Auswandern nach Norwegen: Ein Überblick

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Polarleuchten, raue Fjorde und gute Gehälter – es gibt viele Gründe, nach Norwegen auszuwandern. Der bürokratische Aufwand hierfür ist gering. Hier gibt es einen Leitfaden, inklusive hilfreicher Anlaufstellen für die Jobsuche in Norwegen.

Auswandern Norwegen, Trondheim, Foto: EVERST/stock.adobe.com
Vom Auswandern nach Norwegen träumt so mancher – eine schöne Stadt zum Niederlassen wäre zum Beispiel Trondheim, am Nidelva. Foto: EVERST/stock.adobe.com

Norwegen ist eines der flächengrößten Länder Europas, aber mit seinen gerade einmal 5,3 Millionen Einwohnern recht dünn besiedelt. Der Großteil der Einwohner lebt in den größeren Städten, insbesondere in und um die Hauptstadt Oslo. Wer als Deutscher nach Norwegen auswandern will, muss dies allerdings gut planen: Vor allem die Wohnungssuche und der Umzug sind oft ein größerer Aufwand. Aufgrund des Schengen-Abkommens fallen die bürokratischen Hürden allerdings geringer aus als beim Auswandern in manch anderes Land.

Info

Norwegen: Zahlen und Fakten

  • Norwegen liegt auf der Skandinavischen Halbinsel und ist rund 324.000 Quadratkilometer groß. Im Osten grenzt es an Schweden, im Nordosten an Finnland und Russland an.
  • Es ist kein Mitglied der Europäischen Union (EU), wohl aber des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und auch durch das Schengen-Abkommen mit der EU verbunden. Daher ist das Auswandern nach Norwegen auch vergleichsweise einfach.
  • Die Staatsform entspricht einer konstitutionellen Monarchie, mit stark parlamentarischen Zügen.
  • Die rund 5,3 Millionen Einwohner des Landes konzentrieren sich vor allem auf den Süden des Landes, insbesondere auf den Ballungsraum Oslo, aber auch auf Großstädte wie Bergen, Trondheim und Stavanger.
  • Offizielle Landeswährung Norwegens ist die norwegische Krone (NOK).
  • Das norwegische Klima ist eher mild. Der Gebirgszug der Skanden teilt Norwegen in einen schmalen, humid geprägten Küstenstreifen im Westen und einem eher kontinentalen Klima im Osten. Die Temperaturen sind liegen zwischen rund -5 und +15 Grad Celsius.
  • Offiziell seitens des Staates als Sprache anerkannt sind die beiden Sprachformen Bokmål (Buchsprache) und Nynorsk (Neunorwegisch). Die Mehrheit der Bevölkerung schreibt Bokmål (Buchsprache), die offizielle Standardvarietät. Ein kleinerer Teil der Bevölkerung schreibt Nynorsk (Neunorwegisch), das vor allem auf ländlichen norwegischen Dialekten fußt. Daneben gibt es noch die beiden Sprachen Riksmål (Reichssprache) und Høgnorsk (Hochnorwegisch), die jedoch keinen offiziellen Status genießen.
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Auswandern nach Norwegen: Die wichtigsten Punkte

Wer als Deutscher nach Norwegen auswandern will, braucht dort in der Regel einen Job oder muss mit der Absicht, sich einen zu suchen, einreisen. „Als Bürger des EWR haben sie Anspruch auf eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Norwegen“, sagt Rechtsanwalt Dr. Roland Mörsdorf. Er ist selbst 2008 von Deutschland nach Norwegen ausgewandert und betreibt in Oslo das German Desk der Rechtsanwaltskanzlei Grette zur wirtschaftsrechtlichen Beratung in Norwegen.

Deutsche Auswanderer können in Norwegen gleich mit der Arbeit beginnen. Wer aber länger als drei Monate in Norwegen bleibt, muss sich innerhalb dieses Zeitraums bei der Polizei registrieren lassen und einige weitere Schritte unternehmen.

Im Folgenden wird das Vorgehen für einen Angestellten beschrieben, er bereits einen Job gefunden hat, vertiefende Informationen und das Vorgehen bei der Registrierung in anderen Fällen finden sich auf der Seite des norwegischen Ausländerzentralamtes Ultendingsdirektoratet – kurz: UDI.

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Aufenthaltsgenehmigung: Registrierungs-Zertifikat erhalten

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Für den Aufenthalt in Norwegen brauchen Deutsche zunächst keine besondere Erlaubnis. Wer länger bleiben will, benötigt jedoch ein Registrierungs-Zertifikat. Foto: iStock.com/AlexBrylov

Auswanderer, die länger als drei Monate in Norwegen bleiben wollen, müssen sich laut Auswärtigem Amt spätestens zwei Wochen nach Einreise bei der norwegischen Polizei melden. Die benötigten Dokumente dafür sind meist:

  • Ein gültiger Reisepass beziehungsweise Personalausweis – besser ist aber der Reisepass, denn mancherorts wird der Personalausweis laut Auswärtigem Amt nicht anerkannt.
  • Ein Nachweis über ausreichend Vermögen, um den Aufenthalt finanzieren zu können. Je nach Fall kann das aber zum Beispiel eine Bescheinigung vom Arbeitgeber über eine Arbeitsstelle mit ausreichend Verdienst oder der Nachweis einer ausreichenden Rente sein.

Im Anschluss erhält der Auswanderer ein Registrierungs-Zertifikat, das bestätigt, dass die Polizei ihn registriert hat. Dieses Dokument ist fünf Jahre gültig.

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Identifikationsnummer beantragen

Wer einwandert oder länger als sechs Monate in Norwegen leben wird, muss sich nach seinem Umzug nach Norwegen beim örtlichen Folkeregister (Einwohnermeldeamt und Finanzamt) anmelden und eine Identifikationsnummer beantragen. Auch hierfür werden Dokumente benötigt:

  • Pass oder Nationale Identifikationskarte mit Foto
  • Registrierungs-Zertifikat
  • Valider Immobilienkaufvertrag oder Mietvertrag für die Dauer von mindestens sechs Monaten.
  • Arbeitsvertrag für eine Dauer von sechs Monaten oder mehr.
  • Bei Arbeitseinsätzen für Personaldienstleister: Eine Arbeitsbestätigung für mindestens sechs Monate.
  • Bei eigenem Unternehmen: ein Nachweis hierfür.
  • Weitere Dokumente, die zeigen, dass die Aufenthaltsdauer in Norwegen sechs Monate oder länger beträgt, können mitgebracht werden

Die Behörde entscheidet nach dem Termin, ob der Einwanderer alle Bedingungen erfüllt. Wenn ja, erhält der Einwanderer nach circa zwei Wochen Bearbeitungszeit eine Nationale Identifikationsnummer, auch P-Nummer genannt. „Norwegische Bürger haben die Identifikationsnummer seit Geburt, Ausländer müssen sie erst beantragen“, erklärt Mörsdorf.

Daneben gibt es auch eine D-Nummer: „Diese ist für Pendler zwischen Norwegen und anderen Ländern“, sagt Mörsdorf, „oder zum Beispiel für Geschäftsführer von norwegischen Gesellschaften, die selbst nicht in Norwegen leben.“ In jedem Falle brauche man einen guten Grund, um eine D-Nummer zu bekommen.

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Identifikationsnummer: Ohne sie geht praktisch nichts

Die Identitätsnummer spielt in Norwegen eine wichtige Rolle, denn sie wird benötigt, um Versicherungen jeglicher Art abzuschließen, einen Pkw zu registrieren oder ein Bankkonto zu eröffnen. Sie besteht aus elf Ziffern, von denen die ersten sechs das Geburtsdatum der jeweiligen Person wiedergeben.

