Umzug planen: Gut organisiert ins neue Zuhause

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Endlich ist der Mietvertrag unterschrieben und der Umzug steht an: Möbel müssen auf- und abgebaut, Kisten ein- und ausgepackt sowie einige Formalitäten erledigt werden. Ein Zeitplan hilft dabei, strukturiert vorzugehen: von der Kündigung der alten Wohnung bis zur Helfer-Dankesparty im neuen Heim.

Umzug planen, Foto: Tijana – fotolia.com
Früh genug den Umzug planen: Wann muss was erledigt werden und wer kann dabei helfen? Foto: Tijana – fotolia.com

Mit einem Umzug beginnt nicht nur etwas Neues, sondern für die meisten auch eine durchaus turbulente Zeit. Ist es doch nicht damit getan, die Möbel von der einen Wohnung in die andere zu transportieren. Wer seinen Umzug früh genug plant, kommt entspannter im neuen Heim an.

Vor dem Umzug: Diese Aufgaben stehen an

War die Wohnungssuche erfolgreich, sollten Mieter möglichst bald ihre alte Wohnung kündigen, um doppelte Mietzahlungen zu vermeiden. Wie das funktioniert, steht im Artikel Wohnung kündigen: Problemlos raus aus dem Mietvertrag.

Möchte der Mieter früher aus dem Mietvertrag aussteigen, kann er dem Vermieter einen Nachmieter anbieten. Den findet er beispielsweise mit einerImmobilienanzeige. Da der Vermieter den vorgeschlagenen Nachmieter nicht akzeptieren muss, sollte der Vermieter bei der Suche eingebunden werden. Weitere Tipps zur Nachmietersuche gibt es hier.

Wer umzieht, möchte zumeist so schnell wie möglich das neue Zuhause gestalten – und sich nicht lange mit Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung herumärgern. Die Frage, ob der Mieter vorm Auszug zum Pinsel greifen muss, steht jedoch immer wieder im Raum. Fest steht zumindest, dass starre Renovierungsklauseln unwirksam sind und nur ein flexibler Fristenplan Gültigkeit hat. Zudem kann der Vermieter seinem Mieter nur bestimmte Instandhaltungsarbeiten übertragen.

Link-Tipp

Wann Mieter den Pinsel schwingen müssen – und wann nicht: Alle Informationen rund um Schönheitsreparaturen und Instandhaltungsarbeiten.

Bei der Schlüsselübergabe erstellen Mieter und Vermieter oder ein Makler das Wohnungsübergabeprotokoll. Dieses Dokument ist sowohl für Mieter als auch für Vermieter ein Beweismittel dafür, ob Mängel wie eine gesprungene Fliese bereits beim Einzug da waren oder erst während des Mietverhältnisses entstanden sind. Hat der Mieter Schäden verursacht, die über die normale Abnutzung einer Wohnung hinausgehen, kann der Vermieter diese unter Umständen mit der Mietkaution verrechnen. Bei der Schlüsselübergabe lesen Mieter und Vermieter auch die Stände der Wasser-, Gas- und Stromzähler ab und vermerken sie im Protokoll. Übernimmt dies ein externes Unternehmen, sollte rechtzeitig vor dem Umzug ein Termin vereinbart werden.

Wer umziehen möchte, muss sich außerdem entscheiden, ob er den Umzug mit der Hilfe von Freunden erledigt oder ob er lieber ein Umzugsunternehmen bucht. Wer sich noch unschlüssig ist, kann die jeweiligen Vor- und Nachteile in diesem Artikel nachlesen. Fällt die Entscheidung auf den Umzug mithilfe einer Umzugsfirma, sollten Umzugswillige ein paar Tipps beachten, um nicht Opfer von Abzocke zu werden.

Formalitäten: Das sollte vor dem Umzug erledigt werden

Umzug planen, Formalitäten erledigen, Foto: iStock.com/Portra
Telefon und Internet ummelden: Check! Nachsendeauftrag stellen: Check! Ohne Formalitäten lässt sich kein Umzug planen. Foto: iStock.com/Portra

Bevor es an den Umzug geht, sind noch ein paar schriftliche Dinge zu regeln:

Link-Tipp

Es gibt einige Mythen bezüglich Aus- und Umzug, die sich beharrlich halten. Welche davon definitiv falsch sind, lesen Sie im Artikel Mieter und ihre Mythen: 5 häufige Irrtümer rund um den Auszug.

Früh genug anfangen: Helfer organisieren und Wohnung ausmisten

Umzug planen, ausmisten, Foto: nito – fotolia.com
Die Guten ins Kistchen, die Schlechten auf den Sperrmüll oder Flohmarkt. Denn Umzug planen bedeutet auch, endlich mal wieder richtig ausmisten zu können. Foto: nito – fotolia.com

Je früher der Freundeskreis Bescheid weiß, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass viele an dem besagten Tag noch nichts vorhaben. Mit viel Glück können sie auch gleich mit Umzugskartons aushelfen. Ist dies nicht der Fall, sollte neben ausreichend Kartons auch Verpackungsmaterial gekauft werden.

Ein Umzug ist der perfekte Zeitpunkt, um Schränke, Keller- und Dachbodenabteile auszumisten. Ein paar Wochen vor dem Umzug kann auch schon damit begonnen werden, Kisten zu packen – zumindest mit den Dingen, die nicht mehr dringend gebraucht werden. Wichtig dabei: Die Kartons nicht zu schwer und mit System packen und Beschriften nicht vergessen! So weiß jeder Helfer, in welches Zimmer er die Kartons in der neuen Wohnung stellen soll. Wichtige Dokumente, Wertgegenstände und der Erste-Hilfe-Kasten sollten separat verpackt und an einem prominenten Ort platziert werden, um ständig darauf zugreifen zu können.

