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Endfälliges Darlehen

Ein endfälliges Darlehen wird während der Laufzeit nicht getilgt. Die Rückzahlung erfolgt am Ende.

Neben dem klassischen Annuitätendarlehen, bei dem sich ein Teil der Monatsrate aus dem Zins und ein Teil aus der Tilgung zusammensetzt, gibt es auch ein tilgungsfreies, endfälliges Darlehen. Bei einem solchen zahlt der Kreditnehmer über die gesamte Laufzeit nur die Zinsen. Am Ende der Laufzeit hat er somit noch genauso viele Schulden wie am Anfang.

Da er aber irgendwann schuldenfrei sein will, wird als Tilgungsbaustein für ein endfälliges Darlehen beispielsweise eine Lebensversicherung oder ein Fondssparplan angespart. Mit diesem Geld und dessen Erträgen soll das Darlehen am Ende der Laufzeit auf einen Schlag getilgt werden.

Ein endfälliges Darlehen ist für Käufer selbst genutzter Immobilien jedoch meist teurer und deshalb in der Regel ungeeignet, für Kapitalanleger kann es in manchen Fällen durchaus Sinn machen. Die Zinskosten bleiben über die gesamte Laufzeit gleich hoch und können von der Steuer abgesetzt werden.

Soll nun die endfällige Tilgung über eine Lebensversicherung erfolgen, gilt Folgendes zu beachten: Die Erträge aus Lebensversicherungen, die bis zum 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurden, sind bei Laufzeiten von mindestens 12 Jahren komplett steuerfrei.

Wer also bis zu diesem Zeitpunkt eine solche Finanzierung abgeschlossen hat, profitiert doppelt: Höhere Steuervorteile durch gleich bleibend hohe Zinszahlungen während der Zinsfestschreibung plus steuerfreie Erträge aus der Lebensversicherung. Für Neuverträge ab dem 1. Januar 2005 gilt: Mit diesem Steuerschlupfloch ist seit 1. Januar 2005 Schluss. Ausnahme: die Lebensversicherung wird nach Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt. Dann ist die Hälfte des Ertrags zu versteuern. Für alle ab 1. Januar 2012 abgeschlossenen Vertrage gilt eine Altergsgrenze von 62 Jahren.

Kapitalanleger müssen heute also genau nachrechnen, ob sich eine solche Finanzierung noch rechnen kann. Außerdem gilt es zu bedenken, dass die Renditen von Lebensversicherungen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind. So beläuft sich der Garantiezins für ab dem 1. Januar 2012 abgeschlossene Policen auf nur noch 1,75 Prozent (Ende der 1990er-Jahre waren es einmal vier Prozent) und auch die Überschussbeteiligungen fallen wegen des insgesamt niedrigen Zinsniveaus heute knapper aus.

Eine weitere Tilgungsvariante besteht darin, dass Kapital für die endfällige Tilgung zum Beispiel in einem Aktienfonds angespart wird. Das ist zwar höchst riskant, weil bei einem Crash viel Geld verloren gehen kann, hat aber für risikoorientierte Anleger einen besonderen Reiz: Bei guter Performance könnte der Ertrag der Aktien höher liegen, als der zu zahlende Darlehenszins. In diesem Fall hätte der Darlehensnehmer einen Reibach gemacht. Zu beachten ist allerdings die 25-prozentige Abgeltungssteuer, die den Ertrag mindert.

30-12-2011
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