Die drei größten Irrtümer zur Energieeinsparverordnung

Damit der Energieverbrauch von Häusern merklich sinkt, müssen sich Eigentümer an die Regeln der Energieeinsparverordnung halten. Die drei hartnäckigsten EnEV-Irrtümer.

Energieeinsparverordnung, EnEV, Irrtümer, Energieausweis, Foto: Stillkost/fotolia.com
Zur Energieeinsparverordnung kursieren viele Fehlinformationen. Der Ratgeber klärt die drei größten Irrtümer auf. Foto: Stillkost/fotolia.com

Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) hat die Bundesregierung Standards zur Energieeinsparung gesetzt: Eigenheimbesitzer sollen dazu beitragen, dass der Energieverbrauch der Häuser in Deutschland merklich sinkt. Doch während viele verunsichert sind, was genau zu tun ist, halten sich einige Irrtümer zur EnEV wacker. Mancher Eigentümer hat Angst vor kostspieligen Nachrüstungen.

1. Irrtum: Die Umsetzung der Energieeinsparverordnung wird in der Praxis ohnehin nicht kontrolliert

Hauseigentümer sollten die Regelungen der Energieeinsparverordnung keinesfalls ignorieren – denn bei einem Verstoß drohen teils empfindliche Bußgelder. Um die Umsetzung des Gesetzes zu überprüfen, führen die zuständigen Behörden der Bundesländer regelmäßige Stichprobenkontrollen durch. Kontrolliert werden dabei die Inspektionsberichte über Klimaanlagen sowie der Energieausweise. Diese müssen laut Gesetz einen bestimmten Prozentanteil aller pro Jahr neu ausgestellten Energieausweise und Inspektionsberichte erfassen. Auch sind Aussteller von Energieausweisen verpflichtet, Kopien der von ihnen ausgestellten Ausweise zwei Jahre lang aufzubewahren und sie auf Verlangen an die zuständige Kontrollbehörde zu übermitteln.

2. Irrtum: Wenn sich eine Sanierung meiner Immobilie nicht lohnt, kann ich sie auch gleich stilllegen

Nein. Laut EnEV muss nur saniert werden, wenn sich die Maßnahme auch rentiert. Im Detail heißt es dazu, dass Maßnahmen zur Dämmung dann nicht anzuwenden sind, wenn die dafür notwendigen Aufwendungen durch die Einsparungen innerhalb einer angemessenen Frist nicht erwirtschaftet werden können. Die Frist selbst ist nicht näher definiert. In der Vergangenheit entschieden Gerichte allerdings, dass sich entsprechende Sanierungen innerhalb von zehn Jahren rechnen müssen. Ist das der Fall, gilt, dass Immobilieneigentümer dafür sorgen müssen, dass die oberste Geschossdecke eines Hauses bis zum 31. Dezember 2015 so gedämmt ist, dass der Wärmedurchgangskoeffizient 0,24 Watt/(m²K) nicht überschreitet. Alternativ kann auch das Dach entsprechend gedämmt sein.

3. Irrtum: Jeder Immobilieneigentümer braucht durch die EnEV 2014 einen neuen Energieausweis

Durch die EnEV 2014 wird auch der Inhalt des Energieausweises neu geregelt. Doch nicht jeder Hausbesitzer benötigt deshalb jetzt einen neuen Ausweis. Weiterhin zehn Jahre ab dem Ausstellungsdatum sind gültig:

  • Energiebedarfsausweise für Wohngebäude nach EnEV 2002/2004
  • Energieausweise (Bedarf oder Verbrauch), die nach EnEV 2009 oder 2007 ausgestellt wurden
  • Einige freiwillige Energieausweise, die vor der EnEV 2007 ausgestellt wurden. Allerdings nur, wenn sie auf Veranlassung einer Behörde nach einheitlichen Regeln erstellt wurde, wenn sie Angaben zum Endenergiebedarf oder -verbrauch enthalten und wenn die wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes angegeben sind. Alternativ genügt es, wenn die Ausweise den Bestimmungen der EnEV 2007 entsprechen.

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