Arbeitnehmer können bei dem Folkeregister zudem auch ihre Lohnsteuerkarte beantragen. Hierfür reichen in einem persönlichen Termin in der Regel ein Reisepass und ein Arbeitsvertrag oder ein schriftliches Stellenangebot aus. Oder, Tipp für Angestellte: Für sie kann auch der norwegische Arbeitgeber die Steuerkarte online beantragen.

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Wohnsitz in Deutschland abmelden?

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Alle Zelte abbrechen und einfach ab nach Norwegen? Wer so endgültig auswandern will, sollte sich das wohl überlegen. Foto: iStock.com/nullplus

Wer innerhalb Deutschlands keine Wohnung mehr bewohnt und ins Ausland umzieht, muss sich bei der zuständigen Meldebehörde in Deutschland abmelden. Hierfür hat er bis spätestens 14 Tage nach dem Auszug Zeit. Hierfür müsste dann auch eine Abmeldebescheinigung bei der jeweils zuständigen Gemeinde beantragt werden. Denn diese wird unter anderem benötigt, um sie bei der deutschen Auslandsvertretung vorzulegen – die nur so für den Auswanderer tätig werden kann und zum Beispiel den Wohnort im Reisepass ändern kann oder einen neuen ausstellt.

Wer sich noch nicht sicher ist, ob er wirklich endgültig nach Norwegen auswandern will, dem empfiehlt es sich, erst einmal in Deutschland angemeldet zu bleiben und in Norwegen einen Zweitwohnsitz anzumelden.

Link-Tipp

Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums An- und Ummelden des Wohnsitzes.

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Dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für EU/EWR-Bürger

Wer als EU-Bürger mindestens fünf Jahre lang in Norwegen gelebt hat, kann sich laut UDI für ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht bewerben. So kann er für unbegrenzte Dauer in Norwegen bleiben und arbeiten, zusammen mit seinen Familienmitgliedern. Hierfür darf er nicht länger als sechs Monate eines Jahres im Ausland verbracht haben, mitunter sind Ausnahmen möglich.

„Eine Einbürgerung wäre auch möglich, dafür ist die Aufenthaltsdauer allerdings noch etwas länger“, so Mörsdorf. Allerdings verlieren Deutsche in dem Fall nach jetziger Gesetzeslage ihre deutsche Staatsbürgerschaft. „Nur Kinder, die mit beiden Staatsbürgerschaften geboren wurden, dürfen unter bestimmten Voraussetzungen beide behalten.“

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Umzug nach Norwegen organisieren

Wie bei jedem anderen Umzug auch gilt es viel vorzubereiten – und weil es ins Ausland geht, nun mal ein bisschen mehr als sonst.

In Deutschland erledigen:

  • Wer seinen Wohnsitz in Deutschland abmeldet, sollte sich eine Abmeldebestätigung geben lassen. So kann er später ohne Probleme einen neuen Reisepass bei der deutschen Botschaft in Norwegen beantragen.
  • Der Reisepass sollte aktuell sein.
  • Der Führerschein auch. Der deutsche Führerschein ist übrigens auch in Norwegen gültig, er kann aber auch bei der norwegischen Verkehrsbehörde (Statens Vegvesen) gegen einen norwegischen getauscht werden.
  • D-Nummer beantragen, falls möglich. Mit dieser Nummer können Auswanderer schon einmal ein Bankkonto eröffnen oder eine Steuerkarte beantragen. „Wenn man als Deutscher in Norwegen eine Immobilie erwerben will, kann das durchaus ein guter Grund sein, mit dem man eine D-Nummer bekommt“, sagt Mörsdorf.
  • Verträge auf Fristen überprüfen und rechtzeitig kündigen, zum Beispiel Mietvertrag, Handyvertrag oder Versicherungen.
  • Gegebenenfalls eine befristete Auslands-Krankenversicherung abschließen, um den Übergang abzusichern.
  • Impfschutz prüfen. Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts anlässlich einer Reise zu prüfen. Dazu gehören etwa Masern, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und einige mehr.
  • Wohnungssuche möglichst früh in Angriff nehmen. Denn in vielen Gegenden Skandinaviens ist es nicht so einfach, eine Mietwohnung zu finden – viele Norweger leben in ihrer eigenen Immobilie.
  • Jobsuche: Dies sollte laut Mörsdorf bereits in Deutschland erledigt werden, da es vieles einfacher macht. „So kann man gleich zu Beginn des Arbeitsverhältnisses nach Norwegen ziehen und ist über die Arbeitsstelle direkt im norwegischen Sozialsystem mitversichert.“
Link-Tipp

