Satellitenschüssel: So klappt’s mit dem Empfang in der Mietwohnung

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Ein Mieter darf nicht ohne Zustimmung des Vermieters eine Satellitenschüssel an der Fassade, auf dem Dach oder sichtbar am Balkongerüst des Mietshauses montieren. Gegen eine versteckte und zerstörungsfreie Montage innerhalb des Balkonbereichs spricht aber nichts. Grundsätzlich muss man die Satellitenschüssel perfekt ausrichten, um einen guten Empfang zu erhalten.

Nicht ohne Zustimmung des Vermieters: Selbst wenn die TV-Empfangsmöglichkeiten im Mehrfamilienhaus eher dürftig sind, darf der Mieter nicht einfach eigenmächtig eine Satellitenschüssel auf Fassade, Dach oder sichtbar ans Balkongerüst schrauben. Was viele nicht wissen: Eine verdeckte Aufstellung der Satellitenschüssel  auf dem Balkon oder auch im Wohnungsinneren vor dem Fenster ist in der Regel erlaubt.

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Von außen sichtbaren Wildwuchs von Satellitenschüsseln muss der Vermieter in der Regel nicht dulden. Foto: Armin Staudt/iStock.com

Satellitenschüssel: Vermieter um Erlaubnis fragen

Bietet das Mietshaus die Möglichkeit zum Fernsehempfang, etwa über Kabel, muss der Vermieter dem Wunsch des Mieters, eine Sat-Schüssel an Fassade, Balkon oder auf dem Dach zu montieren, in der Regel nicht nachkommen. Das gilt auch dann, wenn der Mieter damit mehr Programme empfangen könnte, als mit der vorhandenen Empfangsmöglichkeit. Ausnahme: Der Mieter ist Ausländer und kann nur so Programme in seiner Muttersprache empfangen. In solchen Fällen überwiegt das Interesse des Mieters, Informationen in seiner Sprache zu empfangen vor den Interessen des Vermieters, urteilte das Bundesverfassungsgericht (Az.: 1 BvR 1314/11). Das versteckte und von außen nicht sichtbare Anbringen einer Parabolantenne im Innenbereich des Balkons ist aber in der Regel erlaubt. Voraussetzung: Die Satellitenschüssel ist von außen nicht sichtbar und das Eigentum des Vermieters wird nicht beschädigt. Bohrlöcher sind also tabu.

Vermieter erlaubt Montage der Satellitenschüssel: Darauf müssen Mieter achten

Daumen hoch, Grafik: immowelt.de

Selbst wenn der Vermieter grundsätzlich der Montage einer Satellitenschüssel zustimmt, so kann er bestimmen, wo sie  montiert werden soll. In vielen Fällen wird er auf eine Montage auf dem Dach bestehen, da diese optisch unauffälliger ist, als ein Standort an der Fassade oder am Balkongerüst. Der Vermieter kann seine Zustimmung davon abhängig machen, dass der Mieter die Kosten der Montage trägt und fachgerecht durchführen lässt. Auch für den fachgerechten Rückbau nach Ende der Mietzeit muss der Mieter in diesen Fällen aufkommen. Vorsicht: Erfolgt die Montage zum Beispiel durch Eigenarbeit des Mieters nicht fachgerecht und es gibt Folgeschäden, so haftet der Mieter hierfür.

Info

Satellitenschüssel ausrichten: So geht‘s

Deutschsprachige Programme werden überwiegend über den Astra-Satelliten Astra 1, 1B- H, 2C, 19,2° Ost ausgestrahlt; die Sat-Antenne muss Richtung Süden, ganz leicht nach Osten abweichend mit einem Neigungswinkel von rund 30 Grad nach oben montiert werden, wobei es hinsichtlich der genauen Ausrichtung je nach Region kleine Abweichungen gibt. Das Online-Tool „Dishpointer“ ermittelt nach Eingabe der Adresse und Auswahl des gewünschten Satelliten die genauen Daten. Zudem gibt es für iPhone und Android-Geräte die App „Installation parabole“ für Astra-Satelliten, die allerdings nur in französischer Sprache erhältlich ist.

Vermieter verbietet Montage einer Satellitenschüssel: Das dürfen Mieter trotzdem

Daumen runter, Grafik: immowelt.de

Doch selbst wenn der Vermieter die sichtbare Montage einer Satellitenschüssel verbietet, müssen Mieter nicht zwangsläufig auf Sat-TV verzichten. Denn es gibt Möglichkeiten, eine Sat-Schüssel so anzubringen, dass die Belange des Vermieters nicht beeinträchtigt werden.Möglich ist beispielsweise eine von außen nicht sichtbare und liegende Montage der Sat-Schüssel auf dem Balkon. Dies ist allerdings nur möglich, wenn sich die Antenne gen Süden ausrichten lässt. Zudem darf die Satellitenschüssel auch nicht mit Bohrlöchern am Balkon befestigt werden. Stattdessen kann die Halterung der Sat-Schüssel mit schweren Gehwegplatten fixiert werden. Nachteil: Auf dem Balkon geht Platz verloren. Eine Führung des Kabels in die Wohnung ist über spezielle Fensterführungen möglich, so dass nicht gebohrt werden muss.

Flachantenne: Die Alternative zur Sat-Schüssel

Eine Alternative zu konventionellen Sat-Schüsseln sind Flachantennen. Diese sind optisch sehr unauffällig, da sie kleiner sind und auch nicht an konventionelle Sat-Schüsseln erinnern. Sie lassen sich zudem mittels spezieller Dekorfolien so gut tarnen, dass der Laie niemals auf die Idee käme, es handele sich um eine Sat-Antenne. Solche Flachantennen muss man allerdings sehr sorgfältig ausrichten und einstellen.

Sat-Antenne: Tarnen und verstecken

Sat-Stuhl,Satellitenschüssel, Sat-Schüssel ausrichten, Foto: A.S.SAT
Sieht aus wie ein Stuhl, hat aber eine andere Funktion als Sitzen: Die Rücklehne ist eine Flachantenne für den Sat-Empfang. Geeignet für Mieter, deren Vermieter eine Satellitenschüssel-Allergie haben. Foto: A.S.SAT

Eine noch raffiniertere Tarnung ist der Sat-Stuhl. Dabei handelt es sich um ein Gebilde, das wie ein Camping- oder Gartenstuhl aussieht, doch die Rücklehne ist eine Flachantenne. Draufsetzen sollte man sich auf den vermeintlichen Stuhl aber nicht. Einerseits ist die Sitzfläche nicht weich gepolstert, es handelt sich vielmehr um eine eingehüllte, schwere Gehwegplatte, die dem Sat-Stuhl auch bei stürmischem Wetter einen stabilen Stand verleiht. Andererseits könnte die sorgfältig ausgerichtete Rückenlehnen-Flachantenne verrutschen, wenn man die Konstruktion naheliegenderweise als Sitzgelegenheit zweckentfremdet. Schon ein Verrutschen um wenige Millimeter sorgt dafür, dass der Empfang empfindlich leidet.

Ist eine Montage auf dem Balkon nicht möglich, etwa weil keiner vorhanden oder der Balkon nicht nach Süden ausgerichtet ist, so bleibt nur noch eine Innenaufstellung der Satellitenschüssel in der Wohnung. Das kann der Vermieter in keinem Fall verbieten, denn innerhalb seiner Wohnung darf sich der Mieter so einrichten, wie er will. Die Sat-Schüssel oder – besser, da unauffälliger – Flachantenne muss dabei vor einem Fenster stehen, um einen Empfang zu ermöglichen. Nachteil dieser Lösung: Sie nimmt Platz weg und sieht auch nicht besonders wohnlich aus.

Link-Tipp

Unter Tipps für Mieter erfahren Sie, was sie als Mieter dürfen und was Sie besser unterlassen sollten.

Die Satellitenschüssel steht: Anschlüsse in der Wohnung

Ist ein Platz gefunden und das Satellitenschüssel ausrichten erfolgreich erledigt, geht es an den Anschluss in der Wohnung. Insbesondere dann, wenn mehrere Zimmer über eine Multi-Anlage versorgt werden müssen, stellt sich die Frage der Verkabelung. Eine Unterputzmontage kommt in Mietwohnungen meist nicht infrage. Unter Umständen lassen sich die Kabel jedoch unter den Fußleisten verstecken.

Satellitenschuessel, Kabel, Kabelsalat, Foto: Friedberg/fotolia.com
Die Verkabelung der Sat-Anlage ist nicht immer einfach. Foto: Friedberg/fotolia.com

Kabelsalat vermeiden mit Sat-IP

Eine elegantere Alternative ist die Versorgung der einzelnen Zimmer über Sat-IP. Statt überallhin Kabel zu verlegen, kann man hier die eigene Netz-Infrastruktur verwenden. Man benötigt hierzu einen Sat-IP-Server, der die Sat-Signale in das eigene Heimnetz einspeist. Idealerweise wird der Sat-IP-Server direkt an den Router angeschlossen, die Fernsehprogramme können dann grundsätzlich über alle netzwerkfähigen Geräte im Haushalt empfangen werden, also zum Beispiel Smart-TV-Geräte, Tablets und Computer. Sollen ältere Fernsehgeräte angeschlossen werden, ist zusätzlich ein Sat-IP-Receiver notwendig.

Experten-Tipp

Sat-IP selbstgebaut

Wer von Computern und Elektronik viel Ahnung hat, kann Geld sparen: Aus Mini-Einplatinen-Computern wie dem Raspberry PI können ambitionierte Bastler einen Sat-IP-, Media-, Streamingserver und Festplattenrecorder in einem basteln. Entsprechende Anleitungen gibt’s im Internet. Kostenpunkt: ab 35 Euro für den Platinencomputer, viel Zeit und Geduld plus Kosten fürs Zubehör – oft lassen sich aber Bauteile wie etwa Netzteile von alten Geräten verwenden.

Sat-Signale über’s Stromnetz verteilen

Ist ein Anschluss des Sat-IP-Servers direkt an den Router nicht möglich, etwa weil dieser ebenfalls in einem anderen Zimmer steht, so ist eine Einspeisung der Signale des Sat-IP-Servers über D-LAN machbar. Dabei werden die IP-Signale nicht über Netzwerkkabel, sondern übers Stromnetz transportiert. Hierzu sind allerdings wiederum mehrere D-LAN-Adapter notwendig, so dass die Gesamtinvestitionen für eine solche Lösung schnell mehrere hundert Euro betragen.

Zudem ist die D-LAN-Bandbreite nicht in allen Fällen hoch genug, um gleichzeitig mehrere hochauflösende Streams zu empfangen. Außerdem muss häufig ein so genannter Phasenentkoppler im Sicherungskasten durch einen Elektriker eingebaut werden, um einen stabilen D-LAN-Empfang zu gewährleisten.

Satellitenschüssel, Fernsehen, Foto: monkeybusinessimages/iStock.com
Satellitenschüssel ausrichten, Anschlüsse legen - und schon steht einem ausgiebigen Fernsehgenuss nichts mehr im Wege. Foto: monkeybusinessimages/iStock.com

Alternativen zum Sat-Empfang

Wem als Mieter der Sat-Weg zu beschwerlich ist, sollte sich Gedanken über Alternativen machen: Die einfachste Möglichkeit einer breiteren Programmauswahl ist der Erwerb einer DVB-T2-Zimmerantenne, die es ungefähr ab 20 Euro gibt. Wer über diesen Empfangsweg neben den öffentlich-rechtlichen auch diverse Privatsender in HD-Qualität empfangen möchte, zahlt hierfür allerdings jährlich 69 Euro. Alternativ können die Privatsender über Online-Anbieter übers Internet empfangen werden. Für große Vielfalt ist heute lineares Fernsehen gar nicht mehr nötig: Über moderne, internetfähige Smart-TVs, über Computer und Tablets lassen sich die Mediatheken der Sender aufrufen oder Youtube-Videos ansehen. Und kostenpflichtige Angebote wie Maxdome, Netflix oder Amazon Prime bringen das Kino nach Hause. Wer sich sein Programm selbst zusammenstellen will, braucht heute also gar nicht mehr unbedingt den klassischen TV-Empfang über Sat, Kabel oder Antenne.


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