In der Türkei gibt es noch bezahlbare Häuser. Beim Immobilienkauf in der Türkei sollte man allerdings Fachleute in Anspruch nehmen, da die Formalitäten anders sind, als hierzulande üblich.
Die Türkei konnte in den vergangenen Jahren einen enormen Wirtschaftsboom verbuchen. Mit einhergegangen sind höhere Hauspreise, insbesondere in beliebten Regionen wie etwa Alanya. Das Preisniveau, das Käufer bereit sind, in anderen südlichen Ländern wie etwa Spanien zu tragen, haben türkische Häuser allerdings noch nicht erreicht. Kleinere Häuser, selbst in Meeresnähe, werden teilweise schon für deutlich unter 100.000 Euro angeboten. Und wenn es etwas größer sein soll: In der Preisklasse zwischen 100.000 Euro und 200.000 Euro gibt es zahlreiche Offerten. Und wer noch mehr Geld ausgeben will: Für den Preis eines durchschnittlichen deutschen Neubau-Reihenhauses gibt es in der Türkei bereits Luxus-Anwesen direkt am Meer. Ist man mit einer Lage etwas weiter weg vom Meer zufrieden, kommt man noch deutlich billiger davon: Hier ist der Immobilienkauf in der Türkei auch unter 50.000 Euro möglich. Neben den günstigen Immobilienpreisen spricht für die Türkei auch, dass sie ein sehr sonniges Land ist und kulturell einiges zu bieten hat.
Wer in seiner türkischen Immobilie nicht nur die Ferien verbringen, sondern diese als Dauer- oder Alterswohnsitz halten will, profitiert außerdem von den niedrigen Lebenshaltungskosten. Laut Auswärtigem Amt beläuft sich das durchschnittliche türkische Pro-Kopf-Einkommen derzeit auf rund 8.600 US-Dollar (Stand: 2009) im Jahr. Ein Betrag, der das für Deutsche niedrige Preisniveau gut erklärt.
Deutsche dürfen in der Türkei bis zu 2,5 Hektar Grundeigentum zu Wohn- und gewerblichen Zwecken genehmigungsfrei erwerben. Bei Grundstücksgrößen zwischen 2,5 und 30 Hektar muss der Immobilienkauf in der Türkei vom Ministerrat abgesegnet werden.
Vor dem Kauf sind noch weitere Details zu beachten, warnt die Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien:
Sowohl bei gebrauchten als auch bei neuen Immobilien sollte der Käufer bei den Behörden prüfen, ob ein so genannter Iskan – ein Ansiedelungsdokument - vorliegt, sagt Delia Schröder von Türkdomizil. Wenn dieser existiert, handelt es sich nicht um einen Schwarzbau. "Oder zumindest um einen Bau, der später von der Gemeinde anerkannt wurde", weiß die Fachfrau. Liegt kein Iskan vor, kann es zu Problemen und Extra-Kosten kommen, etwa bei der Anmeldung von Strom und Wasser. Bei Ferienanlangen mit mehreren Gebäuden reicht es, wenn insgesamt ein Iskan existiert, berichtet Schröder.
Der Erwerb von Immobilien in der Türkei ist anders geregelt als hierzulande. Der wichtigste Unterschied: Ein Notar ist nicht nötig, bei ihm kann man keinen rechtsgültigen Kaufvertrag abwickeln. Das geht nur direkt beim Grundbuchamt (Tapu-Amt). Ausländer müssen einen Dolmetscher einschalten.
Die Grunderwerbsteuer beträgt drei Prozent des Immobilienwertes laut Tapu-Eintrag. Daneben gibt es noch einige kleine Positionen wie zum Beispiel Grundbuchgebühr, Dolmetscher, Bearbeitungs- und Erdbebengebühr. Diese sind jedoch sehr niedrig und fallen deshalb nicht sonderlich ins Gewicht. Der sogenannte Tapu-Wert liegt übrigens meist deutlich unter dem Kaufpreis, weshalb die Kaufnebenkosten insgesamt in der Regel deutlich niedriger sind als in Deutschland. Die Eintragung ins Grundbuch kann bis zu drei Monate dauern, weiß Kay Wolter von Kaya-Emlak-Immobilien. Der Grund: Das Grundbuchamt ist verpflichtet, bei der Militärverwaltung anzufragen, ob sich das Grundstück in einem militärischen Einzugsgebiet befindet.
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