Hier finden Sie Miet- und Kaufimmobilien in Norwegen.

Besondere Bestimmungen und Zollvorschriften beim Umzug nach Norwegen

uswandern Norwegen, Umzug Norwegen, Zoll, Foto: Andrey Armyagov/stock.adobe.com
Auswanderer sollten sich beim Umzug vor dem Grenzübertritt ausgiebig informieren, welche Zollvorschriften in Norwegen gelten. Foto: Andrey Armyagov/stock.adobe.com

Norwegen ist nicht Mitglied der EU, daher gelten für die Einfuhr von Umzugsgut gesonderte Bestimmungen und es gilt einige Formulare auszufüllen. Auch sind die Zollvorschriften strenger. Besondere Zollvorschriften gelten etwa für die Einfuhr von Lebensmitteln, Alkoholika und Tabakwaren, Pflanzen, Tieren, Fahrzeugen und Waffen. Eine ausführliche Liste findet sich auf der Seite des norwegischen Zolls (auf Deutsch).

Umzug mit Haustier: Besonderheiten

Für Heimtieren wie Hund, Katze oder Frettchen gelten bei der Einreise nach Norwegen besondere Regelungen. Wer mit Tier nach Norwegen reist, sollte darum vorab einen Termin beim Veterinär oder Tierarzt vereinbaren, um sicherzugehen, dass das Tier alle Anforderungen erfüllt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Das Tier muss eine Identifikation/Mikrochip oder eine gut lesbare Tätowierung haben. Tätowierungen werden jedoch nur akzeptiert, wenn das Tier damit vor dem 3. Juli 2011 versehen wurde. Die Identifizierung muss das Tier haben, bevor es eine Tollwutimpfung erhält.
  • Es muss gemäß Empfehlungen des Impfstoffproduzenten gegen Tollwut geimpft sein und darf erst am 22. Tag nach der Impfung eingeführt werden.
  • Hunde müssen gegen Bandwurmbefall behandelt werden. Dies muss 120 bis 24 Stunden vor Einreise erfolgen.

In Norwegen sind zudem einige Hunderassen verboten. Ausführlich wird das auf der Seite der Königlichen Norwegischen Botschaft in Deutschland erklärt.

In Norwegen regeln:

  • Bei der Polizei melden und Registrierungs-Zertifikat beantragen.
  • Beim Folkeregister Nationale Identifikationsnummer und gegebenenfalls Lohnsteuerkarte beantragen
  • Falls noch nicht erledigt: Bankkonto einrichten. Dafür werden in der Regel eine Identifikationsnummer sowie der Reisepass benötigt.
  • Krankenversicherung: Wer in Norwegen lebt und arbeitet, ist automatisch über die staatliche Krankenversicherung (Folketryden) versichert. Diese gilt , sobald der Einwanderer arbeitet, selbst wenn seine Identifikationsnummer und die Aufenthaltsgenehmigung noch fehlen.
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Arbeit und Gehalt in Norwegen

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So mancher Deutscher arbeitet in Norwegen auf einer Bohrinsel. Ingenieure wie Arbeiter sind hier gefragt. Foto: Lukasz Z/stock.adobe.com

Insgesamt hat das Arbeiten in Norwegen einige Vorzüge. In vielen Unternehmen ist die durchschnittliche Arbeitszeit tendenziell niedriger als in Deutschland. Auch gilt die No-Conference-After-Three Politik: Das heißt, nach drei Uhr nachmittags finden keine Meetings mehr statt, sodass keiner eine wichtige Besprechung verpasst, wenn er ins Home-Office geht. Zudem ist es verbreitet, dass die Kinder mit auf die Arbeit genommen werden dürfen. Auch das Gehalt dürfte bei der Entscheidung, in Norwegen zu arbeiten, eine wichtige Rolle spielen – denn es ist teilweise deutlich höher als in Deutschland. „Wer dort schlecht verdient, verdient in Norwegen besser. Wer in Deutschland aber sehr gut oder gut verdient, eher etwas schlechter“, sagt Mörsdorf. Zum Beispiel liegt das Median-Einkommen laut Statistics Norway nach Abzug der Steuer bei allen Haushalten bei 52.621 Euro.

Einige Berufsgruppen haben laut Mörsdorf besonders gute Aussichten auf dem norwegischen Arbeitsmarkt:

  • Ärzte, Krankenpfleger und -personal
  • Handwerker, mit gewissen Abstrichen
  • Ingenieure und Maschinenbauer

Für einige Gewerbe benötigen Deutsche allerdings eine Anerkennung oder Zulassung, um ihren Beruf auch in Norwegen ausüben zu können.

Jobsuche in Norwegen

Eine Quelle für mögliche Jobs in Norwegen sind Tageszeitungen wie die Aftenposten, Dagsavisen oder das Stavanger Aftenblad. Online sind mögliche Anlaufstellen:

Auch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit kann weiterhelfen.

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Steuern

Die Steuerbelastung in Norwegen ist laut Mörsdorf im Verhältnis vergleichbar mit der in Deutschland. Allerdings kosten Lebensmittel rund doppelt so viel, ebenso wie der Friseur oder ein Restaurantbesuch – „die Lebenshaltungskosten sind also vergleichsweise sehr hoch.“

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Sozialversicherung

Hierbei ist das Auswandern nach Norwegen sehr einfach: Wer in Norwegen arbeitet und Steuern zahlt, ist gleich über das staatlich organisierte Sozialversicherungssystem der Folketrygden abgesichert. Finanziert wird das System über Steuern, sowie die staatliche Sozial- und Rentenversicherung.

Das System umfasst Absicherungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt, Arbeitslosigkeit, Ruhestand, Arbeitsunfähigkeit, Alters-, Hinterbliebenen- und Behindertenrenten. Eine Krankenkasse wie in Deutschland gibt es also nicht. Auch eine Besonderheit: „Viele Arbeitgeber zahlen eine private Zusatzversicherung für ihre Arbeitnehmer, damit sie beim Arzt schneller einen Termin bekommen – also eine Art Behandlungsversicherung“, so Mörsdorf.

Zwischen Deutschland und Norwegen besteht ein Sozialversicherungsabkommen. Das heißt, etwa die in Deutschland erworbenen Rentenansprüche werden auch in Norwegen anerkannt und mit angerechnet.

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Krankenversicherung

Die staatliche Krankenversicherung beinhaltet alle wichtigen medizinischen Leistungen. Jedoch müssen bei einigen Behandlungen und Medikamenten relativ hohe Eigenanteile gezahlt werden, die auf einen jährlichen Maximalbetrag begrenzt sind. Für solche Fälle besitzen viele Norweger zusätzlich eine private Krankenversicherung.

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Medizinische Versorgung

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Die Notaufnahme des Krankenhauses (Sykehus) Ullevål in Oslo. Abseits der Großstadt ist die medizinische Versorgung aber nicht immer rund um die Uhr gegeben. Foto: OleKristian/stock.adobe.com

Wegen seiner guten medizinischen Versorgung ist Norwegen europaweit bekannt. Allerdings sollten Auswanderer sich ausgiebig über die örtlichen Gegebenheiten informieren: Das Land ist recht dünn besiedelt, daher kann es je nach Region zu Engpässen kommen. Außerhalb der regelmäßigen Dienstzeiten von acht bis 15, 16 Uhr helfen die örtlichen Notfallzentralen (legevakt).

