Gemeinschaftsgeschäfte: Erfolgreicher zu zweit

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Für Makler kann es hilfreich sein, bei der Vermittlung von Objekten mit anderen Maklern zusammenzuarbeiten. Wenn etwa ein Kaufinteressent eine Immobilie in einer anderen Stadt sucht, ist es sinnvoll, einen Kollegen vor Ort hinzuzuziehen. Makler sollten sich bereits im Vorfeld mit ihren Kollegen über den genauen Ablauf einig werden – dann laufen Gemeinschaftsgeschäfte auch reibungslos ab.

Gemeinschaftsgeschäfte, Makler, Foto: annabaek/istock.com
Für ein breiteres Angebot: Gemeinschaftsgeschäfte können für Makler gewinnbringend sein. Foto: annabaek/istock.com

Gemeinschaftsgeschäfte unter Maklern haben klare Vorteile. Einerseits können Immobilienprofis den Suchenden ein breiteres Angebot an verschiedenen Immobilien anbieten. Andererseits können sie auch solche Wohnungen und Häuser vertreiben, die sie ansonsten gar nicht in ihrem Portfolio hätten – beispielsweise, indem sie mit einem Makler aus einer anderen Stadt zusammenarbeiten.

„Für uns haben Gemeinschaftsgeschäfte den Vorteil, dass sie sich in der Regel schneller abschließen lassen“, sagt Ulf Graske, Inhaber von Graske Immobilien in Stralsund. „Manchmal hat ein Kollege eben einen Kunden, der sich genau für eines der Objekte interessiert, das ich im Portfolio habe. Allerdings gibt es in der Branche auch noch Vorbehalte. Viele Kollegen regeln ihre Geschäfte einfach lieber allein“, so Graske weiter. Soll ein solches Gemeinschaftsgeschäft am Ende nicht im Streit enden, müssen die Bedingungen der Zusammenarbeit vorab genau geklärt werden.

Drei Arten von Gemeinschaftsgeschäften

Gemeinschaftsgeschäft ist nicht gleich Gemeinschaftsgeschäft. Im Wesentlichen gibt es drei verschiedene Arten:

Hamburger Gemeinschaftsgeschäft

Gemeinschaftsgeschäfte, Grafik: immowelt.de

Beim sogenannten Hamburger Gemeinschaftsgeschäft erhalten zwei Makler zusammen einen Auftrag. Im Falle eines Vertragsabschlusses teilen sie sich im Regelfall die Provision – und zwar unabhängig vom Anteil, den jeder einzelne zum Geschäftsabschluss beigetragen hat.

Makler beauftragt Untermakler

Gemeinschaftsgeschäfte, Grafik: immowelt.de

Diese Art von Gemeinschaftsgeschäft eignet sich vor allem in Fällen, in denen ein Makler eine Immobilie in einem Ort suchen oder vermitteln soll, in dem er sonst nicht aktiv ist. Der Makler beauftragt dann vor Ort einen Untermakler. Auch hier teilen sich üblicherweise beide die Provision zu gleichen Teilen. Andere Vereinbarungen sind aber möglich.

Makler des Immobilienanbieters arbeitet mit Makler des Immobiliensuchenden zusammen

Gemeinschaftsgeschäfte, Grafik: immowelt.de

Diese Art des Gemeinschaftsgeschäftes ergibt sich immer dann automatisch, wenn sowohl der Immobiliensuchende als auch der Immobilienanbieter einen Makler beauftragt haben und beide Makler zusammen auf einen Geschäftsabschluss hinarbeiten. Entweder teilen sich auch hier die Makler die Provision untereinander oder aber sie erhalten sie von ihren jeweiligen Auftraggebern. Welche Vergütungsvariante gewählt wird, ist Verhandlungssache – einerseits zwischen den Maklern und ihren Auftraggebern, andererseits auch zwischen den Maklern untereinander.

Info

Makler als Tippgeber

Kein Gemeinschaftsgeschäft im eigentlichen Sinne, ist eine Zusammenarbeit zwischen Maklern bei dem ein Makler gegenüber einem anderen als Tippgeber auftritt. Das bedeutet: Er nennt ihm beispielsweise einen verkaufswilligen Eigentümer und verhilft so seinem Kollegen zum Geschäftsabschluss. In diesem Fall wird meist eine Tippgeberprovision vereinbart, die üblicherweise weniger ausmacht als die Hälfte der eigentlichen Provision. Die genaue Höhe der Tippgeberprovision hängt im Einzelfall davon ab, welche Arbeit der Tippgeber erbringt und kann stark schwanken. Wichtig ist nur auch hier: Ihre Höhe sollte zuvor vereinbart werden.

Keine gesetzlichen Regelungen für Gemeinschaftsgeschäfte

Gemeinschaftsgeschäfte, Grafik: immowelt.de

Für die Zusammenarbeit zwischen Maklern gibt es gesetzlich keine Regelung. Das bedeutet in der Praxis, dass Makler, die sich für ein Gemeinschaftsgeschäft entscheiden, eine Vereinbarung schließen sollten, die den Ablauf des Geschäfts regelt. Der Branchenverband IVD hat als Anhaltspunkt die „Geschäftsgebräuche für Gemeinschaftsgeschäfte unter Maklern“ entwickelt. Der ausführliche Text kann hier direkt von der Webseite des IVD heruntergeladen werden. Unter anderem enthält der Text Regeln, wann ein Gemeinschaftsgeschäft zustande kommt und dass jedem Makler die Provision seines Auftraggebers zusteht. Allerdings: Die Geschäftsgebräuche sind kein Gesetzestext – sie müssen ausdrücklich vorab vereinbart werden und gelten nicht automatisch.

„Ich bin ein absoluter Befürworter von Gemeinschaftsgeschäften“, meint auch Alfred Schramm, Inhaber von Alfred Schramm Consult in Saarbrücken. „Für mich steht der Kunde im Vordergrund. Und wenn ich dem Kunden mehr Objekte anbieten kann, ist das auch für mich langfristig von Vorteil – auch wenn ich mir die Provision dann mit einem Kollegen teilen muss.“ Schramm hat mit Gemeinschaftsgeschäften bislang noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. „Bei der Zusammenarbeit mit den Kollegen im Saarland ist noch nie etwas schiefgegangen“, so der Immobilienvermittler.

Info

Bei immowelt.de ist es problemlos möglich, Immobilien gemeinsam zu vermakeln. Über die Exposè-Einstellungen können Anbieter eigene Objekte für Gemeinschaftsgeschäfte freigeben. In einer Übersichtsliste können Makler alle freigegebenen Objekte einsehen. Hat ein Makler Interesse an einer Kooperation, kann er seinem Kollegen eine Anfrage zur gemeinschaftlichen Vermarktung des Objekts zusenden.


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