Miet- und Kaufpreise: So beeinflusst Corona den Immobilienmarkt

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Die anhaltende Coronakrise sorgt für Unsicherheiten in allen Bereichen der Gesellschaft. Sorgt die Krise auch für einen Knick am Immobilienmarkt?

Corona, Eine Frau läuft mit einer medizinischen Maske durch eine Stadt, Foto: ANR Production / stock.adobe.com
Sorgt die Coronakrise für einen Knick im Immobilienmarkt? Foto: ANR Production / stock.adobe.com

Nach aktuellem Stand sieht es nicht so aus, als ob die Covid-19-Pandemie massive Auswirkungen auf den Immobilienmarkt hat. Der rapide Anstieg der Immobilienpreise im vergangenen Jahrzehnt, der vor allem in den Städten die Kauf- und Mietpreise dramatisch verteuerte, hat sich bereits vor Beginn der Corona-Pandemie merklich abgebremst.

Derzeit steigen die Preise vielerorts im erwarteten Rahmen weiter. Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass der Immobilienmarkt als träge gilt und oft erst Monate oder Jahre später auf Entwicklungen und Veränderungen reagiert. Noch kann nicht von einer Trendwende mit sinkenden Kaufpreisen für Wohneigentum oder Mieten gesprochen werden.

Kaufpreise steigen trotz Corona weiter

Immobilien genießen den Ruf, auch in Krisenzeiten sichere Wertanlagen zu sein. Wenn Sparkonten, Aktiendepots oder Rohstoffe nur geringe Renditen versprechen oder gar Wertverluste verzeichnen, retten sich viele Anleger gern ins Betongold.

Eine hohe und wachsenden Nachfrage steht in Deutschland in vielen Regionen einem geringen Angebot gegenüber, was das Preisniveau daher steigen lässt. Eine Analyse der Angebotspreise in den 14 Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern zeigte: Die Kaufpreise von Bestandswohnungen steigen seit Februar 2020 – also seit kurz vor dem ersten Lockdown – bis heute weiter. In acht der untersuchten 14 Städten ist der Preiszuwachs im Februar 2021 sogar stärker als im Vorjahreszeitraum.

Das sind gute Nachrichten für Immobilieneigentümer, denn der Wert von Häusern oder Eigentumswohnungen bleibt stabil. Wer derzeit oder naher in Zukunft verkaufen will, muss wegen Corona keine Zugeständnisse beim Kaufpreis machen. Des einen Freud, des anderen Leid: Kaufinteressenten, die gehofft hatten, wegen Covid-19 Schnäppchen am Immobilienmarkt machen zu können, hofften bisher vergebens.

Die Entwicklung der Kaufpreise während der Coronakrise

StadtKaufpreis Februar 2019Kaufpreis Februar 2020Kaufpreis Februar 2021Veränderung 2019-2020Veränderung 2020-2021
Berlin3.310 €3.600 €3.860 €9%7%
Bremen2.310 €2.340 €2.610 €1%12%
Dortmund1.610 €1.910 €2.210 €18%16%
Dresden2.130 €2.300 €2.760 €8%20%
Düsseldorf3.600 €3.770 €4.490 €5%19%
Essen1.680 €1.710 €2.220 €2%30%
Frankfurt4.110 €5.120 €5.490 €25%7%
Hamburg4.100 €4.440 €5.100 €8%15%
Hannover2.550 €2.650 €3.290 €4%24%
Köln3.250 €3.430 €3.730 €6%9%
Leipzig1.670 €2.040 €2.280 €22%12%
München6.880 €7.510 €8.140 €9%8%
Nürnberg3.000 €3.230 €3.800 €8%17%
Stuttgart4.030 €4.620 €4.740 €14%3%

 

Corona bringt Mietpreise nicht zum Fallen

Während in den vergangenen Jahren die Mietpreise in vielen deutschen Städten enorm stiegen, scheint es in einigen gerade eine kleine Atempause zu geben. Das zeigt der immowelt Mietkompass, der die Mieten vom ersten und zweiten Quartal dieses Jahres vergleicht. In den 14 untersuchten Städten weisen immerhin acht stagnierende oder gar sinkende Mieten auf.

Das ist jedoch kein Trend, der der Coronakrise zugeschrieben werden kann, denn dies zeichnete sich bereits vorher ab. Um von einer Trendwende sprechen zu können, muss sich diese Entwicklung zudem noch nachhaltig bestätigen.

Insbesondere in Großstädten mit einem niedrigeren oder mittleren Preisniveau kann von weiterhin steigenden Preisen ausgegangen werden.

 

Grafik einer Deutschlandkarte mit Angaben der Preisentwicklung während Corona, Grafik: immowelt

08.07.2021


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2 Kommentare

Wilhelm am 16.08.2021 11:28

Das war zu erwarten, und das Gerede von Mietpreisbremsen, Begrenzungen und eventuell noch Enteignungen führen zu noch höheren Preisen und Wohnungsnot - wer es sich leisten kann, läßt somit seine Wohnung lieber Leerstehen und wartet dann auf Preissteigerungen, oder vermietet sporadisch, als sich über einem Mieter zu ärgern, den er unter Umständen auch nicht aus seiner Wohnung rausbekommt, wegen Mietschutz und damit auch seine Wohnung nicht verkaufen kann.

Manche wiederum müssen auch von einer anständige Miete leben, da sie keine oder eine sehr kleine Rente haben, und dem Staat nicht zur Last fallen möchten....auch das gibt es...

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Alleinerziehende am 18.08.2021 23:35

Genau! Deshalb habe ich mir die letzten Jahre diverse kleine Immobilien gekauft und arbeite auf drei Jobs um sie abzuzahlen um zur kleinen staatlichen Rente noch das Geld zu haben um würdig weiter leben zu können im Alter.

Sebastian am 20.07.2021 15:36

Ich habe auch gelesen, dass durch die Popularität von Homeoffice die Wohnungspreise gestiegen sind. Aber ich bin nicht überrascht. Aber was ist mit Gewerbeimmobilien? Als ich das letzte Mal auf einer Plattform namens MatchOffice nach Business Centern in Hamburg gesucht habe, habe ich keine nennenswerten Veränderungen festgestellt, aber ich weiß, dass dieses Segment der Gewerbeimmobilien am meisten gelitten hat. Wie ist die Situation im Jahr 2021? Wie haben sich die Preise für die Anmietung von Büroflächen in jedem Business Center im Jahr 2021 verändert? Gibt es einen Preisverfall oder ist alles mehr oder weniger stabil?

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immowelt Redaktion am 22.07.2021 16:29

Hallo Sebastian,

vielen Dank für Ihre Frage und das Interesse an unseren Daten. Allerdings können Ihnen hierfür leider keine validen Daten anbieten.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion