z.B.: Garten planen, Garten gestalten, Garten anlegen

 

Wiederentdeckt: Alte Obst- und Gemüsesorten für den Garten

So mancher Hobbygärtner zieht statt Zier- doch lieber Nutzpflanzen. Besondere Genüsse versprechen dabei so manche alte Obst- und Gemüsesorten.

Frank Kemter
alte ObstsortenAlte Obstsorten sehen häufig zwar nicht so gut aus, wie typisches Supermarkt-Obst. Sie überzeugen jedoch oft mit einem aromatischen Geschmack. Foto: Fotolia

Wer im eigenen Garten Obst und Gemüse anbaut, sollte auch einmal alte Obstsorten ausprobieren. Die sind im Handel eher rar und der Ertrag meist gering, sie überzeugen aber oft mit bestem Aroma. 

Eine Erdbeere namens Mieze

Von ihren Fans als Praline unter den Erdbeeren verehrt wird die Sorte Mieze Schindler. Ihre Früchte sind eher klein und sehr weich. Geerntet wird die Mieze, wenn sie dunkelrot ist - erst dann ist sie wirklich reif. Ihr intensives Aroma kommt der Walderdbeere am nächsten. Eine Besonderheit der Mieze: Es gibt sie nur als weibliche Pflanze. Zum bestäuben benötigt sie eine andere Sorte. Ideal ist die Senna Sengana, denn diese blüht zur selben Zeit. Pro zehn Mieze-Pflanzen müssen deshalb ein bis zwei Senna Senganas in unmittelbarer Nähe gepflanzt werden. Als Frigopflanzen, das sind kalt gelagerte und somit künstlich in einer Art Winterschlaf gehaltene Setzlinge, werden sie ab April angepflanzt. Schon im Sommer können die ersten Früchte geerntet werden. Grünpflanzen setzt man je nach Witterung im August bis September, die erste Ernte liegt dann aber erst im Folgejahr. Im Laden findet man Sorten wie die Mieze Schindler höchst selten. Weil die Früchte sehr weich sind und damit nicht transport- und lagerfähig, sollten sie gleich nach der Ernte verzehrt werden. Alternativ macht man Fruchtaufstrich aus ihnen.

Baumfrüchte: Alte Obstsorten von der Baumschule

Bei Baumfrüchten gibt es eine große Zahl historischer Sorten, die man in den Supermarktauslagen meist nicht findet. Vor dem Aussterben schützen sie die Pomologen: Pomologie ist die Lehre der Obstbaumkunde. Manche Baumschulen haben sich inzwischen auf die Zucht und den Verkauf von historischen Sorten spezialisiert, so dass manche fast vergessenen Züchtungen inzwischen wieder erhältlich sind.

Der Kaiser der Paradeiser

Bei den Gemüsesorten beeindruckt vor allem die riesige Auswahl an alten Tomatensorten. Als Spezialist gilt der Österreicher Erich Stekovics, der auf seinen Feldern über 3.000 alte Sorten Paradeiser - so nennt man in der Alpenrepublik Tomaten - kultiviert. Deshalb wird er auch liebevoll der Kaiser der Paradeiser genannt. Alte Tomatensorten gibt es in allen erdenklichen Formen und Farben - von hellgelb bis dunkelbraun. Geschmacklich reichen die Nuancen von Kiwi über Melone bis hin zu Zuckerrübe.

Ähnlich vielfältig ist die Auswahl auch bei anderen Gemüsesorten, etwa Paprika. Auch bei Gemüse gilt: Im Handel gibt es die meisten alten Sorten nicht zu kaufen. Viele besitzen keine Sortenzulassung mehr und werden bisweilen als Liebhaber- oder Zierpflanzen verkauft. Essen kann man sie trotzdem. Samen und Setzlinge historischer Sorten bekommt man am besten über spezialisierte Internet-Shops oder bei spezialisierten Gärtnereien.

03-01-2012
Zum Thema auf immowelt.de
1 von 4 Ratgebern

Sie möchten Ihr Unternehmen hier präsentieren?

Profitieren Sie von der Bekanntheit von www.immowelt.de und nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf.

Tel.: +49 911 520 25-20

E-Mail: media@immowelt.de
 

© Immowelt AG 2015   © Marktplatz für Wohnungen, Immobilien und Häuser zum Kaufen oder Mieten

tracking