Auswandern nach Neuseeland: Wohnen und Arbeiten im Land der Kiwis

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Atemberaubende Natur, niedrige Arbeitslosigkeit und viele Möglichkeiten für Aktivitäten im Freien – Neuseeland hat einiges zu bieten. Der offenen Lebensart der Neuseeländer steht eine strenge Einwanderungs- und Arbeitspolitik gegenüber, die es für Auswanderer nicht einfach macht, ein Visum zu erhalten. Ist das erstmal geschafft, geht es daran, sich mit Gesetzen und Vorschriften der neuen Heimat vertraut zu machen. Dabei gibt es einige Besonderheiten zu beachten.

Auswandern nach Neuseeland, Ein Paar Flipflops mit dem Aufdruck der Flagge von Neuseeland liegt auf Holz, Foto: zerophoto/stock.adobe.com
Neuseeland gilt als besonders lebenswert und ist damit für viele Auswanderer ein Traumziel. Foto: zerophoto/stock.adobe.com

Neuseeland zieht seit jeher viel Auswanderer an. Diese schätzen vor allem die tolle Landschaft des Inselstaates und die vielen Outdoor-Aktivitäten. Bekannt geworden ist die atemberaubende Natur Neuseelands auch durch berühmte Filmproduktionen wie die „Herr der Ringe“- oder „Der Hobbit“-Trilogien.

Info

Zahlen und Fakten

Neuseeland, auch Land der „langen, weißen Wolke“, ist ein Inselstaat im südlichen Pazifik. Es besteht im Kern aus zwei großen Hauptinseln: Einer Nordinsel (North Island) und einer Südinsel (South Island). Hinzu kommen mehr als 700 kleinere Inseln, die meisten davon liegen nahe vor den beiden Hauptinseln und sind nur teilweise bewohnt.

  • Fläche: circa 269.000 Quadratkilometer. Damit ist Neuseeland etwas kleiner als Italien.
  • Einwohnerzahl: 4,9 Millionen Einwohner, wovon über drei Viertel auf der Nordinsel und dort hauptsächlich in den Stadtgebieten leben. Die Neuseeländer bezeichnen sich auch als Kiwis, nach einem in Neuseeland beheimateten Vogel.
  • Amtssprachen: Englisch, aber auch Maori, die Sprache der Ureinwohner, Maori, in Neuseeland.
  • Landeswährung: New Zealand Dollar (NZ$)
  • Klima: Subtropisch bis gemäßigt. Der nördliche Teil der Nordinsel liegt in den Subtropen. Dort gibt es sehr milde Winter und relativ warme Sommer. Im südlichen Teil der Nordinsel sowie auf der gesamten Südinsel herrscht gemäßigtes Klima, wobei es Richtung Süden immer kühler wird. Mit extremer Hitze oder extremer Kälte ist in Neuseeland nicht zu rechnen.
  • Gesellschaft: Neuseeland ist eine Schmelztiegelnation, zu der Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln gehören. Über 70 Prozent der Einwohner stammen ursprünglich aus Europa. Rund 14 Prozent machen die indigenen Maori aus und circa zehn Prozent der Menschen haben asiatische Wurzeln.
  • Geschichte: Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Neuseeland von den Briten kolonialisiert und ist deshalb auch heute noch stark von britischen Einflüssen auf Kultur und Rechtssystem geprägt. Seit dem Jahr 2000 ist der Inselstaat in fast jeder Hinsicht unabhängig, obwohl die britische Königin Elisabeth II offiziell immer noch Staatsoberhaupt von Neuseeland ist.

Daneben gibt es aber auch größere Metropolen, wie Auckland, Wellington oder Christchurch, wo Neuseelands Wirtschaftsleben pulsiert. Wer berufliche Qualifikationen hat, die in Neuseeland dringend gesucht werden, hat gute Chancen, als qualifizierter Einwanderer oder über ein Arbeitsvisum dauerhaft in Neuseeland bleiben zu können.

Link-Tipp

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Aufenthaltsgenehmigung & Arbeitserlaubnis

Auswandern nach Neuseeland, Frau sitzt vor ihrem Laptop, auf dem Tisch liegen Reisepässe, Foto: bignai/stock.adobe.com
Wer dauerhaft nach Neuseeland einwandern will, sollte sich im Vorhinein über die verschieden Visa-Möglichkeiten gut informieren. Foto: bignai/stock.adobe.com

Wer nach Neuseeland auswandern möchte, braucht ein Visum, das einen dauerhaften Aufenthalt erlaubt. Nur mit diesem ist es Auswanderern möglich, zeitlich unbegrenzt in Neuseeland zu leben und zu arbeiten. Der Weg dorthin hält allerdings hohe Hürden bereit.

Verschiedene Wege führen zu einem dauerhaften Aufenthaltsvisum. Dabei kommen für gut qualifizierte Arbeitnehmer vor allem drei Visa-Kategorien infrage: das Skilled Migrant Category Resident Visa, das Essential Skills Work Visa und das Long Term Skill Shortage List Work Visa.

Ein Visum für Neuseeland gibt es aber auch dann, wenn Einwanderer hohe Summen in dem Land investieren. Besteht eine Verwandtschaft oder eine dauerhafte Liebesbeziehung zu einem neuseeländischen Staatsbürger, gibt es zudem die Chance auf ein Verwandtschaftsvisum.

Das Skilled Migrant Category Resident Visa: der direkte Weg zum dauerhaften Aufenthalt

Der direkte Weg zu einem dauerhaften Aufenthalt führt über das Skilled Migrant Visa. Um sich für dieses Visum bewerben zu können, müssen Auswanderungswillige eine ausreichend hohe Punktzahl nach einem komplizierten Punktesystem erreichen. Punkte erhält vor allem, wer gut qualifiziert ist. Aber auch Faktoren wie das Alter, die Arbeitserfahrung und Englischkenntnisse spielen eine Rolle. Auswanderer haben bessere Chancen, wenn sie in einer Branche beschäftigt sind, in der in Neuseeland ein Mangel an qualifizierten Kräften besteht. Das gilt für allem für die Baubranche.

Wer mindestens 160 Punkte erreicht, erhält eine Einladung, sich für das dauerhafte Visum zu bewerben (Invitation to Apply, ITA). Bewerber haben anschließend sechs Monate Zeit, ihre Bewerbung für einen dauerhaften Aufenthalt (resident application) einzureichen. Ist die Bewerbung erfolgreich, wird ihnen ein Visum ausgestellt.

Wer das Skilled Migrant Visum hat, kann allerdings nur zwei Jahre lang unbegrenzt nach Neuseeland ein- und ausreisen. Nach Ablauf dieser Zeit ist dies nicht mehr möglich. Wer danach noch beliebig oft nach Neuseeland aus- und wieder einreisen will, muss entweder neue Reisebedingungen (travel conditions) oder aber ein Permanent Resident Visa beantragen.

