„Die Teilung der Courtage ist eine sehr gute Nachricht für Makler“

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Der neue Provisionssplit beim Immobilienkauf versetzt die Branche in Aufruhr. Kai Enders, Vorstandsmitglied der Engel & Völkers AG, versteht die Aufregung nicht. Im Interview begrüßt er die neue Teilung der Courtage. Sein Unternehmen bereitet sich bereits seit Monaten auf die neue Regelung vor. Aber auch für kleine Makler sieht er weiterhin Platz am Markt.

Kai Enders, Vorstandsmitglied der Engel & Völkers AG, Foto: Engel & Völkers AG
Kai Enders, Vorstandsmitglied der Engel & Völkers AG Foto: Engel & Völkers AG

Die Neuregelung der Provision beim Immobilienkauf ist beschlossene Sache: Ab 23. Dezember 2020 kann derjenige, der den Makler bestellt, nur noch die Hälfte der Kosten an die andere Partei weitergeben. Wird sich dadurch der Beruf des Maklers signifikant ändern?

Ich gehe nicht davon aus, dass sich der Makler-Beruf durch den Provisionssplit ändert. Die Aufgabe eines Maklers ist, für den Eigentümer den kompletten Vermarktungsprozess bis zum erfolgreichen Abschluss zu übernehmen. Den Käufer begleitet er bei der größten Investitionsentscheidung seines Lebens und bewahrt ihn vor Fehlern und Fehlentscheidungen. Diese zwei Aufgaben haben wir als Makler heute, die hatten wir in der Vergangenheit und die werden wir auch in Zukunft haben.

Ich habe mich daher auch sehr gewundert, wie Teile der Branche auf den berechtigten Vorstoß reagiert haben. In Märkten wie Berlin oder Hamburg beispielsweise, wo die Courtage derzeit ausschließlich vom Käufer übernommen wird, ist die Situation unfair und nicht akzeptabel. Dass daher Änderungsbedarf bestand, war offensichtlich. Wir haben uns bei Engel & Völkers sehr früh für die faire Teilung der Courtage zwischen Käufer und Verkäufer stark gemacht und freuen uns, dass die Bundesregierung diesen Weg schlussendlich gewählt hat.

Wird die neue Regelung in der Praxis immer zu einer paritätischen, also einer 50:50-Teilung der Provision zwischen Käufer und Verkäufer führen?

Ich finde es gut und vernünftig, dass der Gesetzgeber die Möglichkeit gelassen hat, dass der Verkäufer freiwillig einen höheren Anteil an der Provision übernimmt. Das wird in der Praxis allerdings nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen. Denken wir beispielsweise an Neubauprojekte oder schwer vermittelbare Immobilien: Dort kann es durchaus sinnvoller Teil der Vermarktungsstrategie sein, dass der Verkäufer sogar die komplette Courtage übernimmt. Bei der großen Mehrheit der Transaktionen wird es aber zu einer hälftigen Teilung der Provision kommen.

Werden Makler ihr derzeitiges Provisionsniveau halten, wenn künftig beide Parteien einen Anteil zahlen?

Künftig wird man als Makler vom Käufer nur das nehmen können, was man auch gegenüber dem Verkäufer argumentieren konnte. In Märkten, wo eine Teilung bereits ortsüblich ist, wird sich daher nicht viel ändern, sofern der Makler auch heute schon eine Courtage vom Verkäufer nimmt. In engen Märkten allerdings, von denen wir in Deutschland etliche haben, übernimmt meistens der Käufer die Provision – dort dürfte die Courtage somit in der Tendenz nach unten gehen. In Berlin beispielsweise können Makler beim üblichen Steuersatz von 19 Prozent derzeit 7,14 Prozent des Kaufpreises beim Käufer durchsetzen. Möchte ein Makler dieses Niveau halten, muss er künftig dem Verkäufer darlegen, warum seine Dienstleistung 3,57 Prozent wert ist. Es wird Makler mit einem überzeugenden Leistungsangebot geben, denen das gelingt. Andere Marktteilnehmer werden das nicht schaffen und sich daher mit weniger Provision begnügen müssen.

Insgesamt erwarten wir bei Engel & Völkers, dass das Durchschnittsniveau der Courtagen sinken wird – und das ist ja auch das Ziel des Gesetzes.

Ein echtes Bestellerprinzip beim Kauf ist vom Tisch – ist das eine gute Nachricht für den Makler-Stand?

Die Courtage wird künftig fair geteilt und das ist eine sehr gute Nachricht für Makler. Sie sind Dienstleister für zwei Parteien mit unterschiedlichen Interessen und können auch fortan für beide Seiten Dienstleistungen erbringen und in Rechnung stellen. Das hat die Politik jetzt bestätigt und das begrüßen wir bei Engel & Völkers sehr.

Ein echtes Bestellerprinzip hätte in der Praxis bedeutet, dass fast immer der Eigentümer hätte zahlen müssen. Der Makler wäre im Grunde zum reinen Immobilienverkäufer degradiert. Dabei begleitet er die Transaktion für beide Seiten beratend: Aber in der Regel haben Käufer ungleich mehr Fragen und Beratungsbedarf bei einer derart großen und langfristigen Investition. Kaum ein Käufer hat Routine im Immobilienerwerb und daher herrscht verständlicherweise Unsicherheit. Mit unserem Service helfen wir ihm ebenso und diese Leistung sollte entsprechend honoriert werden.

Welche Maßnahmen haben Sie bereits getroffen, um für die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen gerüstet zu sein?

Das ist ein Thema, das bereits in den kommenden Wochen aktuell wird. Spätestens im Herbst muss die Höhe der Courtage mit den potenziellen Verkäufern zwingend angesprochen werden. Wir arbeiten bereits seit Monaten daran, unsere Immobilienberater auf die neue Situation vorzubereiten: Mit Informationsmaterial, Online-Schulungen oder neu konzipierten Marketingmaßnahmen fühlen wir uns als Engel & Völkers gut gerüstet.

Sehen Sie für Engel & Völkers auch Chancen durch das neue Gesetz, beispielsweise durch die Vergrößerung Ihres Marktanteils?

Wir sind überzeugt, dass das neue Gesetz zu einer Beschleunigung des Konzentrationsprozesses innerhalb der Branche führen wird. Es entsteht ein verstärkter Leistungswettbewerb, der zur Folge hat, dass die Makler sich nicht länger am Markt behaupten können, die keine überzeugende Dienstleistung bieten. Den Verkäufer mit dem Argument zu locken, dass die Verkaufsleistung für ihn kostenlos sein wird, ist in Zukunft nicht mehr möglich. Freiwerdende Marktanteile werden sich auf die seriösen Anbieter verteilen und da sehen wir für Engel & Völkers großes Potenzial.

Geht das einher mit einem größeren Umsatz für Engel & Völkers?

In Märkten, in denen es heute üblich ist, dass sich Käufer und Verkäufer die Maklergebühren teilen, können wir mit unserem Service bereits eine relativ hohe Innencourtage durchsetzen. Dort ändert sich also im Grunde für uns nicht viel. Im Gegenteil, dort wird der Druck durch Wettbewerber, die auf gar keine oder nur eine sehr geringe Courtage für den Verkäufer setzen, für uns zurückgehen. In Regionen, in denen eine reine Käufercourtage ortsüblich ist, können wir uns vorstellen, dass es zu einer geringfügigen Reduzierung unserer durchschnittlichen Courtage kommt. Wir gehen aber davon aus, dass das durch den Zuwachs von zusätzlichen Geschäften kompensiert wird. Wir rechnen also auch für das kommende Jahr insgesamt mit einer Steigerung unseres Umsatzes.

Vor allem kleinere Makler fürchten nun um ihre Existenz – welche Tipps können Sie denen geben, um die Herausforderungen zu meistern?

Ich würde gar nicht nach der Größe eines Maklerbüros unterscheiden. Wer bisher so operierte, dass er dem Verkäufer für seine Dienstleistung nichts in Rechnung stellte, der wird sich umstellen müssen – unabhängig von seiner Größe. Jeder Makler braucht nun gute Argumente, warum seine Arbeit dem Verkäufer auch etwas wert sein muss. Ich habe das Gefühl, dass viele Makler bisher noch nicht in dem Maß darüber nachgedacht haben, wie es eigentlich nötig wäre. Wer sich aber als kleiner Makler in Zukunft mit überzeugendem Service und guter lokaler Marktkenntnis positioniert, wird auch weiterhin Kunden von seinen Leistungen überzeugen können – da bin ich mir sicher. Wer einem Verkäufer erfolgreich vermitteln kann, warum er ihn für seine Dienstleistungen bezahlen muss, der wird weiterhin Geld verdienen. Wer das nicht kann, findet nicht mehr auf dem Markt statt – und das ist richtig so.

Das neue Gesetz soll nach dem Willen der Bundesregierung Immobilienkäufer durch Senkung der Nebenkosten entlasten. Wird dieses Ziel erreicht?

Das politische Ziel, die Nebenkosten für Käufer zu senken, dürfte erreicht werden. Blicken wir beispielsweise erneut auf Berlin, wo fortan für den Käufer statt der bisherigen 7,14 Prozent nur 3,57 Prozent fällig werden. Je nach Kaufpreis der Immobilie ist das eine gewaltige Ersparnis. Kann der Verkäufer mit dem Makler vielleicht sogar eine niedrigere Courtage vereinbaren, dann spart der Käufer noch mehr. Insgesamt dürften die Kaufnebenkosten also spürbar zurückgehen.

Ob es unterm Strich für Immobilienkäufer günstiger wird, ist eine ganz andere Frage: Mit sinkenden Erwerbsnebenkosten werden mehr Menschen in die Lage versetzt, eine Immobilienfinanzierung abzuschließen. Mit steigender Nachfrage und weiter knappem Angebot rechnen wir damit, dass die Immobilienpreise auch in Zukunft weiter ansteigen werden. In Summe wird es für Immobilienkäufer daher nicht unbedingt günstiger, auch wenn die Nebenkosten zurückgehen. Trotzdem erachten wir die neue Regelung zur Maklercourtage insgesamt für richtig.

19.08.2020


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30 Kommentare

andrea_sieglinde am 19.09.2020 10:20

Die Teilung der Maklerprovision war schon lange überfällig und ist nur gerecht!

Wir als Makler sind Vermittler und können uns nur mit guter Beratung und Service am Markt weiterhin behaupten und davon profitieren beide Vertragsparteien!

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Immobilienhausierer am 14.09.2020 14:52

Interessante Kommentare... aber Keiner hält sich die Marktsysteme vor Augen, betrachtet den Immobilienmarkt mit Scheuklappen, isoliert. Für KEIN Produkt, absolut Keines!!! das wir kaufen, zahlt der Verkäufer (oder Produzent) die Vertriebskosten. Diese sind immer IM Kaufpreis kalkuliert. So betrachtet wird der Immobilienmarkt für Bestandsimmobilien ständig angefeindet obwohl -und gerade weil- ausschließlich hier die Vertriebskosten offen gelegt werden. Wer hat denn schon einmal einen Fahrzeughändler nach dessen Provision gefragt oder ihn aufgefordert seine Provision gesondert in Rechnung zu stellen damit diese steuerlich geltend gemacht werden kann? Der Dumme nach der neuen Regelung ist am Ende tatsächlich der Käufer und der Gewinner das Finanzamt:

1. Die "Innenprovision! wird sich tatsächlich im Kaufpreis wiederfinden, alle Prognosen gehen in diese Richtung

2. Dadurch höhere Notarkosten, ergo mehr Umsatzsteuer

3. Ebenso höhere Grundbuchkosten, ergo mehr Umsatzsteuer

4. Höhere Grunderwerbsteuer

(Alle diese Kosten werden durch die u.U. kleinere Maklerprovision des Käufers und deren USt. locker übertroffen)

5. Die steuerliche Absetzbarkeit der Provision (Geldbeschaffungskosten im Rahmen einer Finanzierung) werden deutlich geschmälert.

Wir erkennen: Im Zeichen des Verbraucherschutzes wird der Verbraucher vom Gesetzgeber ordentlich geschröpft. Es kommt soweit, weil niemand sich Gedanken über "Ursache und Wirkung" macht. Die lieben Politiker haben verdammt gute Beraterstäbe und Lobbyisten beschäftigt.

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GG Real am 13.09.2020 17:28

Offensichtlich scheint dieses Thema die Branche stark zu beschäftigen, obwohl es doch schon einige Wochen alt ist.

Ich will aber eine Lanze für den Immobilienverband IVD brechen. Der Verband hat durch seine umfangreiche Arbeit mit dieser Regelung mehr erreicht, als ursprünglich zu erwarten war. Im Raum stand schließlich ein echtes Bestellerprinzip. Das hätte den meisten wohl eher nicht gefallen. Wir sollten hier nicht den Einfluss von ca. 30.000 Maklern auf die Politik gegenüber 60 Millionen Wählern vergessen. Da ist das, was der Verband erreicht hat, sehr hoch einzuschätzen.

Was ich in den Kommentaren gelesen habe, sind auch viele Falschinformationen oder falsche Auslegungen der neuen Gesetzeslage im Markt.

Wie auch immer man das neue Gesetz einschätzen will, eines ist klar. Kein Verkäufer ist gezwungen über einen Makler zu verkaufen und genau damit kalkuliert die Politik. Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich zeigen.

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Düren am 12.09.2020 12:13

Glaubt wirklich jemand, dass diese Gesetzesänderung irgendetwas für den Käufer ändert?

Der Verkäufer wird seine Kosten einfach auf den Kaufpreis draufschlagen. Dann zahlt der Käufer sogar noch mehr, da er bei der Kaufpreiserhöhung auch noch höhere Grunderwerbsteuer zahlt.

Außer Mehrarbeit für die Makler hat dieses Gesetz keinerlei Wirkung.

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Rissen am 13.09.2020 11:41

Als ob nicht jetzt schon der maximal möglich Preis gefordert würde. Ein Draufschlagen auf den maximal möglichen Preis wird es nicht geben können.

Ralf P. Brokate am 12.09.2020 11:20

vielleicht nur mal eine Idee Zunder immer wieder gerne genommenen Satz aus der Maklerschaft „dann wird seitens des Verkäufers oder Vermieters die fällige Provision einfach auf den VK-Preis oder die Miete draufgeschlagen“. Wie wäre es denn, wenn ein Makler es endlich auch mal fertigbrächte, dem Verkäufer/Vermieter klarzumachen, dass die Maklerleistung nun mal halt Geld kostet und dass auch der Verkäufer/Vermieter dafür etwas zu zahlen hat! Aber nein, das ist ja zu schwierig, das gibt ja Diskussionen und man könnte Gefahr laufen, das angebahnte Geschäft zu verlieren. Dann doch lieber den einfachen Weg wählen und den Käufer/Mieter zahlen lassen!

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Schönweiß am 12.09.2020 09:12

Meines Erachtens irrt sich der gute Herr Enders, wenn er meint durch die Neuregelung wird es für den Immobilienkäufer günstiger. Denn der Verkäufer wird seine Immobilie um seinen Anteil an der Maklerprovision teurer machen. Damit zahlt letztendlich der Käufer die gesamte Provision und aus dem höheren Kaufpreis auch noch höhere Gebühren wie Notarkosten und die Grunderwerbssteuer.

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a1immo am 11.09.2020 21:43

Sehr geehrter Kollege Enders,

Ihrer Sichtweise der Provisionsteilung schließe ich mich an. Eine Vielzahl von Maklern haben sich ihre gesamte Arbeitsleistung ausschließlich vom Käufer honorieren lassen. Anscheinend haben diese Makler für den Immo-Eigentümer "keine" Leistung erbracht, aber genau das Gegenteil ist der Fall.

(Das wäre ja so, als ob der Eigentümer seine Gartenpflege beauftragt, der Dienstleister/Gärtner aber seine Rechnung dem Nachbarn stellt.)

Diese Makler wollten anscheinend keine echte Dienstleistung erbringen. Es ging ihnen nur darum einen Immobilien-Verkaufsauftrag (ohne) Gegenleistung vom Eigentümer zu erhalten, um dann dem gefundenen Käufer eine maximal mögliche Provision zu berechnen. Diese Praktiken haben dem schlechten Image der Immobilienmakler weiter geschadet. Es ist somit förderlich, wenn diese "Marktplayer" verschwinden.

Es ist unbedingt notwendig, daß die gesamte Dienstleistung von qualifizierten Immobilienmaklern in den Vordergrund kommt. Nur dann kann eine Diskussion über die Entlohnung des Maklers mit seiner Gesamtleistung in Einklang gebracht.

Sollte der Staat wirklich Interesse haben, das private Immobilienkäufer entlastet werden, gäbe es viel sinnvollere Lösungen, als immer diese Neiddebatte um die Maklerprovision.

Sinnvolle Maßnahmen wären:

1. Senkung/Erlassen der Grunderwerbssteuer für private Immobilien-Erstkäufer zur Eigennutzung. Bei Weiterveräußerung innerhalb von 10 Jahren, könnte dann die erlassene Grunderwerbssteuer nachgefordert werden.

2. Notarkosten sollten mit einer Pauschale, unabhängig vom Kaufpreis, berechnet werden. (Der Aufwand zur Erstellung eines Immobilien-Kaufvertrages ist unabhängig vom Kaufpreis)

3. Gebühr für die Eintragung ins Grundbuch sollte ebenfalls mit einer Pauschale abgerechnet werden. (Auch dieser Eintrag ist unabhängig vom Kaufpreis)

Wenn mehr und ehrliche Aufklärung im Immobilien-Markt stattfände, würde die Arbeit von seriösen Immobilienmaklern völlig anders bewertet. Auch die finanzierenden Banken sollten viel mehr zu einer verantwortungsvollen Beratung/Aufklärung verpflichtet werden. Das einfache Argument der Banken, daß momentan die Zinsen niedrig sind und damit vielen Immo-Interessenten der Kauf empfohlen wird. Über das Risiko der stark gestiegenen Kaufpreise und somit das größere Darlehen wird unzureichend behandelt. aufbringen. Eine auf Vertrauen begründete Geschäftsbeziehung über ca. 30 Jahre sollte anders sein.

Zur Wahrheit gehört auch, das die starken Immobilienpreiserhöhungen der letzten 5 Jahre, zu einem großen Teil durch viele Makler mitverursacht wurden, die sich gescheut haben den Eigentümer fachlich zu beraten. Somit wurden aus Bequemlichkeit, einfach die Vorstellungen der Eigentümer, in die Immo-Börsen transportiert. Der nächste Eigentümer und Makler orientiert sich wieder an diesem Angebot usw. usw. usw. Nur so erklären sich die nicht nachvollziehbaren exorbitanten Preissteigerungen. Zumal sich diese Immobilien in den letzten 5 Jahren nicht verbessert haben. Auch die Bodenwerte haben sich so nicht erhöht, denn wo bisher keine Infrastruktur war, ist auch selten eine neue entstanden. Allein eine stärkere Nachfrage nach Immobilien erklärt diese Preissteigerung nicht.

Auch die unbedingt notwendigen Renovierungskosten bei Immobilien (älter 30 Jahre, z.B. neue Heizung, Wärmedämmung, neue Fenster usw.) werden von allen Beteiligten völlig ausgeblendet.

Wenn Immobilienmakler ihre Aufgabe wirklich in fachlicher Aufklärung für Eigentümer und Käufer sehen, dann haben viele Makler ihre Aufgabe nicht erfüllt.

Natürlich sind alle Marktteilnehmer (außer den Käufern) an steigenden Immobilienpreisen interessiert, z.B. Finanzamt, Notar, Grundbuchamt, finanzierende Banken.

Nach meiner Überzeugung sind viele unqualivizierte Makler mit Schuld an den exorbitant gestiegenen Kaufpreisen im privaten Immobilienmarkt.

Bei rückläufiger Kaufkraft wird sich zeigen, inwieweit die bisherig ungeprüften Wunschpreise der Eigentümern, weiter erzielen lassen.

Wie Sie richtig bemerken, haben Immobilien-ERST-Käufer wenig Erfahrung und sind auf qualifizierte Berater angewiesen.

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Scotty am 13.09.2020 15:55

Werter Kollege a1immo,

das setzt aber voraus, dass der Makler auch das erforderliche Fachwissen hat. Ein Immomakler der Sparkasse hat mir mal gesagt, offeriere ich meinem Kunden keinen hohen Verkaufspreis, dann geht er zum nächsten Makler usw usw. Hier muß meines Erachtens der Hebel angesetzt werden. Aber nicht nur die sog. "unqualifizierten" Makler sind an den hohen Werten Schuld; große Maklerkollegen haben nach meiner Erfahrung, auch bei "schlechten" bzw. mit Mängeln behafteten Immobilien außer ordentlich hohe VK-Preise. Und diese Preise sind dann noch unehrlich!

Als Immobilien-Kaufberater könnte ich noch seitenweise weiter Schreiben, welcher Art die Beratungen seitens der guten und weniger guten Makler sind.


RuSt am 14.09.2020 10:06

Sehr gehherte(r) a1immo,

ich schließe mich Ihrer Meinung im vollen Umfange an. Nach meiner Meinung findet bei vielen Maklern keine fundierte Kaufpreisfindung bzw. reale Wertermittlung statt. Ich muss immer wieder kopfschüttelnd feststellen welche Preise im Internet kursieren!! Es gibt wirklich viel zu korregieren.

Robert am 11.09.2020 16:02

Das altbekannten Argumente „dann wird die Verkäuferprovision den Kaufpreis erhöhen“, greift zu kurz und spricht auch nicht für den Makler. Der Verkäufer wollte auch bisher den höchsten Preis. Jetzt muss er davon 1,5% an den Makler zahlen. Da werden sich viele, wie bei der Vermietung, dafür entscheiden, ihre Immobilie selbst zu verkaufen. Immowelt und ImmoScout24 haben sich darauf bereits eingestellt. Denen ist egal, wer inseriert. Wir werden Umsatzeinbußen haben, denn es gilt immer noch: Geiz idt geil!

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helleforelle am 11.09.2020 15:25

die Menschen müssen weniger zahlen - das findet wohl jeder gut

es ist also eine Lösung der Debatte, die dem Wähler gefält. Das ist das Wichtigste.

Aber sie hat noch einen weiteren ganz ganz Dicken Vorteil:

Die Politik muss überhaupt garkeine Anstrengungen unternehmen um für dem Wähler zu zeigen "wir tun was Gutes". Wie Bequem.

Ich kann verstehen, und wundere mich, wie 6 % (denn das sind die 7,14 % ohne MwS. wirlich) durchsetzbar sind, und ich finde es, sofern der Preis der Immobilie nicht sehr niedrig ist, auch nicht gerechtfertigt.

Aber noch viel weniger finde ich eine Grunderwerbsteuer von 6,5 % gerechtfertigt, wie es sie in Schleswig-Holstein gibt.

Gehen wir davon aus, dass diese Grunderwerbsteur von 6,5 % gerechtfertigt ist. Denn die wird ja in der Regel nicht oder nur wenig kritisiert.

Dann müssen wir uns doch folgende Frage stellen:

Wenn es gerecht ist, einem Staat der nichts bis wenig auf die Reihe kriegt, 6,5 % Grunderwerbsteur + MwSt. auf eine Maklerleistung + ungefähr die Hälfe der Maklergebühr zu zahlen (denn die kralt sich Vater Staat natürlich auch über Steuern und Sozialabgaben)

warum soll es dann nicht gerechtfertigt sein, jemandem der arbeitet und ausschließlich für Erfolg bezahlt wird, einen vorher vereinbarten Lohn zu zahlen? Der dann, FALLS er wiklich die 6 % bekommt, am Ende eigentlich nur 3 % is?

Oder wenn er nur 3 % ist, der dann eigentlich nur 1,5 % ist?

Zweifelsfrei ist: die Vertragsfreiheit wird damit abgeschafft.

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Simon says am 11.09.2020 15:12

Nichts als aufgeblasene Worthülsen und am Ende bleibt nur heiße Luft übrig. Aber man weiß ja, von wem es kommt...

Ich werde den Grünen als Initiator dieser Gesetzesänderung noch vor Weihnachten ein Dankschreiben in die Parteizentrale schicken.

Denn statt bisher nur von einer Seite 3% netto (Käufer) zu nehmen, werde ich demnächst min. 2% netto von beiden Seiten bekommen = +1% mehr!

Die wasserdichte Argumentation dafür liefert nun das Gesetz dazu, an dem weder der Verkäufer, Käufer noch ich etwas ändern kann.

Und bringen wir es mal auf den Punkt:

Jegliche Kosten für den Verkäufer verteuern die Immobilie für den Käufer. Am Ende zahlt der Endverbraucher und das ist gerade im jetzigen Markt sehr einfach durchzudrücken.

Ich vergleiche das immer sehr anschaulich mit der LKW-Maut: Was haben Autofahrer und Autohasser gejubelt und am Ende wurde die Milch für alle 2 Cent teurer.

Ein Paradebeispiel für "typisch grün" - völlig unüberlegt und ohne Praxisbezug einen Wunschzustand aus einer Seifenblasenwelt gewollt, aber nicht gekonnt.

