Energiesparen im Haushalt: Einfache Tipps für niedrige Strom- und Heizkosten

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Wer seinen Energieverbrauch senkt, kann viel Geld sparen – und muss dabei nicht zwangsläufig auf Komfort verzichten. Mit diesen Tipps verringern Verbraucher ihre Strom- und Heizkosten und verbessern die CO2-Bilanz.

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Die Umrüstung auf LED-Leuchten lohnt sich, wenn die alten Lampen defekt sind. Foto: iStock / Steve Debenport

Wenn die Stromrechnung ins Haus flattert, kommt für viele der Schock: Die Kosten und der Verbrauch sind mal wieder höher als erwartet. Kommt ein besonders kalter Winter hinzu, fällt auch die Heizkostenabrechnung teurer aus. Verbraucher fragen sich dann unweigerlich, warum die Rechnungen so hoch sind, obwohl sie sich keiner Energieverschwendung bewusst sind. Häufig liegt das nicht an einem verschwenderischen Lebensstil, sondern an ineffizienten Geräten, Energiepreissteigerungen oder unbewusstem Energieverbrauch.

Prof. Timo Leukefeld, Energieexperte, Foto: timoleukefeld.de
Prof. Timo Leukefeld, Experte für energetieautarkes Wohnen und Leben. Foto: timoleukefeld.de

Energieexperte Professor Timo Leukefeld erklärt, wie Verbraucher Strom sparen und ihre Heizkosten senken können, ohne an Lebensqualität einbüßen zu müssen. Er selbst wohnt mittlerweile in einem energieautarken Haus und initiiert Projekte rund ums energieautarke Wohnen.

Strom sparen leichtgemacht: 9 Tipps für geringe Stromkosten

Kein Licht, keine Spülmaschine, kein Laptop: Ohne Elektrizität wäre die Menschheit heutzutage aufgeschmissen. Strom gibt es aber nicht gratis. Da wir jeden Tag reichlich davon brauchen, kann das ziemlich ins Geld gehen. Um Energie zu sparen, müssen Verbraucher aber nicht zurück ins Mittelalter. Wer die folgenden Tipps berücksichtigt, spart jede Menge Strom und Geld ein.

1. Mini-Solaranlage verwenden

„Mieter oder Wohnungseigentümer in einem Mehrfamilienhaus, die mithilfe von Sonnenenergie Stromkosten sparen möchten, sollten mit einer Mini-Solaranlage starten“, empfiehlt Energieexperte Leukefeld. Im Mai 2018 wurde die Vornorm DIN VDE V 0100-551-1 (VDE V 0100-551-1) in Deutschland veröffentlicht. Seitdem dürfen Verbraucher Photovoltaik-Anlagen in einen vorhandenen Endstromkreis einbinden.

Bei Mini-Solaranlagen handelt es sich um mobile Solaranlagen, die sich über eine spezielle Energiesteckdose oder über eine feste Installation mit dem Stromnetz verbinden lassen. Sie haben einen Wechselrichter, der Sonnenenergie in Gleichstrom umwandelt. Bevor der Strom ins Hausnetz eingespeist wird, wandelt ihn der Wechselrichter in Wechselstrom um. Mobilie Solaranlagen haben eine Leistung zwischen 150 und 600 Watt. “Mit einer Solarleistung von 600 Watt können Verbraucher im Süden Deutschlands bis zu 660 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen“, so Leukefeld. Das entspräche etwa 20 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushalts und einer CO2-Einsparung von rund 320 Kilogramm. Eine Strom-Einspeisung ins öffentliche Stromnetz ist allerdings nur möglich, wenn ein Zweirichtungszähler vorhanden ist und die Anlage bei der Bundesnetzagentur und beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet ist.

Achtung: Der Anschluss einer Plugin-Solaranlage über eine gewöhnliche Steckdose ist in Deutschland verboten und brandgefährlich. Hierbei kann die Sicherung ihre Schutzfunktion nicht mehr vollständig erfüllen, da sie den Strom, der in die Steckdose eingespeist wird, nicht erkennt. Das kann zur Überlastung des Stromkreises und zu einem Leitungsbrand führen. Daher ist es wichtig, Mini-Solaranlagen normgerecht nach den VDE-Sicherheitsvorschriften über eine spezielle Energiesteckdose oder über eine feste Installation zu installieren. Verbraucher sollten sich daher an einen fachkundigen Elektriker wenden.

