Kaufpreise in deutschen Großstädten steigen zum Teil deutlich
Plus 19 Prozent: Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in München und Hamburg explodieren förmlich. Doch auch in vielen anderen Metropolen gibt es teilweise deutliche Steigerungen.
Frank Kemter
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in deutschen Metropolen sind zum Teil drastisch gestiegen. Ausgerechnet in München und Hamburg, in denen die Preise ohnehin bereits am höchsten sind, stiegen diese mit jeweils 19 Prozent am stärksten. 4.396 Euro, beziehungsweise 3.115 Euro pro Quadratmeter mussten Käufer im 1. Quartal 2012 aufwenden. In Münchner Toplagen waren sogar bis zu 13.350 Euro zu bezahlen. Das zeigt das Kaufpreisbarometer von immowelt.de, für das die Wohnungspreise in den 14 deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern untersucht wurden. Dabei wurden jeweils die Preise des 1. Quartals 2011 mit denen des 1. Quartals 2012 verglichen. Im Bundesdurchschnitt lagen die Kaufpreise übrigens bei 1.741 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von sechs Prozent entspricht.
Auch Berlin wird teurer
Auch die Zeiten, in denen es reichlich preiswerten Wohnraum in Berlin gab, scheinen vorbei. Die Bundeshauptstadt rückt erstmals unter die Top-Five der teuersten Großstädte: Im Schnitt wurden hier pro Quadratmeter 2.156 Euro und damit sechs Prozent mehr verlangt. Für Luxus-Appartements in Berlin-Mitte müssen sogar bis zu 9.000 Euro bezahlt werden.
Deutliche Preissteigerungen gab es auch in Dresden: Binnen Jahresfrist stiegen hier die Kaufpreise um elf Prozent auf 1.643 Euro. Ein konstanter Zuzug und nachhaltig steigende Nachfrage heizen vor allem die Kaufpreise in den zentrums- und flussnahen Stadtteilen an. Zwar trifft das bedingt auch für Leipzig zu, hier bleiben die Preise allerdings mit 1.148 Euro stabil.
Günstige Preise im Ruhrgebiet
Vergleichsweise wenig muss man investieren, wenn man in Dortmund Wohnungseigentümer werden will. In der Stadt an der Ruhr kostet der Quadratmeter im Schnitt nur 1.088 Euro und ist im Vorjahresvergleich sogar nochmal um sieben Prozent günstiger geworden. Nach Einschätzung des Immobilienprotals immowelt.de sind die niedrigen Preise Ausdruck des verpassten Strukturwandels und der hohen Verschuldung der Stadt.
Preissteigerungen gab es auch in Nürnberg (plus sieben Prozent auf 1.779 Euro), Düsseldorf und Bremen (jeweils plus fünf Prozent auf 2.152, beziehungsweise 1.239 Euro Euro), Frankfurt am Main (plus drei Prozent auf 2.837 Euro) sowie Hannover (plus ein Prozent auf 1.213 Euro). Unverändert blieben die Kaufpreise in Köln und Essen (1.885, beziehungsweise 1.128 Euro). Leicht rückläufig waren sie in Stuttgart (minus zwei Prozent auf 2.220 Euro).
