Diese Verjährungsfristen sollten Mieter kennen

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Miete, Nebenkosten, Ersatzansprüche – Mieter müssen zahlreiche Kosten tragen. Wenn der Vermieter es aber versäumt, diese rechtzeitig einzufordern, können die Forderungen verjähren und sie müssen nicht mehr zahlen. Diese Verjährungsfristen nützen Mietern.

Verjährungsfristen, Kalender, Foto: sergign/fotolia.com
Nachdem eine gewisse Zeit vergangen ist, müssen Mieter den Zahlungsaufforderungen ihres Vermieters nicht mehr nachkommen. Es gibt jedoch unterschiedliche Verjährungsfristen. Foto: sergign/fotolia.com

Schuldet ein Mieter seinem Vermieter Geld, kann letzterer dies nur über einen begrenzten Zeitraum einfordern – dann verjähren die Ansprüche. Nach Ablauf einer bestimmten Frist haben Mieter Glück gehabt und müssen nicht mehr zahlen. Welche Verjährungsfristen gelten, ist abhängig von der Art der Forderung. So gelten für Mietforderungen etwa andere Verjährungsfristen als für die Zahlung der Nebenkostenabrechnung.

Verjährungsfristen bei der Nebenkostenabrechnung

Die Nebenkostenabrechnung flattert Mietern in der Regel einmal im Jahr ins Haus – und das muss sie auch. Denn spätestens ein Jahr nach dem Ende des Abrechnungszeitraums müssen die Nebenkosten abgerechnet werden. Verpasst der Vermieter diese Frist, kann er die Forderungen nicht mehr geltend machen, es sei denn, er hat die Verspätung nicht selbst verschuldet.

Kommt die Nebenkostenabrechnung pünktlich und der Mieter hat Einwände gegen diese, muss auch er seine Einwände binnen zwölf Monaten mitteilen – andernfalls gilt die Abrechnung sozusagen als stillschweigend akzeptiert. Anders sieht es bei den Nachzahlungen aus Nebenkostenabrechnungen aus: Hier beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre.

Die Miete: Nach drei Jahren muss der Mieter nicht mehr zahlen

Genauso verhält es sich mit der Miete. Versäumt der Vermieter es, diese einzutreiben, hat er nach drei Jahren Pech gehabt. Dann nämlich endet die sogenannte regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren. Diese beginnt erst mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Die gleiche Frist gilt übrigens auch dann, wenn der Mieter Miete zurückverlangen will, die er aus Versehen zu viel gezahlt hat. Versäumt er dies länger als drei Jahre, hat er kein Recht mehr auf das Geld.

Vollstreckungsbescheide und Gerichtsurteile: Dreißig Jahre Verjährungsfrist

Besonders lang ist die Verjährungsfrist dann, wenn ein Mieter von einem Gericht zur Zahlung eines bestimmten Betrags verurteilt wurde oder ein rechtskräftiger Mahn- oder Vollstreckungsbescheid erwirkt wurde. In diesem Fall kann der Mieter von seinem Vermieter 30 Jahre lang in Anspruch genommen werden. Erst dann verjährt die Forderung.

Mieter profitiert nicht immer von Verjährungsfristen

Es gibt Fälle, in denen der Mieter vom Vermieter Geld zurückverlangen kann – nämlich dann, wenn er aufgrund einer Schönheitsreparaturklausel im Mietvertrag an den Vermieter einen sogenannten Abgeltungsbetrag zur Durchführung von Schönheitsreparaturen gezahlt hat. Diese Klauseln sind unwirksam, wie der Bundesgerichtshof entschieden hat. Wenn der Mieter aber trotzdem zahlt, hat er nur sechs Monate Zeit, den Betrag zurückzuverlangen – versäumt er dies, ist der Vermieter im Vorteil. Hat der Mieter dagegen selbst renoviert, ohne es zu müssen, hat er ebenfalls sechs Monate Zeit, dafür vom Vermieter Schadensersatz zu verlangen.

Achtung

Trotz Verjährung gezahlt: Mieter können Geld nicht zurückverlangen

Finanzielle Forderungen existieren theoretisch für immer – sie können nur nach der Verjährung nicht mehr eingefordert werden. Das bedeutet: Zahlt ein Mieter eine bereits verjährte Forderung versehentlich oder weil er von den Fristen nichts weiß, kann er das Geld trotzdem nicht mehr zurückverlangen.


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40 Kommentare

Angelina am 02.03.2018 22:40

Hallo,

Ich bin im März 2016 aus meiner Wohnung ausgezogen, es gab viel Briefverkehr mit meinem Mieterschutz und der Hausverwaltung des Vermieters. ( viel zu hohe Nachzahlung der Nebenkosten aus 2015/ bis März 16)

Im gesamten besteht... mehr

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Immowelt-Redaktion am 05.03.2018 09:42

Hallo Angelina,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir können leider nur allgemeine Tipps geben und dürfen keine Rechtsberatung leisten. Wir würden Ihnen empfehlen, sich an Ihren Mieterverein oder einen Fachanwalt für Mietrecht zu... mehr

Nuridin am 27.02.2018 18:07

Schönen Guten Tag,

Im vornherein muss man wissen das es neben unserer Wohnung eine Garage gab die aber nicht zur Wohnung gehört hat und Vertraglich auch nicht eingebunden war wir haben knapp 20 Jahre da gelebt und ...Anfang 2017 hat... mehr

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Immowelt-Redaktion am 28.02.2018 08:20

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wenn die Garage nicht zum Mietgegenstand gehört, müssen Sie dafür natürlich auch keine Miete zahlen, dürfen die Garage aber auch nicht nutzen. Im Zweifel müsste sich der Sachverhalt ganz... mehr

Massamba am 19.02.2018 15:01

Hallo,

wohne seit 18 jahren in einer Mietwohnung und erst seit 2014 gibt es eine Nebenkostenabrechnung, seitdem dies an eine Hausverwaltung übergeben worden ist. Sehe nun an den Abrechnungen das ich immer zuviel gezahlt habe und Frage... mehr

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Immowelt-Redaktion am 19.02.2018 15:28

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

die Verjährungsfrist beträgt in diesem Fall drei Jahre, das heißt Sie können für diesen Zeitraum noch etwaige Rückzahlungen einfordern, wenn Ihnen diese zustehen. In der Praxis könnte das... mehr

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