Besichtigungstermine während Corona: Das sind die Regeln der Bundesländer

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Für Wohnungsbesichtigungen gibt es derzeit keine bundesweit einheitlichen Regelungen. Ein Überblick, welche Regeln in den jeweils 16 Bundesländern gelten.

Lockerungen, eine Frau mit einem Telefon und Mundschutz hinter einer Glasscheibe.
In Deutschland wurden in allen 16 Bundesländern die Corona-Maßnahmen gelockert. Doch in jedem Land wird es anders ausgelegt. Foto: iStock.com/martin-dm

Nach den Aufhebungen der Ausgangsbeschränkungen dürfen sich Personen in allen Bundesländern wieder ohne triftigen Grund vor die Tür begeben. Was das für Wohnungsbesichtigungen in den einzelnen Ländern bedeutet.

Baden-Württemberg

Wohnungsbesichtigungen sind in Baden-Württemberg erlaubt. Auf Anfrage von immowelt beim Wirtschaftsministerium des Landes heißt es: „Da sie zur Ausübung der Maklertätigkeit erforderlich sind, gibt es unserer Auffassung nach keine Personenbegrenzung (§ 3 Abs. 3 Corona-VO). Es gelten die allgemeinen Hygienestandards: insbesondere das Abstandsgebot (§ 4 Abs. 4 Corona-VO).“ 

Bayern

Das Land Bayern hält die Antwort knapp. "Wohnungsbesichtigungen sind möglich", heißt es auf Anfrage von Seiten des Innenministeriums. Das deckt sich mit den allgemeinen Richtlinien, die das Land im Internet präsentiert. Zudem hieß es vom Innenministerium: "Für Besichtigungen von leeren Wohnungen sollte die Regel sogar ‚Hausstand + 1‘ gelten“. Das heißt, anstatt Einzelbesichtigungen können eine gemeinsam lebende Familie oder Mitglieder einer Wohngemeinschaft mit einem Makler oder Vermieter die Wohnung besichtigen.

Brandenburg

Seit 9. Mai gilt in Brandenburg die Zwei-Haushalts-Regel. Personen aus unterschiedlichen Haushalten dürfen sich demnach wieder treffen. „Das bedeutet beispielsweise für Paare, die noch nicht in einem gemeinsamen Haushalt wohnen, dass sie jetzt zusammen mit einem Makler Besichtigungen wahrnehmen dürfen“, sagt Gabriel Hesse, Leiter der Pressestelle des Gesundheitsministeriums und Coronakrisenstabs Brandenburg. Das war zuvor nicht möglich.

Bremen

„Besichtigungen sind möglich“, sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsamtes Bremen. Er verweist auf die Coronarichtlinien des Landes. Paragraf 12 regelt für Dienstleistungen und Handwerk, dass die Leistungen erbracht werden können, wenn der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Überall wo das nicht der Fall ist, sind Mund- und Nasenschutzmasken Pflicht. Wohnungsbesichtigungen schließt er da mit ein.

Hamburg

Es liegt noch keine Antwort vor.

Hessen

Besichtigungen sind erlaubt. „Wohnungsbesichtigung gehören in Hessen zu betrieblichen oder gewerblichen Dienstleistungen“, heißt es auf Anfrage beim zuständigen Wirtschaftsministerium Hessens. „Deswegen gelten hier keine Verbote. Jedoch ist immer der 1,5 Meter-Abstand einzuhalten sowie Mund- und Nasenschutz.“

Mecklenburg-Vorpommern

Die Staatskanzlei verweist auf das Bürgertelefon, das in diesem Fall auch Presseanfragen beantwortet. Dort heißt es: Für in Mecklenburg-Vorpommern ansässige Makler, Vermieter etc. gibt es keine Besichtigungsverbote. Es müssen die Hygienemaßnahmen und 1,5 Meter Abstand eingehalten werden. Einzig Makler, die aus fremden Bundesländern anreisen, müssen den Gewerbeschein mit sich führen, damit sie nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen dürfen (Stand: 8. Mai 2020).

