Die Berliner Mietpreise steigen um neun Prozent auf durchschnittlich 7,60 Euro pro Quadratmeter. Teuerster Stadtteil ist Berlin-Mitte. Dort liegt der Quadratmeter im Schnitt bei 11,70 Euro. Die Kaufpreise sind in Mitte und Charlottenburg um ein Fünftel gestiegen.
von Stefanie AßnerImmobilienmarkt Berlin: Wohnen in der Hauptstadt wird teurer. Im ersten Quartal 2012 sind die Mieten im Vergleich zum letzten Jahr um neun Prozent auf durchschnittlich 7,60 Euro gestiegen und liegen damit erstmals deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 6,30 Euro. Besonders stark haben sich die Mieten für Immobilien in Berlin in beliebten zentrumsnahen Stadtteilen erhöht. In Berlin-Mitte liegt die Durchschnittsmiete bei 11,70 Euro, teilweise werden sogar bis zu 24,30 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Ein Grund für den Anstieg: vermehrter Zuzug aus dem In- und Ausland.
Neben Berlin-Mitte sind noch folgende Stadtteile traditionell kostspielig: Wilmersdorf (9,40 Euro) und das am Stadtrand gelegene Zehlendorf (9,20 Euro). Zu den beliebtesten Wohnorten gehört auch Charlottenburg (8,80 Euro) - das Herz des ehemaligen West-Berlins überzeugt durch aufwendig sanierte Altbauten. Günstiger wohnen können Berliner vor allem am Nordostrand der Stadt. In Hohenschönhausen und Marzahn zahlen Mieter einen Quadratmeterpreis von knapp unter sechs Euro. Im zentrumsfernen Plattenbaubezirk Hellersdorf sind die Mieten sogar auf 5,20 Euro gesunken, obwohl der Stadtteil aufwendig saniert wurde.
Wer neu in Berlin ist, sucht gerne eine Bleibe in innenstadtnahen Trendvierteln wie dem Prenzlauer Berg (9,20 Euro, +1 Prozent). Wurde der Stadtteil früher noch von Hausbesetzern regiert, prägen heute ein akademisch-neubürgerliches Milieu und hohe Mieten das Stadtbild. Etwas frischer und lebendiger lässt es sich im benachbarten Friedrichshain (8,90 Euro, +10 Prozent) oder im multikulturellen Kreuzberg (8,40 Euro, +9 Prozent) wohnen. Dort sind die Mieten im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Zwei weitere Stadtteile, die von ihrer attraktiven Zentrumsnähe und buntem Stadtbild profitieren, sind Schöneberg (8,80 Euro, +11 Prozent) und Tiergarten (8,60 Euro, +14 Prozent). Von Neukölln (7 Euro, +7 Prozent) und Wedding (6,60 Euro, +12 Prozent) fühlen sich vor allem junge Leute und Kreativschaffende angezogen, die eine soziale Durchmischung bevorzugen.
Wohnungen in Berlin kosten im Durchschnitt 2.156 Euro und liegen gut 400 Euro über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 1.741 Euro. Dennoch variieren die Kaufpreise in den einzelnen Stadtbezirken stark. Je näher die Wohnungen am Zentrum liegen, desto teurer werden sie meist zum Kauf angeboten. Die durchschnittlichen Wohnungspreise im pulsierenden Berlin-Mitte sind Spitzenreiter: 3.853 Euro (+18 Prozent) beträgt der durchschnittliche Quadratmeterpreis, der auch schon mal für 9.000 Euro angeboten wird. Dort werden die letzten Brachflächen mit Großbaustellen für Luxuswohnanlagen gefüllt. Die Wohnungsnachfrage kommt nicht nur aus dem Inland: Ausländische Investoren suchen eine Bleibe in Berlin-Mitte und sind bereit, die - zumindest im europäischen Vergleich - noch erschwinglichen Preise zu zahlen.
Ruhiges Flair, stadtnahe Wohnviertel, charmante Gründerzeitbauten und hervorragende Infrastruktur bieten Charlottenburg (2.548 Euro, +21 Prozent) und Wilmersdorf (2.600 Euro, +11 Prozent). Da Neubebauung nur begrenzt möglich ist, werden auch dort die bestehenden Wohnungen immer beliebter.
Nicht nur zentrumsnahe Viertel sind gefragt: In den daran angrenzenden Stadtteilen wie Prenzlauer Berg (2.628 Euro, +0 Prozent) oder Pankow (1.861 Euro, +14 Prozent) wird daher immer mehr gebaut, Pankow profitiert außerdem von der Stilllegung des Flughafens Tegel. Weitere Stadtteile mit Entwicklungspotential: Weißensee, Treptow, Köpenick, Neukölln oder Hohenschönhausen. Die Bezirke sind gerade aufgrund des Quadratmeterpreises von durchschnittlichen unter 2.000 Euro für Investoren interessant. In diesen Vierteln ist der Kaufpreis im Vergleich zu 2011 im zweistelligen Bereich gestiegen.
Treptow (1.646 Euro, +40 Prozent) ist gerade aufgrund der Grünflächen und attraktiven Lage am Wasser gefragt. Aber auch Marzahn (1.439 Euro, +30 Prozent) verbucht steigende Kaufpreise: Sein Ortsteil Biesdorf wird wegen der Ein- und Zweifamilienhäuser und laufender Neuprojekte für Käufer immer beliebter.
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