Die zentrale Notrufnummer in Norwegen lautet für die Polizei 112 und für Rettungsdienste und Notarzt ist es die 113.

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Arbeitslosigkeit

Für Einwanderer aus Deutschland, die in Norwegen arbeiten, gilt:

  • Wer bereits mindestens ein Jahr in Norwegen gearbeitet hat, kann weiterhin in Norwegen leben und so lange nach einem neuen Job suchen, wie er möchte. Dafür darf er aber nicht selbst gekündigt haben und muss als arbeitssuchend bei der Norwegischen Arbeits- und Wohlfahrtsorganisation NAV gemeldet sein.
  • Wer weniger als ein Jahr in Norwegen gearbeitet hat, kann ebenfalls in Norwegen bleiben und hat sechs Monate Zeit, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Er darf aber auch in diesem Fall nicht selbst gekündigt haben und muss bei der NAV als Arbeitssuchender gemeldet sein.
  • Wer zum Beispiel aufgrund von Krankheiten oder eines Unfalls nicht arbeiten kann, kann ebenfalls weiterhin in Norwegen bleiben.
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Rente

Wer in Norwegen arbeitet, zahlt in die norwegische Rentenversicherung ein und baut dadurch Ansprüche gegenüber dem Staat auf. Zusätzlich dazu sind Arbeitgeber laut Mörsdorf dazu verpflichtet, eine private Rentenversicherung für den Arbeitnehmer abzuschließen, die dann später an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird. „Das ist also eine reine Angelegenheit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, gesetzlich aber vorgeschrieben.“

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Schule und Bildung

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Norwegen ist bekannt für sein breites Bildungsangebot und gutes Schulsystem. Foto: Rawpixel.com/stock.adobe.com

Im norwegischen Schulsystem gilt für Kinder von sechs bis 16 Jahren die Schulpflicht. Ähnlich wie in Deutschland ist es dreigeteilt:

  • Grundschule (Barneskole): Klassen 1-8, Alter: sechs bis 13 Jahre.
  • Sekundarstufe I (Ungdomsskole): Klassen 8-10, Alter: 13 bis 16 Jahre.
  • Gymnasiale Oberstufe (Videregående skole): bis zur 13. Klasse, Alter: 16 bis 19 Jahre.

Erst ab Sekundarstufe I gibt es Noten. Diese entscheiden dann darüber, ob ein Schüler die gymnasiale Oberstufe besuchen darf. Anders als in Deutschland ist eine Eins die schlechteste und eine Sechs die beste Note. Im internationalen Vergleich ist das norwegische Schulsystem mit auf den vordersten Plätzen, im PISA-Ranking schnitt es in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Leseverständnis überdurchschnittlich gut ab.

Zusätzlich dazu gibt es das System der Volkshochschule (Folkehøyskole). Dort können Menschen jeden Alters zusätzliche Fähigkeiten in einer Vielzahl verschiedener Fächer erwerben.

In Norwegen kann an verschiedenen Universitäten und staatlichen wissenschaftlichen Hochschulen studiert werden. Zusätzlich bieten einige weitere staatliche Hochschulen und private Institute fachlich ausgerichtete Studiengänge an. Studiengebühren werden in den staatlichen Einrichtungen grundsätzlich nicht erhoben, auch nicht für ausländische Studierende. Viele Kurse werden zudem auch auf Englisch angeboten.

