Bei Vertragsabschluss werden bei dieser Baufinanzierungsart eine bestimmte Tilgungsrate und ein Zinssatz vereinbart. Angeboten werden standardmäßig Darlehen mit einem Prozent jährlicher Anfangstilgung. In Niedrigzinsphasen kann es aber sinnvoll sein, die Tilgung zu erhöhen. Bei einem Annuitätendarlehen über 200.000 Euro und zwei Prozent Tilgung beträgt die anfängliche monatliche Tilgung etwa 330 Euro. Bei einem Zinssatz von zwei Prozent liegen die Zinszahlungen bei etwa 330 Euro, sodass der Kreditnehmer jeden Monat etwa 660 Euro zurückzahlen muss.

Mit dem Annuitätendarlehen die eigene Immobilie finanzieren

Zwei Prozent anfängliche Tilgung bedeutet dabei übrigens nicht, dass der Darlehensnehmer 50 Jahre braucht, bis das Annuitätendarlehen abbezahlt ist. Denn mit jeder Rate wird die Restschuld geringer, die Zinsen sind nur noch auf die verbleibende Restschuld zu zahlen. Da die Monatsrate aber immer gleich hoch bleibt (also annuitätisch ist), erhöht sich mit jeder Rate der Tilgungsanteil.

Zur Verdeutlichung: Bei oben genanntem Darlehen werden im gesamten ersten Jahr etwa 4.030 Euro getilgt. Die Restschuld beläuft sich danach auf 195.970 Euro. Im zweiten Jahr werden 4.100 Euro getilgt, der Zinsanteil sinkt entsprechend. Das hört sich marginal an, doch im Laufe der Zeit ändert sich das Verhältnis immer stärker. Gegen Ende der Laufzeit besteht die gleichbleibende Monatsrate fast nur noch aus Tilgung und kaum noch aus Zinsen.

Zinsbindung bei Annuitätendarlehen

Bei Annuitätendarlehen wird in der Regel jedoch nicht der Zinssatz für die gesamte Laufzeit vereinbart – vielmehr sind Zinsbindungen zwischen fünf und 15 Jahren üblich. Ist nach Ablauf der Zinsbindung der Marktzins höher oder niedriger, verändert sich entsprechend auch die monatliche Belastung des Darlehensnehmers.


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