Miet- und Kaufpreise: So beeinflusst Corona den Immobilienmarkt

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Die anhaltende Coronakrise sorgt für Unsicherheiten in allen Bereichen der Gesellschaft. Deutschland kam zwar bisher vergleichsweise glimpflich durch die weltweite Pandemie, trotzdem sorgen sich auch hierzulande viele Menschen um Arbeitsplatz und Wohlstand. Sorgt die Krise auch für einen Knick am Immobilienmarkt?

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Sorgt die Coronakrise für einen Knick im Immobilienmarkt? Foto: ANR Production/stock.adobe.com

Nach aktuellem Stand sieht es nicht so aus, als ob die Covid-19-Pandemie massive Auswirkungen auf den Immobilienmarkt hat. Der rapide Anstieg der Immobilienpreise im vergangenen Jahrzehnt, der vor allem in den Städten die Kauf- und Mietpreise dramatisch verteuerte, hat sich bereits vor Beginn der Corona-Pandemie merklich abgebremst. Derzeit steigen die Preise vielerorts im erwarteten Rahmen weiter. Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass der Immobilienmarkt als träge gilt und oft erst Monate oder Jahre später auf Entwicklungen und Veränderungen reagiert. Eine Trendwende mit sinkenden Kaufpreisen für Wohneigentum oder Mieten wurde aber derzeit durch Corona nicht eingeläutet.

Kaufpreise steigen trotz Corona weiter

Immobilien genießen den Ruf, auch in Krisenzeiten sichere Wertanlagen zu sein. Wenn Sparkonten, Aktiendepots oder Rohstoffe nur geringe Renditen versprechen oder gar Wertverluste verzeichnen, retten sich viele Anleger gern ins Betongold. Dieser Trend zeigt sich auch anhand der Anfragen auf immowelt: Trotz Corona hat sich die Nachfrage nach Immobilienobjekten auf immowelt und dem Schwesterportal immonet im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 49 Prozent erhöht.

Eine hohe und wachsenden Nachfrage steht in Deutschland in vielen Regionen einem geringen Angebot gegenüber, was das Preisniveau daher weiter steigen lässt. Eine Analyse der Angebotspreise von Bestandswohnungen in 60 deutschen Großstädten zeigte: In drei Viertel der Städte steigen die Preise von Ende 2019 auf Anfang 2020.

Das sind gute Nachrichten für Immobilieneigentümer, denn der Wert von Häusern oder Eigentumswohnungen bleibt stabil. Wer derzeit oder naher in Zukunft verkaufen will, muss wegen Corona keine Zugeständnisse beim Kaufpreis machen. Des einen Freud, des anderen Leid: Kaufinteressenten, die gehofft hatte, wegen Covid-19 Schnäppchen am Immobilienmarkt machen zu können, hofften bisher vergebens.

Corona bringt Mietpreise nicht zum Fallen

Mietern beschert die Coronakrise bis dato ebenso keine Atempause. Bisher lässt sich nicht attestieren, dass infolge der Covid-19-Pandemie die Mietpreise fallen. Mancherorts findet zwar eine kleine Preiskorrektur statt – eine generelle Trendwende am Wohnungsmarkt mit stagnierenden oder gar deutlich fallenden Preisen findet bisher nicht statt. Vor allem in Städten, in denen das Anmieten von Wohnraum bereits sehr teuer war, erhöhen sich die Mieten weiter. Eine Untersuchung in 80 deutschen Großstädten von immowelt zeigt: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 steigen die Angebotsmieten in 61 von 80 untersuchten Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern weiter – in zehn Städten bleiben sie stabil.

Lediglich in kleineren Universitätsstädten, wo Corona dafür sorgt, dass weniger Studienanfänger auf Wohnungssuche sind, stellt sich eine leichte Entspannung ein. In bereits hochpreisigen Metropolen wie München, Frankfurt oder Hamburg steigen die Mieten indes auch 2020 weiter. Die Nachfrage nach Wohnraum ist in diesen Großstädten weiterhin größer als das Angebot. Daran wird auch Corona auf absehbare Zeit nichts ändern.

16.11.2020


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