Ferienhauskauf planen

Tücken beim Ferienhauskauf

Ein unüberlegter Ferienhauskauf kann zum Albtraum werden. Deshalb: Nie spontan kaufen, sondern einen kühlen Kopf bewahren.

Ferienhauskauf, Ferienhaus , Ferienimmobilie
Ferienhaus im Süden: Der Kauf sollte gut überlegt sein.

Den Traum von der eigenen Ferienimmobilie haben sich schon mehr als eine halbe Million Menschen erfüllt. Doch die Kaufentscheidung sollte gut überlegt sein, Spontankäufe aus einer Urlaubsstimmung heraus können sich später als Albtraum entpuppen. Denn in manchen Ländern gelten ganz andere rechtliche Bestimmungen als hierzulande. So ist beispielsweise ein Vorvertrag in Deutschland nicht verpflichtend, in Spanien, Frankreich und Italien hingegen ist er häufig so verbindlich wie hierzulande der Gang zum Notar, berichtet die ING-Diba-Direktbank.

Urlauber sollten zudem keine Anzahlungen oder Reservierungsgebühren leisten. Selbst dann nicht, wenn der Anbieter mit weiteren Kaufinteressenten drohe. Dies sei meist ein Bluff, weiß die Bank. Bei unseriösen Anbietern kann es passieren, dass dieser mit der Anzahlung verschwindet. Bei seriösen Anbietern gelte eine Anzahlung häufig als Kaufzusage.

Wichtig ist den Angaben zufolge auch ein Vergleich der Preise und der Wertentwicklung. Rund ums Mittelmeer hätten sich demnach Ferienimmobilien in den vergangenen Jahren stark verteuert - gerade deshalb drohten Preisstürze. Ebenfalls zu beachten: die Kaufnebenkosten. Diese sind in anderen Ländern teils erheblich teurer als hierzulande. So zahlt man beispielsweise in Spanien je nach Ortschaft sechs bis sieben Prozent Grunderwerbsteuer. Ebenfalls oft nicht zu unterschätzen: die regelmäßig zu zahlende Grundsteuer sowie die laufenden Unterhaltskosten. Diese fallen auch dann an, wenn die Immobilie selten genutzt wird. Auch die Höhe der Mieteinnahmen durch eine Weitervermietung an Fremde ist demnach unsicher.

Zu prüfen sind ferner: der Bauzustand, bei Neubauten die Qualität der Bausausführung und auch die Frage, ob das Gebäude möglicherweise ein illegaler Schwarzbau ist - dies kann bei der zuständigen Gemeinde erfragt werden. Ebenfalls wichtig: die Überprüfung der Eigentumsverhältnisse. Denn in manchen Ländern gibt es nicht solche Grundbücher wie hierzulande.

Sind alle wichtigen Details geklärt, muss auch die Finanzierung vor dem eigentlichen Kauf stehen: Viele deutsche Banken akzeptieren Auslandsimmobilien nicht oder nur mit Wertabschlag als Sicherheit. Wird vor Ort finanziert, ist zu beachten, dass im Ausland oft andere Finanzierungsregeln gelten.

Generell zu besonderer Vorsicht mahnt die ING-Diba bei Mischmodellen zwischen Miete und Kauf. Die Namen solcher Modelle: Time-Sharing, Urlaubswohnrechte, Wohnaktien oder Zeitwohnen. Ihr Nachteil: Sie rechnen sich meist nicht, der Urlauber ist an einen Anbieter gefesselt und viele Verkäufer sind unseriös, warnen die Experten. Warnlampen sollten demnach aufleuchten, wenn solche Modelle direkt am Urlaubsort mit Lockmitteln wie Festen oder Lotterien angeboten werden. Die Banker machen in diesem Zusammenhang auf die englischsprachige Website www.crimeshare.cc aufmerksam, die vor weltweit 1.072 Anbietern warnt.

Die Alternativen zum Ferienhauskauf im Ausland sind erstens: Das Feriendomizil weiterhin alljährlich mieten mit dem Vorteil, dass man nicht an einen Urlaubsort gebunden ist. Und zweitens: Die Ferienimmobilie in Deutschland kaufen. Neben den vertrauten rechtlichen Rahmenbedingungen sind demzufolge in manchen deutschen Ferienregionen wie im Bayerischen Wald, im Erzgebirge oder im Harz Immobilien erstaunlich günstig.

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