Viele Grüße aus Aachen (was nun auch sehr grün wird und damit die Preise weiter anheizt)

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Peter Staudt am 11.09.2020 12:46

Ich möchte gerne nochmals auf die letzte Kommentierung eingehen:

Es kann doch nicht sein, dass der Verkäufer den Makler beauftragt aber nicht bereit ist diese Beauftragung zu honorieren?

Es ist auch richtig, dass Banken und Sparkassen im Maklergeschäft nichts zu suchen haben. Sie sollen ihr Geld mit ihrem Geschäft verdienen, aber dies ist ein alter Hut! Über Versicherungen, Bausparverträge, Reisen, etc. verkaufen sie mittlerweile alles. Demnächst werden Sie noch in ihren Filialen "Imbiss Betriebe" installieren. Sie haben es halt nötig.

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Thomas Schöffel am 11.09.2020 14:07

Ich finde, hier gerät etwas durcheinander. Im Grunde genommen, beauftragt ja nicht der Verkäufer den Makler mit der Durchführung des Verkaufs, sondern informiert ihn über die Verkaufsabsicht. Ansonsten hätten wir es ja prinzipiell mit einer Art Werkvertrag zu tun. Makeln heißt ja vermitteln und nicht wie beispielsweise ein Autoverkäufer zu agieren. Daß die Politik das nicht versteht, ist schon klar. Das kann aber nicht heißen, daß sich die Politik ständig in unser Geschäft einmischt.


Simon says am 11.09.2020 15:45

Das mit den Banken ist ein guter Punkt und ich beobachte oft illegale Koppelgeschäfte.

Es wird alles abgesaugt was da ist. Die Banken legen sich wie eine riesige Krake um alles und wenn sie auch noch Bauträger spielen wollen - gegen ihre eigenen Geschäftskunden - dann wird es richtig lustig.

Kunden, die für einen Kredit kommen, werden geradezu genötigt ihre Altimmobilie über die Tochter-GmbH der Bank zu verkaufen. Da fallen dann schon mal sehr unschöne und für mein Verständnis sogar straffällige Äußerungen, die den Kunden zur Unterschrift nötigen.

Ein anderes Modell ist, dass örtliche Banken mit den Städten eigene GmbHs für die Erschließung von Baugebieten eröffnen und die Bank - welch wunder - das größte Grundstück als Bauträger selber bebaut, um es danach in einen hauseigenen Immobilienfonds zu stecken.

Mit dem Imbiss-Betrieb ist es also wahrlich nicht mehr weit!

Tobten am 11.09.2020 12:32

Gedanken zum Thema:

- Bei der Vermietung hatte man es in beliebten Regionen einfach übertrieben, hier wäre eine 50:50 Teilung angebracht gewesen oder die Deckelung auf 1 oder 2 Monatsmiete(n).

- Maklergeschäft: Bei der Markt- und Marketingmacht kann E&V hier gern auf die "hauseigene Tradition" verweisen, für den "Landmakler", der bislang für (mitunter nun mal schwierige) Verkäufer den Auftrag nur erhalten hat, wenn es für den Verkäufer kostenlos war, wird es düster. Der kann weder hier ein Interview veröffentlichen, noch teuere Werbung verteilen. Bei Objekten im gehobenen Bereich kloppen sich dann eh E&V und Co. um das Klientel. Und die Sparkassen und Banken greifen den "normalen" Bereich mit Finanzierungen etc. ab... Fazit: Neben den neuen Kosten für Fortbildungen etc. eine weitere harte Belastung für kleinere Makler, die sich nicht mal auf Vertragsfreiheit berufen können.

- Eine politische Lobby für Makler und Verwalter gibt es nicht. Im Regelfall ist der Makler ein Übel, dass politisch auch in diese Ecke gestellt wird. Und dann die Grunderwerbssteuer geht man natürlich nicht. Große Marken wie E&V können natürlich mit Ihren Büros etc. "glänzen" und präsentieren sich als faire Player...

- Die Belastungen für kleinere Unternehmen nehmen zu. Und Kunden sind auch bei der Verwaltung nicht bereit höhere Entgelte zu zahlen.

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Thomas Schöffel am 11.09.2020 14:02

Im angelsächsischen Raum sind wir Makler hochgeschätzt und werden zusammen mit Anwälten und Notaren genannt und genießen ein sehr angesehenes Renommee. Warum unsere Verbände hier nichts tun und nicht mal Imagekampagnen im TV gefahren werden, ist mir schleierhaft. Vielleicht mache ich das dann noch während meiner Rente, daß die Schnarchsäcke endlich mal aufwachen.

Robert am 11.09.2020 12:09

Dummes Geschwätz. Nach dem Bestellerprinzip sind die Umsätze bei der Vermietung zurückgegangen. So wird es auch beim Verkauf sein. Eine Leistung in Anspruch zu nehmen, die man nicht selber zahlt, wurde gerne angenommen.

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Rigler-Hufeland am 11.09.2020 13:18

Endlich jemand, der es auf den Punkt bringt.

Alles andere hier ist dummes Geschwätz.

Marco Kossakowski am 11.09.2020 11:59

Die hälftige Provisionsteilung finde ich prinzipiell richtig und gut. Bei uns in Niedersachsen ist oftmals eine Provision von aktuell 5,8%, inkl. 16% MwSt, zahlbar vom Käufer, üblich. Manchmal findet man auch hälftige Teilung, aber eher selten. Da ich noch nicht allzu lange auf dem Markt bin, hat man natürlich nicht die "Marktmacht", mal eben auf hälftige Teilung umzustellen. So wurde mir die Entscheidung abgenommen und alle müssen es machen, prinzipiell gut! Ich habe schon wirklich viele sehr schlechte Makler gesehen, wenn die vom Markt verschwinden, ist es wirklich nicht schlimm. Bei mir bekommt der Kunde etwas für sein Geld und ich habe auch schon im Nachgang bei Kunden hälftige Teilungen durchgesetzt.

Das eigentliche Problem ist doch - und da müsste DRINGEND!!! nachgearbeitet werden: warum muss der Käufer seinen Teil erst zahlen, wenn der Verkjäufer gezahlt hat? Wenn ich jetzt eine hälftige Teilung hatte, dann hat der Käufer innerhalb von 10 Tagen nach der Beurkundung gezahlt und ser Verkäufer 10 Tage nach Objektzahlung. Das würde ich weiterhin auch für eine faire Lösung halten. So wie die Gesetzgebung jetzt ist, kann man wahrscheinlich montelang auf sein Geld warten. DAS IST DAS EIGENTLICHE PROBLEM!!! Wenn es noch schlimmer kommt, stimmen sich beide ab, der Verkäufer zahlt nicht, ergo muss der Käufer auch nicht zahlen. Dann mal frohes Klagen....

