Baufinanzierung: Tipps & Tricks

Kaufen statt mieten: Die Lebensabschnittsimmobilie

Es muss nicht gleich ein ganzes Haus sein: Wer früh ein kleines Appartement als Lebensabschnittsimmobilie erwirbt, hat später eine gute Basis für den Hauskauf.

von Frank Kemter
Lebensabschnittsimmobilie
Eine kleine Wohnung als Lebensabschnittsimmobilie kann später die Basis für einen Hauskauf sein. Foto: Fotolia

In Deutschland ist es üblich, nur einmal im Leben eine Immobilie zu erwerben - wenn überhaupt. Am besten soll es das freistehende Einfamilienhaus sein, wobei der Preis oft an die Grenzen der finanziellen Möglichkeiten vieler Familien reicht. Deutsche Immobilienkäufer erwerben deshalb ihr  Eigenheim meist spät, nachdem sie viele Jahre als Mieter gelebt haben. In anderen Ländern ist es allerdings Usus, relativ früh die eigene Immobilie zu kaufen und diese Investition auch nicht als eine fürs ganze Leben zu betrachten. Die Vorgehensweise: Zuerst wird eine kleine und preiswerte Immobilie erworben und später, wenn der Wohnbedarf zum Beispiel infolge von Familiennachwuchs gestiegen ist, etwas Größeres.

Lebensabschnittsimmobilie contra Miete zahlen

Die Idee der Lebensabschnittsimmobilie hat einige Vorteile: Während man als Mieter monatliche Zahlungen an seinen Vermieter leisten muss, schafft man als Eigentümer durch das Abzahlen des Hypothekendarlehens Eigentum. Die Idee dabei: Am Beginn des Berufslebens kann man sich oft nur eine preiswerte kleine Mietwohnung leisten. Wer jedoch in der Lage ist, die Miete zu zahlen, kann meist auch die Raten für ein kleines Appartement aufbringen.

Kleines Eigentumsappartement auch für junge Menschen bezahlbar

Ein Rechenbeispiel: Ein kleines Appartement wird mit 70.000 Euro finanziert. Bei einem Zinssatz von vier Prozent und einer vereinbarten Tilgung von zwei Prozent beträgt die monatliche Rate lediglich 350 Euro im Monat. Wer dann noch diszipliniert von der von vielen Banken angebotenen Möglichkeit Gebrauch macht, eine jährliche Sondertilgung in Höhe von bis zu fünf Prozent des Kaufpreises zu zahlen, kann das Appartement im Beispiel frühestens nach gut elf Jahren sein Eigen nennen. Und auch der Fall, dass nach einigen Jahren ein berufsbedingter Umzug in eine andere Stadt ansteht, spricht nicht gegen die Lebensabschnittsimmobilie: Kleine Appartements in der Stadt lassen sich oft gut vermieten oder verkaufen, so dass finanzielle Verluste meist nicht zu befürchten sind.

Laufende Kosten beachten

Zwar gilt es dabei auch zu beachten, dass ein Eigentümer weitere laufende Kosten hat: Etwa für die Hausverwaltung und für die Instandhaltungsrücklage, so dass die anfänglichen monatlichen Kosten meist doch etwas höher ausfallen als für eine Mietwohnung. Umgekehrt muss ein Mieter in der Zukunft mit Mieterhöhungen rechnen. Steigt die Miete - im Beispiel ursprünglich 350 Euro - jährlich um zwei Prozent, so liegt sie nach zehn Jahren bereits bei knapp 420 Euro, nach 20 Jahren bei über 500 Euro. In diesem Zeitraum hat der Mieter außerdem insgesamt über 100.000 Euro an seinen Vermieter überwiesen.

Keine Mieterhöhungen

Der Eigentümer des Appartements braucht Mieterhöhungen nicht zu fürchten. Will er später in ein größeres Domizil ziehen, kann er seine Wohnung verkaufen und den Erlös als Eigenkapital verwenden. Oder er vermietet diese und hat damit Spielraum für die Tilgung der neu erworbenen Bleibe. Manche Banken akzeptieren auch eine abbezahlte Eigentumswohnung als Sicherheit für eine neu zu erwerbende Immobilie. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass man niedrigere Zinsen für ein Hypothekendarlehen zu zahlen hat.

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