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2. LED- und Energiesparlampen nutzen

Um Strom zu sparen, sollten Verbraucher auf LED- oder Energiesparlampen setzen, wenn sie ihre Leuchten ohnehin wechseln müssen. LED- und Energiesparleuchten sind zwar teurer als gewöhnliche Glühbirnen, dafür halten sie viel länger. Eine Glühlampe brennt in der Regel circa 1.000 Betriebsstunden, was ungefähr dem Betrieb von einem Jahr entspricht. Energiesparlampen halten etwa 10.000 und LED-Lampen 25.000 Betriebsstunden durch. Darüber hinaus verbrauchen Energiesparlampen und LED-Leuchten weniger Strom, da sie effizienter sind. Eine gewöhnliche Glühlampe verwendet gerade mal fünf Prozent der Energie für die Erzeugung von Licht. Die restlichen 95 Prozent werden in ungenutzte Wärme umgewandelt. LED-Lampen – die effizientesten Leuchten – verbrauchen circa 90 Prozent weniger Strom als Glühlampen, da sie deutlich weniger Wärme produzieren.

Die nachfolgende Tabelle stellt eine 75-Watt-Glühlampe einer Energiesparlampe und einer LED-Leuchte mit einer entsprechenden Lichtstärke von 1.000 Lumen gegenüber:

 LED-LampeEnergiesparlampeGlühlampe
Lebensdauer25.000 Std.10.000 Std.1.000 Std.
Leistung12 Watt15 Watt75 Watt
Anschaffungskosten25 Euro9 Euro0,5 Euro
Stromkosten pro Jahr (bei 29 ct/kWh und 1.000 Std. Brenndauer) 3,48 Euro4,35 Euro21,75 Euro
Jährl. Gesamtkosten (inkl. Anschaffungskosten, bei 1.000 Std. Brenndauer)4,08 Euro5,25 Euro22,25 Euro
Jährl. Co2-Ausstoß* (bei 1.000 Std. Brenndauer im Jahr)5,87 kg7,34 kg36,68 kg

* Laut Schätzungen des Umweltbundesamtes verursachte 2017 eine Kilowattstunde Strom 489 Gramm CO2.

Wie man sieht, lassen sich mit LED- beziehungsweise Energiesparlampen Energie und Kosten sparen. Zudem verbessern Verbraucher ihre CO2-Bilanz erheblich. „Eine Umstellung auf LED-Lampen lohnt sich finanziell aber nur, wenn die alten Leuchten kaputt sind“, betont Energieexperte Leukefeld, „denn es macht wirtschaftlich keinen Sinn, funktionierende Leuchten zu ersetzen.“

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3. Geschirrspüler und Waschmaschine ans Warmwasser anschließen

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Eine Waschmaschine arbeitet stromsparender mit Warmwasseranschluss. Foto: JenkoAtaman/fotolia.com

Wer Geschirrspüler und Waschmaschine ans Warmwasser anschließt, spart ebenfalls viel Strom. „Heizt der Geschirrspüler das Spülwasser auf, kostet das etwa 25 bis 28 Cent pro Kilowattstunde Strom. Der Heizkessel hingegen erledigt das zum Preis von vier bis sieben Cent pro Kilowattstunde“, erklärt Timo Leukefeld. Um Schäden zu vermeiden, sollte man das Geschirrspülgerät jedoch nur mit einem für Warmwasser zugelassenen Schlauch ans Warmwasser anschließen. Wer die zudem die Wasserleitung isoliert, steigert die Effizienz nochmals.

„Bei einer Waschmaschine mit Kaltwasserzulauf kann ein Waschmaschinen-Vorschaltgerät Abhilfe schaffen“, empfiehlt Leukefeld. Dieses Gerät mischt Warm- und Kaltwasser bereits im Zulaufschlauch im gewünschten Verhältnis und leitet es in die Waschmaschine weiter. So wird das Wasser nicht teuer in der Maschine, sondern schon vorher über die Zentralheizung aufgeheizt. „Da ein Waschmaschinen-Vorschaltgerät zwischen 250 und 350 Euro kostet, lohnt sich der Kauf erst ab einem Haushalt von drei Personen.“, sagt Leukefeld. Moderne Waschmaschinen verfügen häufig über einen Warm- und Kaltwasserzulauf – in diesem Fall ist kein Vorschaltgerät nötig, um die Maschine ans Warmwasser anzuschließen.

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4. Energieeffizient Waschen

Auch beim Wäsche waschen, können Verbraucher Strom und Geld sparen. Schließlich werden mehr als 75 Prozent der Energie, die für einen Waschgang nötig ist, für das Erhitzen des Wassers genutzt.

So geht Energiesparen beim Waschen:

  • Mit niedriger Temperatur waschen: „Wer Textilien mit 30 statt 60 Grad Celsius wäscht, verbraucht zwei Drittel weniger Strom beim Waschen,“ so Leukefeld. Waschmittel reinigen die Wäsche auch bei geringen Temperaturen optimal und die Kleidung bleibt länger schön. Ab und an ist jedoch ein Kochwaschgang nötig, damit sich in der Maschine keine Gerüche bilden.
  • Auf Vorwaschgang verzichten: Meist ist der Vorwaschgang überflüssig, da Textilien nur selten stark verschmutzt sind. Wenn Verbraucher auf den Vorwaschgang verzichten, verringern sich die fürs Waschen nötige Mengen an Strom und damit auch die Kosten.
  • Wäsche lufttrocknen lassen: Laut der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz verbraucht ein äußerst effizienter Wäschetrockner mit der Effizienzklasse A+++ bei 160 Trockengängen pro Jahr 158 Kilowattstunden Strom. Daraus ergeben sich bei einem Strompreis von 0,29 €/kWh Stromkosten von rund 46 Euro pro Jahr, die man sich beim Lufttrocknen der Wäsche spart. Zudem verringert sich der CO2-Ausstoß um 77,26 kg pro Jahr – schließlich ist das Lufttrocknen klimaneutral.
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5. Laptop statt PC

Wer sich einen neuen Computer anschaffen möchte, sollte zu einem mobilen Laptop greifen. Energieexperte Leukefeld sagt: „Im Vergleich zu einem Desktop-PC verbraucht ein Laptop in der Regel 91 kg CO2 weniger pro Jahr“. Schließlich benötigt ein Laptop mit vergleichbarer Leistung und Ausstattung wie ein Multimedia-PC nur 30 Watt im Normalbetrieb, ein Desktop-PC hingegen mindestens 200 Watt.

 LaptopDesktop-PC
Nutzungsdauer/Tag3 Std.3 Std.
Leistung30 Watt200 Watt
Stromkosten pro Jahr bei 29 ct / kWh9,53 Euro63,51 Euro
Jährl. C02-Ausstoß*16,06 kg107,09 kg

* Laut Schätzungen des Umweltbundesamts verursachte 2017 eine Kilowattstunde Strom 489 Gramm C02.

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6. Elektronische Geräte ganz ausschalten

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Wer Fernsehgerät und Co. nach dem Gebrauch ausschaltet, spart viel Energie. Foto: iStock/yenwen

Bequemlichkeit versus Energiesparen: Wenn es um elektronische Geräte geht, siegt oftmals die Bequemlichkeit. Statt die Geräte komplett auszuschalten, werden sie meist im Stand-by-Modus belassen. Auf Stand-by ziehen Stereoanlage, Fernseher und Co. kontinuierlich Strom. So werfen die Deutschen laut Umweltbundesamt vier Milliarden Euro pro Jahr aus dem Fenster. Das macht im Haushalt rund 10 Prozent der Stromkosten aus.

Geräte, die keinen Schalter haben, beziehen ebenfalls kontinuierlich Strom, wenn sie am Netz angeschlossen sind. „Es lohnt sich, deren Energieverbrauch mit einem Stromverbrauch-Messgerät zu ermitteln“, weiß Timo Leukefeld. Diese Geräte gibt es für wenige Euro im Baumarkt oder Internet zu kaufen. „Die größten Stromfresser sollten Verbraucher an eine Steckdosenleiste mit Schalter anschließen. So kann man die Stromzufuhr bei Nichtgebrauch einfach unterbinden“, erklärt der Energieexperte.

Achtung

Steckdosenleisten sind auf eine Leistung von rund 3.000 bis 3.500 Watt ausgelegt. Die angeschlossenen Geräte sollten dies nicht überschreiten, denn sonst können die Stromleitungen überhitzen und zu brennen beginnen.

So vermeiden Verbraucher unnötige Stromkosten:

  1. Elektro- und Ladegeräte nach dem Gebrauch ausschalten beziehungsweise vom Netz nehmen.
  2. Geräte, die keinen Schalter haben, an eine Steckdosenleiste mit Schalter anschließen
  3. Beim Neukauf zu Elektrogeräten greifen, die sich vollständig vom Netz trennen lassen und einen niedrigen Stand-by-Verbrauch haben.
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7. Haushaltsgeräte: Auf eine gute Effizienzklasse achten

Um zu gewährleisten, dass Verbraucher die Energieeffizienz eines Elektrogerätes sofort erkennen können, wurden in der Europäischen Union Energielabels eingeführt. Diese Etiketten ordnen Produkte in Energieeffizienzklassen ein und müssen deutlich sichtbar auf den Verpackungen der Geräte aufgeführt werden. Die darauf abgebildeten Effizienzklassen sind für jede Gerätegruppe einzeln festgelegt. Sie geben den Verbrauch eines Gerätes im Vergleich zu Referenzgeräten an. Daher lässt sich also nicht die Effizienz verschiedener Gerätetypen miteinander vergleichen.

Hier eine Übersicht über die Effizienzklassen nach Produktgruppen:

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Energieeffizienzklassen nach Produktgruppen. Schraffierte Klassen dürfen nach den europäischen Ökodesign-Verordnungen nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Grafik: hea.de

Wer sich ein neues Haushaltsgerät anschafft, sollte auf eine möglichst gute Effizienzklasse achten. Timo Leukefeld betont: „Je besser die Energieeffizienz ist, desto weniger Strom braucht das Gerät für den Betrieb. So sparen Verbraucher langfristig viel Energie und Geld ein.“

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Info

Am 1. August 2017 ist die neue Rahmen-Verordnung für die Energieverbrauchskennzeichnung in Kraft getreten: Bis Ende 2019 sollen die sogenannten Plus-Klassen verschwinden und es wieder eine einheitliche Skala von A bis G geben. So möchte man die die Vergleichbarkeit der Geräte pro Produktgruppe verbessern.

8. Kühlschrank und Gefriertruhe regelmäßig abtauen

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Bildet sich eine Eisschicht im Kühlschrank, leidet die Energieeffizienz. Foto: iStock/AndreyPopov

Besitzer eines älteren Kühlschranks oder einer älteren Gefriertruhe, sollten das Gerät circa zwei Mal im Jahr abtauen. „Diese Maßnahme ist immer dann nötig, wenn nicht nur ein Reifansatz, sondern eine Eisschicht an den Innenwänden des Kühl- oder Gefrierschranks vorhanden ist“, erklärt Energieexperte Leukefeld. Mit einer fünf Millimeter dicken Eisschicht erhöht sich der Stromverbrauch des Kühlschranks um circa 30 Prozent. Eis ist eine gute Dämmung, daher ist mehr Energie nötig, um die Lebensmittel zu kühlen.

So beugen Verbraucher der Bildung einer Eisschicht vor:

  • Nur verpackte Lebensmittel in den Kühlschrank stellen. Unverpackt geben sie zu viel Feuchtigkeit ab. Es lohnt sich also, offene Wurst und Co. in einer Plastik- oder Glasbox im Kühlschrank zu lagern.
  • Kühl- und Gefriertruhe an einem möglichst kühlen Ort stellen. Steht das Gerät beispielsweise direkt neben dem warmen Heizkörper oder neben dem Backofen, muss es mehr Energie aufwenden, um die Lebensmittel zu kühlen und hält nicht so lange.
  • Kühl- bzw. Gefrierschranktür schnell schließen. Beim Öffnen verbraucht das Gerät viel Energie, um die entweichende Kälte zu kompensieren. Verbraucher sollten sich also vorher überlegen, was sie herausnehmen möchten und die Tür danach sofort schließen. „Es ist effizienter, die Kühlschranktür mehrmals kurz zu öffnen, um Lebensmittel herauszunehmen, als einmal lang“, so Leukefeld.

