Das können Immobilieneigentümer von der Steuer absetzen

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Immobilieneigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, müssen viele Kosten selbst tragen. Wer es geschickt anstellt, kann mit seiner Wohnung oder seinem Haus aber auch effektiv Steuern sparen. Handwerker, Modernisierungsmaßnahmen, Schenkungen – so können Immobilieneigentümer steuerlich profitieren.

Eigentümer können bei der Steuererklärung verschiedene Dienstleistungen absetzen und so Geld zurückbekommen. Foto: Vasyl/fotolia.com

Eine Steuererklärung mag für viele lästig sein, sie bietet aber auch die Chance, viel Geld zu sparen – gerade für Eigentümer von Immobilien. Auch wenn ein Haus- oder Wohnungseigentümer seine Immobilie selbst nutzt und nicht vermietet, kann er einige Posten von der Steuer absetzen – und so bares Geld sparen.

Das Wichtiges in Kürze

  • Nicht nur Vermieter, auch Selbstnutzer von Immobilien können einige Posten von der Steuer absetzen.
  • Die zwei größten Posten sind Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen.
  • Wichtig für die Steuer: Von Handwerkern und Dienstleistern immer Rechnungen ausstellen lassen und nie das Geld bar bezahlen.
  • Zusätzlich Steuern sparen kann, wer eine denkmalgeschützte Immobilie modernisiert.

Handwerkerleistungen steuerlich absetzen

20 Prozent ihrer Handwerkskosten können Immobilieneigentümer von der Steuer absetzen – maximal 1.200 Euro pro Jahr. Foto: kasto/fotolia.com

Eigentümer dürfen 20 Prozent ihrer Handwerkskosten, maximal aber 1.200 Euro pro Jahr an von der Steuer absetzen und so ihre Steuerlast senken. Angerechnet werden dabei nur die Arbeits-, Fahrt und Maschinenkosten – Materialkosten, beispielsweise für neue Tapeten oder einen neuen Fußbodenbelag, kann der Vermieter nicht absetzen. Auch Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sind in diesem Rahmen von der Steuer absetzbar, also zum Beispiel die Sanierung eines maroden Dachs. Schafft ein Eigentümer neue Wohnfläche in einem bereits vorhandenen Haushalt, kann er ebenfalls Kosten steuerlich geltend machen – beispielsweise beim Dachbodenausbau.

Keine Steuervorteile hat dagegen, wer sein Haus oder seine Wohnung selbst renoviert. Bei einem Neubau kann ebenfalls nichts abgesetzt werden.

Info

Wer Handwerkerrechnungen steuerlich absetzen will, sollte darauf achten, dass die Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten gesondert von den Materialkosten aufgeführt werden. Nur dann kommt ein steuerlicher Abzug in Frage.

Haushaltsleistungen von der Steuer absetzen

Haushaltsnahe Dienstleistungen, wie hier eine Putzkraft, können Eigentümer ebenfalls von der Steuer absetzen. Foto: djedzura/istock.com

Beauftragt der Eigentümer eine Hilfskraft für sogenannte „haushaltsnahe Dienstleistungen“, kann er das ebenfalls in der Steuererklärung geltend machen. Zu den begünstigten Tätigkeiten gehören unter anderem Putzen, Schnee räumen sowie Kochen, Gartenpflege oder die Kinderbetreuung im eigenen Haus. Für Leistungen von Minijobbern, die bei der Minijobzentrale gemeldet sind, kann der Eigentümer 20 Prozent, jedoch maximal 510 Euro absetzen. Sind die Hilfskräfte sozialversicherungspflichtig oder selbstständig tätig, können Eigentümer bis zu 4.000 Euro pro Jahr von ihrer Steuerschuld abziehen. Hier gilt ebenfalls: Die Materialkosten muss der Eigentümer vollständig selbst tragen.

Prinzipiell können nur Kosten für Dienstleistungen abgesetzt werden, die im Haus oder auf dem dazugehörigen Grundstück verrichtet werden. Betriebskosten für die Müllabfuhr sind deswegen nicht steuerlich absetzbar. Dienstleistungen, die außerhalb des Hauses durchgeführt werden, können Eigentümer ebenfalls nicht geltend machen.

Achtung

Die Arbeit eines Gutachters gehört nicht zu haushaltsnahen oder zu handwerklichen Dienstleistungen.

Arbeitszimmer von der Steuer absetzen

Selbständige und Außendienstmitarbeiter dürfen oft ihr Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Foto: iStock/gpointstudio

Nur in zwei Fällen erlaubt der Fiskus, die Kosten für das Arbeitszimmer unter dem eigenen Dach von der Steuer abzusetzen.

1. Wenn das Arbeitszimmer Mittelpunkt der gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit ist. Dieser Fall gilt nur für reine Heimarbeiter und trifft am ehesten noch für Selbständige zu, die zu Hausearbeiten. Dann sind die Kosten unbeschränkt abzugsfähig. Für Arbeitnehmer als Werbungskosten, für Selbständige als Betriebsausgaben.

2. Wenn dem Eigentümer für die berufliche oder betriebliche Tätigkeit sonst kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Das kann zum Beispiel für Berufsgruppen wie Lehrer und Außendienstmitarbeiter zählen. Sie können bis zu 1.250 Euro pro Jahr als Kosten für das Arbeitszimmer geltend machen (beschränkter Abzug).

Wer eine dieser beiden Voraussetzungen erfüllt, kann für sein Homeoffice gleich mehrere Kostenpunkte geltend machen.

Zum einen dieanteiligen Kosten für das Arbeitszimmer. Diese können entsprechend ihrem Verhältnis zur Gesamtwohnfläche abgezogen werden. Zu den Kosten zählen vor allem:

  • Gebäudeabschreibung (AfA) und Schuldzinsen für Kredite, die für die Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Wohnung verwendet worden sind;
  • Laufende Nebenkosten wie Grundsteuer, Müllabfuhrgebühr, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung, Mitgliedsbeiträge zum Eigentümerverein;
  • Renovierungskosten für Flur und Treppenhaus.

Hinzu kommen voll abzugsfähige Kosten wie:

  • die Renovierungskosten für das Arbeitszimmer;
  • die Ausstattungskosten des Arbeitszimmers, etwa Tapeten, Teppiche, Vorhänge oder Lampen;
  • die benötigten Arbeitsmittel, zum Beispiel Schreibtisch und Computer.
Info

Sonderfall gemeinsamer Hauskauf

Wenn eine Wohnung gemeinsam gekauft wird und sie dann ein Miteigentümer ausschließlich zu beruflichen Zwecken nutzt, so kann er die laufenden Aufwendungen (insbesondere AfA und Schuldzinsen) in der Regel entsprechend seines Miteigentumsanteils als Werbungskosten geltend machen. Also zum Beispiel bei einem Hauskauf als Ehepaar zu 50 Prozent (BFH, Az.: VI R 41/15).

Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Käufer aus einem gemeinsamen Topf wirtschaften: Etwa, wenn ein Ehepaar das Darlehen zum Erwerb der Wohnung gemeinsam aufgenommen hat und Zins und Tilgung vom gemeinsamen Konto beglichen werden.

Denkmalgeschützte Immobilie modernisieren

Wer seine denkmalgeschützte Immobilie modernisieren lässt, profitiert von der Denkmal-AfA. Foto: Daniel von Appen/Unsplash

Wer eine denkmalgeschützte Immobilie sein Eigentum nennt und diese selbst nutzt, kann zusätzlich Steuern sparen – nämlich dann, wenn er diese modernisiert. Wenn die Immobilie saniert wird, kann der Eigentümer die Kosten als Abschreibung von der Steuer absetzen – und zwar zehn Jahre lang mit jeweils neun Prozent des zu versteuernden Einkommens. Wenn es sich um eine vermiete Immobilie handelt, können die Modernisierungskosten acht Jahre lang mit neun und vier weitere Jahre lang mit sieben Prozent steuerlich geltend gemacht werden. 

Verschenken statt vererben

Wer seine Immobilie rechtzeitig verschenkt und nicht erst später vererbt, kann seinen Erben Steuern sparen. Foto: VadimGuzhva/fotolia.com

Schließlich können Immobilieneigentümer auch dann noch Steuern sparen, wenn sie ihre Immobilie an die Nachkommen wie Kinder oder Enkelkinder weitergeben wollen. Zwar gilt sowohl für eine Schenkung als auch für das Erbe ein Steuerfreibetrag von 400.000 Euro. Das bedeutet: Ist die Immobilie teurer, muss der Beschenkte Steuern zahlen. Allerdings: Wer mindestens zehn Jahre vor seinem Ableben eine Immobilie im Wert von unter 400.000 Euro verschenkt, sorgt dafür, dass seine Nachkommen später nur noch den Rest des Erbes versteuern müssen – oder auch hier keine Steuer zahlen, wenn der Wert des Rests unter 400.000 Euro liegt.

Steuern sparen in Wohneigentümergemeinschaften

Eigentümer, die Mitglied einer Wohneigentümergemeinschaft (WEG) sind, haben zudem die Möglichkeit, bestimmte Arbeiten an der Wohnanlage von der Steuer abzusetzen, auch wenn die Eigentümergemeinschaft der Auftraggeber ist. Der Eigentümer muss dazu an den Kosten beteiligt gewesen sein. Sein Anteil wird dann individuell errechnet.

Steuerermäßigte Arbeitskosten sind zum Beispiel Wartungskosten für Heizung, Aufzug oder Warmwasser, Kosten für den Hausmeister, für Schornsteinreinigung oder Gartenpflege sowie Dachrinnenreinigung oder Prüfung der Elektroanlagen. Verwaltergebühren können Eigentümer hingegen nicht von der Steuer abziehen. 


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