Wenn an der Stelle vernünftig nachgearbeitet wird, sehe ich den Rest auch nicht allzu kritisch. Ich habe nur keine Lust, gratis zu arbeiten oder ein 1/4 Jahr auf mein Geld zu warten. Manchmal dauert es schließlich auch so lange genug, bis wir dann mal beim Notar landen....

In diesem Sinne, gute Geschäfte und alles Gute.

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Detlef Czerny am 11.09.2020 12:35

Hallo Herr Kossakowski,

dass von Ihnen angegebene Problem gibt es nicht. Das Problem tritt nur in dem Fall auf, wenn der Verkäufer zuerst die volle Provision zusagt dann aber im Nachgang einen Teil - max. 50 % der Provision, auf den Käufer "abwälzt".

Ralf P. Brokate am 11.09.2020 11:58

Nachdem nun bereits so viele Kommentare eingegangen sind, hier der BESTE aller Vorschläge: wie auch bei der Vermietung sollte ausschließlich der Verkäufer die Courtage zahlen .... dann würde sich sehr schnell entscheiden, WEM und WIEVIEL die Maklerleistung etwas Wert ist. Wir würden das sehr begrüßen, denn dann würde sich endlich wieder mehr Makler-Qualität durchsetzen!

auf Kommentar antworten

Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:57

Und wo sehen Sie fehlende Maklerqualität?

winkler@immobilien-am-meer.net_1475002 am 11.09.2020 11:56

Moin. Eine denkbare Konsequenz wäre, dass potentielle Auftraggeber ihre Preisvorstellungen um die zu zahlende Provision erhöhen oder je nach Wettbewerb, die Höhe des zu zahlenden Courtageanteil drücken werden. Also der Makler insgesamt weniger Provision bekommt! Und bevor überhaupt Geld vom Käufer fließen darf, muss ihm der Makler den Eingang der Provisionszahlung des Verkäufers belegen. Wie soll das genau funktionieren? Was sagt die DSGVO dazu? Im günstigsten Fall kommen also die gesplitteten Zahlungen deutlich später. Während, z.B. Personal-/Lohn-, Werbe- und Bürokosten einfach weiter laufen ... Und sämtliche eventuell zu erwartenden positiven Impulse, werden wahrscheinlich ohnehin von der Politik (wie in der Vergangenheit auch) gleich wieder zu nichte gemacht, z.B. durch eine neuerliche Erhöhung der Grunderwerbsteuer o.ä.

auf Kommentar antworten

Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:56

... wie immer. Die Politik mischt sich ein und hinterläßt nur Schlechtes.

Lubcke am 11.09.2020 11:53

Ich habe selten so einen dämlichen Bericht gelesen! Das war kein Interview sondern eine missglückte Werbung! Wesentliche Mängel und Nachteile für den Käufer und auch für Makler sind gar nicht erst angesprochen worden!

auf Kommentar antworten

Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:55

Ja, sehr einseitig.

Peter Staudt am 11.09.2020 11:52

Ich finde es nicht überraschend sondern fair und seit Jahrzehnten überfällig!

Wir arbeiten seit über 40 Jahren mit dieser gerechten Provisionsteilung. Endlich hört jetzt die Werbeschlacht von unfähigen Kollegen "Für den Verkäufer kostenlos ....." auf. In erster Linie sind wir ja immer für den Verkäufer tätig und beraten hier zuerst in seinem Sinne!

auf Kommentar antworten

Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:54

Sehen Sie. Wenn Sie das, werter Herr Kollege so machen, ist das Ihre persönliche Entscheidung und wenn Ihre Kunden damit zufrieden sind, ist das auch gut so. Wir arbeiten anders und verhandeln unser Honorar von Fall zu Fall. Jeglichen Staatseingriff verbitten wir uns aber. Durch die Kaputtregelung bei der Miete haben wir unsere Mitarbeiterinnen für die Mietakquise entlassen, unsere Onlineplätze um 80% reduziert, die wir für Mietobjekte nicht mehr brauchen und der Mieter zahlt für das Herumdilettieren der Politiker mit dauerhaft satt erhöhten Mieten, anstatt für eine einmalige Mietprovision. Schlecht gedacht, schlecht geplant, schlecht aufgeführt und teuer für den Bürger: Ein rundherum typisches Politikerergebnis.

Thomas am 11.09.2020 11:49

Man kann sich das alles auch schön reden. Eine echte finanzielle Entlastung für den Käufer wird es nicht geben, denn die Verkäuferprovision wird in den Kaufpreis einkalkuliert werden. Dies wiederum führt zum Anstieg der Kaufnebenkosten!!!

auf Kommentar antworten

Martfelli am 11.09.2020 11:48

Man muß doch festhalten, dass hier die im Grundgesetz geregelte Vertragsfreiheit, per Gesetzt ! , verletzt wird. Zudem werden dadurch keine Kaufanreize geschaffen, den wie schon andere angemerkt haben, wird über die im Kaufpreis nun untergebrachte Verkäuferprovision, auch noch die Grunderwerbsteuer und Kaufnebenkosten erhöht. Die Grundsteuer tastet man natürlich nicht an. Und wieso soll bei einer Teilung der Makler auf die Provision des Käufers warten bis der Verkäufer bezahlt hat? Die Vertragsregelungen die nun notwendig sind, verkomplizieren dies unnötig. Zusammen mit dem Widerrufsrecht , den Geldwäschevorschriften sind doch schon genügend bürokratische Hürden aufgebaut wurden. Der Staat hat noch nie ein gutes Händchen bewiesen, wenn er sich in die Privatwirtschaft eingemischt hat und die kleineren Maklerbüros sind hier von den großen Maklerbüros und dem Maklerverband, wie auch von der Politik verraten worden. Man kann sich die Sache schön reden, aber davon wird es nicht besser oder gerechter. Letztendlich profitiert nur der Staat über die höhere Grunderwerbsteuer.

auf Kommentar antworten

Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:47

Sie haben völlig recht und trotzdem befinden wir uns in der Minderzahl. Das einfache und logische Denken wird hierzulande als unnötig und zu einfach verspottet. Erst, wenn man sich unverständlich ausdrückt und so Wissenschaftlichkeit simuliert, denken unsere Journalisten, sie hätten es mit Kompetenz zu tun.

