KfW: Fördermittel für Wohneigentum

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Wer eine Immobilie erwirbt oder neu baut, kann bei der KfW zinsgünstige Förderdarlehen und unter Umständen auch Zuschüsse beantragen. Dabei gilt die Faustformel: Je geringer der Energieverbrauch des Gebäudes, desto höher die Förderung.

Die KfW-Bank fördert den Bau oder Erwerb von Wohnungseigentum mit zinsvergünstigten Darlehen und Tilgungszuschüssen. Jede Privatperson kann von den KfW-Programmen profitierten. Dabei gilt: Je besser die Energieeffizienz des Gebäudes, desto höher die Förderung.

KfW Förderung, Wohneigentum, Neubau, energieeffizient bauen, Foto: Eléonore H - fotolia.com
Die KfW fördert den Bau oder Erwerb gebrauchter – oder wie hier neuer - Häuser mit zinsvergünstigten Darlehen und unter Umständen auch mit Zuschüssen. Foto: Eléonore H - fotolia.com

Die Förderung erfolgt über zinsvergünstigte Darlehen und teilweise auch Zuschüsse. Letztere gibt es aber nur für Gebäude in besonders energieeffizienter Bauweise. Ein Überblick über die wichtigsten Förderprogramme:

Das KfW-Wohnungseigentumsprogramm

KfW Förderung, Fördermittel, Wohneigentum, Neubau, Grafik: immowelt.de

Mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm wird der Bau oder Erwerb selbst genutzten Wohneigentums gefördert:

Wer kann die Förderung beantragen?

Alle Privatpersonen, die selbstgenutztes Wohneigentum erwerben, können unabhängig von Alter und Familienstand einen Kredit aus dem KfW-Wohneigentumsprogramm beantragen. Von der Förderung ausgeschlossen sind allerdings Umschuldungen und Nachfinanzierungen bereits durchgeführter Investitionen. Deshalb gilt: Erst Förderung beantragen, dann loslegen. Beantragt wird das Darlehen über die Hausbank.

Was kann gefördert werden?

Fördergegenstand ist der Bau oder Erwerb selbst genutzten Wohneigentums und der Erwerb von Genossenschaftsanteilen, aber nur für eine selbst genutzte Genossenschaftswohnung. Berücksichtigt werden die Grundstücks-, Bau- sowie Baunebenkosten und die Kosten der Außenanlagen. Beim Erwerb bestehenden Wohneigentums werden die Kauf- und Kaufnebenkosten, aber auch etwaig anfallende Kosten für Umbauten und Sanierungen berücksichtigt.

Höhe der Förderung

Die maximale Darlehenssumme beläuft sich auf 50.000 Euro. Die Kreditlaufzeit beträgt maximal 35 Jahre, wobei höchstens die ersten fünf Jahre tilgungsfrei sind. In dieser Zeit wird das Darlehen zwar verzinst, aber nicht getilgt. Danach werden Zins und Tilgung in monatlichen Raten zurückgezahlt. Der Zinssatz ist für die ersten fünf oder zehn Jahre festgeschrieben, danach folgt ein Angebot der KfW zu Fortführung des Kredits. Zusätzlich gibt es eine zehnjährige Variante: In diesem Fall werden zehn Jahre lang nur Zinsen fällig, die Anschlussfinanzierung erfolgt dann aber nicht über die KfW, sondern über die Hausbank. Ist der Zinssatz der KfW zum Zeitpunkt der Zusage höher als zum Zeitpunkt der Antragstellung, kann der Darlehensnehmer beruhigt sein: Prinzipiell berechnet die KfW dann den günstigeren Satz. Während der ersten Zinsbindungsfrist ist bei der Variante Bau und Erwerb von Wohneigentum eine vorzeitige Tilgung nur gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Bei der Variante „Erwerb von Genossenschaftsanteilen“ kann der Kreditbetrag jeweils zum Monatsultimo vollständig oder in Teilbeträgen ab 1.000 Euro kostenlos getilgt werden.

Info

Wo wird die Förderung beantragt?

KfW-Darlehen werden nicht direkt bei der KfW-Bank beantragt, sondern über die finanzierende Hausbank des Kunden. Diese leitet die Anträge an die KfW weiter.

Das Programm „Energieeffizient Bauen“

KfW Förderung, Fördermittel, Energieeffizient bauen, Grafik: immowelt.de

Über das Programm „Energieeffizient Bauen“ fördert die KfW Neubauvorhaben, deren Energiebilanz besser ist als gesetzlich vorgeschrieben:

Wer kann die Förderung beantragen?

Jeder, der einen Neubau baut oder kauft, dessen Energieverbrauch deutlich unter den in der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2016 festgelegten strengen gesetzlichen Grenzwerten liegt, kann ein Darlehen aus dem Programm „Energieeffizient Bauen“ beantragen.

Was kann gefördert werden?

Gefördert werden besonders energieeffiziente Neubauten, aber auch zum Beispiel neu errichtete Dachgeschosswohnungen (Dachausbauten) in bereits bestehenden Gebäuden, sofern sie die Effizienzvorgaben einhalten. Gefördert werden seit dem 1. April 2016:

  • KfW 55-Häuser
  • KfW 40-Häuser
  • KfW 40 plus-Häuser
  • Passivhäuser

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Zahl, desto weniger Energie verbraucht das Gebäude. Passivhäuser haben einen Heizwärmebedarf von maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr, das entspricht etwa eineinhalb Litern Heizöl.

Info

Die Förderung von KfW-70-Häusern ist zum 1. April 2016 weggefallen. Der Grund: Bei KfW-70-Häusern handelte es sich um Gebäude, die maximal einen Primärenergieverbrauch von 70 Prozent dessen aufwiesen, was die alte EnEV von 2014 zuließ. Mit der Verschärfung der EnEV im Jahr 2016 müssen alle Neubauten ohnehin standardmäßig in etwa die Effizienz aufweisen. Die KfW hat die Förderung für solche Häuser daher abgeschafft.

Hinsichtlich der Laufzeiten gibt es verschiedene Programmvarianten: Es sind zwischen zehn und 30 Jahren Laufzeit und Zinsbindungen zwischen zehn und 20 Jahren möglich. Dabei sind anfangs bis zu  fünf Jahre tilgungsfrei.

Höhe der Förderung

Der Förderhöchstbetrag pro Wohneinheit beläuft sich auf 100.000 Euro. Die Zinsen für die Darlehen werden für die ersten zehn oder 20 Jahre Laufzeit aus Mitteln des Bundes vergünstigt und liegen dementsprechend etwas unterhalb der üblichen Marktzinsen.

Neben der Zinsvergünstigung wird zusätzlich ein Tilgungszuschuss gewährt:

KfW 55 Haus5 Prozent der Darlehenssumme, höchstens jedoch 5.000 Euro je Wohneinheit
KfW 40 Haus10 Prozent der Darlehenssumme, höchstens jedoch 10.000 Euro je Wohneinheit
KfW 40+ Haus15 Prozent der Darlehenssumme, höchstens jedoch 15.000 Euro je Wohneinheit

Konkret bedeutet das, dass der Bauherr einer KfW 40-plus-Wohneinheit bei einem 100.000 Euro-Darlehen nur 85.000 Euro zurückzahlen muss, 15.000 Euro erhält er als Förderung.

Was ist von der Förderung ausgeschlossen?

Wer hinsichtlich der Energieeffizienz lediglich die – an sich schon strengen – Anforderungen der EnEV 2016 erfüllt, erhält keine Förderung aus dem Programm „Energieeffizient bauen“.

Besonderheiten:

Um an die Fördergelder zu gelangen, muss ein Sachverständiger eingebunden sein.

Achtung

Wann den Förderantrag stellen

Wer ein Haus neu baut, muss den Antrag auf das KfW-Darlehen zum energieeffizienten Bauen vor Beginn des Bauvorhabens bei der Hausbank stellen. Der Beginn ist dabei der Start der Bauarbeiten vor Ort und nicht die Planungsphase.

Beim Ersterwerb einer neuen Eigentumswohnung vom Bauträger ist die Antragstellung innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme möglich, jedoch noch vor Abschluss des Kaufvertrags.

Förderung von Sanierungsmaßnahmen nach Erwerb

Wer eine bestehende Immobilie zur Selbstnutzung erwirbt und anschließend saniert, kann unter Umständen von den KfW-Programmen zur energieeffizienten Sanierung profitieren. Dabei gibt es Kreditvarianten, aber auch Investitionszuschüsse.

Fazit: energieeffizient bauen - von Fördermitteln profitieren

Die KfW bietet insbesondere Bauherren, die die Vorgaben der aktuellen EnEV übererfüllen, attraktive Konditionen. Mit der Neuausrichtung des Programms „Energieeffizient bauen“ wurden zwar die Vorgaben verschärft, aber auch die Konditionen verbessert – der Staat schenkt besonders umweltbewussten Bauherren bis zu 15.000 Euro.

30.03.2016


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1 Kommentar

Kam am 08.04.2016 13:14

Sehr geehrtes Immowelt-Team,

die aufgeführte Tabelle mit der Höhe der Förderungen wurde in der falschen Reihenfolge aufgeführt. Bei KfW 55 bekommt man lediglich 5% der Darlehenssumme gefördert, 15% wiederum bei KfW40+. Ich bitte um... mehr

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Immowelt-Redaktion am 08.04.2016 14:16

Sehr geehrte/r Herr/Frau Kam,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie haben natürlich Recht. Wir haben hier aus Versehen die Zahlen vertauscht. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Mit freundlichen... mehr