Tipps: Möbel abbauen und aufbauen

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Wenn das Möbel aufbauen in der neuen Wohnung nicht zum Albtraum werden soll, müssen bereits beim Möbel abbauen einige Punkte beachtet werden. Eine Checkliste hilft dabei.

Akkuschrauber
Wer beim Möbel abbauen mit System vorgeht, hat auch beim Aufbau weniger Sorgen. Foto: philippe Devanne / fotolia.com

Ein Horrorszenario: Nach dem Umzug investiert man unzählige Stunden in den Aufbau des riesigen Wohnzimmerschranks, um bei der letzten zu montierenden Türe festzustellen, dass das dafür erforderliche Spezialscharnier beim Möbelabbauen in der alten Bleibe verloren gegangen ist. Derlei Überraschungen sind ebenso ärgerlich wie unnötig – sofern man einige Regeln beim Möbel aufbauen- und aubbauen beachtet.

Möbel systematisch abbauen

Zunächst gilt die Grundregel: Was in einem Stück transportiert werden kann, sollte nicht zerlegt werden. Daher im Vorfeld unbedingt Treppenhaus, Türen und das Transportfahrzeug ausmessen. Bei manchen Möbelstücken reicht es auch, nur einige Einzelteile – zum Beispiel Regalbretter – zu entfernen. Das spart Zeit und Mühe.

Ist ein Möbelabbau unvermeidbar, muss er mit System erfolgen: Schränke sollten beispielsweise von oben nach unten abgebaut und jedes einzelne Teil mit einem Bleistift nummeriert werden. Dafür kann man ein Kreppband auf die Innenseite der einzelnen Teile kleben, das man nach dem Aufbau problemlos und ohne Rückstände wieder entfernen kann. Kleinteile wie Schrauben und Haken lassen sich am besten in kleinen beschrifteten Tüten aufbewahren, die entweder direkt an einem der Schrankteile geklebt oder in einem Karton verstaut werden. Dieser Karton sollte separat transportiert werden, damit er keinesfalls verloren geht.

Türen beim Möbelabbau verkleben

Für den Transport sollten Regalböden aus Möbeln herausgenommen werden, Schubladen können hingegen stecken bleiben. Damit sie beim Umzug nicht herausrutschen, werden sie mit Hilfe von Malerkreppband mit dem Mobiliar verklebt. Dasselbe gilt für kleinere Schiebetüren, Klappen von Schuhschränken und Türen mit Magnetverschluss.

Griff und Schlüssel müssen stets entfernt werden, damit sie während des Transportes keine anderen Gegenstände zerkratzen. Um Beschädigungen zu vermeiden, empfiehlt es sich zudem, Schrankteile im Umzugswagen Front an Front beziehungsweise Rücken an Rücken zu stellen und die Möbelsichtseiten mit Decken zu schützen.

Sinnvoll ist es darüber hinaus, nach alten Anleitungen zum Möbelaufbau zu suchen. Manchmal finden sie sich auch im Internet. Bleiben sie dennoch verschollen, sollten von komplizierten Konstruktionen bereits beim Abbau der Möbel eigene Aufbauskizzen angefertigt werden. Damit können sie in der neuen Wohnung leichter aufgebaut werden.

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Grundausstattung und Basis-Know-how für die Möbelmontage

Ohne Werkzeug ist man beim Umzug aufgeschmissen. Wer nicht zu den Hobbyschraubern gehört, die einen gut gefüllten Werkzeugkasten besitzen, sollte sich eine Grundausstattung an Werkzeug leihen.

Praxis-Tipp

Diese Werkzeuge sind beim Umzug unerlässlich:

  • Akkuschrauber
  • Inbusschlüssel
  • Schraubenzieher in verschiedenen Größen
  • Bleistift
  • Wasserwaage
  • Gummihammer
  • Zange

Kleinteile wie Schrauben, Holzdübel, Beschläge und Muttern gehen schnell verloren. Deswegen sammelt man diese am besten direkt nach dem Aufreißen der Schraubentüte in einem Gefäß. Später kann man sie nach ihrer Funktion geordnet übersichtlich auf einer freien, glatten Fläche nebeneinander aufreihen – so erübrigt sich das mühsame Kramen nach der richtigen Schraube während der Möbelmontage.

