z.B.: Mietertipps, Tipps für Mieter

 

Checkliste Mietwohnung

Bei der Wohnungssuche kann einiges schief laufen. Damit mit der neuen Mietwohnung alles rund läuft, hilft unsere Checkliste dabei, Fallen und Probleme frühzeitig zu erkennen.

Frank Kemter
MietwohnungWer die perfekte Mietwohnung sucht, muss auf einiges achten. Foto: BHW/Viega

Auf Wohnungssuche oder schon die passende Wohnung gefunden? Vor Vertragsabschluss sollten Mietinteressenten auf zahlreiche Details achten.

1. Wohnungssuche

Darauf sollten Sie bei der Wohnungssuche achten:

Vom Makler oder von Privat?
Ein Makler hat in der Regel eine gute Marktkenntnis und mehrere Alternativwohnungen im Angebot. Allerdings verlangt er bis zu zwei Monatsmieten zuzüglich Mehrwertsteuer als Provision - eine höhere Forderung ist gesetzlich verboten. Bei Privatangeboten fällt keine Provision an. Verlangt ein Privatanbieter eine Gebühr oder Provision, so ist dies unzulässig, das Geld kann in diesem Fall später zurückgefordert werden. Ähnliches gilt für Hausverwaltungen: Auch sie dürfen keine Vermittlungsprovisionen für Mietwohnungen verlangen, die sie vermieten.

Quellen für die Wohnungssuche?
Am weitesten verbreitet ist heute die Wohnungssuche über das Internet, zum Beispiel über Immobilienportale wie immowelt.de. Alternativ kann man sich auch über die örtliche Tageszeitung informieren oder Tipps von Freunden und Bekannten einholen.

Ist der Anbieter seriös?
Wie überall gibt es auch im Immobilienbereich schwarze Schafe. Besonders acht geben sollte man bei Angeboten, wenn der vermeintliche Vermieter per Mail eine Vorabkaution für die Besichtigung verlangt, die über einen Geldtransferservice ins Ausland geschafft werden sollte. Auch kostenpflichtige Angebotslisten gehören zu den unseriösen Angeboten. Denn in diesen Listen, für die dreistellige Summen verlangt werden, finden sich meist Angebote, die kostenfrei über die üblichen Quellen zugänglich sind.

2. Besichtigung

Darauf sollten Sie bei der Wohnungsbesichtigung achten:

Passen Umfeld und Lage?
Der Schnitt einer Mietwohnung kann noch so gut sein - wenn das Umfeld nicht passt, wird man mit ihr nicht glücklich. Dabei ist sowohl auf die unmittelbaren Nachbarhäuser als auch die anliegenden Straßen zu achten. Außerdem wichtig: Wie sieht es mit der Parkplatzsituation aus? Gibt es Geschäfte des täglichen Bedarfs in der näheren Umgebung? Wie ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel?

Passt die Nachbarschaft?
Schlechte Nachbarn können einem das Wohnen vermiesen. Erkundigen Sie sich am besten beim Vormieter oder, wenn möglich, bei einem anderen Nachbarn, ob die Hausgemeinschaft intakt ist.

Hat die Wohnung Mängel?
Kleine Mängel übersieht man schnell. Deshalb sollte man genau hinsehen. Entdeckt man Mängel, müssen die später unbedingt in einem Übergabeprotokoll vermerkt werden.

Passt der Zuschnitt zu den eigenen Bedürfnissen?
Leer stehende Wohnungen sehen oft hell und großzügig aus. Dennoch sollte man beim Besichtigungstermin schon grob messen, ob die eigenen Möbel auch passen.

Ist mit Folge- oder hohen Nebenkosten zu rechnen?
Fragen Sie nach dem Energieausweis: Je höher der Wert, desto höher sind die zu erwartenden Heizkosten. Lassen Sie sich am besten auch eine Nebenkostenabrechnung der Vorperiode zeigen, um abschätzen zu können, mit welchen Nebenkosten Sie wirklich rechnen müssen. Denn die mit der Miete geleistete Vorauszahlung muss nicht die tatsächlichen Kosten widerspiegeln. Der Vermieter rechnet einmal jährlich ab und schlimmstenfalls ist eine satte Nachzahlung fällig.