Wer sich ohnehin einen neuen Kühl- oder Eisschrank kaufen möchte, sollte ein No-Frost-Gerät in Erwägung ziehen. Das No-Frost-System funktioniert ähnlich wie ein Umluftsystem. Es wälzt die Luft ständig um, sodass die Feuchtigkeit besser verteilt und aus dem Kühlschrankinneren gefiltert wird. Allerdings ist dafür Energie notwendig, sodass diese Kühlschränke meist nicht die beste Effizienzklasse erreichen. Es kann jedoch sinnvoll sein, statt einem A+++-Gerät ohne No-Frost-System ein A++-Gerät mit No-Frost-System zu kaufen.

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9. Stromanbietervergleich spart Kosten

Mit einem Anbietervergleich können Verbraucher ihre Stromkosten erheblich reduzieren. Im Internet lassen sich die Preise der Stromanbieter sehr leicht gegenüberstellen. Verbraucher geben in den einschlägigen Portalen ihre Postleitzahl und ihren durchschnittlichen Jahresverbrauch an. Dieser lässt sich aus den letzten Jahresabrechnungen berechnen. Schon werden ihnen unterschiedliche Anbieter bzw. Tarife – sortiert nach Preis – vorgeschlagen.

Das günstigste Angebot ist aber nicht immer das Beste. Es gilt, die Konditionen der Anbieter zu vergleichen. Dabei sollten Verbraucher darauf achten, dass die Anbieter auf automatische Vertragsverlängerungen und Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit verzichten und Verträge mit kurzen Laufzeiten und Kündigungsfristen anbieten.

Achtung

Besonders günstige Angebote haben oft einen Haken wie die Pflicht zur Kautions- oder Vorauskassenzahlung. Manchmal wirkt der Tarif aufgrund eines Neukundenbonus sehr günstig, ist aber nach einem Jahr deutlich teurer. Oder es werden Strompakete, also eine bestimmte Menge Strom für einen festgelegten Zeitraum, verkauft.

Wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, sollte zu einem Ökostromanbieter wechseln. Diese sind häufig ebenso günstig wie Normalstromanbieter, gewinnen aber elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonnenenergie oder Wasserkraft. „Ich achte hier vor allem auf die Geschichte des Stromanbieters“, erklärt der Energieexperte Timo Leukefeld, der selbst in einem energieautarken Haus wohnt und Projekte rund ums energieautarke Wohnen initiiert. „Da gibt es Unternehmen, die sich leidenschaftlich für die Umwelt einsetzen“, so Leukefeld.

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Die Prozentangaben basieren auf einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2016. Grafik: immowelt.de

Heizkosten sparen: 10 Tipps für einen niedrigen Heizenergiebedarf

Neben den Stromkosten lassen sich auch die Heizkosten senken. Dabei können Verbraucher jede Menge Energie einsparen. So bleibt am Ende des Monats mehr Geld übrig und die Umwelt wird erheblich entlastet.

1. Raumtemperatur absenken

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Mit einer warmen Decke ist ein Grad Celsius weniger in der Nacht kaum zu spüren, aber die Energieersparnis groß. Foto: iStock/andresr

Energieexperte Timo Leukefeld empfiehlt, die Raumtemperatur nachts zu senken: „Für jeden Grad Celsius weniger sparen Verbraucher sechs Prozent ihres Brennstoffverbrauchs ein.“ Moderne Heizkörper lassen sich ohnehin so einstellen, dass sie die Räume zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich stark beheizen. Dr. Peter Geisler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums Regensburg, erklärt: „Die richtige Schlaftemperatur ist dann gegeben, wenn man unter seiner Decke weder schwitzt noch friert“. Höher muss die Temperatur im Schlafzimmer also nicht sein. Auch tagsüber lohnt es sich, weniger zu heizen. Ob 22 oder 21 Grad Celsius im Wohnzimmer – den Unterschied spüren viele Verbraucher kaum.

Bei analogen, fünfstufigen Thermostatventilen heizt Stufe drei die Räume in der Regel auf etwa 20 Grad Celsius auf. Zwischen den einzelnen Stufen liegen jeweils circa 4 Grad Celsius. Am höchsten ist das Einsparpotenzial mit programmierbaren Thermostaten. Hier können Verbraucher genau einstellen, ab welcher Uhrzeit die einzelnen Räume mehr oder weniger beheizt werden sollen und wie hoch die gewünschte Temperatur genau sein sollte. Programmierbare E-Thermostate sind eine gute Investition, wenn in einem Haus verschiedene Lebensstile aufeinandertreffen und die Bewohner nicht alle zur gleichen Zeit aufstehen, das Haus verlassen und wieder zu Bett gehen. Für ein normales Einfamilienhaus lohnen sich 15 bis 50 Euro Investitionskosten pro Heizkörper für die Ausstattung mit E-Thermostaten meist eher nicht. In diesem Fall reicht es in der Regel aus, die Heizkurve richtig einzustellen.

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2. Heizkurve richtig einstellen

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Ist die Heizkurve richtig eingestellt, sind die Räume bei verringertem Energieverbrauch angenehm warm. Foto: Patrick Daxenbichler / fotolia.com

Ein Gebäude braucht bei kalten Außentemperaturen mehr Energie, um auf die gewünschte Innentemperatur zu kommen, als bei warmen Außentemperaturen. „Daher ist es wichtig, die Heizkurve am Steuerregler des Heizkessels optimal einzustellen“, erklärt Energieexperte Timo Leukefeld. Die Thermostate am Heizkessel sind mit mindestens einem Außentemperaturfühler verbunden. So können sie die Vorlauftemperatur der Heizung automatisch – je nachdem, ob es draußen warm oder kalt ist – anpassen. Wer Heizenergie und Kosten sparen möchte, sollte die Heizkurve genau einstellen. Sie kann allerdings nicht ohne weiteres berechnet werden, weil sie von zu vielen Faktoren abhängt und nicht linear verläuft. „Da hilft nur anpassen und testen bis die Heizkurve optimal justiert ist“, so Leukefeld.

Diese Parameter können Verbraucher einstellen:

  • Steilheit: Sie gibt an, um wie viel Grad die Vorlauftemperatur steigt oder sinkt, wenn sich die Außentemperatur um ein Grad Celsius ändert. Ist beispielsweise eine Steilheit der Heizkurve von 1,5 eingestellt, bedeutet das, dass sich die Vorlauftemperatur um 1,5 Grad Celsius verändert, wenn sich die Außentemperatur um ein Grad Celsius verschiebt. Je schlechter ein Haus gedämmt ist, desto steiler muss die Heizkurve eingestellt sein, um die Räume ohne Komfortverlust zu heizen.
  • Parallelverschiebung: Sie senkt oder hebt das Gesamtniveau der Vorlauftemperatur, ändert aber nichts am Kurvenverlauf beziehungsweise an der Steilheit. Ist es in den Räumen beispielsweise immer etwas zu kalt, muss das Niveau der Heizkurve angehoben werden. Wenn es zu warm ist, sollte es abgesenkt werden.
  • Nachtabsenkung: Sie ist eine Parallelverschiebung der Heizkurve nach unten, um über Nacht durch niedrigere Innentemperaturen Energie zu sparen.
  • Heizgrenze: Sie definiert die Außentemperatur, ab der die Heizung aufhört zu heizen.

Je niedriger die Vorlauftemperatur eingestellt ist, desto flacher verläuft die Heizkurve und desto geringer ist der Energieverbrauch. Allerdings sollte die Kurve steil genug sein, damit alle Räume warm genug werden.

Zuerst sollten Verbraucher die Heizkörperventile so einstellen, dass die Räume die ideale Temperatur haben. Danach gilt es, innerhalb mehrerer Tage zu prüfen, ob die gewünschte Raumtemperatur und damit auch die benötigte Vorlauftemperatur gerade noch erreicht werden. Sind sie zu niedrig, müssen die Parameter nach oben geregelt werden. Wenn sie zu hoch sind, müssen die Parameter nach unten geregelt werden.

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3. Heizkörper entlüften

Eine Heizung ist nicht komplett luftdicht, deshalb gelangt bei jedem Nachfüllen des Heizungswassers Luft hinein. Auch die Verbindungsteile sind minimal luftdurchlässig. Wird das Wasser im Heizkessel erwärmt, entstehen kleine Luftbläschen. Wenn diese nicht rechtzeitig abgeleitet werden, gelangen sie in die Heizkörper. Da Gas nach oben steigt, sammelt sich die Luft im höchstgelegenen Heizkörper. „Das merken Verbraucher an Glucker-Geräuschen und daran, dass der Heizkörper nicht mehr richtig warm wird“, erklärt Timo Leukefeld. Um Heizenergie zu sparen, sollten Verbraucher ihre Heizkörper regelmäßig entlüften.

