So gelingt der Umzug während der Coronakrise

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Corona beschäftigt Deutschland weiterhin. Trotz erster Lockerungen gilt es immer noch einiges zu beachten. Doch was bedeutet das für den geplanten Umzug? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Corona, Umzug, Paar sitzt auf dem Boden und hat Kartons auf dem Kopf auf die Fragezeichen gemalt sind, Foto: alphaspirit/stock.adobe.com
Umziehen trotz Coronapandemie? Das ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Foto: alphaspirit/stock.adobe.com

Die Wohnung ist gekündigt, der Umzug längst geplant. Doch Corona bestimmt weiterhin unseren Alltag in Form von Einschränkungen. Die ersten Bundesländer haben diese seit dem 6. Mai gelockert und die Ausgangsbeschränkungen sind bis auf Weiteres beendet. Zum Beispiel ist es in Bayern nun erlaubt sich mit direkten Verwandten zu treffen, wie Eltern oder Geschwistern. Sachsen-Anhalt erlaubt sogar Treffen von fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten. Freunde und Verwandte dürfen wieder beim Umzug helfen, wenn sie dabei nicht gegen die Kontaktbeschränkung ihres jeweiligen Bundeslandes verstoßen.

Was bedeutet das nun für den geplanten Umzug? Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Darf ich trotz Corona umziehen?

Grundsätzlich darf ein Umzug stattfinden. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Personen des umziehenden Haushaltes nicht in Quarantäne befinden und der Umzug innerhalb Deutschlands stattfindet.

Dürfen Umzugsunternehmen und Spediteure noch arbeiten?

Ja, Umzugsunternehmen dürfen weiterhin arbeiten. „Umziehende müssen sich derzeit wegen ihres Umzugs keine Sorgen machen“, sagt Dierk Hochgesang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ). Zumindest solange der Umzug in Deutschland stattfindet. In viele europäische Länder seien Umzüge dagegen nicht möglich. Ganz besonders gelte dies für Überseeumzüge. „Falls solche Umzüge geplant sind, sollten sich die Umziehenden möglichst zeitnah mit ihrer Möbelspedition abstimmen."

Müssen bei einem Umzug alle Masken tragen?

Der Verband der Möbelspediteure weist darauf hin, dass es bei der Durchführung der Umzüge zu einigen ungewöhnlich erscheinenden Maßnahmen kommen kann. So müssen im Zweifel Fahrzeuge regelmäßig desinfiziert werden, wie Oliver Hauer, Geschäftsleiter der Jüngling Möbelspedition, dem Schwarzwälder Boten erklärt. Das Personal werde mit Handschuhen ausgestattet und auf mehrere Fahrzeuge verteilt. Zudem können die Möbelspediteure teilweise die eingesetzten Verpackungsmaterialien aus Gründen der Hygiene nicht mehr zurücknehmen. Diese müssen gegebenenfalls vom Kunden entsorgt werden.

Können geplante Umzüge noch storniert oder verschoben werden?

Das ist vertraglich festgehalten und kommt deswegen auf den Einzelfall an. Es lohnt der Blick in die AGB. Da kein Arbeitsverbot herrscht, können die meisten Umzüge ja durchgeführt werden. Anders ist es, wenn eine Person infiziert oder in Quarantäne ist oder wenn der Umzug in einer vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Region stattfindet.

Dürfen Privatpersonen beim Umzug helfen?

Grundsätzlich ja, Privatpersonen dürfen wieder helfen, jedoch nur mit Einschränkungen. Uneingeschränkt helfen dürfen professionelle Umzugsfirmen beziehungsweise alle im Haushalt lebenden Personen.

Lockerungen vom 6. Mai: Die Kontaktbeschränkungen wurden grundsätzlich bis zum 5. Juni verlängert. Allerdings einigten sich Bund und Länder darauf, dass sich demnächst wieder Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen. Zum Beispiel zwei Familien, zwei Paare oder die Mitglieder aus zwei Wohngemeinschaften. Weiterhin muss aber ein Abstand von 1,50 Metern zueinander eingehalten werden. Umsetzung ist hierbei Ländersache. Aus diesem Grund gibt es kein einheitliches Datum, wann die Regelungen in Kraft treten. Was bereits in Nordrhein-Westfalen möglich war, ist es demnächst auch in Bayern: Direkte Verwandte, auch aus verschiedenen Haushalten, dürfen als Umzugshelfer eingesetzt werden.

Im Zweifel sollten Umzugswillige zuerst das zuständige Ordnungsamt kontaktieren.

Parkflächen für Umzugsunternehmen

Wer noch keine Halteverbotszone für den Umzugswagen angefordert hat, scheitert damit womöglich an der Überlastung der entsprechenden Behörde. Zudem sind wegen der verhängten Ausgangsbeschränkung mehr Fahrzeuge als üblich in den Wohngebieten abgestellt. „Wenn möglich, weisen Sie die Fahrzeugbesitzer darauf hin, dass Sie umziehen und bitten sie, die Flächen für den erforderlichen Lkw freizumachen“, schlägt Dierk Hochgesang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik vor.

Ich oder ein Familienmitglied ist in Quarantäne oder infiziert, was nun?

Wer infiziert ist, unter Quarantäne steht oder sich vor kurzem in einer vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Region aufgehalten hat, sollte seinen Möbelspediteur umgehend informieren. Das gilt auch, wenn ein Verdacht auf eine Infizierung im unmittelbaren Umfeld besteht. Der Spediteur wird prüfen, ob der Umzug wie geplant stattfinden kann oder ob eine Verschiebung des Umzugstermins sinnvoller ist.

Ich stehe unter Quarantäne, darf ich trotzdem umziehen?

Nein. Das regelt allein schon die Quarantänemaßnahme des Robert-Koch-Instituts. Wer in Quarantäne ist, darf die Wohnung 14 Tage lang nicht verlassen. Es sei denn, das Gesundheitsamt gibt die ausdrückliche Erlaubnis.

Bleibt die Buchung für Leihwagen bestehen?

Die Autobranche, insbesondere die Vermieter, leiden enorm unter der Coronakrise. Ein geplanter Umzug scheitert aber aktuell nicht an fehlenden Leihfahrzeugen, die Autovermietung Robben & Wientjes schildert auf ihrer Homepage beispielsweise, dass alle Stationen wie gewohnt geöffnet seien.

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko bei einem Umzug?

Das Ansteckungsrisiko ist so hoch oder gering, wie sonst auch. Deswegen gelten die bekannten Hygieneregeln: keine Hände schütteln, nicht ins Gesicht fassen, Hände waschen und Abstand halten. Möbelstücke sollten demnach einzeln getragen werden, bei großen und schweren Gegenständen regelt sich der Abstand oft von allein. Es helfen zudem Handschuhe. Umzugskartons sind meistens neu, auf denen sollte demnach kein Erreger sein. Alte Kartons lagern oft über Jahre hinweg im Keller oder auf dem Dachboden – auch sie sollten also keine Erreger übertragen. Die Möbelstücke könnten aber mit Haushaltsreiniger abgewischt werden.

Ämter überlastet - keine Meldebestätigung: Was passiert mit Sonderkündigungsrechten?

Wer umzieht, muss sich innerhalb von zwei Wochen ummelden. Zudem bekommt man vom Anwohnermeldeamt eine Meldebestätigung, mit der man bei Telefon- und Internetanbieter sein Sonderkündigungsrecht für die alte Anschrift geltend machen kann. Derzeit sind die Ämter aber oft geschlossen oder überlastet. "Der Kunde muss den Wohnortwechsel nachweisen. Das muss aber nicht zwingend durch die Ummeldebestätigung geschehen. Denkbar ist beispielsweise die Vorlage des neuen Mietvertrages sowie der Kündigungsbestätigung des Altvertrages oder eine eidesstattliche Versicherung", heißt von der Verbraucherzentrale Hamburg auf Nachfrage.

Christian Gimbel, Geschäftsführer der Umzugsauktion Verwaltungs GmbH

Bei Umzugspreisvergleich.de – einem Partnerportal von immowelt – arbeiten von den rund 550 angeschlossenen Umzugsfirmen fast alle weiter. Laut Geschäftsführer Christian Gimbel gibt es sogar ein Auftragsplus in manchen Regionen. In einem Interview auf Umzugspreisvergleich.de erklärt er, ob Umzüge jetzt kurzfristig noch abgesagt werden können und wie sich die Arbeit der Spediteure durch Corona verändert hat.

Interview jetzt lesen

08.05.2020


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6 Kommentare

Volker am 23.04.2020 16:52

Meine Tochter zieht in Nordrhein-Westfalen um. Meine Firma ist in Sachsen-Anhalt ansässig. Kann ich zwei meiner Kollegen am ersten Mai-Wochenende zur Hilfe in das andere Bundesland fahren lassen ?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 24.04.2020 09:18

Hallo Volker,

bei strenger Auslegung der aktuellen Regelungen wäre das unzulässig.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Manuela am 03.04.2020 10:59

Hallo,

wir haben das Problem, daß wir von Bayern nach Österreich umziehen. Die neue Wohnung ist bereits gemietet, ab Mai besteht der Mietvertrag und wir müssen doppelt zahlen, für das Haus in Bayern und die Wohnung in A. Aktuell können wir ja gar nicht ein- bzw. ausreisen. Der Umzug selbst soll über eine Spedition abgewickelt werden...geht das überhaupt?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 03.04.2020 11:36

Hallo Manuela,

der Umzug könnte tatsächlich ein Problem werden, wenn eine EInreise nicht möglich ist. Umzugsunternehmen dürfen weiterhin innerhalb deutschlands arbeiten, ob diese aber einen Umzug ins Ausland machen dürfen, hängt sicher auch von den jeweiligen Landesregelungen ab. Hier sollten Sie bei der Spedition nachhaken.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

patrick am 02.04.2020 19:43

Hallo,

1 mei krijgen wij de sleutel aan ons nieuwe huis in Ringe Duitsland.

Nu is onze vraag is het mogelijk om ons in te schrijven en mag er evt een schilders bedrijf in het huis komen spuiten.

En de belangrijkste vraag mogen we verhuizen?

Met vriendelijke groet fam dirks

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 03.04.2020 10:55

Hallo Patrick,

die Regelungen hierzulande sehen vor, dass Handwerksfirmen und Umzugsunternehmen zwar weiterarbeiten dürfen, die sozialen Kontakte zwischen Pivatpersonen aber eingeschränkt sind. So ist ein Umzug innerhalb Deutschlands mit mehreren Freunden als Helfer eher nicht zulässig, aber ein Umzugsunternehmen darf man beauftragen.

Bewegung ist möglich, allerdings keine Gruppenbildungen. Hier unterscheiden sich die Regelungen je nach Bundesland etwas. In Bayern z.B. darf man nur mit Mitgliedern des eigenen Haushalts spazieren gehen, in anderen Bundesländern ist das nicht ganz so streng.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

micheledykta3@gmail.com am 01.04.2020 18:46

Hi Ich wollte am 31.3.20 von der Schweiz nach Berlin umziehen I

Ich wollte nach Berlin fliegen und meine Umzugskartons wären mit der Mitfahrmöbelzentrale mit gefahren d.h bei jemandem der nach Berlin zieht wären meine Umzugskartons dabei geladen worden nun fällt alles ins Wasser ich hänge hier fest in Rheineck in einer kleinen Pension bei einer kleinen Umzugs Firma und hoffe auf irgend ein anderes Tag meine Pension in Berlin musste ich auch absagen wie sieht es aus kann ich nach Berlin umziehen ich bin britischer Staatsbürger mit kein gültiges Aufenthalt mehr für die Schweiz die ich aber in Berlin neu beantragen wollte ja was passiert jetzt mit mir

Leider ist hier dir einzige Möglichkeit eine Frage zu stellen danke

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 02.04.2020 12:29

Hallo micheledykta3,

für britische Staatsbürger gelten (noch) die Personenfreizügigkeitsregelungen der EU, d.h. derzeit brauchen Sie (noch) keine Aufenthaltserlaubnis. Wenn Sie es also schaffen, nach Berlin zu kommen, können Sie da bleiben.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Anja Roth am 01.04.2020 13:40

Wir haben auch Probleme! Wir haben jetzt nach über 1 Jahr endlich einen Käufer für unser Haus in Bayern gefunden. Der Käufer hat sein Vermögen im Ausland, das Geld war dank Corona in seiner Heimat eingefroren! Jetzt muß das Haus bis 30.08.20 geräumt sein, sonst zahlen wir Strafe! Wir haben nur noch Arbeitslosengeld + kleine Rente, den Mietern wird per Gesetz geholfen, was ist mit uns? Wir bekommen das Geld erst im SEPTEMBER! Unsere Kosten laufen weiter, wir müßen Häuser in anderen Bundesländern besichtigen, weil Bayern zu teuer ist, die Regierung stellt uns keinen Passierschein aus! Was tun und woher bekommen wir finanzielle Unterstützung?

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Bianca Lorenz am 01.04.2020 15:53

Das tut mir sehr leid, Frau Roth. Leider bin ich aber nur selbst eine Betroffene, also keine Juristin. Aber wäre es in Ihrem Fall nicht doch möglich, mit dem neuen Besitzer zu sprechen, ob er Ihnen noch eine Frist geben kann? Wenn er selbst das Geld erst im September zahlt, warum sollten Sie das Haus dann bis zum 30.8. geräumt haben? Ich würde eine Anzahlung von ihm verlangen, damit Sie Ihre Kosten decken können und bis dahin eine andere Wohnung finden und finanzieren können. Auch verstehe ich nicht, warum sein Geld wegen Corona eingefroren war. Das wäre mir neu. Die Geldwege / Banken funktionieren doch noch. Vielleicht ist das auch nur eine Ausrede? Hier würde ich mich mal schlau machen, ob das überhaupt rechtens ist. Denn am Ende sitzt der neue Besitzer in Ihrem Haus und zahlt nicht. Das ist, glaube ich, das Hauptproblem. Ich bin aber sicher, dass Sie bis Juni/Juli wieder nach Bayern dürfen und das Haus ausräumen können. Sie brauchen ja vorher auch noch eine Wohnung oder ein anderes Haus, um die Sachen unterzubringen. Oder geben Sie alles weg? Dann können Sie einfach ein Entrümpelungsunternehmen beauftragen. Die erledigen das für Sie in kurzer Zeit.


Bernd am 01.04.2020 19:32

Bis 30.08.2020 sollte das Thema durch sein. Zwar weiß man das nicht ganz genau, aber in China, die 2 Monate früher dran waren, gingen 70 Tage nach dem Erstfall, und 21 Tage nach Ausgangssperren und Reiseverbot die Zahlen der Neuinfizierten dramatisch, um 95% zurück. Diese Epidemie bricht also mit dem gleichen atemberaubenden Tempo in sich zusammen wie sie ausgebrochen ist. Sobald wir die Spitze erreicht haben kann man sich mit dem Taschenrechner ungefähr ausrechnen wann es vorbei ist. Wäre es Ende April (wovon ich schätzungsweise nach den Erfahrungen auch Asien/China ausgehe) wäre das Thema im Juli durch, und wir wären wieder im Normalzustand.

Seien Sie froh dass Sie rechtzeitig verkauft haben. Denn Erfahrungen mit SARS 2003 in Hongkong zeigen, dass Immobilienpreise in so einer Krise um bis zu 40% abstürzen könnten (nicht müssen, aber es ist möglich). Ers später steigen sie dann wieder auf das alte Niveau, falls Inflation kommt noch höher. Wenn Sie im Juli neu kaufen, werden Sie mit etwas Glück deutlich niedrigere Preise vorfinden als jetzt, selbst in Bayern.

Die Suche können Sie ja erst mal von zu Hause aus per Internet starten, und potenzielle Verkäufer stehen ja vor dem gleichen Problem. Sind Sie sich handelseinig, kann der Notarvertrag auch in Ihrer Abwesenheit geschlossen werden, Sie müßten dann nur zu einem örtlichen Notar gehen um Ihre Unterschrift für die Nachbeurkundung beglaubigen zu lassen.

Aber ohne Besichtigung sollte man besser nicht kaufen, zu groß das Risiko das man einen teuren Fehlkauf tätigt, trotz virtueller 3-D-Besichtigung die ja heute vom Schreibtisch aus möglich ist. Einen verdeckten Wasserschaden z.B. riechen Sie eben nur, und sehen ihn nicht...


Immowelt-Redaktion am 02.04.2020 11:32

Hallo Anja Roth,

eien Hausübergabe sollte grundsätzlich erst stattfinden, wenn der Kaufpreis gezahlt wurde und nicht vorher. Wir kennen die Vereinbarungen im notariellen Kaufvertrag nicht, und raten Ihnen daher, mit dem Notar zu sprechen, wie /ob im Falle einer verspäteten Kaufpreiszahlung zu verfahren ist.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Bianca Lorenz am 01.04.2020 13:07

Wir haben folgendes Problem: Eine Mieterin hatte zu Mitte April gekündigt, will nun aber nicht raus, weil sie Angst vor einer Ansteckung hat. Angeblich hätte sie eine Immunschwäche und ein ärztliches Attest (keine Quarantäne). Wir vermuten jedoch, dass das nur eine Ausrede ist, weil sie den Umzug unterschätzt hat und den Zeitplan nicht halten kann. Sie zieht in eine Eigentumswohnung. Unseren neuen Mietern, die selbstverständlich einen gültigen Vertrag mit uns haben, wurde wegen Eigenbedarfs gekündigt. Sie stünden also auf der Straße, wenn unsere alte Mieterin nicht auszieht. Was können wir tun, damit sie auszieht? Durch lange Verfahren oder Klagen der Mieterin (wobei die Rechtslage klar sagt, dass sie raus muss) würden wir die neuen Mieter verlieren und in große Not bringen. Wie können wir hier vorgehen? Müssen wir abwarten, bis die Frist für den Auszug abläuft oder können wir im Vorfeld etwas tun? Denn eigentlich sollte danach alles Hand in Hand gehen. Malen, Boden neu verlegen ... Das würde alles nicht gehen, wenn die Dame sich in der Wohnung verbarrikadiert. Wie gesagt: Sie hat vor Monaten selbst gekündigt. Für eine klärende Antwort wären wir Ihnen sehr dankbar.

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Immowelt-Redaktion am 02.04.2020 11:26

Hallo Bianca,

grundsätzlich muss die Mieterin zum gekündigten Termin zwar ausziehen. Wie mit Blick auf die Corona-Krise hier verfahren werden sollte, ist allerdings nicht eindeutig zu beantworten. Unter normalen Umständen würde eine Räumungsklage möglich sein, allerdings ließe sich auch in Normalzeiten damit nicht sicherstellen lassen, dass die Mieterin rechtzeitig auszieht. Ein eigenmächtiges Räumen ist nicht zulässig, hierzu bedarf es eines gerichtlichen Räumungstitels.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion