Die Wohngebäudeversicherung: Schutz vor Risiken

Lesermeinungen:  

(19)

Feuer, Hagel, Sturm: Brennt das Haus ab oder deckt ein Sturm das halbe Dach ab, kann das für Hausbesitzer teuer werden. Die Wohngebäudeversicherung springt in so einem Fall ein und bewahrt den Hauseigentümer vor dem finanziellen Fiasko.

Wohngebäudeversicherung, Brandversicherung, Feuerschäden, Leitungswasserschäden, Foto: alotofpeople - fotolia.de
Die Wohngebäudeversicherung sichert das Eigenheim gegen Schäden durch Leitungswasser, Sturm, Feuer und Hagel ab. Foto: alotofpeople - fotolia.de

Zwar ist die Wohngebäudeversicherung keine Pflichtversicherung, da sie nicht dem Schutz Dritter dient, trotzdem sollte sie jeder Hauseigentümer abschließen. Sie zahlt für Sturm-, Feuer-, Hagel- und Leitungswasserschäden.

Für wen die Versicherung sinnvoll ist

Grundsätzlich sollten alle Immobilieneigentümer eine Wohngebäudeversicherung abschließen, denn sie deckt Risiken bis zum Totalverlust – etwa durch einen Brand – ab. Die Versicherung ist zwar nicht verpflichtend; wird die Immobilie aber durch eine Bank finanziert, verlangt diese, dass das Gebäude dergestalt abgesichert ist, um überhaupt den Kredit zu gewähren.

Bei Eigentumswohnungen wird nicht die einzelne Wohnung versichert, sondern das gesamte Haus. Dass die Immobilie versichert wird, ist Sache der Eigentümergemeinschaft und nicht des einzelnen Wohnungseigentümers. 

Link-Tipp

Die Kosten der Wohngebäudeversicherung können bei einer Vermietung als Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden.

Was versichert ist

Die Wohngebäudeversicherung deckt eine Reihe von Schäden ab:

Sturm- und Hagelschäden

Wohngebäudeversicherung, Hagel, Sturm, Stillkost - fotolia.com

Über die Wohngebäudeversicherung  sind Sturmschäden abgedeckt, allerdings nur solche, die mindestens durch Windstärke 8 verursacht wurden. Prallt also ein morscher Baum bei einer geringeren Windgeschwindigkeit aufs Hausdach, muss die Versicherung nicht zahlen. Ebenfalls abgedeckt: Schäden durch Hagel.

Feuerschäden

Wohngebäudeversicherung, Feuer, Brand, animaflora – fotolia.com

Die Wohngebäudeversicherung  kommt auch für Feuerschäden durch Brand, Ex- oder Implosion, Blitzschlag oder Flugzeugabsturz auf. Nicht gedeckt sind Schäden, die durch die bestimmungsgemäße Verwendung von Feuer an Teilen des Bauwerks entstehen – kommt also ein Kamin zu Schaden, weil er genutzt wird, so spricht dies eher für einen Baumangel, die Versicherung zahlt folglich nicht.

Leitungswasserschäden

Wohngebäudeversicherung, Wasser, Leitungswasserschaden, maho – fotolia.com

Versichert sind frostbedingte sowie sonstige Bruchschäden an Rohren, Heizungsanlagen sowie frostbedingte Schäden an Waschbecken, WCs, Armaturen und Anschlussschläuchen. Ferner haftet die Wohngebäudeversicherung für Nässeschäden durch undichte Wasserleitungen. Optional können auch durch undichte Wasserbetten oder Aquarien verursacht Schäden versichert werden.

Die Wohngebäudeversicherung kommt für Kosten auf, die tatsächlich angefallen sind. Durch sie sind die Kosten der Wiederherstellung, also für die Renovierung der Immobilie abgedeckt.

Was nicht versichert ist

Durch die Wohngebäudeversicherung sind nur die Kosten für Schäden am Gebäude, nicht für die Schäden am Inventar, abgedeckt. Für solche Schäden sollte eine Hausratversicherung und eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Erstere kommt für Schäden an der Einrichtung auf, letztere deckt auch Schäden ab, die zum Beispiel in der Nachbarwohnung eingetreten sind.
Durch die Wohngebäudeversicherung werden auch nicht alle denkbaren Risiken abgesichert. Nicht enthalten sind erweiterte Elementarschäden, die zum Beispiel durch ein Erdbeben, Lawinen, Vulkanausbrüche oder Hochwasser am Gebäude entstehen. Um dies abzudecken, sollte eine erweiterte Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden. Manche Versicherungen bieten eine erweitere Elementarschadenversicherung als Zusatzbaustein der Wohngebäudeversicherung an: Das kann aber – je nachdem, wie hoch das Risiko eines Schadenseintritts ist – zu erheblichen Zusatzkosten führen.

Experten-Tipp

Mehr über die Elementarschadenversicherung erfahren Sie in diesem Artikel. 

Worauf bei Abschluss der Versicherung zu achten ist

Grundsätzlich sollte vor Abschluss einer Wohngebäudeversicherung unterschiedliche Anbieter miteinander verglichen werden. Dabei ist nicht nur auf die Kosten zu achten, denn auch der Leistungsumfang der Versicherung kann sich erheblich unterscheiden: Was nutzt eine günstige Versicherung, die im Schadensfall nichts oder nur einen Teil der Kosten trägt?
Ganz wichtig: Die Versicherung sollte auch Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit entstehen, mit abdecken. Das ist nicht bei allen Policen der Fall. Wird ein Schaden vorsätzlich herbeigeführt, muss die Versicherung grundsätzlich nicht zahlen.

Unter Umständen kann eine Versicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen werden: Dann muss im Schadensfall ein kleiner Teil der Kosten vom Versicherungsnehmer selbst getragen werden. Im Gegenzug ist die Prämie etwas günstiger als bei einer Versicherung ohne Selbstbehalt.

Download

Dieses PDF gibt Ihnen einen Überblick, welche Versicherungspolicen für Immobilieneigentümer sinnvoll und notwendig sind.

Fazit: Eine unversicherte Immobilie kann teuer zu stehen kommen

Die Wohngebäudeversicherung ist nicht verpflichtend. Doch sie gehört zu den wenigen Policen, die ein Immobilieneigentümer unbedingt haben sollte. Denn ohne den Versicherungsschutz ginge der Eigentümer selbst bei einem Totalverlust komplett leer aus – es droht der finanzielle Ruin.


Ihre Meinung zählt

(19)
4.4 von 5 Sternen
5 Sterne
 
11
4 Sterne
 
4
3 Sterne
 
4
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

VersicherungenTipps für Immobilieneigentümer

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben