So klappt der Umzug nach Österreich

Ein Umzug von Deutschland nach Österreich unterscheidet sich nicht allzu stark von einem Umzug innerhalb Deutschlands. Eine Aufenthaltsgenehmigung, ein Visum oder eine besondere Arbeitserlaubnis sind für das Alpenland nicht notwendig – dennoch gibt es bereits bei der Wohnungssuche in Österreich einiges zu beachten.

Umzug nach Österreich, Foto: rh2010/fotolia.com
Endlich am Ziel angekommen – nach dem gelungenen Umzug nach Österreich ist die Freude groß. Auf die richtige Ab- und Anmeldung sollten Auswanderer dennoch achten. Foto: rh2010/fotolia.com

Ein Umzug von Deutschland nach Österreich unterscheidet sich nicht allzu stark von einem Umzug innerhalb Deutschlands. Eine Aufenthaltsgenehmigung, ein Visum oder eine besondere Arbeitserlaubnis sind für das Alpenland nicht notwendig – dennoch gibt es bereits bei der Wohnungssuche in Österreich einiges zu beachten.

Besonderheiten der Wohnungssuche in Österreich

Wer auf österreichischen Immobilienportalen wie immowelt.at nach einer neuen Mietwohnung sucht, wird schnell feststellen, dass die Mieten hier nicht als Kaltmiete, sondern als Gesamtmiete angegeben sind, also inklusive der Nebenkosten. Wer genau wissen will, welche Kosten in der Miete enthalten sind und welche nicht, sollte sich bei seinem Makler oder Vermieter danach erkundigen.

Hinzu kommt: In Deutschland gilt das Bestellerprinzip – das bedeutet, dass derjenige den Makler zahlt, der ihn beauftragt hat. Anders sieht dies in Österreich aus, wo der Makler nach wie vor von beiden Seiten bezahlt werden kann. In großen Städten ist dies meistens der Mieter, in ländlichen Gegenden eher der Vermieter. Hin und wieder teilen sich Mieter und Vermieter auch die Provision. Bei einem unbefristeten Mietvertag beträgt die Provision höchstens den doppelten Bruttomietzins.

Auch das österreichische Mietrecht ist etwas komplexer als das deutsche. Zwar gibt es ein Mietrechtsgesetz, das unter anderem regelt, wie hoch die Miete sein darf – dieses gilt aber nicht für alle Wohnungen.

Bundesmeldegesetz beachten

Umzug nach Österreich, Grafik: immowelt.de

Übrigens gilt laut deutschem Bundesmeldegesetz: Wer aus einer Wohnung in Deutschland auszieht und keine neue Wohnung im Inland bezieht, muss sich bei der Meldebehörde abmelden. Hierzu braucht er eine Wohnungsgeberbestätigung. Mit dieser bestätigt der Wohnungsgeber, in der Regel der Vermieter, den Auszug. Die Bundesregierung plant allerdings eine Änderung am Meldegesetz. Demnach soll die Wohnungsgeberbestätigung bei Auszug abgeschafft werden. In Kraft treten soll die Novelle voraussichtlich im 1. November 2016.

Nach dem Umzug: Ummelden nicht vergessen

Umzug nach Österreich, Grafik: immowelt.de

Mit der Abmeldung aus Deutschland und dem Umzug nach Österreich ist es aber noch nicht getan. Denn ähnlich wie Deutschland hat auch Österreich ein Meldewesen. Nach Bezug einer neuen Wohnung in Österreich müssen sich Auswanderer wie auch Österreicher innerhalb von drei Tagen beim Meldeamt der Stadt oder Gemeinde anmelden. Befindet sich die neue Bleibe in Wien, erfolgt die Anmeldung bei den Magistratischen Bezirksämtern. Die Behörde benötigt:

  • den Reisepass.
  • die Geburtsurkunde.
  • den ausgefüllten und vom Vermieter unterschriebenen Meldezettel.

Den Meldezettel erhalten Einwanderer entweder bei den Meldeämtern selbst oder im Internet auf der Seite des österreichischen Behördenführers unter help.gv.at.

Niederlassungsfreiheit gilt nicht unbeschränkt

Umzug nach Österreich, Grafik: immowelt.de

Nach der vorschriftsmäßigen Anmeldung haben Einwanderer in Österreich zunächst einmal drei Monate Ruhe. Dann allerdings greift eine weitere Regelung: Wer länger als drei Monate in Österreich niedergelassen bleiben möchte, muss auch in Österreich Arbeitnehmer oder Selbständiger sein oder zumindest über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, so dass er während seines Aufenthalts keine Sozialhilfeleistungen in Anspruch nehmen muss. Alternativ darf der Zweck des Österreich-Aufenthalts auch einer Ausbildung oder einem Studium dienen. Auf jeden Fall aber müssen Bürger des europäischen Wirtschaftsraums, also auch Deutsche, spätestens vier Monate ab Einreise eine sogenannte Anmeldebescheinigung beantragen. Zuständig sind hierbei die Bezirkshauptmannschaften und die Magistrate. Die Gebühr für die Anmeldebescheinigung beträgt etwa 15 Euro.

Änderung von Reisepass und Personalausweis

Zuletzt sollte die Wohnsitzänderung noch im Reisepass oder Personalausweis kenntlich gemacht werden – dies können Auswanderer kostenlos bei der deutschen Botschaft vornehmen lassen. Im Personalausweis steht dann an Stelle der Adresse lediglich „keine Hauptwohnung in Deutschland“ – dies allerdings wirklich nur, wenn der Auswanderer keine Wohnung mehr in Deutschland bewohnt. Ansonsten wird die Adresse dieser Wohnung eingetragen.

Umzug nach Österreich – und sonst?

Wie bei einem Umzug innerhalb Deutschlands ist es auch bei einem Umzug nach Österreich wichtig, die vielen Kleinigkeiten nicht zu vergessen: beispielsweise rechtzeitig Strom, Gas, Wasser, Telefon und Internet kündigen und in Österreich neu beantragen.


12 Bewertungen
4.2 von 5 Sternen
5 Sterne
 
7
4 Sterne
 
2
3 Sterne
 
2
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
1
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Umzug ins Ausland

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Ferienhaus finanzieren

Wer ein Ferienhaus finanzieren will, sollte neben dem Kaufpreis an weitere Kosten und Risiken denken. So gehen Käufer auf Nummer sicher. weiterlesen

Neuen Kommentar schreiben