Das neue Schlafzimmer ist zwar heller, dafür ist es kleiner als das alte? Ein Möbelstellplan hilft dabei herauszufinden, ob Sofa, Tisch und Schank einen Platz in der neuen Wohnung finden. Ist das nicht der Fall, kann man sie in einem Self-Storage-Lager unterbringen.

Umzugskartonrechner

Eine Woche vor dem Umzug: Diese Aufgaben stehen an

Während sich in der Wohnung die Kisten langsam stapeln, sollten nochmals die Termine vom Umzugsunternehmen, den Helfern und gegebenenfalls für die Kinder- sowie Haustierbetreuung bestätigt werden.

Link-Tipp

Entspannter umziehen mit Profis:  Wer ein Umzugsunternehmen beauftragen möchte, findet hier gute Gründe dafür, Antworten zur Kostenfrage und viele weitere nützliche Tipps.

Bücherregale, Schränke und – in vielen Fällen auch die Küche – können bereits abgebaut werden. Dabei gilt: systematisch vorgehen. Muss wirklich alles in sämtliche Einzelteile zerlegt werden? Passt die Kommode eventuell komplett durchs Treppenhaus beziehungsweise durch die Tür und ins Auto? Um dies herauszufinden, sollte das Treppenhaus vermessen werden. Kombinieren lässt sich dies mit einer Stippvisite bei den Nachbarn, um kurz Bescheid zu geben, dass der Umzug naht. Dies sollte auch im neuen Zuhause erfolgen. So kann sich nicht nur jeder auf etwaigen Lärm oder Schmutz einstellen, sondern sich zugleich verabschieden beziehungsweise kurz vorstellen. Sind das Tiefkühlfach und auch der Kühlschrankinhalt voll, freut sich eventuell Familie Müller von nebenan über die Lebensmittel.

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Schon alles beisammen? Mit der Immowelt-Checkliste den Umzug Schritt für Schritt abhaken.

Der Countdown läuft: Noch ein Tag bis zum Umzug

Umzug planen, Countdown, Foto: shaiit – fotolia.com
Morgen, Leute, wird’s was geben: Rechtzeitig den Umzug planen heißt auch, einen Tag vorher die Verpflegung für die Helfer zu besorgen und den Umzugswagen zu holen. Foto: shaiit – fotolia.com

Langsam geht es in die heiße Phase – bis die Helfer kommen, ist noch einiges zu erledigen:

  • Verpflegung organisieren
  • Kühlschrank und Gefrierschrank abtauen
  • Schlüssel organisieren für Aufzüge, Einfahrten und Türen
  • Möbelstellpläne für die Helfer ausdrucken
  • Umzugswagen abholen
  • Teppiche und Parkettböden mit Planen oder Decken auslegen, um Kratz- und Schleifspuren zu vermeiden

Zudem sollte geprüft werden, ob Möbel und das Treppenhaus Schäden aufweisen. Es ist sinnvoll, vorab Beweisfotos anzufertigen, sollte etwas während des Umzugs beschädigt werden oder zu Bruch gehen.

Es ist soweit: der Umzugstag ist gekommen

Noch einmal tief durchatmen und es kann losgehen: Je nachdem, ob sie ein Hindernis darstellen oder nicht, sollten als erstes die Türen ausgehängt werden. Im Anschluss erfolgen die Einweisung der Helfer und die Übergabe des Möbelstellplans. Ist das alte Zuhause komplett leer, sollten Wände und Böden noch einmal auf Kratzer und Flecken kontrolliert werden. Das gleiche gilt fürs Treppenhaus. Hat der Umzug Spuren hinterlassen, sollten diese beseitigt werden. Mit dem Entfernen der Tür- und Klingelschilder sind die Arbeiten in der alten Wohnungen vorerst abgeschlossen. Weiter geht es in der neuen mit dem Möbelaufbau und damit, Kisten auszupacken – zumindest das Bett und die wichtigsten Dinge des täglichen Gebrauchs sollten einen ersten Bestimmungsplatz haben.

Nach dem Umzug: letzte Formalitäten abschließen, Hallo und Danke sagen

Während es üblicherweise eine gewisse Zeit dauert, bis das neue Zuhause komplett eingerichtet ist, sollte das Ummelden schneller über die Bühne gehen. Da in Deutschland allgemeine Meldepflicht besteht, muss dies innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug erfolgen. Was es dabei zu beachten gibt.

Und dann kommt nach der Pflicht endlich die Kür: Wer am Umzugstag noch nicht alle Nachbarn kennengelernt hat, kann dies nun in aller Ruhe erledigen. Wahlweise freuen sie sich auch über eine Einladung zur Einweihungsparty – die zu Ehren der fleißigen Helfer veranstaltet werden sollte. Kleiner Tipp: Nicht zu laut feiern und die Nachtruhe beachten – so klappt es auf jeden Fall dauerhaft mit den Nachbarn.

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Ein Umzug kostet meistens viel Geld, aber manche Posten können von der Steuer abgesetzt werden. Welche dies sind, erfahren Sie unter: Das können Mieter von der Steuer absetzen.


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