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4. Nachts Jalousien, Rollos und Vorhänge schließen

Energiesparer sollten grundsätzlich darauf achten, dass so wenig Wärme wie möglich nach außen gelangt. „Hier schaffen schon Vorhänge, Jalousien und Rollos Abhilfe, da sie die Fenster von innen isolieren. Wer sie nachts – oder bei ungenutzten Räumlichkeiten auch tagsüber – geschlossen hält, kann jährlich Heizenergie im Wert von 10 bis 20 Euro sparen“, sagt der Energieexperte.

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5. Fenster abdichten

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Gut isolierte Fenster steigern den Wohnkomfort. Foto: New Africa / fotolia.com

Die Dichtheit der Fenster lässt sich relativ einfach überprüfen. Timo Leukefeld empfiehlt, ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fenster zu klemmen und das Fenster zu schließen. Lässt sich das Papier aus dem geschlossenen Fenster herausziehen, ist das Fenster schlecht abgedichtet. „In diesem Fall ist eine nachträgliche Abdichtung sehr empfehlenswert“, sagt Leukefeld. Lässt sich das Papier nicht oder nur stark beschädigt herausziehen, ist das Fenster dicht.

Wer zugige Fenster hat, sollte diese nachträglich abdichten. „Hierfür reicht selbstklebendes Dichtband aus dem Baumarkt aus, das man auf den inneren Fensterrahmen aufbringt“, empfiehlt Leukefeld. Zehn Meter Dichtungsband kosten etwa 10 bis 15 Euro. Mit dieser Maßnahme lassen sich circa sieben Euro Heizkosten pro Fenster und Jahr einsparen. Bei sieben Fenstern ergibt das eine jährliche Einsparung von 70 Euro. Weitere Ideen rund ums Abdichten der Fenster gibt es bei bauen.de.

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6. Richtig lüften

Auch mit der Art des Lüftens können Verbraucher Heizkosten sparen. „Wer sein Fenster dauerhaft gekippt hat, erzielt nur wenig Luftaustausch. Stattdessen kühlen die umliegenden Wände aus. Im schlimmsten Fall beginnen sie zu schimmeln“, erklärt Energieexperte Timo Leukefeld. Stoßlüften lautet das Zauberwort. „Mit weit geöffneten Fenstern und Innentüren entsteht ein gesunder Luftaustausch. Wer drei Mal am Tag für circa fünf Minuten stoßlüftet, verbraucht weniger Energie als mit gekippten Fenstern – und erzielt eine bessere Wirkung“, sagt Leukefeld. Beim Lüften sollten Verbraucher die Thermostatventile ihrer Heizkörper schließen. So vermeiden sie, dass der Temperaturfühler die Heizung aufgrund der kalten Zugluft hochfahren lässt.

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7. Heizung warten

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Eine gewartete Heizung läuft energieeffizienter. Foto: iStock/AlexRaths

„Wer den Energieverbrauch im Haushalt senken möchte, sollte seine Heizung regelmäßig warten lassen, denn gewartete Anlagen arbeiten sparsamer und leben länger“, empfiehlt Leukefeld. Außerdem werden Verschleißteil-Abnutzungen erkannt, bevor sie einen Schaden verursachen. Das macht die Wartungskosten wieder wett. Normalerweise ist die Heizungswartung Aufgabe des Hauseigentümers. Er darf die Kosten allerdings über die Betriebskosten auf den Mieter umlegen, sofern dies im Mietvertrag entsprechend vereinbart wurde.

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8. Hydraulischen Abgleich durchführen

In vielen Heizsystemen besteht das Problem, dass Heizkörper in Räumen, die weit vom Heizkessel entfernt sind, nicht richtig warm werden. „Ist das der Fall, lässt sich die Effizienz der Heizung mit einem hydraulischen Abgleich steigern“, weiß Leukefeld. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass sich die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt und die Vorlauftemperatur der Heizung abgesenkt werden kann. Das senkt die Verluste und spart Energie. Hierfür werden alle Komponenten der Heizungsanlage exakt aufeinander und auf den Energiebedarf des Hauses abgestimmt. Zudem wird die Menge des durchfließenden Heizwassers mithilfe der Thermostatventile an den Bedarf der einzelnen Räume angepasst.

