Corona – Wie Peter Tiehen die Krise in Erfolg ummünzt

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Die Coronapandemie verlangt Immobilienprofis Mut, Durchhaltevermögen und Innovationen ab. Wir haben mit immowelt Kunden Peter Tiehen aus Meppen darüber gesprochen, wie er die Krise bewältigt.

Peter Tiehen in seinem Büro
Peter Tiehen, Geschäftsführer der Immobilien Tiehen oHG in Meppen, stellt mitten in der Coronapandemie zusätzliches Personal ein - ein Zeichen dafür, dass er den richtigen Weg eingeschlagen hat. Foto: Tiehen

„Wir haben derzeit wirklich gut zu tun.“ Mit dieser Aussage überrascht Peter Tiehen, Inhaber des Maklerbüros aus Meppen, nicht nur seine Konkurrenz. Während in der Coronakrise Millionen Menschen um ihren Job bangen und Firmen an den Rand der Existenz gedrängt werden, geht sein Geschäft sogar gestärkt aus der Coronakrise hervor, hat eine sehr gute Auftragslage. Er muss sogar sein vierköpfiges Mitarbeiterteam kurzerhand aufstocken, die Bewerbungsgespräche sind in vollem Gange.

Gerechnet hat er mit diesem Erfolg nicht, vielmehr machte er aus der Not eine Tugend. Als nach dem Lockdown über drei Wochen die Telefone stillstanden und Aufträge ausblieben, musste er sich unweigerlich die Frage stellen: „Wie mache ich jetzt weiter?“. 360-Grad-Rundgänge, Live-Videos? Was in Großstädten vielleicht funktioniert und Kunden generiert, muss im ländlichen Raum nicht unbedingt aufgehen.

Werbung auf allen Ebenen

Tiehen schlug deswegen einen anderen Weg ein, entschied sich bewusst gegen Videos. Stattdessen forcierte er seine Marketingmaßnahmen auf allen Ebenen. „Ich ging volles Risiko“, sagt Tiehen. „Wir nahmen viel Geld in die Hand und kauften die immowelt Produkte, haben zudem jede Zeitung und alle Sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram mit Anzeigen bepflastert“, sagt Tiehen. „Jeder, der im Umkreis gesucht hat, musste am Ende zwangsläufig auf uns stoßen.“ 

Der 43-Jährige hatte wenig zu verlieren: „Nichts zu tun war keine Alternative“, sagt er. Zu Beginn der Coronakrise musste Tiehen aber auch die Besichtigungsfrage klären. Durch die Kontaktbeschränkung waren viele Makler verunsichert. Tiehen nahm Kontakt zum Gesundheitsamt auf, ließ sich eine Bescheinigung ausstellen, die ihm Besichtigungen in Niedersachsen unter strengen Auflagen erlaubte. Damit die Hygieneregeln auch befolgt werden konnten, hat er Handschuhe, Schuhüberzieher und Masken an alle Interessenten verteilt. 

Der Kunde ist König

Sein Mut hat sich offenbar ein zweites Mal ausgezahlt. Wie schon vor drei Jahren, als er plötzlich die Branche wechselte. 20 Jahre lang arbeitete er zunächst bei der Sparkasse Emsland, durchlief dort eine Bilderbuchkarriere, angefangen mit dem Studium zur Betriebswirtschaft innerhalb der Sparkassenorganisation bis hin zu 13 Jahren erfolgreicher Filialleitung. Dann der große Schritt, raus aus der gewohnten Umgebung, rein in die Immobilienbranche. „Ich brauchte eine neue Herausforderung“, sagt Tiehen rückblickend. Das Maklerwesen war ihm ohnehin in die Wiege gelegt – sein Vater betrieb schließlich 50 Jahre lang ein Maklerbüro, das mittlerweile Tiehens älterer Bruder führt. 

So startete Tiehen am 1. Mai 2017 sein Abenteuer, zuerst noch gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder, der aber Ende 2018 aus privaten Gründen ausschied. Sie hatten zu Beginn keine Kunden, keine Objekte. „Wir wollten es ganz alleine schaffen, haben bei „Null“ angefangen“, sagt Tiehen. 

Sein größter Trumpf blieb das Credo, dass ihn schon 20 Jahre lang bei der Sparkasse zum Erfolg führte. Das Wohl des Kunden muss im Zentrum seiner Arbeit stehen. Das würde ihn auf dem Immobilienmarkt auch von der Konkurrenz deutlich abheben, so seine Überzeugung. Sein Alleinstellungsmerkmal beschreibt er mit einem A-bis-Z-Angebot. „Ich bin ein Kümmerer“, sagt er. „Wir sind bei der Hausübergabe dabei, bereiten Ab- und Ummeldung vor, Bauen die Objekte auf Kundenwunsch um“, sagt Tiehen.

Er macht professionelle Fotoaufnahmen, holt Angebote von lokalen Firmen ein, selbst wenn es für ein 200 Kilometer weit entferntes Objekt ist. „Ich übernehme alles: Ich überwache die Handwerkerarbeiten bis hin zum Home Staging.“ Dieser Rundum-Service sei ein fester Bestandteil seiner Arbeit, um maximalen Erfolg zu garantieren. Ob vor, während oder nach der Krise.


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1 Kommentar

007@022 am 05.06.2020 17:21

schöne Worte die in der Praxis nicht zum Erfolg führen, denn das Problem der Makler ist weniger die Vermittlung an Käufer, - sondern die Generierung von neuen Objekten zur Vermittlung, die tendiert besonders im ländlichen Raum gegen "0".

Wer keine oder oft viel zu teuere Immobilien im Bestand hat, - kann auch nichts vermitteln. Der Markt ist "leer".

Das "Maklersterben" hat längst begonnen, der Beruf des Maklers ist langfristig zum Sterben verurteilt.

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