Um weiterhin ein- und ausreisen zu können, muss ein Permanent Resident Visa beantragt werden. Um dieses Visum zu bekommen, muss der Antragsteller beispielsweise in zwei Jahren mindestens neun Monate einer Vollzeit-Beschäftigung nachgegangen sein oder ein Unternehmen in Neuseeland gegründet haben. Mit diesen Verbindlichkeiten weisen Auswanderungswillige nach, dass sie auch wirklich dauerhaft in Neuseeland leben wollen. War der Antrag erfolgreich, ist der Einwanderer einem neuseeländischen Staatsbürger nahezu gleichgestellt und hat beispielsweise Wahlrecht sowie Anspruch auf die neuseeländische Grundrente.

Achtung

Für viele Visa-Typen sind sehr gute Englischkenntnisse erforderlich, die bei der Antragsstellung nachgewiesen werden müssen. Außerdem dürfen Einwanderer keine schweren Straftaten begangen haben, für die sie fünf Jahre oder länger inhaftiert gewesen sind. Auch wenn die neuseeländischen Behörden den Eindruck haben, dass Antragssteller beispielsweise ein Sicherheitsrisiko darstellen, kann der Visa-Antrag aus diesem Grund verweigert werden.

Achtung

Wer sich außerhalb von Neuseeland aufhält, während die Ein- und Ausreisebedingungen auslaufen, dessen Visum verliert seine Gültigkeit.

Work to Residence Category: Vom Arbeitsvisum zum dauerhaften Aufenthalt

Sollte es mit dem Permanent Resident Visa vorerst noch nicht klappen, bietet sich für Auswanderungswillige die Möglichkeit, zunächst ein zeitlich begrenztes Arbeitsvisum zu beantragen. Über die Visa-Kategorie Residence from Work, können sie zunächst nur für einen begrenzten Zeitraum in Neuseeland leben und arbeiten, haben aber die Option, das Visum zu einem späteren Zeitpunkt in ein Visum mit dauerhaftem Aufenthalt aufzuwerten.

Grundvoraussetzung für ein Visum auf diesem Weg ist ein Job-Angebot in Neuseeland, das bestimmten Anforderungen entsprechen muss. Zwei Visa-Kategorien kommen dafür infrage:

Talent Accredited Employer Work Visa: Um dieses Visum zu erhalten, muss der Visa-Bewerber unter anderem ein Talent (Accredited Employer) Work Visa für mindestens 24 Monate vorlegen können und in dieser Zeit Vollzeit bei einem akkreditierten Unternehmen beschäftigt sein. Angaben darüber, welche Arbeitgeber akkreditiert sind, finden sich auf der Internetseite der neuseeländischen Einwanderungsbehörde.

Long Term Skill Shortage List Work Visa: Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass Auswanderungswillige ein Jobangebot für eine Vollzeit-Tätigkeit vorlegen können, für die kein Neuseeländer zur Verfügung steht. Außerdem muss für diese Tätigkeit in Neuseeland ein dauerhafter Bedarf bestehen. Alle Tätigkeiten, auf die das zutrifft, listet der neuseeländische Staat auf der Long Term Skill Shortage List. Die Liste wird laufend aktualisiert. Im Moment (Stand März 2019) besteht beispielsweise ein Bedarf an klinischen Psychologen, Tierärzten oder Elektrotechnikern für Automobile.

Beide Visa-Varianten erlauben es Arbeitnehmern, innerhalb von drei Monaten nach Erhalt der Papiere nach Neuseeland einzureisen. Allerdings dürfen sie dort nur für den Arbeitgeber diejenige Tätigkeit ausüben, die Grundlagen für die Visa-Vergabe waren.

Insgesamt gelten beide Visa jeweils für 30 Monate. In beiden Fällen besteht jedoch die Möglichkeit, das Visum nach zwei Jahren in ein Resident Visa für einen dauerhaften Aufenthalt umzuwandeln. Damit können Auswanderer dann für jeden Arbeitgeber arbeiten und jede Tätigkeit ausüben.

Um das Visa umwandeln zu lassen, müssen Auswanderer bei der Einwanderungsbehörde einen Antrag stellen, eine Gebühr bezahlen und natürlich die entsprechenden Visa-Voraussetzungen immer noch besitzen.

Anhand dieser Tabelle können Auswanderungswilllige die drei verschiedenen Visa-Typen vergleichen:

 Resident Visa CategoryWork to Residence Category
 Skilled Migrant Category Resident VisaLong Term Skill Shortage List Work VisaTalent (Accredited Employer) Work Visa
Das Visum berechtigt zu…Dauerhafter Aufenthalt; freie Wahl des Arbeitgebers und des Wohnortes Zeitlich begrenzt für 30 Monate in Neuseeland leben und arbeitenZeitlich begrenzt für 30 Monate in Neuseeland leben und arbeiten
FamilieFamilie inbegriffen (inkl. Kinder bis 24 Jahre)Familie und Kinder nicht miteinbezogen (sie können Visa auf Grundlage ihrer Beziehung zum Antragssteller beantragen)Familie und Kinder nicht miteinbezogen (sie können Visa auf Grundlage ihrer Beziehung zum Antragssteller beantragen)
Voraussetzungen 
  • Antragsteller darf nicht über 55 Jahre alt sein
  • Sehr gute Englischkenntnisse
  • Mindestens 160 Punkte nach Punktesystem der Einwanderungsbehörde
  • Jobangebot in einem Bereich, in dem in Neuseeland Arbeitskräftebedarf besteht (skills shortage), erhöht die Chancen
 
 
  • Antragsteller darf nicht über 55 Jahre alt sein
  • Angebot für Vollzeitstelle für mindestens 24 Monate
  • Beschäftigung muss auf der Long Term Skill Shortage List vermerkt sein
  • Antragssteller muss die notwendige Arbeitserfahrung und Qualifikation für die Tätigkeit besitzen
 
 
  • Antragsteller darf nicht über 55 Jahre alt sein
  • Jobangebot in Neuseeland von einem akkreditierten Arbeitgeber
  • Dauerhafte Arbeit (ongoing work) für mindestens 24 Monate
  • Mindestgehalt: 55.000 NZD pro Jahr
 
PerspektivePermanent Resident Visa: ermöglicht uneingeschränkte Ein- und Ausreisefreiheit. Visa-Inhaber sind neuseeländischen Staatsbürgern weitestgehend gleichgestellt und haben zum Beispiel Wahlrecht.Long Term Skill Shortage List Resident Visa: 
Kann nach zwei Jahren beantragt werden und ermöglicht dauerhaften Aufenthalt Alternative: Visa-Verlängerung
Talent (Accredited Employer) Resident Visa:
Kann nach zwei Jahren beantragt werden und ermöglicht dauerhaften Aufenthalt Alternative: Visa-Verlängerung

Weitere Visa-Optionen für Arbeitnehmer: Essential Skills Work Visa und Talent (Arts, Culture, Sports) Resident Visa

Eine weitere Option bietet das Essential Skills Work Visa. Um dieses zu erhalten, müssen Auswanderer ein Angebot für einen Vollzeitjob in Neuseeland nachweisen, für den kein Neuseeländer zur Verfügung steht.  Bei diesem Visum ist eine Umwandlung in ein Visum mit dauerhaftem Aufenthalt nicht möglich. Es gilt zunächst für fünf Jahre, kann danach aber immer wieder verlängert werden. Deutsche Arbeitnehmer können dann nur für den Arbeitgeber arbeiten, dessen Jobangebot Basis für das Visum war.

Mit einem Talent (Arts, Culture, Sports) Resident Visa ist unter Umständen ein dauerhafter Aufenthalt möglich. Dieses können Menschen beantragen, die aktiv sportlich oder künstlerisch tätig sind beziehungsweise sich im kulturellen Bereich engagieren und bereits zwei Jahre in Neuseeland gelebt haben. Zudem benötigen sie einen Sponsor sowie die Unterstützung eines neuseeländischen Unternehmens, das im jeweiligen Bereich tätig ist. Details zu diesen Optionen finden Auswanderer auf der Internetseite der neuseeländischen Einwanderungsbehörde.

Gründen oder investieren: Entrepreneur Work Visa oder Investor Resident Visa

Wer in Neuseeland selbstständig tätig werden möchte, hat die Möglichkeit, ein Entrepreneur Work Visa zu beantragen. Voraussetzungen dafür sind ein detaillierter Businessplan, eine Investitionssumme von mindestens 100.000 NZD und mindestens 120 Punkte nach einem Punktesystem (Entrepreneur Work Visa points scale). Wurde das Visum bestätigt, hat der Firmengründer zwölf Monate Zeit, sein Unternehmen aufzubauen. Kann er nach dieser Zeit nachweisen, dass er damit erfolgreich war, kann er weitere zwei Jahre bleiben.

Nach frühestens sechs Monaten gibt es unter gewissen Voraussetzungen zudem die Möglichkeit, ein Visum für einen dauerhaften Aufenthalt (Entrepreneur Resident Visa) zu erhalten.

Wer das nötige Kleingeld hat, kann auch in Neuseeland investieren. Je nach Visa-Option müssen finanzstarke Auswanderer zwischen drei Millionen NZD (Investor 2 Resident Visa) und zehn Millionen NZD (Investor 1 Resident Visa) über eine Periode von vier beziehungsweise drei Jahre investieren.

Einwandern als Rentner: Temporary Retirement Visitor Visa

Auswandern nach Neuseeland, Zwei Holzstühle stehen am Strand von Neuseeland, Foto: Aaron Burden/unsplash.com
Um den Lebensabend entspannt in Neuseeland verbringen zu können, bedarf es einer hohen Investition ins Land. Foto: Aaron Burden/unsplash.com

Um für die meisten Visa überhaupt infrage zu kommen, dürfen Antragssteller nicht älter als 55 Jahre alt sein und müssen im Berufsleben stehen. Wer älter ist und beispielsweise seinen Lebensabend als Rentner in Neuseeland verbringen möchte, hat daher nur die Möglichkeit, in Neuseeland zu investieren und so eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten.

Rentner ab 66 Jahren müssen mindestens eine Investition von 750.000 NZD leisten, um ein Temporary Retirement Visitor Visa zu erhalten. Mit diesem können sie bis zu zwei Jahre in Neuseeland bleiben. Um das Visum zu erhalten, müssen sie außerdem weitere 500.000 NZD zum Bestreiten des Lebensunterhalts bereithalten und ein jährliches Einkommen von 60.000 NZD nachweisen.

Nach Ablauf der zwei Jahre kann das Visum immer wieder verlängert werden, sofern die Visa-Bedingungen erfüllt sind.

Familienzusammenführung

Dauerhaft in Neuseeland leben können auch Partner von neuseeländischen Staatsbürgern oder Residents (dort dauerhaft lebenden Einwohnern). Voraussetzung ist, dass die Antragssteller mit ihrem neuseeländischen Partner bereits für mindestens zwölf Monate in einer dauerhaften, exklusiven und stabilen Beziehung leben. Bei Paaren, die bereits über fünf Jahre außerhalb von Neuseeland zusammengelebt haben, gibt es die Möglichkeit, dass der nicht-neuseeländische Partner direkt einen dauerhaften Aufenthaltstitel erhält.

Info

Auf der Internetseite der neuseeländischen Einwanderungsbehörde können sich Auswanderungswillige durch die verschiedenen Visa-Optionen klicken und erhalten ausführliche Informationen über die einzelnen Visa-Typen.

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Der Arbeitsmarkt in Neuseeland

Für viele Visa-Optionen müssen Auswanderungswillige ein Jobangebot von einem neuseeländischen Arbeitgeber vorlegen. Wer ein Jobangebot für eine gefragte Tätigkeit in einer der Schlüsselbranchen erhält, hat gute Chancen, dass der Visa-Antrag zum Erfolg führt. Dafür müssen Jobsuchende Bewerbungen schreiben. Diese unterscheiden sich inhaltlich und optisch etwas von deutschen Bewerbungen en. Und das ist nicht der einzige Unterschied zwischen dem Arbeitsleben in Deutschland und in Neuseeland.

Gefragte Jobs in Schlüsselbranchen

Auswandern nach Neuseeland, Im Vordergrund: Ein Haus in Auckland, Neuseeland. Im Hintergrund: viele Baukräne, Foto: iStock/chameleonseye
Die Baubranche in Neuseeland boomt. Daher haben qualifizierte Kräfte gute Aussichten auf ein Visum. Foto: iStock/chameleonseye

Die neuseeländische Einwanderungspolitik orientiert sich sehr stark an den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Landes. Ein Jobangebot für eine Tätigkeit, für die in Neuseeland Bedarf besteht, ist für viele Visa-Typen daher essenziell. Gut qualifizierte Arbeitskräfte werden vor allem in der Bau- und IT-Branche, aber auch in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft oder im Gesundheitswesen gesucht. Ingenieure haben ebenfalls grundsätzlich sehr gute Perspektiven auf einen Job.

Jobsuchende sollten darauf achten, dass ihre Qualifikation mit den Anforderungen einer Stelle in Neuseeland vergleichbar ist. Ist ihre Qualifikation noch nicht in Neuseeland anerkannt worden, können Auswanderer sie bei der Nationalen Qualifizierungsbehörde (New Zealand Qualifications Authority, NZQA) von Neuseeland bewerten lassen.

Das muss bei einer Jobbewerbung beachtet werden

Wer einen Job sucht, sollte sich wie in Deutschland auch auf Job-Webseiten umsehen. Es gibt auch spezielle Rekrutierungsprogramm für Einwanderer, die Kontakte zwischen qualifizierten ausländischen Arbeitskräften und Arbeitgebern in Neuseeland herstellen. Eines dieser Programme nennt sich New Kiwis. Jobsuchende können sich in dem Portal registrieren, ihren Lebenslauf hochladen und nach einem passenden Jobangeboten suchen.

Die Bewerbung für einen neuseeländischen Arbeitgeber unterscheidet sich nicht allzu sehr von einer Bewerbung für ein Unternehmen in Deutschland. Bestimmte Angaben zur Person gehören in Neuseeland aber nicht in die Bewerbung. Das sind: Angaben zum Alter (beziehungsweise das Geburtsdatum), zum Familienstand und zur Religionszugehörigkeit. Der Bewerbung wird auch kein Portraitfoto beigefügt.

Da Personalchefs in Neuseeland viele deutsche Firmen, bei denen Auswanderer gearbeitet haben, nicht kennen werden, ist es außerdem sinnvoll, im Lebenslauf eine kurze Beschreibung des jeweiligen Unternehmens abzugeben. Dabei können Bewerber beispielsweise die Mitarbeiterzahl und den Arbeitsort nennen oder einen Link zur Firmenwebsite anfügen.

Arbeitskultur: flache Hierarchien, weniger Absicherung

In Neuseeland wird eine offene Arbeitsatmosphäre mit in der Regel eher flachen Hierarchien gepflegt. Das lässt sich auch daran erkennen, dass Kollegen, ebenso wie Vorgesetze und auch Kunden in Neuseeland für gewöhnlich mit dem Vornamen angesprochen werden. Auch einen Job zu finden ist in den meisten Fällen leichter als in Deutschland, da der Arbeitsmarkt durchlässiger ist.

Die Kehrseite dieser Durchlässigkeit ist, dass Arbeitnehmerrechte weniger umfangreich sind, verglichen mit Deutschland. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass es keine gesetzlich geregelten Kündigungsfristen gibt. Der Arbeitgeber kann somit von einem auf den anderen Tag kündigen. Häufig werden jedoch Kündigungsfristen von einer bis vier Wochen vertraglich vereinbart.

Eine Arbeitslosenversicherung gibt es in Neuseeland ebenfalls nicht. Für den Fall, dass sie arbeitslos werden, sollten Auswanderer daher vorsorglich einige Rücklagen bilden.

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Den Umzug nach Neuseeland organisieren

Auswandern nach Neuseeland, Container, Foto: nespix/stock.adobe.com
Bei einem Umzug nach Neuseeland muss das persönliche Hab und Gut in der Regel mit einem Container befördert werden. Foto: nespix/stock.adobe.com

War der Visumsantrag erfolgreich, stehen viele organisatorische Aufgaben an. Wer seinen Wohnsitz dauerhaft nach Neuseeland verlegt, sollte nicht vergessen, sich beim Einwohnermeldeamt abzumelden. Vor allem aber gilt es, das Mobiliar nach Neuseeland zu verfrachten. Das kann allerdings ganz schön teuer werden.

In Deutschland abmelden

Wer seinen Wohnsitz dauerhaft nach Neuseeland verlegt, muss sich beim Einwohnermeldeamt abmelden. Die Abmeldung ist frühestens eine Woche vor Auszug möglich und sollte spätestens zwei Wochen nach dem Auszug aus der Wohnung in Deutschland erfolgen (Bundesmeldegesetz, BMG, § 17 Abs. 2). Auswanderer sollten sich unbedingt eine Abmeldebescheinigung geben lassen. Diese brauchen sie unter anderem zur Vorlage bei den deutschen Auslandsvertretungen in Neuseeland. Die Mitarbeiter können so beispielsweise den Wohnort im Reisepass ändern. Deutsche Auslandsvertretungen befinden sich in Wellington, Auckland und Christchurch. 

Achtung

Viele Gemeinden und Kreisverwaltungen in Deutschland stellen Abmeldebescheinigungen nicht automatisch, sondern nur auf besonderen Antrag aus. Auswanderer sollten sich also frühzeitig über die Handhabung in ihrer Gemeinde informieren.

Umzug von Möbeln und Hausrat

Auswanderer beauftragen am besten eine Spedition oder ein Umzugsunternehmen mit dem Transport ihrer Möbel. Die Verschiffung ihres Hab und Guts kann allerdings teuer werden. Deshalb sollten sie sich gut überlegen, ob sie nicht auf das eine oder andere Möbelstück verzichten können. Unter Umständen kommt Auswanderern die Verschiffung von Möbelstücken teurer als eine Neuanschaffung in Neuseeland.

Umzugskartonrechner

Vor allem der Transport des eigenen Autos will gut überlegt sein. Zu den hohen Transportkosten inklusive Zollgebühren kommen noch die Kosten für eine Nachrüstungen des Wagens auf Linksverkehr hinzu. Je nachdem, wo die neue Bleibe ist, lohnt es sich für Auswanderer womöglich, erstmal auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Regelungen für die Einfuhr von Haustieren

Wer seinen Hund oder Katze mit nach Neuseeland mitnehmen möchte, muss sich im Vorfeld um eine Einfuhrerlaubnis (permit to import) kümmern. Vor allem in Bezug auf Hunde gibt es sehr strenge Auflagen. So dürfen beispielsweise manche Hunderassen überhaupt nicht eingeführt werden. Dazu gehören der amerikanische Pitbull-Terrier oder der japanische Tosa. Detaillierte Informationen finden Hundebesitzer auf der Seite der neuseeländischen Regierung. Außerdem müssen Hunde und Katzen gegen bestimmte Krankheiten geimpft sein, beispielsweise gegen Tollwut.

Trotz Einfuhrerlaubnis müssen die Tiere nach der Ankunft für mindestens zehn Tage in Quarantäne. Dort werden sie untersucht und auf bestimmte Krankheiten getestet. Für den Import von Hunden und Katzen können Gebühren von mehreren hundert Neuseeland-Dollar anfallen.

Bei anderen Haustieren gelten unterschiedliche Regelungen. Zierfische und Pferde können deutsche Auswanderer mitnehmen, Vögel, Hasen, Mäuse oder Ratten müssen aber beispielsweise in Deutschland zurückbleiben
Wer es sich leichter machen will, kann sich auch eine professionellen Haustierexporteur (pet exporter) zu Hilfe nehmen. Diese helfen Haustierbesitzern nicht nur, ihre geliebten Vierbeiner sicher zu überführen, sondern kümmern sich beispielsweise auch um die Einfuhrerlaubnis, notwendige Tests und Transportkisten.

Info

Einwanderer brauchen keine bestimmten Impfungen für Neuseeland. Das Auswärtige Amt empfiehlt jedoch, die Standardimpfungen anlässlich einer Reise gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen.

Strenge Zollvorschriften bei Lebensmitteln und Pflanzen

Die Einfuhrbestimmung nach Neuseeland für Lebensmittel und andere pflanzliche und tierische Produkte sind äußerst streng, denn sie könnten eine Gefahr für die heimische Flora und Fauna bedeuten. Deshalb sind Einreisende dazu verpflichtet, alle Lebensmittel, Pflanzen, Saaten, Tiere und Tierprodukte zu deklarieren. Auch Gegenstände wie Wanderschuhe, denen Reste von Erdreich, Saaten oder Wasser anhaften könnten, müssen angegeben werden.

Verstöße gegen die Einfuhrbestimmungen werden mit hohen Geldstrafen von mindestens 400 NZD streng geahndet. Selbst der als Reiseproviant mitgeführte Apfel kann eine erhebliche Geldstrafe nach sich ziehen, wenn er versehentlich nicht deklariert wurde. Schwere Fälle werden sogar mit Haftstrafen oder Ausweisung geahndet.
 

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Erste Schritte in Neuseeland: Bankkonto, Steuernummer, Führerschein

Auswandern nach Neuseeland, Straße mit Straßenschild: Warnung vor Kiwis, Foto: Lastmoses/stock.adobe.com
In Neuseeland herrscht Linksverkehr. Doch nicht nur auf eine Änderung der Fahrtrichtung sollten sich Auswanderer einstellen. Foto: Lastmoses/stock.adobe.com

In Neuseeland angekommen, sollten Auswanderer sich zeitnah um bestimmte organisatorische Aufgaben kümmern. Die Einrichtung eines Bankkontos bei einer neuseeländischen Bank kann auch schon von Deutschland aus erledigt werden. Wer nicht den höchsten Steuersatz in Neuseeland zahlen will, braucht auch unbedingt eine Steuernummer. Auswanderer sollten außerdem über das neuseeländische Versicherungssystem Bescheid wissen, um sich gegebenenfalls zusatzversichern zu können.

Bankkonto einrichten

Auswanderer können bereits ein Jahr bevor sie nach Neuseeland einreisen, ein Bankkonto eröffnen. Das hat den großen Vorteil, dass sie bereits Geld dorthin überweisen können, das ihnen dann sofort bei Ankunft zur Verfügung steht. Außerdem können sie ihrem zukünftigen Arbeitgeber die Kontonummer frühzeitig mitteilen und so sicherstellen, dass das erste Gehalt auf jeden Fall rechtzeitig eintrifft.

Die meisten Banken verlangen lediglich, dass Auswanderer ihr neuseeländisches Bankkonto nach ihrer Ankunft aktivieren. Dafür müssen sie in der Regel ihre Identität vor Ort nachweisen und eine dauerhafte Adresse nennen. Wer bei Ankunft noch keinen festen Wohnsitz hat, kann sich mit seiner Bank besprechen und andere Möglichkeiten ausloten.

Die fünf großen neuseeländischen Banken BNZ Bank, Kiwibank, ANZ Bank, Westpac Bank und ASB Bank stellen auf ihren Webseiten Anleitungen bereit, wie Migranten vom Ausland aus ein Bankkonto bei ihnen einrichten können.

Steuernummer beantragen

Steuern werden auch in Neuseeland erhoben. Für Auswanderer ist vor allem die Einkommenssteuer relevant, die jeder zahlen muss, der in Neuseeland einem Job nachgeht und dafür ein Gehalt bekommt. Auswanderer, die in Neuseeland arbeiten, sollten deshalb gleich nach Ankunft eine Steuernummer (IRD number) beantragen.

Denn: Wer in Neuseeland keine Steuernummer hat, wird mit dem höchsten Steuersatz von 45 Prozent besteuert. Dieser Steuersatz fällt normalerweise nur für Einkommen ab 70.000 NZD im Jahr an. Der niedrigste Steuersatz für persönliches Einkommen beträgt 10,5 Prozent für Einkommen bis zu 14.000 NZD.

Die Steuernummer benötigen Auswanderer aber auch dann, wenn sie beispielsweise Eigentum in Neuseeland kaufen, verkaufen oder übertragen wollen. Auch um verschiedene Geldleistungen zum Beispiel für Kinder (Working for Families Tax Credits) beim neuseeländischen Staat zu beantragen, brauchen Auswanderer eine Steuernummer.

Auswanderer können die Steuernummer online beim Finanzamt beantragen. Sie benötigen dafür ihren Reisepass und die Immigration New Zealand Application number. Diese müsste in der Bestätigungsmail für das Visa oder im Visa-Schreiben zu finden sein.

Versicherungen in Neuseeland

Um einige wichtige Versicherungen sollten sich Auswanderer bereits vorab Gedanken machen. Dazu zählt in erster Linie eine Krankenversicherung. In Neuseeland gibt es ein öffentliches Gesundheitssystem. Das bedeutet: Die meisten Leistungen sind frei oder kosten nur wenig. Allerdings ist der Leistungskatalog nicht mit dem der deutschen gesetzlichen Krankversicherung vergleichbar. Wer eine umfangreichere Absicherung wünscht, kann sich privat zusatzversichern.

Auswanderer sollten jedoch vorher prüfen, ob sie mit ihrem Visum freien Zugang zum neuseeländischen Gesundheitssystem haben. Bei dauerhaft Aufenthaltsberechtigten ist das grundsätzlich der Fall. Anders sieht es bei jenen aus, die sich mit einem Arbeitsvisum in Neuseeland aufhalten. Je nach Visumsart können für sie Kosten für Gesundheitsleistungen anfallen. In diesem Fall sollten sie eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

In Neuseeland zahlt niemand Rentenbeiträge, dennoch gibt es eine staatliche Grundrente (Superannuation) für Personen, die älter als 65 Jahre alt sind. Die ist allerdings nicht besonders hoch und hängt vom Familienstand und der Steuerkategorie des Rentners ab.

Auswanderer bekommen die Grundrente, wenn sie den Permanent Resident Status haben, zum Renteneintritt in Neuseeland leben und bereits für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren in Neuseeland gelebt haben. Mindestens fünf Jahre davon muss der Antragssteller älter als 50 Jahre gewesen sein. (New Zealand Superannuation and Retirement Income Act 2001, Section 8).

Deutsche, die Altersrente aus Deutschland beziehen und zusätzlich Superannuation beantragen wollen, müssen sich darauf einstellen, dass die deutsche Rente mit dieser verrechnet wird.

Einen neuseeländischen Führerschein beantragen

Wer in Neuseeland Autofahren möchte, kann dies zwar innerhalb der ersten zwölf Monate mit seinem europäischen Führerschein tun, muss aber gleichzeitig auch eine korrekte englische Übersetzung davon mitführen. Nach den zwölf Monaten müssen Auswanderer aber einen neuseeländischen Führerschein beantragen. Das können sie bei einem sogenannten driver licensing agent der neuseeländischen Verkehrsbehörde tun. Die Behörde stellt online die Adresse der einzelnen Standorte zur Verfügung, bei denen Auswanderer ihren Antrag stellen können.

Um einen neuseeländischen Führerschein zu beantragen, müssen Auswanderer einen Antrag ausfüllen, der online heruntergeladen werden kann. Außerdem müssen sie Kopien ihres Führerscheins mit Übersetzung, ihren Reisepass sowie ein medizinisches Zertifikat vorlegen, welches beweist, dass keine gesundheitlichen Einschränkungen beim Fahren bestehen. Außerdem werden Gebühren erhoben, die sich nach dem Führerscheintyp richten. Die Verkehrsbehörde (Transport Agency) entscheidet dann meist innerhalb von 21 Tagen über den Antrag.

Achtung

In Neuseeland gilt Linksverkehr! Das kann auch für erfahrene Autofahrer eine echte Herausforderung sein. Deutsche Autofahrer sollten deshalb zu Anfang sehr vorsichtig fahren, bis sie sich an die veränderten Verkehrsbedingungen gewohnt haben. Für Fahrer unter 20 Jahren gilt in Neuseeland außerdem eine Null-Promille-Grenze.

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Mieten in Neuseeland: Das sind die Unterschiede

Auswandern nach Neuseeland, Frau sucht nach Wohnungsangeboten, Foto: contrastwerkstatt/stock.adobe.com
Auch in Neuseeland werden viele Wohnungen über Onlineportale vermittelt. Allerdings unterscheiden sich die Anzeigen in manchen Kriterien deutlich von den deutschen Exposés. Foto: contrastwerkstatt/stock.adobe.com

In Neuseeland dürfen nur Inhaber eines Resident Visa oder neuseeländische Staatsbürger eine Immobilie kaufen, weshalb anfangs viele Auswanderer erstmal zur Miete wohnen. Das hat aber auch Vorteile: Zum einen können sie auf diese Weise herausfinden, ob sie lieber im Stadtzentrum oder in ländlich geprägten Randregionen leben wollen. Zum anderen können sie so feststellen, welche Stadtteile ihnen zusagen und auf welchen neuseeländischen Komfortstandard sie Wert legen.

Was das Mieten von Immobilien angeht, gibt es zwischen Deutschland und Neuseeland viele Ähnlichkeiten, aber auch ein paar wichtige Unterschiede, die Auswanderer kennen sollten.

Wohnungsanzeigen

Wer eine Wohnung sucht, kann entweder einen Makler kontaktieren oder auf Onlineportalen auf die Suche nach einem geeigneten Objekt gehen. Spätestens dann sind Auswanderer mit einigen Unterschieden konfrontiert:

  • In Neuseeland wird die Miete als wöchentlicher Preis und nicht wie in Deutschland als Monatspreis angegeben. Der Vermieter darf die Miete ein oder zwei Wochen im Voraus verlangen. Zahlt der Mieter also am 1. Februar die Miete für zwei Wochen, muss er erst am 15. Februar das nächste Mal Miete bezahlen.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, Immobilien komplett oder teilweise möbliert zu mieten. Eine Einbauküche ist in der Regel immer im Preis inbegriffen.
  • In Wohnungsanzeigen wird die Anzahl der Schlafzimmer und Badezimmer angegeben. Wohnzimmer und Küche sind also bereits immer eingerechnet. In einem „2-Bedroom-1-Bathroom-Apartment“ befinden sich daher neben zwei Schlafzimmern und einem Badezimmer auch ein Wohnzimmer sowie eine Küche.
  • Mehrere Stockwerke hohe Gebäudekomplexe mit vielen Wohneinheiten findet man in Neuseeland weniger. Es gibt sie allenfalls in den Innenstädten der großen Metropolen wie Auckland. Viel häufiger anzutreffen sind kleine Häuser aus Holz.
Link-Tipp

Bevor Auswanderer auf die Suche nach einer passenden neuen Bleibe gehen, können sie sich auf der Internetseite des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung über die mittleren wöchentlichen Mietpreise (Medianwerte) in ihrem zukünftigen Heimatort schlau machen.

Mietverträge in Neuseeland

Das neuseeländische Mietrecht unterscheidet sich in den meisten Punkte nicht von dem, was Auswanderer aus Deutschland gewohnt sind. Es ist im Residential Tenancies Act 1986 festgelegt.

Grundsätzlich müssen alle Mietverträge in Neuseeland in schriftlicher Form geschlossen werden. In den Mietvertrag gehören die gleichen Punkte wie in deutsche Mietverträge zum Beispiel:

  • Namen und Kontaktdaten von Mieter und Vermieter,
  • der Tag, an dem das Mietverhältnis startet und gegebenenfalls endet,
  • die Miethöhe und der Zahlungsrhythmus
  • sowie die Kautionshöhe, die vier Wochenmieten nicht übersteigen darf.

Der Vermieter kann auch bestimmte Dinge untersagen, beispielsweise das Rauchen in den Innenräumen.

Info

Wenn der Vermieter einen Makler mit der Immobilienvermietung beauftragt, darf er die dafür anfallenden Provisionsgebühren (letting fee) nicht dem Mieter in Rechnung stellen.

Was im Mietvertrag auf keinen Fall fehlen darf, sind Informationen über die Art der Dämmung, wo sie sich befindet und in welchem Zustand sie ist.

Bei den Nebenkosten gibt es eine einfache Regel: Fallen die Kosten auch dann an, wenn kein Mieter in der Immobilie lebt, muss der Vermieter die Kosten übernehmen. Kosten, die mit dem Gebrauch der Mietsache zusammenhängen wie die für den Internetanschluss, muss der Mieter tragen.

Es gibt drei Arten von Mietverträgen, für die jeweils unterschiedliche Regelungen bezüglich Dauer und Kündigung gelten:

Unbefristete Mietverträge

Wie in Deutschland gibt es auch in Neuseeland die Möglichkeit, einen unbefristeten Mietvertrag (periodic tenancy) zu schließen. Der Mieter kann diesen mit einer Frist von 21 Tagen kündigen, es sei denn, der Vermieter gewährt eine kürzere Frist. Die Kündigung muss schriftlich vorliegen.

Kündigt der Vermieter, gilt hingegen eine davon abweichende Kündigungsfrist von 90 Tagen. Nur in Ausnahmefällen können Vermieter ihre Mieter schneller vor die Tür setzen, nämlich dann, wenn der Eigentümer oder eines seiner Familienmitglieder in die Immobilie einziehen möchte. Die Frist beträgt dann mindestens 42 Tage. Auch in diesem Fall muss die Kündigung schriftlich erfolgen.

