Elektroherd oder Gasherd: Die Vor- und Nachteile

Ein Gasherd zeichnet sich durch schnelle Reaktionszeiten und niedrige Unterhaltskosten aus. Doch auch der Elektroherd kann mit Vorteilen punkten: besonders dann, wenn es sich um einen Induktionsherd handelt.

Frank Kemter
Gasherd
Ein Gasherd ist im Unterhalt günstig. Ein weiterer Vorteil: Seine Flamme reagiert schnell auf Veränderungen.
Elektroherd
Ein Elektroherd kann in jeder Wohnung mit Stromanschluss angeschlossen werden. Zudem ist der Anschaffungspreis im Vergleich zum Gasherd geringer. Fotos: Oranier

Die Frage, ob ein Gas- oder Elektroherd angeschafft werden sollte, ist für viele ambitionierte Hobbyköche leicht zu beantworten: natürlich Gas! Doch beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Gasherd: Mit Gasanschluss oder Gasflasche

Als Vorteil des Gasherds wird oft der sehr preiswerte Betrieb genannt. Denn eine Kilowattstunde Strom kostet rund dreimal so viel wie eine Kilowattstunde Gas. Voraussetzung ist allerdings ein Gasanschluss, der meist nur dann vorhanden ist, wenn auch die Zentralheizung mit Erdgas betrieben wird. Und nur für den Gasherd einen Anschluss zu legen, wäre mit hohen Kosten verbunden. Zudem müsste monatlich eine Grundgebühr an den Gasversorger entrichtet werden, was den Betriebspreisvorteil wieder relativiert. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Gasherd mit Flüssiggas aus Flaschen zu betreiben. Dieses ist in aller Regel aber deutlich teurer als Erdgas. Zudem ist diese Variante wenig komfortabel, da die Flaschen häufig gewechselt und - zum Beispiel bei einem Baumarkt - neu aufgefüllt werden müssen.

Als weiterer Vorteil wird von Befürwortern das sehr schnelle Ansprechverhalten eines Gasherds aufgeführt. Innerhalb von Sekunden lässt sich die Temperatur regulieren. Sobald man des Gasherd ausschaltet, heizt dieser nicht mehr nach. Da Töpfe nicht direkt auf dem Herd aufliegen, können auch solche mit verzogenen Böden sowie Woks verwendet werden.

Kleiner Topf auf großer Flamme: Plastik-Griffe können schmelzen

Das offene Feuer des Gasherdes birgt allerdings auch Nachteile. So können sich Griffe aus Plastik wegen der großen Hitze schnell verformen. Das Risiko ist besonders groß, wenn ein vergleichsweise kleiner Topf auf eine große Flamme trifft. Ist auch das Backofen-Abteil des Herdes gasbetrieben, so lässt sich hier zwar eine hohe Temperatur erzielen, diese ist aber - zumindest bei konventionellen Gasöfen - weniger gut regelbar. Insbesondere wenn es darum geht, eine niedrige Temperatur, zum Beispiel zum Warmhalten, zu erzeugen, hat der Elektroherd Vorteile. Allerdings gibt es inzwischen moderne Gasbacköfen mit einer elektronisch geregelten Zündung und Taktung, so dass sich diese auch mit niedrigen Temperaturen betreiben lassen. Solche Luxus-Gasbacköfen sind in der Anschaffung allerdings recht teuer. Bei unsachgemäßer Handhabung besteht bei Gasherden Unfall- und Brandgefahr. Dass Gasherde generell unsicher sind, stimmt allerdings nicht. Bei einer fachgerechten Installation und sachgemäßer Verwendung ist der Gasherd genauso sicher wie ein Elektroherd.

Elektroherd: Anschlussmöglichkeit in jeder Wohnung

Elektroherde sind heute wesentlich häufiger anzutreffen als Gasherde. Das liegt zum einen daran, dass längst nicht alle Haushalte über einen Gasanschluss verfügen, während heute jede Wohnung mit einem Stromanschluss ausgestattet ist. Zum anderen sind zumindest mit Strom betriebene Einsteigergeräte in der Anschaffung preiswerter als Gasherde. Beim konventionellen Elektroherd ist allerdings der Unterhalt teurer, da Strom teurer ist als Gas.

Induktionsherd vereint Vorteile von Gas- und Elektroherd

Die Vorteile eines Gas- und eines Elektroherds versucht der sogenannte Induktionsherd zu vereinen. Induktionsherde sind besonders sparsam, da sie nicht das Kochfeld erwärmen, sondern mittels eines elektromagnetischen Feldes die Energie auf den magnetischen Boden des Topfes übertragen. Diese Methode ist wesentlich effizienter, als eine Herdplatte zu erhitzen. Die Reaktionszeiten eines Induktionsherdes sind schnell und die Unfallgefahr ist gering: Steht kein Topf mit magnetischem Boden auf dem angeschalteten Herd, so bleibt dieser kalt. So können sich zum Beispiel Kleinkinder keine Brandverletzungen zuziehen. Allerdings eignen sich nicht alle Töpfe für Induktionsherde. Solche aus Aluminium oder Glas funktionieren nicht. Zudem muss der Boden des Topfes absolut eben und plan sein, da dieser vollständig auf dem Induktionsfeld aufliegen muss.

13-10-2011
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