Auswandern nach Spanien: Arbeiten und Wohnen auf der Iberischen Halbinsel

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Spanien ist nicht nur bei deutschen Urlaubern sehr beliebt – Jahr für Jahr setzen auch viele Bundesbürger ihren Auswanderungsplan in die Realität um und bleiben dauerhaft. Dabei wartet auf die Neuankömmlinge nicht nur eine sprachliche Herausforderung. Worauf es beim Auswandern nach Spanien ankommt.

Auswandern Spanien, eine Stadtansicht des Plaza de Cibeles in Madrid, Foto: iStock.com/ JJFarquitectos
Der Plaza de Cibeles in Madrid: Nicht zuletzt die spanischen Großstädte ziehen jedes Jahr viele deutsche Auswanderer an. Foto: iStock.com/ JJFarquitectos

Spanien hat Einwanderern viel zu bieten: Das warme Klima, die mediterrane Kultur und nicht zuletzt das Meer möchten viele das ganze Jahr über nicht mehr missen. Mit seinen lebendigen Großstädten wie Madrid oder Barcelona bis hin zum ruhigen Hinterland Andalusiens und den kulturell eigenständigen Inseln, etwa der Balearen, ist es außerdem sehr abwechslungsreich. Was Auswanderer in der neuen Heimat beachten sollten und wie der Schritt ins neue Leben gelingt.

Zahlen und Fakten

Fläche und Lage: Spanien liegt auf der Iberischen Halbinsel und grenzt im Westen an Frankreich sowie im Osten an Portugal. Die nördliche Küste stellt den Zugang zum Atlantik dar, die südliche grenzt ans Mittelmeer.  Die Landesgrenzen umfassen eine Fläche von gut 500.000 Quadratkilometern. Damit ist Spanien größer als Deutschland, aber kleiner als Frankreich.

Bevölkerung: Aktuell beträgt die Zahl der Einwohner Spaniens gut 46 Millionen Menschen, davon gut 6,5 Millionen allein im Großraum Madrid.  Zweitgrößte Stadt ist Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens, dahinter folgen Valencia, Sevilla und Bilbao. Alle fünf Städte sind Millionenstädte. 

Sprache: Im ganzen Land ist Spanisch (Kastillisch) Amtssprache. Zusätzlich gibt es regional weitere Amtssprachen: Katalanisch, Baskisch und Galizisch. Die Stellung der Sprachen ist immer wieder Anlass großer politischer Spannungen im Land und wird zwischen den autonomen Regionen und der Zentralregierung in Madrid einzeln ausgehandelt. 

Währung: In Spanien ist der Euro die offizielle Landeswährung.

Politik: Spanien wird zentralistisch von Madrid aus regiert. Viele der Regionen streben aber regelmäßig mehr politische und kulturelle Selbstbestimmung an. Auch sorgt die unterschiedliche Wirtschaftskraft für politische Spannungen. Anders als in Deutschland, wo die Bundesländer weitgehend gleichberechtigt nebeneinander bestehen und gleiche Rechte und Pflichten haben, handeln in Spanien die Regionen ihren Autonomiestatus einzeln mit Madrid aus. Dementsprechend unterschiedlich fallen die Befugnisse der Regionen aus. Die Staatsform ist die einer parlamentarischen Monarchie.

Spanien: Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Spanien ist Mitglied der EU und damit auch Teil des Schengenraums. Das bedeutet, dass EU-Bürger weder eine Aufenthaltserlaubnis noch eine Arbeitserlaubnis beantragen müssen. Sie dürfen ohne Visum in Spanien einreisen, dort dauerhaft wohnen und arbeiten. Für deutsche Auswanderer bedeutet das: Sie müssen lediglich bei den örtlichen Behörden eine Número de Indentidad de Extranjero (NIE), eine Identitätsnummer für Ausländer, beantragen, wenn Sie sich länger als drei Monate in Spanien aufhalten.

Um eine NIE zu erhalten genügt es, sich ausweisen und einen gültigen Arbeitsvertrag vorweisen zu können. Wer eine Identitätsnummer erhalten hat, kann mit ihr dann beispielsweise ein Bankkonto eröffnen. Die NIE ist gleichzeitig auch die Steuernummer.