Befristete Mietverträge

Auswandern nach Neuseeland, Ein Schlüssel liegt auf einem Mietvertrag, Foto: Okea/stock.adobe.com
In neuseeländischen Mietverträgen haben Mieter und Vermieter oftmals unterschiedliche Kündigungsfristen. Foto: Okea/stock.adobe.com

Ein befristeter Mietvertrag (fixed-term tenancy) wird über eine bestimmte, zwischen Mieter und Vermieter vereinbarte Dauer, also beispielsweise ein Jahr, geschlossen. Befristete Mietverträge laufen in Neuseeland allerdings nicht einfach aus, sondern verlängern sich nach Ende der vereinbarten Mietvertragsdauer automatisch, indem sie sich zu unbefristeten Verträgen umwandeln. Um das Mietverhältnis zu beenden, müssen Mieter oder Vermieter dieses schriftlich kündigen. Wollen Mieter dies verhindern, müssen sie bis spätestens 21 Tage vor Ende der Mietvertragsdauer schriftlich kündigen oder aber einen neuen zeitlich begrenzten Mietvertrag mit dem Vermieter schließen.

Wer einen befristeten Mietvertrag abschließt, sollte sich seiner Sache sicher sein, denn eine Kündigung außerhalb der vereinbarten Mietvertragsdauer gestaltet sich schwierig. Sie ist nur dann möglich, wenn Mieter und Vermieter damit einverstanden sind. Für die vorzeitige Beendigung darf der Vermieter allerdings eine Gebühr verlangen, die beispielsweise die Kosten für eine neue Wohnungsanzeige deckt.

Eine weitere Möglichkeit befristete Mietverträge vor Ende der Vertragsdauer aufzulösen, führt über ein Mietgericht (Tenancy Tribunal). Dort müssen Mieter einen Härtefall geltend machen. Dafür müssen sie darlegen, dass die Weiterführung des Mietvertrages für sie eine größere Erschwernis wäre, als für den Vermieter, wenn der Mietvertrag frühzeitig beendet würde.

Mieter können dort auch eine Bedingung erwirken, wenn ihre Miete sehr stark gestiegen ist und sie dadurch schwer in Bedrängnis gebracht werden.

Kurzzeitmietverträge

Besondere Regelungen gelten für Kurzzeitmietverträge (short fixed-term tenancy). Als Kurzzeitmietvertrag gelten nur Verträge, die über eine Dauer von nicht mehr als 90 Tagen geschlossen werden. Der Mieter muss in diesem Fall weder kündigen, noch wandelt sich der Mietvertrag nach Ende der Mietdauer in einen unbefristeten Vertrag um. Mieter sollten beachten, dass für Kurzzeitmietverträge manche Mietrechtsregelungen nicht gelten.

Vorsicht vor hohen Energiekosten

Häuser in Neuseeland haben generell kein zentrales Heizsystem. Räume können stattdessen individuell beheizt werden. Damit die Heizkosten vor allem im Winter nicht unkontrolliert in die Höhe schießen und weil neuseeländische Häuser in der Regel eher schlecht gedämmt sind, heizen Neuseeländer für gewöhnlich nur die Räume, die sie gerade nutzen. Dafür werden dann im Notfall einfach mehrere Lagen Kleidung getragen.

Info

Ab 1. Juli 2019 müssen bei allen vermieteten Immobilien zumindest Decken und Fußböden gedämmt sein. Verantwortlich für die Umsetzung ist der Vermieter.

Vor allem Auswanderer, die es in die kühleren südlicheren Regionen Neuseelands zieht, sollten die Energiekosten einkalkulieren, bevor sie einen Mietvertrag unterschreiben. Mithilfe der detaillierten Angaben, die Vermieter über die Dämmung der Immobilie im Mietvertrag machen müssen, können Mieter besser abschätzen, mit welchen Kosten sie in der kalten Jahreszeit rechnen müssen. Den Vermieter über den genauen Energieverbrauch zu befragen, empfiehlt sich darüber hinaus ebenfalls.

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Der Immobilienkauf in Neuseeland: Das sollten Auswanderer wissen

Auswandern nach Neuseeland, Haus in Neuseeland, Foto: Gina Smith/stock.adobe.com
Hat man seine Traumimmobilie in Neuseeland gefunden, gibt es für Kaufinteressenten einige Besonderheiten zu beachten, damit der Kaufprozess erfolgreich abgewickelt werden kann. Foto: Gina Smith/stock.adobe.com

Wie in so vielen Dingen unterscheidet sich auch der Immobilienkauf in Neuseeland in manchen Punkten von dem in Deutschland.

Die neuseeländische Hausbauweise ist beispielsweise nicht mit deutschen Standards vergleichbar. Häuser bestehen üblicherweise aus Holz und die Dächer sind aus Wellblech in verschiedenen Qualitätsstufen. Und auch im Rahmen des Kaufprozesses gibt es einiges zu beachten.

Die Suche über einen Makler

Die meisten Immobilien werden in Neuseeland über Makler (real estate agent) vermittelt. Dieser arbeitet gewöhnlich für den Verkäufer, der bei erfolgreichem Verkauf auch die Provision bezahlt. Zwar ist der Makler dazu verpflichtet, den Käufer über alle ihm bekannten Mängel an der Immobilie aufzuklären. Käufer sollten dabei aber immer im Hinterkopf haben, dass der Makler unterm Strich in erster Linie die Interessen des Verkäufers im Blick hat, denn schließlich wird er von diesem auch beauftragt und bezahlt.

Käufer haben natürlich immer die Möglichkeit, selbst einen Makler zu beauftragen (buyers’ agent), der ihnen dabei hilft eine geeignete Immobilie zu finden und mit dem Verkäufer über den Kaufpreis zu verhandeln.

Käufer sollten in beiden Fällen prüfen, ob der Makler lizenziert ist. Herausfinden können sie das über das öffentliche Register der Real Estate Authority (REA). Darin steht ebenfalls, ob in den letzten drei Jahren Beschwerden über den Makler eingegangen sind. An die REA können sie sich auch wenden, wenn Probleme mit einem Makler auftreten.

Die Finanzierung einer Immobilie

Die meisten Banken verlangen von Hauskäufern Bankeinlagen von 20 Prozent des geliehenen Betrages. Wenn eine Immobilie also rund 600.000 NZD kostet, müssen Käufer mindestens 120.000 NZD selbst aufbringen, bevor sie sich die restlichen480.000NZD von der Bank leihen können. Hinzu kommen noch Kaufnebenkosten, beispielsweise für den Anwalt (conveyancer), für die Hausinspektion oder Umzugskosten sowie eventuell anfallende Instandhaltungskosten.

Achtung

In jedem Fall ist es Auswanderern zu empfehlen, sich während des gesamten Kaufprozesses von einem Anwalt beraten zu lassen, der im Idealfall auch Deutsch spricht. In allen Commonwealth-Ländern gibt es außerdem sogenannte Conveyancer. Das sind Anwälte, die auf die Eigentumsübertragung und die damit verbundenen Formalitäten spezialisierten sind. Auswanderer können sich auch an einen solchen Conveyancer, der Erfahrung mit dem Kauf von Eigenheimen hat, wenden.

Bevor sie den Kredit gewähren, verlangen viele Banken bestimmte Unterlagen und Informationen über das Kaufobjekt. Dazu gehört eine Kopie des Kaufvertrages, ein Schätzgutachten über die Immobilie und einen LIM-Report (Land Information Memorandum Report).

Ein LIM-Report wird auf Anfrage von der Kommune erstellt und enthält sämtliche Unterlagen und Informationen, die den Behörden über das Grundstück vorliegen. Dazu gehören zum Beispiel die Maße des Grundstücks oder die Baugenehmigung für die Immobilie.

Banken verlangen außerdem einen Nachweis darüber, dass das Gebäude versichert ist, bevor die Immobilie übertragen wird. Da Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Erdbeben in Neuseeland häufig vorkommen, kann die Versicherungsprämie durchaus teuer werden. Findet sich gar kein Anbieter, der die Immobilie versichern will, sollten Käufer lieber die Finger davon lassen.

Der Kaufprozess: von der Begutachtung bis zur Eigentumsübertragung

Schritt 1: Sagt Kaufinteressenten eine Immobilie zu, sollten sie nicht vorschnell handeln, sondern diese zunächst genau prüfen lassen. Dafür beauftragen sie am besten einen akkreditierten Sachverständigen (property inspector). Dieser prüft die Immobilie auf Herz und Nieren und erstellt anschließend einen Bericht (property inspection report), in dem er etwaige Baumängel, Schäden oder dringend anstehende Instandhaltungsarbeiten aufführt.

Achtung

Manchmal besitzen Makler oder Verkäufer bereits einen property report, der dem potenziellen Käufer vorgelegt wird. Es ist für Käufer jedoch immer ratsam, einen eigenen Bericht erstellen zu lassen, denn tritt im Nachhinein ein Mangel auf, sind Käufer nicht geschützt, wenn sie den Report nicht selbst in Auftrag gegeben haben.

Auswandern nach Neuseeland, Maklerin zeigt Interessenten eine Immobilie, Foto: iStock/shironosov
Auch in Neuseeland ist das Hinzuziehen eines Maklers weit verbreitet. Foto: iStock/shironosov

Darüber hinaus sollten Kaufinteressenten sich um eine sogenannte title search kümmern. Dadurch erhalten sie alle Informationen bezüglich der Eigentumsrechte an dem Grundstück und ob es mit Forderungen durch Dritte belastet ist (record of title). In der Regel hat aber der Makler, der die Immobilie vermittelt, bereits alle wichtigen Informationen einer aktuellen title search vorliegen. Ist dies nicht der Fall können sie auch ihren Anwalt mit der title search beauftragen.

Schritt 2: Bevor Käufer ein Kaufangebot abgeben, sollte sie den Marktwert der Immobilie ermitteln. Eine Orientierung dafür bieten die Ergebnisse der alle drei Jahre stattfindenden Eigentumsschätzungen (rating valuation, RV), die von staatlicher Seite durchgeführt werden. RV’s werden häufig auch von Maklern in Immobilienanzeigen zitiert.

Da dieser Schätzwert aber oft nicht mit dem tatsächlichen Kaufpreis in Beziehung steht, sollten Käufer zusätzlich ein unabhängiges Schätzgutachten in Erwägung ziehen. Anbieter dieser Leistung werden auf der Website des Property Institute of New Zealand gelistet.

Auf diese Weise können Käufer ein realistisches und dem Marktwert der Immobilie entsprechendes Kaufangebot abgeben.

Schritt 3: Akzeptiert der Verkäufer das Angebot, wird ein Kaufvertrag (sale and purchase agreement) schriftlich geschlossen. Diesen sollten Auswanderer unbedingt von einem Anwalt oder Conveyancer prüfen lassen, um auch wirklich sicherzugehen, dass sich keine problematischen Klauseln darin verbergen.

In dem Kaufvertragen finden sich die gleichen Inhalte wie in einem Kaufvertrag in Deutschland, zum Beispiel Namen und Adressen der Vertragspartner und Adresse der Immobilie, der Anzahlungs- und Kaufpreis sowie etwaiges Mobiliar, das mitverkauft wird. Aber auch Zinssatz, den der Käufer auf Zahlungsrückstände leisten muss, spezielle Konditionen, die Käufer oder Verkäufer erfüllt sehen wollen und ein Termin, an dem der Restbetrag für die Immobilie fällig und die Immobilie übertragen wird (settlement date), sind darin vermerkt.

Schritt 4: Sind alle Bedingungen aus dem Vertrag erfüllt und die Kaufsumme überwiesen, kann das Eigentum am settlement day übertragen werden. Darum kümmert sich in Neuseeland ein Anwalt oder Conveyancer. Wichtige Bedingung für die Eigentumsübertrag ist auch, dass das Gebäude vom ersten Tag an vollständig versichert ist. Der settlement day ist in der Regel auch der Tag, an dem die neuen Besitzer in die Immobilie einziehen können.

Steuern beim Immobilienkauf

Steuern fallen beim Hauskauf in der Regel nicht an. Es gibt jedoch Ausnahmen, die dazu führen können, dass auf den Kaufpreis eine Waren- und Dienstleistungssteuer (goods and services tax, GST) draufgeschlagen wird. In jedem Fall sollten sich Hauskäufer vorher bei einem Steuerberater schlau machen.

Wer die gekaufte Immobilie innerhalb von fünf Jahren weiterverkauft, muss außerdem damit rechnen, dass eine Steuer auf den Gewinn erhoben wird.

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Fazit: Der Kiwi Way of Life

Auswandern nach Neuseeland, Vogelperspektive auf zwei Füße und eine Tasche vor einer Bodenmarkierung „New Zealand“, Foto: stadtratte/stock.adobe.com
Hat man alle wichtigen Vorkehrungen getroffen, steht einem neuen Start in Neuseeland nichts mehr im Wege. Foto: stadtratte/stock.adobe.com

Wer all diese Aufgaben hinter sich gebracht hat, kann endlich in seinen Kiwi Way of Life starten. In Neuseeland gelten in vielen Bereichen andere Regeln, Sitten und Bräuche. Neuseeländer sind Einwanderern gegenüber sehr offen und herzlich. Wer anpassungsfähig ist, dem bietet dieses Land viele Möglichkeiten, sich in einzigartiger Umgebung selbst zu verwirklichen und die zahlreichen Vorzüge Neuseelands zu genießen.

Achtung

Manche Visa-Voraussetzungen können sich mit der Zeit verändern. Auswanderer in spe sollten sich deshalb regelmäßig auf der Seite der neuseeländischen Auswanderungsbehörde informieren.


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