Heutzutage sparen Möbelfirmen gern an Ersatzteilen – sie werden in der Regel nicht mehr mitgeliefert. Umso wichtiger ist es, neben dem Verlust auch den Verschleiß von Schrauben zu vermeiden. Das gelingt, wenn man zum Ein- und Ausdrehen ausschließlich die passende Schraubenziehergröße verwendet. Andernfalls fransen die Schlitze schnell aus und die Schraube ist nicht mehr zu gebrauchen. Dann steht erst einmal eine Fahrt in den nächsten Baumarkt auf dem Programm, um hier ein passendes Ersatzmodell zu erstehen. Das kostet unnötig Zeit.

Möbelmontage: Reihenfolge des Aufbaus

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Zuerst sollten nach dem Umzug die Möbelstücke zusammengebaut werden, die am dringensten benötigt werden. Foto: Zlatan Durakovic / fotolia.com

Welches Möbelstück bei der Ankunft in der neuen Wohnung zuerst zusammen geschraubt wird, sollte nach praktischen Gesichtspunkten festgelegt werden: Kühlschrank und Herd benötigt man ebenso schnell wieder wie Geschirr und Besteck. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, zuerst die Küche fertig zu stellen und die Schränke einzuräumen. In der Regel lichtet sich dadurch auch schon das Kistenchaos, da Teller, Tassen, Kochtöpfe, Gläser und andere Küchenutensilien eine Menge Umzugskartons in Anspruch nehmen. Steht die Küche, ist man gut damit beraten, den Aufbau des Bettes in Angriff zu nehmen – schließlich benötigt man nach dem anstrengenden Tag eine erholsame Nacht. Wer den Kleiderschrank in einem Rutsch mit aufbaut, kann auch schon Hemden, Blusen, Pullover und T-Shirts einsortieren. Lagern die Kleidungsstücke nur kurze Zeit im Karton, sind sie kaum zerknittert. Mit etwas Glück kann man sich den Bügelmarathon dann sparen.

Leben Kinder im Haushalt, hat natürlich die Fertigstellung ihrer Zimmer absolute Priorität. Die Kleinen finden sich im Chaos nur schwer zurecht und hängen dann gern am Rockzipfel der Eltern. Stehen Bett, Kommode und Schrank jedoch schon, können auch die Spielsachen ausgepackt werden und der Nachwuchs beschäftigt sich im gemütlich eingerichteten neuen Zimmer, anstatt zu quengeln.

Möbel aufbauen ohne Hilfe

Abhängig von der Größe des Möbelstückes kann eine zweite Person zum Aufbau sehr hilfreich sein. So kann der eine Bretter halten, während der andere diese in Ruhe ausrichtet und fixiert. Ist gerade kein Helfer zur Stelle, lassen sich auch sperrige Möbel wie Kleiderschränke und Sideboards alleine aufbauen. Dabei sind jedoch einige Dinge zu beachten:

  • Eine ebene Aufbaufläche wählen.
  • Eine Unterlage zwischen Möbelstück und Boden legen. Kurzflorige große Teppiche sind gut geeignet, um Kratzer und abgesplitterte Kanten am Mobiliar, aber auch einen zerkratzten Fußboden zu vermeiden. Langflorige hingegen nicht, da im hohen Flor schnell einmal eine Schraube verschwindet.
  • Das Möbelstück möglichst dicht an dem für ihn vorgesehenen Standort zusammen bauen. So spart man sich später einen mühsamen Transportweg.
  • Das Möbelstück erst vollständig auf dem Boden liegend zusammen bauen, bevor es fertig montiert aufgerichtet und zum vorgesehen Platz getragen wird.
  • Die einzelnen Bretter beim Verschrauben mit Hilfe einer Wasserwaage sorgfältig ausrichten. Sind diese nicht gerade zusammengefügt, wird das Möbelstück instabil.
  • Hat das Möbelstück schon mehrere Aufbauten hinter sich und die Holzdübel sitzen locker im Loch, hilft ein Klecks Holzleim, um die Stabilität wieder herzustellen. Doch Vorsicht: Ist der Leim erst einmal getrocknet, lässt sich das verklebte Teil nicht mehr ausbauen.

Wer also schon beim Abbauen der Möbel einiges beachtet, hat später beim Aufbauen nur noch halb so viel Stress.


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