Dr. Gabriela Walter am 11.09.2020 11:48

Was der Herr hier spricht ist allgemein bekannt und nichts Neues. Er sollte lieber beobachten wie seine eigene Maklerfirma arbeitet.

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afrank@tsn.de am 11.09.2020 11:47

Wenn die Hälfte der Maklercourtage durch den Käufer bezahlt wird, ist diese in der Regel im Kaufpreis eingerechnet. Das heißt der Käufer spart nicht, sondern zahlt in Zukunft mehr. Er bezahlt nämlich auf die eingerechnete Courtage Grunderwerbsteuer. Vielleicht war das ja das Ziel des Gesetzgebers und nicht die Entlastung des Käufers.

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Dr. Gabriela Walter am 11.09.2020 11:52

Ja, das ist endlich eine korrekte Einschätzung.

Sie sprechen uns aus dem Herzen


PaulW am 11.09.2020 13:41

Genau so wird es werden!!!!! Mir kann keiner erzählen, dass ein Verkäufer nicht darauf besteht seinen Teil der Provision auf den Kaufpreis zu packen....oder sich sogar noch skurrilere Ideen einfallen lässt um seiner Provision zu entkommen. Der jetzt noch mehr bezahlen muss, ist der Käufer und der Staat freut sich und grinst sich einen ab.

So große Unternehmen wie E&V ist das alles nur recht, da sie Ihre Schäfchen schon im trockenen haben und die kleinen Makler verschwinden werden. Sie werden sich dann wie die Wölfe auf die Immobilien stürzen.

Es gibt auch viele kleine Makler, die sich jeden Tag die größtmögliche Mühe geben und mit Freude und Überzeugung bereits JETZT für Verkäufer und Käufer arbeiten, die unter den neuen Regelungen aber keine bis wenig Chancen auf dem Markt haben werden.

Das finde ich sehr schade.


Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:43

Ich glaube, Sie überschätzen die Politiker. So richtiges Nachdenken, also abwägen vor Vor- und Nachteilen und Einschätzungen der Reaktionen des Marktes auf Maßnahmen, wird an Referenten delegiert, die fachfremd sind und sich einfach abends etwas für den morgigen Auftritt des Politikers zusammengoogeln.

Bolle23.04.@ am 11.09.2020 11:43

Die Ansicht von Herrn Enders, dass durch die Teilung der Courtage ein Zuwachs an Aufträgen entsteht halte ich für weltfremd. In Nordrhein Westfalen ist der Markt heiß umkämpft, in der Regel ist bisher lediglich eine Maklerprovision vom Käufer durchzusetzen gewesen. Die Verkäufer können sich aus einer zu großen Anzahl von Maklern denjenigen aussuchen, der ohne Verkäuferprovision arbeitet. Das durch die Teilung der Provision das Geschäft gesteigert werden kann bezweifle ich sehr.

Grundsätzlich teile ich aber die Ansicht, dass die bisherige Abwälzung der Kosten auf den Käufer dringend änderungsbedürftig war und ist. Auch in Nordrhein Westfalen haben viele Maklerkollegen die Provision auf 4 % und teilweise mehr angehoben (zzgl. MWSt), in der Regel immer zu Lasten des Käufers. Diese Regelung ist mehr als ungerecht, denn eigentlich ist der Makler in erster Regel für den Verkäufer tätig und nimmt diesem sämtliche mit dem Verkauf verbundenen Arbeiten ab. Ohne Berechnung! Ich denke, es wird zu einer Marktbereinigung kommen und dies ist auch gut so, da bisher jeder ohne Qualifikation das Maklergewerbe ausüben darf. Es gibt einfach zu viele schwarze Schafe, die dem Ruf des Immobilienmaklers schon lange schaden.

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Norbert Knebel am 11.09.2020 11:37

Ich verstehe bis heute nicht, was daran für den Käufer fair sein soll. Ich weiß durch meine langjährige Berufserfahrung, dass auch in den Bundesländern, in denen es bisher schon eine Teilung der Provision gibt, der Verkäufer-Anteil auf den Kaufpreis (Angebotspreis) aufgerechnet wird. Am Ende zahlt IMMER der Käufer! Dadurch erhöhen sich nur die Kosten der Grunderwerbsteuer und damit ist der Staat der einzige, der davon wirklich etwas hat. Die fairste Variante war daher wie bei uns in Hessen, die Außenprovision vom Käufer. Das haben wir auch immer sehr klar kommuniziert und alle, wirklich alle Käufer, sahen das am Ende genauso.

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Simon says am 11.09.2020 15:35

Genau so ist es und ich habe genau die selben Rückmeldung von Kunden erfahren.

Auf den ersten Blick jubeln alle, wer aber einen Schritt weiter denkt, merkt schnell, dass der Gesamtpreis einfach teurer wird.

Was werden wir dann in 1-2 Jahren in den Nachrichten für Horrormeldungen hören:

Immobilienpreise in Deutschland wieder um x+3% explodiert! (Zur normalen Preissteigerung dazu).

Wir haben auch immer nur die Außenprovision von 3% genommen. Transparent, berechenbar und fair.

Nun stellen wir auf mindestens 2% Käufer und 2% Verkäufer um. Dann macht der Käufer nicht nur uns reicher, sondern auch noch das Finanzamt und den Notar.

Sowas können sich wirklich nur weltfremde Politiker von den Grünen ausdenken und der Rest springt für ein paar Wählerstimmen mit auf den Zug und beschließt es.

GG Real am 11.09.2020 11:29

Das Thema ist sehr vielschichtig, darüber könnte man stundenlang diskutieren. Ich will nur 2 Themen anreißen.

1.

Makler, die bisher mit dem Spruch "Provisionsfrei für Verkäufer" werden es sicherlich schwer haben. Sie müssen nun lernen, die Provision zu rechtfertigen: "bisher war es kostenlos, was machst Du nun anders oder besser" für die verlangte Provision. Da werden sicherlich einige Makler vom Markt verschwinden. Das gilt auch für die Digitalmakler, die bisher auch so geworben haben. Hier werden wohl die Provisionen reduziert. Je nach Leistung muss man dann sehr genau kalkulieren, ob sich ein Geschäft noch lohnt.

