Einen Fremdwährungskredit in Schweizer Franken oder japanischen Yen gibt es schon für kleines Geld. Währungsschwankungen bergen aber hohe Risiken.
Fremdwährungsdarlehen sind Kredite, die man - wie der Name schon sagt - in einer fremden Währung aufnimmt. Was auf den ersten Blick als eher ungewöhnlich erscheint, kann für den Darlehensnehmer erhebliche Vorteile, jedoch auch ein erhebliches Risiko mit sich bringen.
Kredite in Schweizer Franken oder Japanischen Yen locken mit Zinsen, die deutlich niedriger sind als die Konditionen eines Euro-Darlehens. Andererseits können Währungsschwankungen auch zu herben Verlusten führen. Wegen ihres spekulativen Charakters ist ein Fremdwährungskredit deshalb eher etwas für sehr wohlhabende Bauherren mit Hang zum Risiko. Hierzulande werden solche Darlehen - anders als noch vor ein paar Jahren - kaum noch offiziell angeboten. Interessenten müssen also beim Bankberater nachfragen.
Fremdwährungskredite sind meist endfällige Darlehen. Das heißt, dass während der Laufzeit nur Zinsen, jedoch keine Tilgungsbeiträge gezahlt werden. Stattdessen wird ein Tilgungsträger - etwa eine Lebensversicherung - parallel angespart, mit dem zum Ende der Laufzeit das gesamte Darlehen auf einen Schlag abbezahlt werden soll. Zudem hat ein Fremdwährungskredit in Japanischen Yen oder Schweizer Franken meist nur eine kurze Zinsfestschreibung, zum Beispiel über drei Monate. Danach wird der Zins neu festgelegt. Daraus und aus den möglichen Währungsschwankungen ergeben sich Chancen, aber auch Risiken. Denn steigende Zinsen bedeuten, dass die Raten ebenfalls kurzfristig nach oben gehen. Doch noch schlimmer können sich Währungsschwankungen auswirken.
Denn steigt der Kurs der Fremdwährung, wird der Kredit für den Darlehensnehmer teurer. Die zu tilgende Darlehenssumme steigt, denn der Kredit ist an die Kursentwicklung der anderen Währung gekoppelt.
Dies bedeutet konkret: Steigt der Kurs der fremden Währung, zum Beispiel Schweizer Franken oder Japanische Yen, gegenüber dem Euro um zehn Prozent, so müsste der Darlehensnehmer beispielsweise statt 100.000 Euro dann 110.000 Euro in die fremde Währung umtauschen, um den Kredit zurückzuzahlen. Umgekehrt profitiert der Kreditnehmer, wenn der Kurs der anderen Währung gegenüber dem Euro sinkt. Dann muss er weniger Euro aufwenden, als er anfangs bekommen hat. Stark steigende Wechselkurse der Fremdwährung bergen neben Währungsverlusten ein weiteres Risiko: Für die Bank verschlechtert sich die Qualität der Finanzierung, weil sie durch den Anstieg plötzlich eine höhere Darlehenssumme beliehen hat, als anfangs geplant. In diesem Fall verlangen die Banken bisweilen zusätzliche Sicherheiten - oder der Fremdwährungskredit wird sogar zwangsweise in Euro umgewandelt.
In anderen Ländern wie beispielsweise Österreich waren Fremdwährungskredite eine Zeit lang sehr beliebt und weit verbreitet. Weil aber viele private Bauherren teils dramatische Verluste erlitten, wurde diese Finanzierungsart in Österreich 2010 per Gesetz verboten.
Ob es sich für Bauherren hierzulande lohnt, das erhebliche Risiko einzugehen, das ein Fremdwährungsdarlehen in sich birgt, ist fraglich: Auch die Zinsen in Deutschland sind aktuell eher günstig.
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