Einen Job in Spanien finden

Auswandern Spanien, Wartende Job-Bewerber in einer Büroumgebung, Foto: ty/adobe.stock.com
Wer sich bereits von Deutschland aus bewirbt, kann heutzutage oftmals die Vorstellungsgespräche online erledigen. Manche Firmen bestehen aber auch auf ein persönliches Kennenlernen vor der Vertragsunterzeichnung. Foto: ty/adobe.stock.com

Da viele Stellen inzwischen online ausgeschrieben werden, kann ein Job bereits von Deutschland aus gesucht werden. Ähnlich wie in Deutschland gibt es hierfür mehrere Online-Jobportale. Die Vorstellungsgespräche können dann beispielsweise telefonisch oder per Webcam stattfinden. Wer bereits eine Anstellung beim Auswandern vorweisen kann, ist finanziell abgesichert, schont dadurch seine Reserven und hat außerdem bessere Karten bei der Wohnungssuche.

Wer die spanische Sprache nicht fließend spricht, sollte vor allem nach größeren Firmen Ausschau halten, bei denen im Unternehmen Englisch gesprochen wird. Es kann auch sinnvoll sein, sich bei spanischen Ablegern größerer deutscher Firmen zu bewerben. Hier kann die eigene Muttersprache ein Vorteil bei der Bewerbung sein.

Wie viele andere Staaten Südeuropas wurde auch Spanien hart von der Wirtschaftskrise der 2000er-Jahre getroffen, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Während sich die Arbeitsloßigkeit in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich der Vollbeschäftigung näherte, geht es in Spanien nur deutlich langsamer wieder bergauf. Zwar gibt es Wirtschaftsbereiche, wie etwa den Tourismus, die sich sehr gut entwickeln. Entsprechend groß ist hier jedoch auch die Konkurrenz gut ausgebildeter, einheimischer Arbeitssuchender.

Wer ohne unterschriebenen Arbeitsvertrag auswandern möchte sollte sich daher unbedingt erkundigen, wie gut die Chancen auf eine ausreichend bezahlte Stelle in der anvisierten Branche stehen. Neben dem Tourismus sind auch der Bankensektor, die Telekommunikationsbranche, die Bauindustrie sowie die Landwirtschaft wichtige Felder. Gerade der Banken- und der Bausektor wurden jedoch durch die Wirtschaftskrise stark in Mitleidenschaft gezogen.

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Den Umzug nach Spanien organisieren

Auswandern Spanien, Personen packen Umzugskartons, Foto: Jacob Lund/adobe.stock.com
Wer ausgiebig ausmistet, hat weniger zu verpacken und zu transportieren: Generell unterscheiden sich die Vorbereitungsarbeiten wenig von einem Umzug innerhalb Deutschlands. Foto: Jacob Lund/adobe.stock.com

Ein Umzug nach Spanien unterschiedet sich nicht grundlegend von dem innerhalb Deutschlands. Da alle Gegenstände, die mitgenommen werden sollen, jedoch aufwändig transportiert werden müssen, lohnt sich gutes Ausmisten vor dem Umzug besonders.

Umzugskartonrechner

Prinzipiell kann ein Umzug zwar in Eigenregie geplant und durchgeführt werden. Werden Profis mit dem Umzug beauftragt, sparen sich Auswanderer allerdings jede Menge Stress und Aufwand. Gerade wenn Möbel in größerem Umfang mitüberführt und deswegen ein Lkw gemietet werden muss, ist es oftmals ratsam, eine Spedition zu beauftragen.

Link-Tipp

Wer sich Stress sparen will, kann einen Umzugsberater beauftragen - bereits von Deutschland aus. Dieser kann Ihnen bei der Organisation Ihres Umzugs helfen und die Kosten abschätzen.

Das eigene Auto und der deutsche Führerschein

Auch das eigene Auto kann mitgenommen werden. Zwölf Monate darf es ohne Ummeldung dort weitergenutzt werden. Eine frühere Ummeldung lohnt sich aber steuertechnisch. Die Einfuhr erfolgt ohne weitere Erfordernisse. Natürlich müssen Sie als Halter und Besitzer über den Fahrzeugbrief und -schein verfügen. Bei der nächsten fälligen TÜV-Prüfung in Spanien benötigen Auswanderer dann neben Schein und Brief eine EU-Übereinstimmungsbescheinigung. Der deutsche Führerschein gilt auch in Spanien und muss auch nicht umgeschrieben werden.

Einfuhrbestimmungen und Haustiere

Innerhalb der EU gilt Zollfreiheit. Die eigenen Möbel, Klamotten, Wertgegenstände und alle anderen Gegenstände dürfen sich also genauso frei über die Landesgrenzen bewegen wie die EU-Bürger selbst.

Mitgebrachte Hunde, Katzen und Frettchen benötigen für die Einreise:

  •  eine Tollwutimpfung, deren Wirksamkeit maximal ein Jahr vor Einreise von einem Tierarzt getestet und bestätigt wurde
  • einen Mikrochip, oder eine Tätowierung (bei Tieren die vor dem 3. Juli 2011 tätowiert wurden)
  • einen EU-Heimtierpass
  • einen Gesundheitsbrief des Tierarztes

Versicherungen, Bankkonto, Meldepflicht

Wer seinen Hauptwohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegt, muss sich zunächst in Deutschland abmelden. Laut Paragraf 17 des Bundesmeldegesetzes hat dies innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug zu geschehen. Wer sich in Deutschland abmeldet gibt damit auch jeden Anspruch auf Kindergeld auf und kann nicht mehr ohne Weiteres an hiesigen Wahlen teilnehmen. Dies ist nur noch mit einem gesonderten Antrag möglich.

Krankenversicherung und medizinische Versorgung

Auswandern Spanien, ein Arzt untersuch einen Patienten mit einem Stethoskop, Foto: joyfotoliakid/adobe.stock.com
Wer sich richtig versichert, kann auch in Spanien auf eine gute ärztliche Versorgung bauen. Foto: joyfotoliakid/adobe.stock.com

Die staatliche Seguridad Social  (Sozialversicherung) kombiniert in Spanien Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Im Schnitt sind die Beiträge für Arbeitgeber geringer als in Deutschland – dafür jedoch in vielen Bereichen auch der Leistungsumfang. Zahnärztliche Behandlungen etwa deckt sie gar nicht ab. Wer als Arbeitnehmer festangestellt ist, ist über den Arbeitgeber automatisch versichert.

Wem die Leistungen der Seguridad Social nicht ausreichen, kann sich privat versichern. Dies ist zusätzlich oder in Ergänzung zur staatlichen Sozialversicherung möglich. So können entweder einzelne Leistungen privat dazu gebucht werden oder man wechselt komplett in die Privatversicherung. Die Leistungen und Beiträge unterschieden sich von Versicherer zu Versicherer mitunter erheblich, weswegen sich Auswanderer vor Vertragsunterzeichnung gut über die Konditionen informieren sollten.

Ein Bankkonto eröffnen

Wer dauerhaft in Spanien lebt und über Número de Indentidad de Extranjero (NIE) (Identitätsnummer für Ausländer) verfügt kann problemlos ein Bankkonto bei einem Kreditinstitut eröffnen. Hierfür benötigt er neben der NIE einen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie einen Nachweis über den dauerhaften Wohnsitz, wie etwa ein unterzeichneter Mietvertrag. In der Regel verlangen Banken außerdem Auskunft über das aktuelle Beschäftigungsverhältnis sowie die Höhe des Gehalts. Dies wirkt sich in der Regel auch auf die Kontoführungsgebühren aus. Wer beispielsweise ein Girokonto eröffnet und regelmäßig sein Gehalt darauf ausgezahlt bekommt zahlt keine oder geringere Gebühren.

Rentenansprüche

Beide EU-Staaten, Deutschland und Spanien, haben ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen. Dieses sagt aus, dass beide Länder die Rentenansprüche des jeweils anderen Landes voll anerkennen. Die bereits erworbenen Ansprüche in Deutschland gelten dadurch in vollem Umfang in Spanien.

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Mieten und Kaufen: Der Immobilienmarkt in Spanien

Auswandern Spanien, bunte Häuserfront in Villajoyosa, Foto: allard1/stock.adobe.com
Neben dem Job ist eine passende Unterkunft eine der wichtigsten Herausforderungen beim Auswandern. Wer gleich ein malerisches Häuschen im Örtchen Villajoyosa ergattert, kann sich da schon sehr glücklich schätzen. Foto: allard1/stock.adobe.com

Wer eine geeignete Unterkunft in Spanien sucht, kann damit schon in Deutschland anfangen – unabhängig davon, ob gemietet oder gleich gekauft werden soll. Auch wenn sich vor Vertragsunterzeichnung in jedem Fall ein Besichtigungstermin vor Ort anbietet, kann bereits von Deutschland aus online mit der Suche begonnen werden, um sich einen Überblick über den Immobilienmarkt zu verschaffen. Auf diese Weise kann man sich mit den jeweils üblichen Preisen und der Ausstattung vertraut machen und findet idealerweise vorab schon einige geeignete Objekte.

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Eine Immobilie in Spanien mieten

Eine Wohnung zu mieten ist in Spanien deutlich unüblicher als in Deutschland. Stattdessen besitzen Spanier eher ein Eigenheim. Die Wohneigentumsquote liegt bei knapp 80 Prozent (Stand 2017). Gerade in den Städten gibt es dennoch ein gewisses Angebot an Objekten, so dass sich die Suche lohnen kann – gerade da Neuankömmlinge unter Umständen von den Formalitäten eines Immobilienkaufs als erstem Schritt überfordert sein könnten.

Spanische Immobilien gibt es in jeder nur erdenklichen Ausführung und Ausstattung. Pauschale Aussagen sind daher nicht möglich – gerade im Süden ist es aber nicht unüblich, dass die Außenwände deutlich schlechter isoliert sind als in Deutschland. Mitunter gibt es auch Objekte, die über keinerlei Heizung verfügen. Dies ist aber nur noch bei unrenovierten Altbauten der Fall. Daneben gibt es aber auch Immobilien, die in Sachen Architektur und Ausstattung auf dem neuesten Stand sind. Wie andernorts ist dies in der Regel eine Frage des Mietpreises.

Eine Wohnung finden

Es ist zwar durchaus üblich, dass Eigentümer ihre Immobilien anbieten, indem sie entsprechende „zu-vermieten“-Schilder auf dem Grundstück aufstellen, auf denen ihre Kontaktdaten stehen. Diese Praxis ist für Auswanderungswillige aber eher unpraktisch, da die Suche auf diese Weise erst vor Ort angefangen werden kann – während der Hausrat irgendwo zwischengelagert werden muss. Deswegen ist es ratsam, sich bereits im Vorfeld um eine Auswahl interessanter Objekte zu bemühen, beispielsweise online. Besichtigungen werden ähnlich wie in Deutschland dann individuell vereinbart. Ist man sich einig, kommt es zur Unterzeichnung des Mietvertrags.

Manche Vermieter in Spanien lassen übrigens auf die eher lockere Handhabung eines mündlichen Mietvertrags ein. Eine beidseitige mündliche Zusage ist nach spanischem Recht zwar gültig. Sie hat aber immer den Nachteil, dass im Streitfall schnell Aussage gegen Aussage steht. Hier bietet ein schriftlicher Mietvertrag mehr Sicherheit.

Mieter sollten vor Unterzeichnung des Mietvertrags auch ein Grundbuchauszug des Vermieters eingeholt werden, um sicher zu gehen, dass dieser auch wirklich Eigentümer des angebotenen Objekts ist.

Das spanische Mietrecht

Auswandern Spanien, Häuserfassaden in Madrid, Foto: piet/adobe.stock.com
Gerade in den Großstätten steigt seit einigen Jahren das Angebot von Mietwohnungen – wie hier in Madrid. Foto: piet/adobe.stock.com

In Spanien gelten einige Besonderheiten, die es zu beachten gilt. Da der Tourismus in weiten Teilen Spaniens ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist unterscheidet sich das Mietrecht allgemein in Kurz- und Langzeitmiete. Für Auswanderer ist dabei die Langzweitmiete relevant – für die kurzfristige Vermietung an Urlaubsgäste gelten hingegen andere Bestimmungen.

Nach wie vor bieten spanische Vermieter Immobilien meist für eine befristete Mietdauer an. Aber auch dabei gibt es gesetzliche Vorgaben, wodurch Mieter einigen Schutz genießen und nicht willkürlichen Fristsetzungen ausgeliefert sind. In den meisten Fällen regelt das Ley de Arrendamientos Urbanos (LAU) (Gesetz über städtische Pachtverträge) die Rechtslage bei Mietimmobilien. In diesem Gesetz, das erst Anfang 2019 reformiert wurde, sind genaue Vorgaben für die Rechte und Pflichten der Mieter und Vermieter festgelegt:

  •  Die Dauer der Obligatorischen Verlängerung der Mietverträge beträgt fünf Jahre (vorher drei). Das bedeutet, dass Vermieter einen jährlich befristeten viermal verlängern müssen, wenn dies auch der Mieter wünscht – mit wenigen Ausnahmen. So kann eine Verlängerung verweigert werden, wenn der Vermieter Eigenbedarf anmeldet. Diese Option muss aber im Mietvertrag ausdrücklich genannt werden.
  • Mieterhöhungen durch den Vermieter dürfen während der ersten fünf Jahre der Mietdauer nur an den staatlichen Verbraucherpreisindex angelehnt vorgenommen werden.
  • Die Mietkaution darf eine Monatsmiete betragen. Anders als in Deutschland ist die Art der Hinterlegung geregelt. Der Mieter zahlt die Kaution an eine öffentliche Stelle, die die jeweilige Region stellt. Zusätzlich dazu können weitere Bürgschaften vereinbart werden, die zusätzlich maximal zwei Monatsmieten entsprechen dürfen. werden auf eine Höhe von zwei Monatsmieten begrenzt.
  • Möchte ein Vermieter dem Mieter nach Ablauf der fünf Jahre kündigen, so muss er dem Mieter dies vier Monate im Voraus mitteilen. Umgekehrt hat der Mieter eine Kündigungsfrist von zwei Monaten.
Info