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Lebenshaltungskosten

Die Preise in Norwegen sind höher als in Deutschland, zum Teil um das Doppelte, laut Mörsdorf. Bei Lebensmitteln gibt es mal größere, mal kleinere Unterschiede; ein Liter Milch kostet umgerechnet etwa 1,80 Euro, 500 Gramm Weißbrot circa 2,70 Euro. Insbesondere Tabak und Alkohol machen die Rechnung teuer: Zum Beispiel eine Schachtel Zigaretten für etwa 12 Euro und eine 0,5-Liter-Flasche heimisches Bier für um die 3,20 Euro. Auch die Wohnkosten können hoch ausfallen und unterliegen je nach Region starken Schwankungen.

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Wohnen in Norwegen und Immobilienmarkt

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Die Immobilienpreise in Norwegen sind stark gespalten: In den Städten sind Häuser und Wohnungen teuer – auf dem Land dagegen günstig. Foto: lstudio/stock.adobe.com

Die meisten Norweger leben in ihrem Eigenheim, Mietimmobilien sind daher äußerst rar. „Es gibt praktisch keinen Mietmarkt, nur Mietwohnungen für Studenten sind häufiger zu finden“, sagt Mörsdorf. Auch sind die Immobilienpreise besonders in den Ballungszentren hoch, „die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind hierbei immens.“ Eine 3-Zimmer-Wohnung in Oslo kann zum Beispiel um die 2.000 Euro Kaltmiete kosten – und eine vergleichbare Wohnung auf dem Land Kosten im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich.

Da man oft erst im Alltag merkt, wie sich die Veränderungen bei Gehalt und Lebenshaltungskosten auswirken, empfiehlt es sich, sich als Auswanderer vorab durch ausreichend Startkapital abzusichern und gegebenenfalls einen Kredit aufzunehmen.

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Mietrecht in Norwegen

„Das norwegische Mietrecht ist ähnlich wie in Deutschland ein Mieterschutzrecht“, sagt Mörsdorf. Wie in Deutschland auch verlangen die Vermieter meist eine Kaution von ein bis drei Monatsmieten. Die Mietverträge werden in Norwegen meist befristet abgeschlossen, die Maximaldauer der Befristung beträgt laut dem Rechtsexperten drei Jahre.

Der Vermieter darf nur aus zwei Gründen kündigen: Aufgrund von Eigenbedarf oder aus einem anderen wichtigen sachlichen Grund. „Was dazu zählt, ist stark individuell. Beispielsweise mag auch der geplante Verkauf der Immobilie als Grund zählen.“ Der Mieter kann in Norwegen wie in Deutschland auch ohne Grund kündigen. Die Kündigungsfristen betragen für beide Seiten drei Monate.

Im Hinblick auf die Renovierungspflichten ist das norwegische Mietrecht etwas mieterfreundlicher: „Der Mieter kann grundsätzlich nicht zu Schönheitsreparaturen wie Wände streichen verpflichtet werden“, sagt der Rechtsexperte. Er müsse seine Wohnung bei Auszug nur in dem Zustand übergeben, den sie hatte, als er einzog. „Allgemeine Abnutzungserscheinungen, die durch vertragsgemäßen Verbrauch entstanden sind, muss er ebenfalls nicht ausbessern.“

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Immobilienrecht und Immobilienkauf in Norwegen

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Norwegen ist ein Eigentümerland. Doch hier läuft der Immobilienkauf etwas anders ab als in Deutschland. Foto: Halfpoint/stock.adobe.com

In Norwegen wird der gesamte Immobilienverkauf in der Regel über einen Makler abgewickelt. Einen Notar gibt es dabei laut Mörsdorf hierbei nicht, auch diesen Job übernimmt der Makler. Er wird in der Regel vom Verkäufer beauftragt und bezahlt.

Der Immobilienverkauf erfolgt im Üblichen über eine Art Bieterverfahren. „Der Makler führt Besichtigungstermine durch, die meist online zu zwei Terminen ausgeschrieben werden.“ Nach dem zweiten Termin gibt es eine Frist, die relativ kurz ist, in der dann die Kaufinteressenten Angebote abgeben. „Der Makler kontaktiert dann die höchsten Bieter und schaut, wer wie viel bietet“, so Mörsdorf. Dann telefoniere er diese durch und fragt, ob jemand mehr bieten möchte. Letztlich gewinnt das höchste Angebot. Dieses wird dann meist telefonisch oder schriftlich zugesagt und die Zusage ist bindend. „In der Praxis geschieht es meist per SMS, wegen der Beweisbarkeit“, sagt der Rechtsexperte.

Der Kaufvertrag, der abgeschlossen wird, ist laut Mörsdorf in der Regel bereits Teil des Maklerprospekts. Wer bietet, kann zwar Vorbehalte gegen die Vereinbarungen abgeben – etwa, dass ein Paragraph geändert werden soll. „Allerdings fliegt er dann in der Regel aus dem Bieterprozess raus“, so Mörsdorf.

Nach Abschluss des Kaufvertrages kontrolliert der Makler die Zahlungsabwicklung, dass der Preis auf das Notaranderkonto überwiesen wird und das Eigentum im Grundbuch übertragen wird. „Der Kaufpreis wird erst dann an den Verkäufer ausgezahlt, wenn der Käufer Grundbuch gesichert ist.“

In Norwegen ist der Eintrag ins Grundbuch nicht zwingend nötig, um offiziell Eigentümer zu werden. Jedoch empfiehlt es sich, dies zur Sicherheit zu tun. Anders als in Deutschland gibt es in Norwegen übrigens nur ein zentrales Grundbuchamt für das ganze Königreich.

Info

Die jeweilige Gemeinde muss in Norwegen dem Immobilienerwerb zustimmen. Aufgrund zahlreicher Sonderfälle ist die Zustimmung aber letzten Endes nur erforderlich, wenn eine Immobilie im Außenbereich erworben wird oder in einer Gemeinde, in der eine Wohnpflicht besteht.

Ein Überblick über die wichtigsten Kaufnebenkosten in Norwegen:

  • Maklerprovision: Diese trägt in der Regel der Verkäufer. Die Maklergebühr ist frei verhandelbar, verbreitet sind beispielsweise 2,5 Prozent des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer (MwSt.)
  • Grundbuchgebühr für das Eintragen des neuen Eigentümers und eines Grundpfandrechtes: umgerechnet circa 200 Euro.
  • Kosten für die Eintragung der Hypothek und die Ausstellung eines Hypothekenbriefs: Circa 200 Euro
  • Dokumentavgift, eine Art Grunderwerbsteuer: 2,5 Prozent des Immobilienkaufpreises, laut Mörsdorf.
  • Schätzungskosten: Rund 200 Euro, zuzüglich MwSt.
  • Gegebenenfalls Anwaltskosten: Rund 200 Euro, plus 25 Prozent MwSt. „Norweger regeln den Immobilienverkauf allerdings in der Regel untereinander, ohne Anwalt“, so Mörsedorf.
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Wohnungssuche

Auswandern Norwegen, Wohnungssuche Norwegen, Foto: Jarand K. Løkeland/Unsplash
Die Wohnungssuche in Norwegen braucht oft einen langen Atem. Foto: Jarand K. Løkeland/Unsplash

Auswanderer können über verschiedene Online-Immobilienportale nach Wohnungen in Norwegen suchen. Meist müssen sie sich dabei allerdings ranhalten: Je nach Region ist das Angebot oft spärlich, und wird einmal eine Mietwohnung angeboten, ist sie oft schnell vergeben. Wer keine Unterkunft findet, dem rät Mörsdorf: „Einige Hotels bieten zwar Appartements, die sind allerdings relativ teuer. Eher könnte man übergangsweise noch schauen, ob man privat unterkommt.“

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Auswandern nach Norwegen: Hilfreiche Anlaufstellen

Wer nach Norwegen auswandern will, finden in Norwegen wie in Deutschland einige hilfreiche Anlaufstellen:

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