Immobilienkauf Kroatien: Gründlich prüfen
Der Immobilienkauf in Kroatien ist seit einiger Zeit recht problemlos möglich. Käufer sollten allerdings über einen Anwalt prüfen lassen, ob es sich beim Wunschobjekt um einen Schwarzbau handelt.
Kroatien ist ein reizvolles Urlaubsziel: Die über 1.700 Kilometer lange Küste mit zahlreichen vorgelagerten Inseln lädt zum Baden ein, historische Städte wie Dubrovnik und Zagreb bieten viele kulturelle Sehenswürdigkeiten. Besonders bekannt ist die Halbinsel Istrien. Im Vergleich zu anderen südlichen Ländern sind die Preise für Wohnimmobilien in Kroatien noch relativ moderat. Das Angebot als solches sei aber nicht so breit und die vorhandene Verkehrsinfrastruktur verbesserungswürdig, berichtet Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien (DSA).
Kaum noch Einschränkungen beim Immobilienkauf in Kroatien
Im Zuge der EU-Harmonisierung wurde der Immobilienkauf in Kroatien durch EU-Bürger deutlich erleichtert. Bei Wohnimmobilien gibt es hier seit 1. Februar 2009 keine Einschränkungen mehr, erläutert Josip Stricevic von Biliskov-Immobilien - diese gelten jetzt nur noch für land- und forstwirtschaftliche Flächen. Vor dem 1. Februar 2009 bedurfte der Kauf von Immobilien in Kroatien durch Ausländer noch der Zustimmung des Außenministeriums.
Vertrag reicht für den Erwerb, notarielle Beurkundung sinnvoll
Nach kroatischem Recht würde ein formloser Vertrag zwischen Käufer und Verkäufer genügen, um eine Immobilie zu erwerben. Lediglich für den Eintrag ins Grundbuch ist eine gerichtliche oder notarielle Beglaubigung des Vertrags notwendig. Die DSA rät von formlosen Verträgen allerdings ab. Stattdessen empfiehlt sie, sich von Anfang an von einem Notar oder Anwalt beraten zu lassen. Johannes Hoffrohne von kroatien-immo.de zufolge werden die Grundbücher erst seit einiger Zeit aktualisiert, so dass eine Eintragung längere Zeit dauern kann. Zur Absicherung des Käufers gebe es aber, vergleichbar mit der deutschen Auflassungsvormerkung, die Möglichkeit, das Grundstück zu reservieren.
Schwarzbauten werden seit einiger Zeit in Kroatien nicht mehr geduldet. Wer ein Grundstück mit einem Schwarzbau erwirbt, muss damit rechnen, dass dieser abgerissen wird. Auch auf Landschaftsschutz legen die kroatischen Behörden inzwischen viel Wert: In Strandnähe darf nicht, beziehungsweise nur unter Einhaltung strenger behördlicher Auflagen gebaut werden.
Kosten beim Immobilienkauf in Kroatien
Bei einem Immobilienkauf in Kroatien fallen Nebenkosten an: Der Makler verlangt eine Provision von bis zu vier Prozent, die Grunderwerbsteuer beträgt fünf Prozent. Hinzu kommen jeweils mindestens 500 Euro für die Leistungen des Anwalts und für die Eintragung im Grundbuch.
Tipps
- Auch in Kroatien kann man an unseriöse Anwälte geraten. Probleme lassen sich vermeiden, indem eine Vereinbarung getroffen wird, die Tätigkeitsfeld und Honorar festlegt, weiß der DSA-Sprecher Peter Schöllhorn. Das gleiche gelte für Makler.
- Um das Genehmigungsverfahren zu umgehen, besteht die Möglichkeit, eine kroatische Firma zu gründen. Allerdings muss man dabei beachten, dass Gründungs- und Folgekosten anfallen.