Anders als in Deutschland sieht das spanische Mietrecht keinen generellen Anspruch auf eigenständige Mietminderung durch den Mieter vor. Selbst bei groben Mängeln darf ein Mieter die Zahlung also nicht eigenständig verringern oder gar ganz einstellen. Lediglich wenn Teile oder die komplette Immobilie unbewohnbar ist, gibt es unter Vorgabe genauer Regelungen die Möglichkeit, die Miete anteilig zu mindern. Dies sollte aber nur unter Rücksprache mit einem Fachanwalt oder eines Mieterverbandes geschehen. Denn mindert ein Mieter unerlaubt oder in zu großem Umfang die Miete eigenständig, kann dies dem Vermieter im ungünstigsten Fall sogar als Kündigungsgrund in die Karten spielen.

Mietkosten

Die Grundkosten – also die Kaltmiete – unterscheidet sich je nach Objekt und Lage mitunter enorm. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass insbesondere die Großstädte, die küstennahen Regionen, die Inseln und alle touristisch interessanten Regionen mit hohen Mieten aufwarten während es günstiger wird, je kleiner, touristisch unbedeutender und weiter im Landesinneren der Wohnort liegt.

Zur Kaltmiete kommen noch die Nebenkosten hinzu. Diese unterschieden sich in die Servicios Individuales (individuelle Gebühren) und die Gastos Generales (allgemeine Betriebskosten). Zu den Servicios Individuales zählen Strom-Wasser- und Gaskosten, die individuell abgerechnet werden. Die Gastos Generales umfassen hingegen Kosten für Hausmeister oder Gärtner, die Müllabfuhr oder beispielsweise Reinigungskosten von gemeinschaftlich genutzten Bereichen des Hauses. Zwar können diese regelmäßigen Kosten zur Reinigung und Pflege der Immobilie auf den Mieter umgelegt werden. Genau wie in Deutschland ist für Reparaturen und Instandhaltungen des Objekts der Vermieter zuständig.

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Eine Immobilie in Spanien kaufen

Auswandern Spanien, Häuserfront in Bilbao,  Foto: jon_chica/adobe.stock.com
Wer dauerhaft auswandert, kann sich auch über einen Immobilienkauf Gedanken machen. Wer aber beispielsweise eine Eigentumswohnung im Zentrum Bilbaos erstehen will, sollte über die nötigen finanziellen Mittel verfügen. Foto: jon_chica/adobe.stock.com

Wer auf Dauer in Spanien leben möchte, kann darüber nachdem, sich eine eigene Immobilie zu kaufen. Dabei gibt es einige bürokratische Fallstricke und nicht zuletzt die sprachlichen Hürden zu beachten. Wer sich trotzdem für den Schritt entscheidet, sollte sich umfassend informieren – und am besten einen möglichst unabhängigen Berater vor Ort haben, beispielsweise einen Rechtsanwalt oder Übersetzer. Denn die spanische Bürokratie kann es in Umfang und verklausulierter Sprache mindestens mit der Deutschen aufnehmen.

Anschließend muss eine passende Immobilie gefunden und der Kaufvertrag aufgesetzt werden. Nach Unterzeichnung müssen außerdem Steuern und Abgaben bezahlt und die Besitzübertragung urkundlich abgeschlossen werden.

Fazit: Sprachkenntnisse erleichtern Einwanderung

Wer vorhat nach Spanien auszuwandern, sollte nicht der Illusion vom dauerhaften Urlaubsleben erliegen. Gerade die bürokratischen Hürden sind nicht zu unterschätzen und der Arbeitsmarkt ist in vielen Branchen nach wie vor deutlich angespannter als in Deutschland. Wer aber die Anforderungen erfüllt, die Hürde der Jobsuche hinter sich gebracht und eine passende Immobilie gefunden hat, kann den Traum vom Auswandern dauerhaft in die Realität umsetzen. Wer vor Ort nicht in einer Sprachblase gefangen bleiben will, sollte sich außerdem möglichst frühzeitig darum kümmern, die eigenen Sprachkenntnisse zu erweitern. Spanischkurse können bereits in Deutschland an zahlreichen Einrichtungen belegt werden. Wer sich auf Land und Leute einlässt, lernt anschließend vor Ort aber am schnellsten und authentischsten, sich in der Sprache der neuen Wahlheimat zu verständigen.

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