Niedersachsen

In Niedersachsen sind Wohnungsbesichtigungen klar geregelt. „Leerstehender Wohnraum darf natürlich besichtigt werden, auch dies aber bitte nur einzeln oder als Paar und nicht wie oftmals praktiziert in Gruppenbesichtigungen“, heißt es vom Land Niedersachsen. Mit Blick auf die Kontaktbeschränkungen ist die Besichtigung einer noch bewohnten Wohnung nur wenn notwendig zulässig. Dann soll nur einer der bisherigen Bewohner oder ein Makler bei der Besichtigung anwesend sein und nur eine Person oder das Paar, das die Wohnung besichtigt. Dabei muss der notwendige Mindestabstand eingehalten werden.

NRW

Es liegt noch keine Antwort vor.

Rheinland-Pfalz

Wohnungsbesichtigungen sind laut des Corona-Kommunikationsstabs der Landesregierung – der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz – möglich. Aber unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. „Die Anzahl der Besichtigungsteilnehmer ist auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren.“ Das Tragen einer Maske sei dringend angeraten. 

Saarland

„Wohnungsbesichtigungen sind nach der Verordnung zur Bekämpfung der Coronapandemie gestattet“, heißt es auf Anfrage beim Gesundheitsministerium des Landes. „Im privaten sowie im öffentlichen Raum können sich Angehörige des eigenen Haushalts, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister und Geschwisterkinder gemeinsam aufhalten.“ Zusätzlich könne man sich mit Angehörigen aus einem weiteren Haushalt treffen. Die Anzahl der Personen sei abhängig von der Haushaltsgröße.

Sachsen

Wohnungsbesichtigungen sind grundsätzlich möglich. Jedoch sollte insbesondere bei noch bewohnten Wohnungen auf das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung und auf die Abstandsregelungen geachtet werden, heißt es vom Land Sachsen.

Sachsen-Anhalt

Das Land erlaubt Wohnungsbesichtigungen. „Bei einer Besichtigung handelt es sich weder um eine Reise mit touristischem Zweck, noch mit Freizeitzweck, sondern um einen gewerblichen Zweck, weil sie im Rahmen der Anbahnung eines Kaufes oder einer Entscheidung zur Miete und damit der Niederlassung im weitesten Sinne ist und der Verwirklichung der freien Wahl des Wohnortes dient“, heißt es vom Sozialministerium Sachsen-Anhalt.

Schleswig-Holstein

Prinzipiell sind Wohnungsbesichtigungen erlaubt, wenn die derzeit allgemein gültigen Vorgaben in Schleswig-Holstein eingehalten werden. „Hier sind Menschenansammlungen in jedem Fall zu vermeiden“, sagt Tim Radke, Sprecher des Innenministeriums Schleswig-Holstein. „Die Abstands- und Hygieneregeln müssen dabei beachtet werden, empfohlen wird auch das Tragen eines Mund-Nasenschutzes, gerade dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann.“

Thüringen

Wohnungsbesichtigungen sind in Thüringen erlaubt. „Wenn die teilnehmenden Personen zum einen die Abstandsregeln von 1,5 Metern zueinander einhalten und nur Personen des eigenen häuslichen Umfeldes – also Paare oder Familien – plus der Makler an dem Besichtigungstermin teilnehmen“, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei hierfür ebenfalls zu empfehlen.

11.05.2020


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2 Kommentare

dreamteam am 14.05.2020 21:18

Wir ziehen zum 1.7. um.

Mein Sohn ist Risikopatient, was auch ärztlich bescheinigt ist.

(Er darf auch nicht zur Schule)

Meine Frage : Müssen wir nun überhaupt Wohnungsbesichtigungen durch Vermieter + Kunden dulden???

Mir ist bewusst, dass die Wohnung möglichst zum 1.7. weitervermietet werden soll..

Dennoch möchte ich mein Kind nicht unnötigen Gefahren aussetzen.

auf Kommentar antworten

Syranite am 23.05.2020 18:09

In so einem Fall würde ich die Wohnungsbesichtigung definitiv verweigern. Eine Wohnung kann heutzutage auch virtuell besichtigt werden. Entsprechende 360° Kameras kosten wenige hundert Euro und die sollte sich dann jeder Makler doch noch leisten können. Der Mieter kann dann selbst von jedem Zimmer so ein 360 Grad Bild machen und die Interessenten können sich die Wohnung zu Hause am PC ohne Infektionsrisiko anschauen. Die wirtschaftlichen Interessen des Vermieters stehen in Zeiten von Corona, wie in allen anderen Bereichen auch, hinter der körperlichen Unversehrtheit jedes einzelnen an!


immowelt-Redaktion am 15.05.2020 11:11

Hallo dreamteam,

die aktuellen Corona-Regelungen lassen Wohnungsbesichtigungen, sofern es keine Massenbesichtigungen sind, zu. Der Vermieter hat auch ein berechtigtes Interesse daran. Leider gibt es keine Detail-Regelungen darüber, wie zu verfahen ist, wenn der aktelle Mieter Risikopatient ist. Wenn sich die besichtigungen nicht vermeiden lassen, sollten SIe versuchen, mit dem Vermieter ein Vorgehen zu vereinbaren, das das Risiko minimiert bzw. ausschaltet. Am einfachsten dürfte es sein, wenn der Sohn mit einem Elternteil während der Besichtigungen an einem anderen, sicheren Ort weilt, während nur der andere Elternteil anwesend ist, alternativ könnten Sie vorschlagen, dass alle Beteiligte sichere Masken targen müssen und nichts anfassen.

Beste Güße

die immowelt-Redaktion

Berthold und Luis am 11.05.2020 14:23

Das Haus in Langen Hessen, die wir mieten seit 20 jahren, wird verkauft. Wir haben aber keine Kundigung bid jetzt gegriekt. Der Makler will schon mit Kunde unsere Haus besichtigen. Auf Grund Coronavirus-Infektion und Weil ich Zum Gerhardgrupe gegoehre, Wir wollen keine frende Leute in Haus herein lassen.

Darft der Makler trozden das Haus mit mehrer Kunden besichtigen? Und mit welche Begrenzen?

auf Kommentar antworten

Syranite am 23.05.2020 17:58

Ich würde keine fremden Personen in Zeiten von Corona in meinen persönlichen Wohnraum lassen. Das hätten die Makler und die Immobilienbranche zwar gerne aber solange ein Infektionsrisiko besteht kann man niemanden so eine Besichtigung zumuten. Wird von Seiten des Vermieters trotzdem darauf bestanden würde ich von jedem der die Wohnung betreten will einen negativen Test verlangen welcher nicht älter wie 3 Tage ist.


immowelt-Redaktion am 12.05.2020 10:23

Hallo Berthold und Luis,

im deustchen Mietrecht gilt der Grundsatz: Kauf bricht nicht Miete (BGB § 566): "Wird der vermietete Wohnraum nach der Überlassung an den Mieter von dem Vermieter an einen Dritten veräußert, so tritt der Erwerber anstelle des Vermieters in die sich während der Dauer seines Eigentums aus dem Mietverhältnis ergebenden Rechte und Pflichten ein." Theoretisch könnte aber der Käufer - aber erst dann, wenn er im Gundbuch als neuer Eigentümer eingetragen ist - allerdings wegen Eigenbedarf kündigen, so dieser vorhanden ist.

Grundsätzlich sind durch die Lockerungen wieder Besichtigungen möglich; allerdings sollten Sie darauf bestehen, dass keine Massenbesichtigungen stattfunden. Vieleicht lässt sich ja eine Lösung finden, die berücksichtigt, dass SIe zur Risikogruppe gehören, z.B., dass Sie während der Beischtigung abwesend sind oder dass Ihnen FFP3-Masken gestellt werden.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion