Mieter können Betriebskosten sparen und so die zweite Miete senken. Dabei gibt es einfache Einsparmöglichkeiten, ohne auf Komfort zu verzichten.
von Frank KemterBetriebskosten sparen lohnt sich, denn diese sind oft eine zweite Miete. Tipps, wie Kosten eingespart werden können.
Sowohl Vermieter als auch Mieter können Betriebskosten sparen. Bestimmte Einsparpotenziale lassen sich ganz einfach und ohne großen Aufwand umsetzen. Andere sind nur mit erheblichem Aufwand möglich und sollten dann angegangen werden, wenn sowieso eine Renovierung des Hauses ansteht.
Betriebskosten sparen: Das können Mieter und Selbstnutzer tun
Wenn es darum geht, die Müllmenge zu reduzieren, Wasser, Heizenergie und Strom einzusparen, ist es gerade in größeren Mietshäusern wichtig, dass alle Mieter an einem Strang ziehen - nur so lässt sich die so genannte zweite Miete reduzieren. Denn oftmals werden diese Posten nicht nach dem Verbrauch des einzelnen Mieters abgerechnet, sondern nach dem im Mietvertrag festgelegten Verteilungsschlüssel - etwa nach Wohnfläche oder Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen. Gut haben es Mieter, wenn für jede Wohnung eigene Zähler existieren und jeder nur seinen tatsächlichen Verbrauch zahlen muss - gängig ist das aber nur für Wasser und Heizkosten, welche aber ohnehin überwiegend nach Verbrauch abgerechnet werden müssen.
Niemand will in seiner Wohnung frieren. Doch gerade in Zimmern, die nicht dauernd genutzt werden, kann man gut Nebenkosten sparen, da dort die Heizung nicht unbedingt auf vollen Touren laufen muss. Jedes Grad Temperatur weniger spart etwa sechs Prozent Kosten ein, weiß die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE).
Ebenfalls wichtig ist das richtige Lüften. Die Todsünde: bei laufender Heizung lange Zeit bei gekipptem Fenster lüften. Der Mieterverein München rät, im Winter mindestens zweimal täglich etwa fünf bis zehn Minuten Stoß zu lüften. Auch bei Abwesenheit sollte die Heizung niemals ganz ausgestellt werden. Denn ständiges Auskühlen und Wiederaufheizen ist teurer als das Halten einer abgesenkten Durchschnittstemperatur. In der Summe ist wegen solcher falsch verstandener Sparsamkeit die zweite Miete sogar höher. Werden die Räume unterschiedlich stark geheizt, sollten die Innentüren geschlossen bleiben. Wichtig: Neubauten und viele renovierte Altbauten dämmen zwar gut, sind aber auch sehr dicht. Es kommt kaum Kälte rein, allerdings auch kaum Feuchtigkeit raus. Und die entsteht nicht nur beim Kochen oder Duschen, sondern auch durch pure Anwesenheit von Menschen - durch Schwitzen. Die Räume sollten deshalb häufiger gelüftet werden, ansonsten kann sich möglicherweise Schimmelpilz bilden - und das Betriebskosten sparen geht nach hinten los.
Die Gebühren für Müll werden in den meisten Gemeinden nach der Menge abgerechnet. Maßgeblich ist dann das Volumen der Mülltonnen in Litern. Deshalb: Kontrollieren Sie, ob die Mülltonnen auch tatsächlich voll genutzt werden. Stehen zum Beispiel mehrere Tonnen im Hof, die vom einen zum anderen Müllabfuhrtermin immer nur halb voll werden, sollten Sie den Vermieter bitten, die Tonnen auf das tatsächlich benötigte Volumen zu reduzieren, um Betriebskosten zu sparen. Auch Mülltrennung kann dazu beitragen, dass weniger Hausmüll anfällt: So gehören zum Beispiel Altglas und Altpapier in die dafür vorgesehenen Sammelcontainer.
Wasser, aber auch die Gebühren für das Abwasser sind in den vergangenen Jahren stetig teurer geworden. Doch auch hier lässt sich einiges an Nebenkosten sparen. Einige Beispiele:
Strom für die Wohnung wird zwar in der Regel direkt mit dem Versorger und nicht mit dem Vermieter abgerechnet (Ausnahme: Strom für die Treppenhausbeleuchtung und Gemeinschaftsräume), Betriebskosten sparen ist auch hier möglich:
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