Solarstrom: Tipps für angehende Solarstromer
Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach errichten will um Solarstrom zu erzeugen, kann vieles richtig machen - oder vieles falsch. Immowelt.de gibt sieben Tipps, worauf angehende Solarstromerzeuger achten sollten.
Ob der Solarstrom einer Photovoltaik-Anlage wirtschaftlich produziert wird oder nicht, hängt von vielen Details ab. Die Wichtigsten verraten wir in den folgenden Tipps:
1. Strahlungsintensität und Dach
Photovoltaikanlagen im Süden Deutschlands bringen einen höheren Ertrag als solche im Norden. In einigen besonders sonnigen südlichen Regionen sind über 1.000 Kilowatt pro installierten KWp im Jahr möglich. In sonnenarmen Gegenden im Norden muss man sich schlimmstenfalls mit 700 Kilowatt zufrieden geben.
Auch Dachneigung und Ausrichtung sollten stimmen: Ideal sind 30 Grad und Südausrichtung. Ost- und Westausrichtungen sowie eine Neigungen von 45 Grad bedeuten schon einige Prozent weniger Solarertrag, noch schlimmer sind allerdings Verschattungen - dann sinkt der Wirkungsgrad der Anlage und es wird deutlich weniger Solarstrom produziert.
2. Angebote einholen und vergleichen
Auch bei Solaranlagen gibt es Preis- und Qualitätsunterschiede. Markenmodule sind oft etwas teurer, haben aber vielfach einen etwas höheren Wirkungsgrad und bieten Investitionssicherheit in Hinblick auf umfangreiche Garantien. Nützlich ist das Forum photovoltaikforum.com. Hier diskutieren Solarstrom-Interessente und Fachleute rege. Außerdem ist es möglich, erhaltene Angebote von Solarteuren einzustellen und von Fachleuten beurteilen zu lassen.
3. Solarstrom: Finanzierung & Rentabilität
Banken sehen es in den meisten Fällen gerne, wenn der angehende Solaranlagenbesitzer etwa 25 Prozent Eigenkapital mitbringt. Zudem gibt es günstige KfW-Kredite. Außerdem lohnt es sich nachzufragen, ob es in der jeweiligen Gemeinde regionale Förderprogramme gibt. Anhand der Daten für die Finanzierung und dem zu erwartenden Solarstrom-Ertrag kann berechnet werden, ob die Anlage aufgrund der zu erwartenden Einspeisevergütung rentabel zu betreiben ist. Hilfreich ist hier zum Beispiel ein Photovoltaik-Rechner im Internet.
4. Vorbereitungen und Bau
Photovoltaik-Anlagen sind zwar meist genehmigungsfrei, allerdings gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel bei denkmalgeschützten Gebäuden oder dann, wenn das Erscheinungsbild eines Hauses durch die Photovoltaik-Anlage stark verändert wird. Deshalb ist es sinnvoll, bei der örtlichen Baubehörde nachzufragen.
Bevor die Anlage für Photovoltaik aufgebaut wird, sollte das Dach sorgfältig geprüft werden. Da die Anlage mindestens 20 Jahre halten soll, müssen schadhafte Stellen vorher sorgfältig repariert werden. Ist das Dach ohnehin schon marode, empfiehlt sich eine komplette Erneuerung vor dem Anlagenbau. Zu bedenken ist weiterhin, dass neue Stromkabel von der Anlage bis zum Zählerschrank gelegt werden müssen. Das ist kein Problem, wenn es bereits Leerrohre gibt, ansonsten muss die Verkabelung entweder Aufputz oder Unterputz erfolgen. Letzteres ist mit Schmutz und zusätzlichen Kosten verbunden. Um die Einspeisevergütung für den produzierte Solarstrom zu erhalten, ist zudem mindestens ein neuer Zähler notwendig. Zwei Zähler sind es, wenn man den Solarstrom auch selbst nutzen und vom Versorger hierfür die gesetzlich zugesicherte Vergütung erhalten will.
5. Netzbetreiber: Einspeisevertrag
Bevor die Solaranlage ans Netz geht, muss ein Einspeisevertrag mit dem örtlichen Netzbetreiber abgeschlossen werden. Dieser ist allerdings verpflichtet, den Solarstrom zu den gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen abzunehmen. Dennoch gibt es Fallstricke: etwa hohe Mieten für die benötigten Stromzähler oder ungünstige Verteilung der Haftungsrisiken.
Die Bewertung zahlreicher Vertragswerke sowie einen Muster-Einspeisevertrag gibt es auf der Website der Solarstromzeitschrift Photon: Aktion Einspeisevertrag.
6. Garantien und Versicherungen
Von Photovoltaikanlagen gehen zwar nur wenige Risiken aus, einige Versicherungen sind dennoch sinnvoll: Eine Betriebshaftpflichtversicherung haftet, wenn sich zum Beispiel in Folge eines Unwetters Teile der Anlage lösen und Passanten verletzen. Die Anlage selbst lässt sich über die Wohngebäudeversicherung mitversichern. Dies muss aber explizit mit der Versicherungsgesellschaft vereinbart werden, da Photovoltaikanlagen nicht immer automatisch mitversichert sind. Ausfallversicherungen kommen darüber hinaus für entgangene Erträge auf, wenn die Anlage beschädigt wird und keinen Solarstrom mehr erzeugt.
7. Die Solaranlage auf dem Dach macht den Hausbesitzer zum Unternehmer
Solaranlagen-Eigentümer sind Unternehmer. Vorteil: Die Mehrwertsteuer auf der Solarteur-Rechnung kann der Anlagenbetreiber vom Finanzamt zurückfordern. Umgekehrt müssen Gewinne, die während des 20-jährigen Förderzeitraums mit dem Solarstrom erwirtschaftet werden, auch versteuert werden.
