Wer ein Haus sein Eigen nennt, kann im Garten Obst und Gemüse anbauen. Wer über eine entsprechend große Fläche verfügt, kann sogar teilweise oder ganz zum Selbstversorger werden.
von Frank KemterEine komplette Selbstversorgung mit Obst, Gemüse, Eiern und auch Fleisch ist mit viel Arbeitsaufwand verbunden. Doch einen gewissen Teil des Bedarfs - zumindest an Obst und Gemüse - können Eigenheimbesitzer mit Garten gerade in den Sommermonaten selbst decken. Und dazu ist nicht einmal eine riesige Fläche notwendig. Experten veranschlagen zwischen 50 und 80 Quadratmeter pro Person für den Selbstversorgergarten - je nachdem, was angebaut wird und wie die Bodenqualität ist. Folglich reicht für eine nur teilweise Selbstversorgung ein wesentlich kleineres Beet. Ein besonderer Reiz einer solchen Selbstversorgung ist, dass das Obst und Gemüse immer frisch ist und ohne Chemie nach biologischen Kriterien angebaut werden kann.
Wer viel Obstauswahl trotz eines kleinen Gartens haben will, sollte eher kleine Obstbäume wählen. Hier eignen sich vor allem Halb- und Niederstamm, bei denen die Krone zwischen 80 Zentimetern und 1,60 Metern Höhe liegt. Alternativ eignen sich Buschbäume mit einer Stammlänge ab 40 Zentimetern, die gut an einem Spalier ranken können. Ein Spalier ist eine Gitterkonstruktion, meist aus Holz, und kann sowohl frei als auch am Haus selbst angebracht werden. Hochstamm-Obstbäume, bei denen der Kronenansatz bei 1,80 bis 2,20 Metern Höhe liegt, sind für den privaten Garten eher ungeeignet. Solche Bäume benötigen viel Platz und lassen sich am einfachsten maschinell pflücken. Die künftige Größe eines Obstbaums wird bereits in der Baumschule durch Veredelung festgelegt: Auf einer Wurzelunterlage wird ein Stamm eines botanisch passenden anderen Baums veredelt. Die Art der Wurzelunterlage bestimmt dann, wie groß der neue Baum werden kann. Egal, für welche Obstsorten man sich entscheidet: Künftige (Teil-)Selbstversorger brauchen Geduld: Bis die Bäume einen nennenswerten Ertrag bringen, kann es ein paar Jahre dauern.
Schnelleren Erfolg bringt das Gemüsebeet. Hier können auch einjährige Pflanzen angebaut werden. Der Vorteil: Die Arbeit, die man sich im späten Winter und im Frühjahr macht, führt schnell zu einem Erfolg, denn von Frühjahr bis Herbst kann geerntet werden. Hilfreich ist ein Gartenkalender, um planen zu können, wann was ausgesät beziehungsweise gepflanzt wird. Bei der Auswahl der Pflanzen sollte zudem darauf geachtet werden, dass früh und spät reifendes Gewächs in ausgewogener Zahl vorhanden sind, so dass von Frühjahr bis Spätherbst regelmäßig Nachschub geerntet werden kann. Neben zahlreichen Gemüsesorten und Salaten eignen sich fürs Beet auch Obst wie etwa Erdbeeren sowie Kräuter. Da im Selbstversorgergarten Mischkulturen ideal sind und auch viel Abwechslung bieten, muss darauf geachtet werden, dass manche Pflanzenkombinationen eher günstig, andere eher ungünstig sind: Hinsichtlich Wuchshöhe, Nährstoffbedarf und Anfälligkeit für Schädlinge gibt es demnach gute und schlechte Nachbarn: Zu Brokkoli passen beispielsweise Bohnen, Sellerie und Spinat gut, schlechte Brokkoli-Nachbarn sind Knoblauch und Zwiebeln. Knoblauch hingegen verträgt sich mit Möhre, Erdbeere und Roter Beete, während Kohl, Erbsen und Stangebohnen eher ungeeignet sind. Daneben sollte auf die Fruchtfolge geachtet werden. Das bedeutet, dass ein jährlicher Wechsel des Standortes einzelner Sorten angesagt ist, damit der Boden nicht auslaugt und sich erholen kann.
Wer im Sommer in seinem Garten Überschüsse erntet, verschenkt diese oft an Freunde und Nachbarn. Bleibt noch etwas übrig, bietet sich ein Wintervorrat an. Doch Obst und Gemüse müssen hierzu haltbar gemacht oder eingelagert werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:
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