Stromheizungen gelten als unwirtschaftlich, der Nachspeicherofen soll sogar schrittweise verboten werden. Dennoch gibt es auch heute noch ein paar sinnvolle Anwendungen für eine Elektroheizung.
Heizen mit der Elektroheizung? Das ist für viele der Inbegriff der Energieverschwendung. Dabei war die Stromheizung in den 1960er- und 1970er-Jahren einmal in: Die Nachtspeicherheizung wurde damals propagiert, weil sie mutmaßlich die nächtens überschüssig produzierte Energie der Kraftwerke speichern und tagsüber in Form von Wärme abgeben konnte. Der Nachtstrom war bedeutend billiger, so rechnete sich damals für manchen Hausbesitzer die Investition in eine Nachtspeicherheizung.
Heute gilt der Nachtspeicherofen als heizungstechnischer Sündenfall, denn der Wirkungsgrad einer solchen Stromheizung ist gering. Insbesondere dann, wenn die Nachtspeicherheizung mit Strom aus Kohlekraftwerken betrieben wird, ergibt sich eine hohe CO2-Belastung. Deshalb wurde in der Energieeinsparverordnung festgelegt, dass alle vor dem 1. Januar 1990 eingebauten Nachtspeicheröfen bis Ende 2019 außer Betrieb genommen werden müssen. Für jüngere Öfen gilt: Nach 30 Jahren Betriebszeit ist Schluss.
Der Wille des Gesetzgebers lautet also: Weg von der Elektroheizung. Die Regelungen haben allerdings Lücken, denn sie betreffen ausschließlich Speicherheizungen wie Nachtspeicheröfen. Weiterhin zulässig bleibt zum Beispiel der Einsatz von Marmor- und Natursteinheizungen. Diese werden bisweilen in Altbauten als Ersatz für Nachtspeicherheizungen eingebaut, da sie hübsch anzuschauen und deutlich billiger als eine neue Öl- oder Gasheizung sind. Natursteinheizungen sind im Prinzip nichts weiter als Naturstein- beziehungsweise Marmorplatten mit integrierten Heizkabeln. Befürworter betonen den hohen Strahlungswärmeanteil solcher Heizungen und somit einen angenehmen Kachelofen-Effekt. Kritiker bemängeln, dass auch diese Heizung eine Stromheizung ist, Strom aber etwa dreimal teurer ist als Öl oder Gas.
Nur als Ergänzung zu einer konventionellen Heizung werden häufig Strom-Fußbodenheizungen im Bad installiert. Hier fällt der Stromverbrauch kaum ins Gewicht, denn eine solche Elektroheizung wird meist nur kurzzeitig angeschaltet, damit man morgens keine kalten Füße im Bad hat.
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