2. Die Provisionsteilung birgt für die Makler eine große Gefahr. Ein Makler muss bei der Teilung strikte Neutralität wahren. Wenn er sich beispielsweise auf Kaufpreisverhandlungen einläßt, verliert er seine Provision.

Fazit:

Verkäufer müssen lernen, die Leistungen der Makler zu vergleichen. Makler müssen lernen, mit den Herausforderungen der "neuen" Situation umzugehen.

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Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:40

Der Staat hat sich bei der Preisbildung herauszuhalten. Wir sind ja keine sozialistische Gesellschaft.


Scotty am 13.09.2020 16:37

Kollegen,

ich bin schon positiv überrascht über die rege Diskussion. Nur Frage ich mich, was macht eigentlich der IVD? Als Verband müsste er sich eigentlich vehement für seine Beitragszahler/Mitglieder einsetzen, oder?

Es ist mir einfach zu einfach den Grünen die Schuld zu geben.

BittereErkenntniss am 11.09.2020 11:22

Dieses Gesetz wurde nur verabschiedet und kleine Maklerbüros vom Markt zu fegen. Die großen Maklerbüros werden genug Reserven haben diese Durststrecke zu überstehen um sich dann den verbleibenden kleinen Markt der Privat Immobilien aufzuteilen. Hervorragende Lobby Arbeit zu lasten kleiner selbstständiger Makler und eine verdeckte Steuererhöhung für den Immobilien Käufer. Durch die inkludierten Provisionen werden höre Grund Steuern fällig.

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Privatmakler am 11.09.2020 11:22

Die Konsequenz ist doch, dass der Verkäufer seine Preisvorstellung um min. 3,57 % erhöhen wird. Zu dem erhöhten Kaufpreis kommt noch die Provisionszahlung des Verkäufers zur Berechnung der Grunderwerbsteuer. Also erhöhen sich die Kaufnebenkosten und es gibt eine versteckte Steuererhöhung zu Ungunsten des Käufers. Da hat die Politik die Käufer gewaltig über den Tisch gezogen. Bei Vermietungen war das damals anders, weil hier keine Grunderwerbssteuer anfiel.

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GG Real am 11.09.2020 11:33

So rechnet die Politik aber nicht. Die Politik geht davon aus, dass damit wesentlich weniger Verkäufer über einen Makler verkaufen. Dann geht die Rechnung auf. Und wenn nicht, kann man ja noch "nachbessern", wie einige Politiker bereits gesagt haben


Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:38

Es ist schon erstaunlich, wie viel die Politik eins nach dem anderen falschmacht.

info@lichtlein.de am 11.09.2020 11:20

Alleine die Senkung der Maklergebühr wird die Erwerbsnebenkosten allein nicht senken... denke wir alle mal an die Grundwerwerbsteuer !! Da hält die Bundesregierung beide Hände auf.. hier wird wie immer nichts geändert !!!

50/50 Teilung wäre bei Vermietung auch gerecht gewesen..

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Immohusi am 11.09.2020 12:39

Als Makler (Fachwirt) haben wir jahrelang Provision vom Vermieter und Mieter verlangt. Hat viele Jahrzehnte wunderbar funktioniert. Wir arbeiten für beide Seiten! Nun wird die Miete dementsprechend hjoch angesetzt, damit der Vermieter auf seine Kosten mit unserer Courtage kommt (Nachteil für Mieter) und er schafft rigoros alleine an, wen er als Mieter akzeptiert (Mieter hat nichts zu melden, da er auch nicht zahlt!). So sieht es in der Praxis aus......die kennt die Politik offensichtlich auch hier in unserer Branche nicht, wie in vielen anderen Bereichen auch.


Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:37

Ich wäre mal für eine kräftige Senkung der Politikergebühr. Warum muß ein Abgeordneter denn € 10.000,- monatlich plusplusplus verdienen?

Ralf P. Brokate am 11.09.2020 11:06

Es wird Zeit, dass insbesondere in Hochpreismärkten endlich Schluß ist mit den völlig überzogenen Provisionsverlangen einiger Makler. DENN: es gibt überhaupt keinen logischen Grund dafür, für eine vermittelte Immobilie i. Wert von 1,5 Mio oder mehr eine Provision von 7,14% zu verlangen. Ich hoffe sehr, dass die Verkäufer nun endlich mal aufwachen und sich das nicht mehr bieten lassen!!!

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Bolle23.04.@ am 11.09.2020 11:48

Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht! Die Maklergebühr muss nicht nur geteilt sondern auch gedeckelt werden und zwar für alle Bundesländer einheitlich!


Thomas Schöffel am 11.09.2020 13:35

Ein Preis entsteht im freien Markt durch Anbieter und Abnehmer. Wer hier Maklern den Preis vorschreiben will, dem antworten wir Makler wie folgt: Gerne, aber nur, wenn wir im Gegenzug auch Ihr Einkommen festlegen dürfen. Na, wie sieht´s aus?


Simon says am 11.09.2020 15:27

Immobilien mit Werten >1,5 Mio betreffen nur Anleger mit gespitztem Bleistift und vermögende Privatleute.

Beide Kategorien sind nicht unbedingt das Klientel, welches durch das neue Gesetz bevorteilt werden sollen.

Gerade Anleger kaufen nur, um ihr Geld zu vermehren und da sind prozentuale Beteiligungen von Servicedienstleistern, die diesen Vermögenszuwachs ermöglichen, Usos.

Warum verdienen Fonds und deren Manager prozentual? Der Notar nach Notarkostenverodnung mehr? Die Grunderwerbsteuer? ...und so weiter...

Man sollte eher die Grunderwerbsteuer reformieren so wie es unser NRW-Landesvater, liebevoll auch "Mickey Mouse" genannt, vor seiner Wahl propagiert hat und sich nun natürlich nicht mehr dran erinnern kann:

Familien bzw. Ersterwerber mit Selbstnutzung von der Grunderwerbsteuer ausnehmen und Anleger dafür mehr zur Kasse bitten.

Das wäre nicht mehr als fair!


Privatmakler am 11.09.2020 16:10

Wollen Sie Einkommen staatlich reglementieren ? Das hatten wir schon vor 1990 in der DDR !

Keystone am 20.08.2020 14:22

Komplexes Thema für Neulinge auf diesem Gebiet verständlich erklärt. Klingt wirklich nach mehr Gerechtigkeit, insbesondere in den bisher nicht „courtagegeteilten“ Bundesländern (wie z. B. Hamburg)

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