Beim Wohnungskauf auch auf die monatlichen Nebenkosten achten

Wer eine Eigentumswohnung kauft, weiß: Es fallen auch noch Kaufnebenkosten an. Darüber hinaus dürfen aber auch die laufenden Nebenkosten nicht übersehen werden, die später regelmäßig anfallen und für einen Selbstnutzer höher sind als für einen Mieter.

Frank Kemter
Nebenkosten, Hausverwalterkosten
Wer eine Eigentumswohnung kaufen will, sollte auch auf die monatlichen Nebenkosten achten. Foto: BHW

Wer eine Eigentumswohnung zur Eigennutzung erwirbt, muss, anders als Mieter, sämtliche Nebenkosten tragen, die regelmäßig anfallen. Während ein Vermieter mit seinem Mieter nur Nebenkosten abrechnen darf, die die Betriebskostenverordnung nennt, zahlen selbst nutzende Wohnungseigentümer auch die Kosten für die Hausverwaltung, Instandhaltungsrücklagen, sowie außer der Reihe anfallende Reparaturkosten, für die die Rücklagen nicht ausreichen. Diese zusätzlichen finanziellen Belastungen sollten schon vor dem Erwerb der Immobilie eingeschätzt und einkalkuliert werden.

Hausverwalterkosten in kleinen Gebäuden höher

Die Höhe der Hausverwalterkosten ist regional unterschiedlich und hängt auch davon ab, ob es sich um ein Gebäude mit wenigen Einheiten oder um eine große Wohnanlage handelt. Oft betragen sie zwischen 15 und 40 Euro im Monat pro Wohneinheit. Auch die Höhe der Instandhaltungsrücklage variiert stark. In manchen Wohnanlagen wird gar nichts zurückgelegt, in manchen nur ein paar Cent pro Quadratmeter und Monat, in anderen wiederum ein Euro oder auch mehr.

Risiken durch fehlende Instandhaltungsrücklagen

Fehlende Hausverwalterkosten oder niedrige Instandhaltungsrücklagen sind übrigens nicht etwa positiv sondern eher negativ zu werten. Denn ersteres bedeutet, dass entweder die Eigentümergemeinschaft selbst oder ein bestimmter Eigentümer die Verwaltung übernimmt - meist ohne ausreichende Fachkenntnis: Chaos und Streit sind vorprogrammiert. Wird keine Instandhaltungsrücklage gebildet, sieht es im Falle größerer Reparaturen oder Sanierungsarbeiten düster aus: Können oder wollen einige Eigentümer der Gemeinschaft nicht anteilig Kosten übernehmen, stehen dringende Arbeiten auf der Kippe. Schlimmstenfalls verfällt das Anwesen mit der Zeit und verliert damit an Wert.

Wer sich für den Kauf einer Eigentumswohnung interessiert, sollte deshalb nachhaken, wie hoch die bereits gebildete Instandhaltungsrücklage ist. Die wird nämlich mit dem Kauf automatisch miterworben. Werte von zehn bis 20 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche sind schon ganz ordentlich. Noch höhere Beträge stellen ein komfortables Sicherheitspolster für den Fall größerer Reparaturen oder Sanierungen dar.

Um abschätzen zu können, ob die Hausverwaltung gut arbeitet und ob die Eigentümergemeinschaft sich einig ist, sollte man zudem Einsicht in die Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzen Jahre verlangen.

27-01-2012
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