Voraussetzungen für einen hydraulischen Abgleich ist ein Zweirohr-Heizsystem und Heizkörper mit voreinstellbaren Thermostatventilen oder Rücklaufverschraubungen.

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9. Zirkulationspumpe mit Zeitschaltuhr versehen

In manchen Heizungssystemen ist eine Zirkulationspumpe eingebaut, die dafür sorgt, dass das Wasser in der Leitung ständig umgewälzt und am Wärmetauscher vorbeigeleitet wird. Somit ist das Wasser in den Leitungen überall gleich warm und kommt sofort wohltemperiert aus dem Hahn. Das hat den Vorteil, dass Verbraucher nicht erst Wasser ungenutzt abfließen lassen müssen bis es warm genug zum Duschen ist.

Allerdings verbraucht die Trinkwasser-Zirkulation permanent Energie – auch wenn die Bewohner gerade kein Leitungswasser nutzen. „Diese Energie lässt sich mithilfe einer eingebauten Zeitschaltuhr einsparen“, rät Energieexperte Leukefeld, „das lohnt sich aber nur, wenn die Bewohner einen ähnlichen Tagesablauf haben.“ Mit einer Zeitschaltuhr lassen sich mehrere Zeiträume pro Tag und unterschiedliche Schaltzyklen für einzelne Wochentage einstellen, in denen die Zirkulationspumpe arbeitet. So können Bewohner beispielsweise einstellen, dass die Pumpe nachts nicht arbeitet und am Wochenende erst später am Morgen den Betrieb aufnimmt. Auf diese Weise können Verbraucher sowohl elektrische Energie zum Berteiben der Zirkulationspumpe als auch Brennstoff fürs Erwärmen des Wassers einsparen.

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10. Alte Heizungspumpe austauschen

„20 Prozent des Stromverbrauchs eines Hauses entfallen auf die Heizungspumpe. Wer noch eine alte Pumpe in Betrieb hat, sollte sie auf ihre Effizienz hin überprüfen lassen“, sagt Leukefeld. Der Kauf einer neuen, effizienten Heizungspumpe amortisiert sich oft schon nach wenigen Jahren. Alte Heizungspumpen benötigen eine Leistung bis zu 100 Watt, da sie nicht drehzahlgeregelt sind. Neue hingegen nur 15 Watt.

Ein Rechenbeispiel:

HeizungspumpeNeuAlt
Leistungsaufnahme15 Watt100 Watt
Stromverbrauch im Heizzeitraum Okt.-Apr. (212 Tage)76,32 kWh508,80 kWh
Jährlicher CO2-Ausstoß*37,32 kg248,80 kg
Jährliche Stromkosten bei 29 ct/kWh22,13 Euro147,55 Euro

Kosteneinsparung pro Jahr: 125,42 Euro

* Laut Schätzungen des Umweltbundesamts verursachte 2017 eine Kilowattstunde Strom 489 Gramm CO2.

Geht man davon aus, dass die neue Heizungspumpe und deren Einbau zusammen etwa 500 Euro kosten, amortisiert sich die Investition nach rund vier Jahren.

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Ausblick

Energiesparen ist wichtiger als je zuvor, denn damit entlasten Verbraucher ihren Geldbeutel und die Umwelt. „Der Stromverbrauch wird in den kommenden Jahren ohnehin zunehmen“, prognostiziert Energieexperte Timo Leukefeld. „Die Geräte werden zwar sparsamer, doch die Masse an Geräten nimmt zu. Der Stromverbrauch wird auch wegen der Popularität der Wärmepumpe steigen.“ Wärmepumpen nutzen elektrische Energie, um Heizenergie zu erzeugen. Wenn immer mehr Haushalte mit Wärmepumpen ausgestattet werden, wird der Stromverbrauch ansteigen. Daher kann es nicht schaden, an anderen Stellen Energie zu sparen und seine persönliche CO2-Bilanz zu verbessern.


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