9 Tipps zum Energiekosten sparen Zuhause

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Wer seine Energiekosten senkt, kann viel Geld sparen und muss dabei nicht zwingend auf Komfort verzichten. Mit diesen Stromspartipps verringern Verbraucher ihre Stromkosten und verbessern die CO2-Bilanz.

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Die Umrüstung von herkömmlichen Glühbirnen auf LED-Leuchten lohnt sich, um Energiekosten zu sparen. Foto: andrey_popov / stock.adobe.com

Wenn die Stromrechnung ins Haus flattert, kommt für viele der Schock: Die Kosten und der Verbrauch sind mal wieder höher als erwartet. Verbraucher fragen sich dann unweigerlich, warum die Rechnungen so hoch sind, obwohl sie sich keiner Energieverschwendung bewusst sind. Häufig liegt das nicht an einem verschwenderischen Lebensstil, sondern an ineffizienten Geräten, Energiepreissteigerungen oder unbewusstem Energieverbrauch.

Energieexperte Professor Timo Leukefeld erklärt, wie Verbraucher Strom sparen und ihre Heizkosten senken können, ohne  Lebensqualität einbüßen zu müssen.

Tipp 1: Energiekosten senken mit Mini-Solaranlage

Prof. Timo Leukefeld, Energieexperte, Foto: timoleukefeld.de
Prof. Timo Leukefeld, Experte für energetieautarkes Wohnen und Leben. Foto: timoleukefeld.de

„Mieter oder Wohnungseigentümer in einem Mehrfamilienhaus, die mithilfe von Sonnenenergie Stromkosten sparen möchten, sollten mit einer Mini-Solaranlage starten“, empfiehlt Energieexperte Leukefeld. Im Mai 2018 wurde die Vornorm DIN VDE V 0100-551-1 (VDE V 0100-551-1) in Deutschland veröffentlicht. Seitdem dürfen Verbraucher Photovoltaik-Anlagen in einen vorhandenen Endstromkreis einbinden.

Bei Mini-Solaranlagen handelt es sich um mobile Solaranlagen, die sich über eine spezielle Energiesteckdose oder über eine feste Installation mit dem Stromnetz verbinden lassen.  "Mit einer Solarleistung von 600 Watt können Verbraucher im Süden Deutschlands bis zu 660 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen“, sagt Leukefeld. Das entspräche etwa 20 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushalts und einer CO2-Einsparung von rund 320 Kilogramm.

Experten-Tipp

Achtung: Der Anschluss einer Plugin-Solaranlage über eine gewöhnliche Steckdose ist in Deutschland verboten. Es kann zur Überlastung des Stromkreises und zu einem Leitungsbrand führen. Verbraucher sollten sich um VDE-Sicherheitsvorschriften kümmen und daher einen fachkundigen Elektriker mit der Installation beauftragen.

Tipp 2: LED- und Energiesparlampen nutzen

Um Strom zu sparen, sollten Verbraucher auf LED- oder Energiesparlampen setzen. LED- und Energiesparleuchten sind zwar teurer  als gewöhnliche Glühbirnen, dafür halten sie viel länger. Eine Glühlampe brennt in der Regel circa 1.000 Betriebsstunden, was ungefähr dem Betrieb von einem Jahr entspricht. Energiesparlampen halten etwa 10.000 und LED-Lampen 25.000 Betriebsstunden durch. Darüber hinaus sind Energiesparlampen LED-Leuchten die effizientesten, da sie die Energie nicht wie Glühbirnen zu 90 % in Wärme umwandeln. „Eine Umstellung auf LED-Lampen lohnt sich finanziell aber nur, wenn die alten Leuchten kaputt sind“, betont Energieexperte Leukefeld, „denn es macht wirtschaftlich keinen Sinn, funktionierende Leuchten zu ersetzen.“

Tipp 3: Geschirrspüler und Waschmaschine ans Warmwasser anschließen

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Eine Waschmaschine arbeitet stromsparender mit Warmwasseranschluss. Foto: JenkoAtaman / stock.adobe.com

Wer Geschirrspüler und Waschmaschine ans Warmwasser anschließt, spart ebenfalls viel Strom. „Heizt der Geschirrspüler das Spülwasser auf, kostet das etwa 25 bis 28 Cent pro Kilowattstunde Strom. Der Heizkessel hingegen erledigt das zum Preis von vier bis sieben Cent pro Kilowattstunde“, erklärt Timo Leukefeld. Um Schäden zu vermeiden, sollte man das Geschirrspülgerät jedoch nur mit einem für Warmwasser zugelassenen Schlauch ans Warmwasser anschließen. Wer die zudem die Wasserleitung isoliert, steigert die Effizienz nochmals.

„Bei einer Waschmaschine mit Kaltwasserzulauf kann ein Waschmaschinen-Vorschaltgerät Abhilfe schaffen“, empfiehlt Leukefeld. Dieses Gerät mischt Warm- und Kaltwasser bereits im Zulaufschlauch im gewünschten Verhältnis und leitet es in die Waschmaschine weiter. So wird das Wasser nicht teuer in der Maschine, sondern schon vorher über die Zentralheizung aufgeheizt. „Da ein Waschmaschinen-Vorschaltgerät zwischen 250 und 350 Euro kostet, lohnt sich der Kauf erst ab einem Haushalt von drei Personen.“, sagt Leukefeld. Moderne Waschmaschinen verfügen häufig über einen Warm- und Kaltwasserzulauf – in diesem Fall ist kein Vorschaltgerät nötig, um die Maschine ans Warmwasser anzuschließen.

Tipp 4: Energieeffizient waschen

Auch beim Wäsche waschen, können Verbraucher Strom und Geld sparen. Schließlich werden mehr als 75 Prozent der Energie, die für einen Waschgang nötig ist, für das Erhitzen des Wassers genutzt.

So geht Energiesparen beim Waschen:

  • Mit niedriger Temperatur waschen: „Wer Textilien mit 30 statt 60 Grad Celsius wäscht, verbraucht zwei Drittel weniger Strom beim Waschen,“ so Leukefeld. Waschmittel reinigen die Wäsche auch bei geringen Temperaturen optimal und die Kleidung bleibt länger schön. Ab und an ist jedoch ein Kochwaschgang nötig, damit sich in der Maschine keine Gerüche bilden.
  • Auf Vorwaschgang verzichten: Meist ist der Vorwaschgang überflüssig, da Textilien nur selten stark verschmutzt sind. Wenn Verbraucher auf den Vorwaschgang verzichten, verringern sich die fürs Waschen nötige Mengen an Strom und damit auch die Kosten.
  • Wäsche lufttrocknen lassen: Laut der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz verbraucht ein äußerst effizienter Wäschetrockner mit der Effizienzklasse A+++ bei 160 Trockengängen pro Jahr 158 Kilowattstunden Strom. Daraus ergeben sich bei einem Strompreis von 0,29 €/kWh Stromkosten von rund 46 Euro pro Jahr, die man sich beim Lufttrocknen der Wäsche spart. Zudem verringert sich der CO2-Ausstoß um 77,26 kg pro Jahr – schließlich ist das Lufttrocknen klimaneutral.

Tipp 5: Laptop statt PC

Wer sich einen neuen Computer anschaffen möchte, sollte zu einem mobilen Laptop greifen. Energieexperte Leukefeld sagt: „Im Vergleich zu einem Desktop-PC verbraucht ein Laptop in der Regel 91 kg CO2 weniger pro Jahr“. Schließlich benötigt ein Laptop mit vergleichbarer Leistung und Ausstattung wie ein Multimedia-PC nur 30 Watt im Normalbetrieb, ein Desktop-PC hingegen mindestens 200 Watt.

 LaptopDesktop-PC
Nutzungsdauer/Tag3 Std.3 Std.
Leistung30 Watt200 Watt
Stromkosten pro Jahr bei 29 ct / kWh9,53 Euro63,51 Euro
Jährl. C02-Ausstoß*16,06 kg107,09 kg

* Laut Schätzungen des Umweltbundesamts verursachte 2017 eine Kilowattstunde Strom 489 Gramm C02.

Tipp: 6 Elektronische Geräte ganz ausschalten

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Wer Fernsehgerät und Co. nach dem Gebrauch ausschaltet, spart viel Energie. Foto: iStock.com / yenwen

Bequemlichkeit versus Energiesparen: Wenn es um elektronische Geräte geht, siegt oftmals die Bequemlichkeit. Statt die Geräte komplett auszuschalten, werden sie meist im Stand-by-Modus belassen. Auf Stand-by ziehen Stereoanlage, Fernseher und Co. kontinuierlich Strom. So werfen die Deutschen laut Umweltbundesamt vier Milliarden Euro pro Jahr aus dem Fenster. Das macht im Haushalt rund 10 Prozent der Stromkosten aus.

Geräte, die keinen Schalter haben, beziehen ebenfalls kontinuierlich Strom, wenn sie am Netz angeschlossen sind. „Es lohnt sich, deren Energieverbrauch mit einem Stromverbrauch-Messgerät zu ermitteln“, weiß Timo Leukefeld. Diese Geräte gibt es für wenige Euro im Baumarkt oder Internet zu kaufen. „Die größten Stromfresser sollten Verbraucher an eine Steckdosenleiste mit Schalter anschließen. So kann man die Stromzufuhr bei Nichtgebrauch einfach unterbinden“, erklärt der Energieexperte.

So vermeiden Verbraucher unnötige Stromkosten:

  • Elektro- und Ladegeräte nach dem Gebrauch ausschalten beziehungsweise vom Netz nehmen.
  • Geräte, die keinen Schalter haben, an eine Steckdosenleiste mit Schalter anschließen
  • Beim Neukauf zu Elektrogeräten greifen, die sich vollständig vom Netz trennen lassen und einen niedrigen Stand-by-Verbrauch haben.
Achtung

Steckdosenleisten sind auf eine Leistung von rund 3.000 bis 3.500 Watt ausgelegt. Die angeschlossenen Geräte sollten dies nicht überschreiten, denn sonst können die Stromleitungen überhitzen und zu brennen beginnen.

Tipp 7: Haushaltsgeräte: Auf eine gute Effizienzklasse achten

Um zu gewährleisten, dass Verbraucher die Energieeffizienz eines Elektrogerätes sofort erkennen können, wurden in der Europäischen Union Energielabels eingeführt. Diese Etiketten ordnen Produkte in Energieeffizienzklassen ein und müssen deutlich sichtbar auf den Verpackungen der Geräte aufgeführt werden. Die darauf abgebildeten Effizienzklassen sind für jede Gerätegruppe einzeln festgelegt. Sie geben den Verbrauch eines Gerätes im Vergleich zu Referenzgeräten an. Daher lässt sich also nicht die Effizienz verschiedener Gerätetypen miteinander vergleichen.

Neues Label für Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Fernsehgeräte seit 1. März 2021. Grafik: EU
Für Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Fernsehgeräte gilt seit 1. März 2021 eine neue Skala, während Lampen ab dem 1. September 2021 neu skaliert werden. Weitere Produktgruppen mit EU-Energielabels werden in den kommenden Jahren folgen. Grafik: EU

Seit März 2021 gibt es für einige Geräte ein neues EU-Energielabel. Der Grund: In den letzten Jahren gab es schnelle Effizienzverbesserungen. In mehreren Produktgruppen befinden sich heute fast alle Geräte in den obersten Effizienzklassen. Effizienzunterschiede sind für Verbraucherinnen und Verbraucher daher kaum noch zu erkennen. Weitere Informationen gibt es  auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Wer sich ein neues Haushaltsgerät anschafft, sollte auf eine möglichst gute Effizienzklasse achten. Timo Leukefeld betont: „Je besser die Energieeffizienz ist, desto weniger Strom braucht das Gerät für den Betrieb. So sparen Verbraucher langfristig viel Energie und Geld ein."

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Tipp 8: Kühlschrank und Gefriertruhe regelmäßig abtauen

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Bildet sich eine Eisschicht im Kühlschrank, leidet die Energieeffizienz. Foto: iStock.com / Andrey_Popov

Besitzer eines älteren Kühlschranks oder einer älteren Gefriertruhe, sollten das Gerät circa zwei Mal im Jahr abtauen. „Diese Maßnahme ist immer dann nötig, wenn nicht nur ein Reifansatz, sondern eine Eisschicht an den Innenwänden des Kühl- oder Gefrierschranks vorhanden ist“, erklärt Energieexperte Leukefeld. Mit einer fünf Millimeter dicken Eisschicht erhöht sich der Stromverbrauch des Kühlschranks um circa 30 Prozent. Eis ist eine gute Dämmung, daher ist mehr Energie nötig, um die Lebensmittel zu kühlen.

So beugen Verbraucher der Bildung einer Eisschicht vor:

  • Nur verpackte Lebensmittel in den Kühlschrank stellen, sonst geben Sie viel Feuchtigkeit ab.
  • Kühl- und Gefriertruhe an einem möglichst kühlen Ort stellen, nicht neben den Backofen.
  • Kühl- bzw. Gefrierschranktür schnell schließen.
  • Beim Neukauf No-Frost-Geräte in Betracht ziehen
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Tipp 9: Stromanbietervergleich spart Kosten

Mit einem Anbietervergleich können Verbraucher ihre Stromkosten erheblich reduzieren. Im Internet lassen sich die Preise der Stromanbieter sehr leicht gegenüberstellen. Verbraucher geben in den einschlägigen Portalen ihre Postleitzahl und ihren durchschnittlichen Jahresverbrauch an. Dieser lässt sich aus den letzten Jahresabrechnungen berechnen. Schon werden ihnen unterschiedliche Anbieter bzw. Tarife – sortiert nach Preis – vorgeschlagen.

Das günstigste Angebot ist aber nicht immer das Beste. Es gilt, die Konditionen der Anbieter zu vergleichen. Dabei sollten Verbraucher darauf achten, dass die Anbieter auf automatische Vertragsverlängerungen und Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit verzichten und Verträge mit kurzen Laufzeiten und Kündigungsfristen anbieten.

Achtung

Besonders günstige Angebote haben oft einen Haken wie die Pflicht zur Kautions- oder Vorauskassenzahlung. Manchmal wirkt der Tarif aufgrund eines Neukundenbonus sehr günstig, ist aber nach einem Jahr deutlich teurer. Oder es werden Strompakete, also eine bestimmte Menge Strom für einen festgelegten Zeitraum, verkauft.

22.04.2021


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