3. Mietvertrag

Darauf sollten Sie beim Mietvertrag achten:

Enthält der Mietvertrag eine Klausel, die den Mieter zur Durchführung von Schönheitsreparaturen verpflichtet?
Ist dies nicht der Fall, so muss der Mieter keinerlei Schönheitsreparaturen wie Malerarbeiten erledigen. Enthält der Vertrag hingegen eine solche Klausel, so gilt es, diese genauer anzusehen: Denn starre Renovierungsklauseln und Endrenovierungsklauseln zum Auszug des Mieters sind ungültig. Die Folge: Der Mieter ist so gestellt, als gäbe es keine Renovierungsklausel und muss gar nichts tun. Eine gültige Klausel hingegen enthält flexible Renovierungspflichten. Außerdem dürfen dem Mieter nur bestimmte dekorative Arbeiten wie Malern, Tapezieren und Lackieren im Innenbereich der Wohnung auferlegt werden.

Ist Tierhaltung erlaubt?
Ein generelles Tierhaltungsverbot ist unzulässig - zumindest, wenn es sich um Kleintiere wie Hasen oder Meerschweinchen handelt. Die darf ein Mieter auch dann halten, wenn dies laut Vertrag verboten ist. Bei größeren Tieren wie Hunden ist die Erlaubnis des Vermieters nötig. Übrigens auch dann, wenn schon andere Parteien im Haus einen Hund haben.

Kann der Mietvertrag mit der gesetzlichen Drei-Monats-Frist gekündigt werden?
Die meisten Mietverträge sind unbefristet und können vom Mieter ohne Angabe von Gründen spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Ende des übernächsten Monats gekündigt werden. Allerdings enthalten manche Verträge eine Klausel, wonach sich die Parteien beidseitig dazu verpflichten, für einen bestimmten Zeitraum nicht von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch zu machen. Dieser Zeitraum darf in der Regel bis zu vier Jahre betragen. Eine solche Klausel ist eher zum Nachteil des Mieters, da der Vermieter ohnehin nur in wenigen Ausnahmefällen wie zum Beispiel Eigenbedarf ein Recht zur Kündigung hätte, während der Mieter im Normalfall immer mit einer Dreimonatsfrist kündigen darf.

Enthält der Mietvertrag eine Kleinreparaturklausel?
Zwar ist der Vermieter von Gesetz wegen für Reparaturarbeiten verantwortlich, doch Gerichte billigen Ausnahmen, wenn es sich um Kleinreparaturen handelt - allerdings nur in engen Grenzen und nur dann, wenn es im Mietvertrag auch eine sogenannte Kleinreparaturklausel gibt. Verschiedene Gerichte halten eine Obergrenze von maximal 75 bis 100 Euro pro Reparatur und jährlich insgesamt maximal acht Prozent der Jahresmiete oder höchstens 200 Euro für gerade noch zulässig. Enthält ein Mietvertrag eine Kleinreparaturklausel, muss der Mieter folglich Bagatellreparaturen an tropfenden Wasserhähnen oder ausgeleierten Rollladengürten selbst zahlen.

Wie lauten die Regelungen zu den Heiz- und Bentriebskosten?
Grundsätzlich kann der Vermieter alle Betriebkostenarten abrechnen, die die Betriebskostenverordnung auflistet. Und das sind immerhin 17 Einzelpositionen. Ist nichts anderes vereinbart, werden sie nach der Wohnfläche umgelegt. Ausnahme: Die Kosten für Heizung und Warmwasser, die überwiegend nach Verbrauch abgerechnet werden müssen. Ist hier im Mietvertrag ebenfalls eine Umlage nach Wohnfläche vereinbart, kann der Mieter intervenieren und im Zweifelsfall die anteiligen Nebenkosten für die Heizung um 15 Prozent kürzen.

Wie lauten die Regelungen zur Mietkaution?
Der Vermieter kann maximal eine Kaution von drei Monatskaltmieten verlangen. Diese darf der Mieter übrigens in drei gleich großen Raten zahlen. Die Kaution kann übrigens auch in Form einer Bürgschaft erbracht werden und es ist auch eine Mischung aus Barkaution und Bürgschaft zulässig. Die gesamte Höhe der Mietsicherheit darf aber auch dann drei Monatskaltmieten nicht übersteigen. Hiervon abweichende Regelungen sind unzulässig. Übrigens: Der Vermieter ist auch verpflichtet, die Kaution auf einem von seinem eigenen Vermögen getrennten und damit insolvenzfesten Konto anzulegen.

20-01-2012
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