Abzocke beim Umzug: Unseriöse Umzugsunternehmen entlarven

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Schwarze Schafe gibt es überall –auch in der Umzugsbranche. Folgende Tipps helfen dabei, sich vor der Abzocke beim Umzug durch betrügerische Speditionen zu schützen.

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Ein genauer Blick in den Kostenvoranschlag lohnt sich, um Abzocke beim Umzug zu vermeiden. Foto: Alliance/ fotolia.com

Das Angebot klingt mehr als verlockend: Vier professionelle Helfer packen für schlappe 160 Euro vier Stunden lang beim Umzug mit an. Das entspricht einem Stundenlohn von zehn Euro pro Mann – brutto. Am Ende steht dann aber ein Vielfaches auf der Rechnung, weil plötzlich unerwartete und vorher nicht vereinbarte Sonderleistungen den Preis in die Höhe treiben. Eine ärgerliche Abzocke beim Umzug. Um nicht in diese Falle zu tappen, sollte ein besonders günstiges Angebot im Vorfeld besonders gründlich überprüft werden.

Abzocke vermeiden – Tipps für Umzugswillige

Wer herausfinden will, ob ein Umzugsunternehmen seriös ist oder nicht, sollte insbesondere die folgenden Punkte genauer unter die Lupe nehmen.

Kostenvoranschlag genau überprüfen:

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Umzugsunternehmen stellen ihre Rechnung in der Regel entweder nach Aufwand und Stunden oder sie bieten einen Festpreis an. Laut Verbraucherzentrale sollten im schriftlichen Kostenvoranschlag immer alle vereinbarten Leistungen des Umzugsunternehmens enthalten sein – vom Aufstellen des Halteverbotsschilds vor dem Haus bis hin zu Packmaterial oder Montagekosten. Auch die Mehrwertsteuer sollte angegeben sein.

Tagesfestpreise – genau hinschauen:

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Manche Unternehmer bieten einen festen Preis für die gesamte Umzugsleistung an. Doch Vorsicht, bei Tagesfestpreisen handelt es sich häufig um Lockangebote: Gauner planen im Vorfeld viel zu wenig Arbeitszeit ein und stellen jede Stunde, die darüber hinausgeht, völlig überteuert in Rechnung. Umzugswillige sollten daher genau prüfen, welche Leistungen die Festpreise enthalten. Der Leistungsumfang des Festpreises muss vorher detailliert bestimmt und im Vertrag in allen Einzelheiten festgehalten werden

Überteuertes Equipment:

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Ein weiterer beliebter Trick bei der Abzocke beim Umzug: Die schwarzen Schafe rücken mit zusätzlichem Equipment, zum Beispiel einem Außenaufzug an, und berechnen völlig überhöhte Preise. Umzugswillige sollten sich daher im Vorfeld darüber informieren, wie teuer etwaiges Equipment in der Regel ist. Vor allem sollten sie darauf achten, dass diese Posten bereits im Vertrag aufgeführt sind.

Teure Sonderversicherungen:

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Teure, aber völlig unnötige Sonderversicherungen sind ebenfalls ein beliebtes Mittel, um den Gesamtpreis in die Höhe zu treiben. Billiganbieter verwenden oft Kleintransporter, um die gesetzliche Versicherungspflicht zu umgehen und ihren Kunden dann eine Transportversicherung zu Wucherpreisen anzudrehen. Normalerweise sind Umzugsunternehmen gesetzlich verpflichtet, das Umzugsgut und sich selbst zu versichern, wenn das Fahrzeug ein Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen aufwärts hat. Kommt es beim Umzug zu Schäden, haftet der Spediteur für von ihm verursachte Schäden bis höchstens 620 Euro pro Kubikmeter Transportgut. Liegt aber das Gesamtgewicht der Fahrzeuge darunter, sind die Speditionen von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit.

Keine Vorbesichtigung:

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Stutzig sollten Umzugswillige werden, wenn der Spediteur den eigentlichen Aufwand des Umzugs überhaupt nicht abfragt und gleich eine Pauschale anbietet. Seriöse Umzugsunternehmen eruieren im Vorfeld die Möbelmenge und die Größe der alten und neuen Wohnung, um den Arbeitsaufwand abschätzen und einen Kostenvoranschlag erstellen zu können.

Handzettel, Billigauktionen und Postfachadressen – oft ein Hinweis auf Abzocke beim Umzug

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Abzocker bieten ihre Dienste häufig auf Handzetteln im Briefkasten an oder schalten Anzeigen in kostenlosen Werbeblättern. Außerdem sind Billigpreisauktionen im Internet ein beliebter Tummelplatz für betrügerische Umzugshelfer. Oft findet sich bei den Annoncen lediglich eine Handynummer oder Postfachadresse zur Kontaktaufnahme. Für Reklamationen – zum Beispiel, wenn etwas zu Bruch gegangen ist – sind die Anbieter plötzlich nicht mehr zu erreichen.

Hinweis auf Seriosität bei Umzugsunternehmen

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Seriöse Umzugsunternehmen schätzen die Möbelmenge und den Arbeitsaufwand im Rahmen einer Wohnungsbesichtigung vor Vertragsabschluss realistisch ein oder fordern eine Liste aller Möbel und Kisten an. Diese Vorberatung sollte unverbindlich und kostenfrei erfolgen. Außerdem haben vertrauenswürdige Firmenmitarbeiter keine Probleme, die Erlaubnis zur Beförderung von Transportgütern vom Straßenverkehrsamt auf Nachfrage vorzuweisen. Viele Speditionen sind darüber hinaus Mitglied in entsprechenden Verbänden. Als seriös einzuschätzen sind insbesondere folgende Institutionen:

  • Bundesverband Möbelspedition (AMÖ)
  • Deutsche Möbelspedition (DMS)

Durch die Mitgliedschaft verpflichten sich die Speditionen zur Einhaltung eines Standards in der Qualität und hinsichtlich der Bedingungen zum Schutz des Kunden.


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