Smart Home für Mieter: Was erlaubt und möglich ist

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Die Kaffeemaschine via Handy aus dem Bett steuern oder die Heizung schon anwerfen, während man noch auf dem Weg nach Hause ist – Smart Home verspricht, das Leben einfacher zu machen. Doch während Eigentümer bei der technischen Ausstattung ihres Hauses freie Hand haben, sind die Möglichkeiten von Mietern begrenzt. Dennoch können auch Mieter von Smart Home profitieren.

Smart Home, Smartphone, Foto: AA+W/fotolia.com
Mit dem Smartphone lassen sich zahlreiche Funktionen innerhalb der Wohnung steuern – auch von Mietern. Foto: AA+W/fotolia.com

Der Kühlschrank, der selbständig Lebensmittel nachbestellt, die Heizung, die schon mal das Wohnzimmer wärmt, während sich dessen Bewohner noch auf dem Nach-Hause-Weg befindet und die Steuerung von Haushaltsgeräten per Spracheingabe: Das alles ermöglicht Smart Home. Wer sich ein Eigenheim baut, kann es dabei von vorneherein auf Smart-Home-Technologien ausrichten. Mieter haben diese Möglichkeit nicht. Dennoch können auch sie von der Technologie profitieren.

Das ist Smart Home

Smart Home ist ein Oberbegriff für zahlreiche Verfahren zur Vernetzung der Haustechnik. Generell spricht man immer dann von Smart Home, wenn Geräte miteinander oder mit Internetanwendungen interagieren oder wenn sie über das Internet oder das Smartphone gesteuert werden können. Synonym zu Smart Home werden bisweilen auch Begriffe wie Smart Living oder Intelligentes Wohnen verwendet.

Was Mieter dürfen – und was nicht

Smart Home, Waschmaschine, Foto: Miele
Die Waschmaschine kann mithilfe einer App und eines mobilen Endgeräts bedient werden. Foto: Miele
Smart Home, TV, Unterhaltungselektronik, Foto: Philips
Entspannung vor dem Fernseher: Das smarte Beleuchtungssystem sucht sich die Farbe selbst aus. Foto: Philips

Grundsätzlich können auch Mieter in ihrer Wohnung Smart-Home-Technologien nutzen. Zumindest unter einer Voraussetzung: Erlaubt ist alles, was sich problemlos wieder entfernen lässt. So kann ein Mieter das alte Thermostat gegen ein Modell austauschen, mit dem er seine Heizung per Smartphone steuern kann. Beim Auszug kann der Vermieter allerdings verlangen, dass die mitvermietete Heizung wieder in den Zustand gebracht wird, den sie beim Einzug hatte. Dann muss der Mieter wieder das alte Thermostat montieren.

Veränderungen, die die Bausubstanz betreffen, sind dagegen tabu. Mieter dürfen also nicht ohne Zustimmung des Vermieters beispielsweise Schlitze in die Wände schlagen und neue Kabel verlegen. Tun sie das doch, kann der Vermieter den Rückbau fordern oder sogar wegen Beschädigungen an der Bausubstanz den Mietvertrag kündigen. Sollten durch eigensinnige Baumaßnahmen größere Schäden verursacht werden, beispielsweise bei einem Rohrbruch, könnte der Vermieter sogar Schadensersatz fordern.

Smart Home: Diese Möglichkeiten haben Mieter

Smart Home, Kaffee, Haushalt, Foto: RWE Images
Ganz unauffällig hängt ein Steckdosen Aufsetzer an einer normalen Steckdose – darüber lässt sich beispielsweise der Frühstückskaffee via Smartphone aufbrühen. Foto: RWE Images
Smart Home, Heizung, Foto: RWE Images
Heizungsregler gibt es für vergleichsweise wenig Geld auf dem Markt – und sie lassen sich nach dem Auszug vom Mieter relativ leicht wieder entfernen. Foto: RWE Images

Viele Hersteller bieten inzwischen Smart-Home-Komplettpakete an. An ein zentrales Steuergerät, das meist nicht größer ist als ein handelsüblicher Router für Privathaushalte, lassen sich per Funk oder Kabel verschiedene Geräte anschließen. Auch für Mieter ist es daher problemlos möglich, ihre Haushaltsgeräte bis zu einem gewissen Grad zu automatisieren – etwa Heizung, Rauchmelder und Fenster, aber auch Herd, Kühlschrank, Waschmaschine oder Kaffeeautomat. So ist der Kaffee beispielsweise jeden Tag zur Frühstückszeit fertig, wenn dies zuvor per Smartphone so eingestellt wurde.

Ebenfalls smarter machen können Mieter ihre Unterhaltungselektrogeräte: Musik, Filme und Fotos lassen sich auf Servern speichern und dann an unterschiedlichen Orten in der Wohnung von verschiedenen Geräten aus abrufen. Die Übertragung der Daten erfolgt dabei meist über WLAN, erhältlich sind aber auch kabelgebundene Systeme.

Gut in Mietwohnungen integrieren lassen sich auch persönliche Sprachassistenten. Geräte wie Amazon Echo verstehen gesprochene Befehle und spielen dann beispielsweise Musik auf Geräten ab, die via WLAN oder Bluetooth mit Amazon Echo verbunden sind. Auf die gleiche Weise lassen sich Wecker stellen oder Kalender verwalten. Mit sogenannten Skills von Drittanbietern können die Funktionen beliebig erweitert werden. Übrigens: Wer auf Amazon Echo den Immowelt-Alexa-Skill installiert, kann sich auch per Spracheingabe auf die Suche nach der passenden Immobilie machen.

Schon etwas umständlicher ist der Tausch der Türschlösser. Smarte Türen gehen automatisch auf, sobald der Mieter mit seinem Smartphone in ihre Nähe kommt. Der Mieter muss allerdings darauf achten, dass er das ursprüngliche Türschloss wieder problemlos einbauen kann, wenn er eines Tages wieder ausziehen möchte.

Wo die Grenzen für Mieter liegen

Zugegeben: Die Möglichkeiten von Smart Home gehen weit über die hier genannten Beispiele hinaus. So ist es etwa möglich, im Haus intelligente Zähler zu installieren, die den Verbrauch von Strom, Wasser und Gas messen und dem Verbraucher dann mitteilen, durch welche Veränderungen er Energie einsparen könnte. Die Zähler gehören allerdings meist dem Vermieter und der Mieter kann sie nicht ohne weiteres austauschen – auch weil die Abrechnung Sache des Vermieters ist. Auch viele Möglichkeiten der Hausautomation bleiben Mietern verwehrt, etwa die automatische Steuerung der Jalousien je nach Lichteinfall, da hier meistens größere Umbauarbeiten notwendig sind, die sich nach Auszug des Mieters kaum rückgängig machen lassen. Dennoch: Smart Home ist keine Technologie nur für Eigentümer. Wenn Mieter auf die richtigen Produkte setzen, kann Smart Home auch ihren Alltag erleichtern.


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