Wäschetrockner: Das perfekte Gerät für jeden Haushalt

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Ein Wäschetrockner erleichtert die Hausarbeit, macht sich allerdings auch auf der Stromrechnung bemerkbar. Es lohnt sich daher, beim Kauf auf den Energieverbrauch zu achten. Sparsame Geräte sind teurer in der Anschaffung, aber dennoch langfristig günstiger.

Wäschetrockner, Kondenstrockner, Ablufttrockner, Foto: iStock / RapidEye
Wäschtrockner erleichtern die Hausarbeit – doch welcher ist der Richtige? Foto: iStock / RapidEye

Kein Aufhängen von nassen Wäschestücken, kein langes Warten, bis Lieblings-T-Shirt oder Bettwäsche wieder trocken sind – ein Wäschetrockner bedeutet mehr Komfort im Alltag. In der Vergangenheit galten die praktischen Geräte allerdings durchaus zu Recht als Energieverschwender. Inzwischen gibt es Gerätetypen, die wesentlich energieeffizienter arbeiten. Sie haben zwar einen höheren Preis, den sie aber bei regelmäßigem Gebrauch über die Jahre wieder einsparen.

Wäschetrockner-Systeme im Vergleich

Es gibt verschiedene technische Systeme, nach denen Wäschetrockner aufgebaut sind. Am verbreitetsten sind drei Typen von elektrischen Trockengeräten, nämlich Ablufttrockner, Kondenstrockner und Kondensationstrockner mit Wärmepumpe. Die wichtigsten Fakten zu Funktion, Energieeffizienz und Kosten im Überblick:

Ablufttrockner

Wäschetrockner, Ablufttrockner, Grafik: immowelt.de

Funktionsweise: Die Wäsche dreht sich – wie bei einer Waschmaschine – in einer Trommel. Durch diese wird warme Luft geführt wird, die der Wäsche die Feuchtigkeit  entzieht. Ist die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt, wird sie mit einem Schlauch durch eine Öffnung in der Wand oder ein geöffnetes Fenster nach draußen abgeführt.

Vorteile:

  • niedrige Anschaffungskosten (ab circa 200 Euro)
  • relativ einfache Pflege: Flusensieb muss regelmäßig, Abluftschlauch gelegentlich gereinigt werden reinigen

Nachteile:

  • eventuell Mauerdurchbruch für den Abluftschlauch notwendig
  • Heizwärme geht verloren, wenn der Abluftschlauch durchs geöffnete Fenster geführt wird
  • hoher Stromverbrauch
Fazit

Wegen geringer Energieeffizienz und daraus resultierenden hohen Betriebskosten nur zu empfehlen, wenn selten getrocknet wird.

Kondenstrockner

Wäschetrockner, Kondenstrockner, Grafik: immowelt.de

Wie beim Ablufttrockner wird warme Luft durch Trommel des Gerätes geführt, um der Wäsche die Feuchtigkeit zu entziehen. Die feuchtegesättigte Luft wird dann aber nicht nach außen abgeführt, sondern im Gerät über einen Wärmetauscher geleitet. Dort wird sie abgekühlt, sodass die Luftfeuchtigkeit zu Wasser kondensiert. Das Kondenswasser wird in einem Behälter gesammelt, die trockene, warme Luft in den Raum abgegeben.

Vorteile:

  • relativ niedrige Anschaffungskosten (ab circa 300 Euro)
  • keine Mauerdurchbrüche notwendig
  • keine Wärmeverluste durch ständig geöffnete Fenster

Nachteile:

  •  hoher Stromverbrauch (circa fünf bis zehn Prozent höher als Ablufttrockner)
  • weil ständig warme Luft abgegeben wird, sind die Geräte nicht für sehr kleine Räume oder Kammern geeignet
  • regelmäßige Reinigung des Wärmetauschers und Entleeren des Kondenswasserbehälters erforderlich
Fazit

Geeignet, wenn nicht allzu viel investiert werden soll und nicht sehr häufig getrocknet wird. 

Kondenstrockner mit Wärmepumpe

Wäschetrockner, Kondenstrockner, Wärmepumpe, Grafik: immowelt.de

Das Grundprinzip ist das Gleiche wie beim herkömmlichen Kondenstrockner. Die Abluftwärme wird jedoch nicht in den Raum abgegeben, sondern in den Trockenkreislauf zurückgeführt und als Prozesswärme genutzt. Durch die Wärmerückgewinnung arbeiten die Geräte besonders energieeffizient.

Vorteile:

  • bis zu 50 bis 60 Prozent geringerer Stromverbrauch als bei Kondenstrocknern: rund ein bis zwei Kilowattstunden reichen für acht Kilogramm Baumwollwäsche schranktrocken
  • langfristig sparsamste Geräte, auch bei steigenden Stromkosten
  • schonende Trocknung bei relativ geringerer Prozesstemperatur

Nachteile:

  • hoher Anschaffungspreis von circa 450 bis 1.400 Euro
  • Flusensieb und Wärmepumpenfilter müssen in der Regel nach jedem Trocknen gereinigt werden. Hinweis: Es gibt Geräte, die sich mithilfe des Kondenswassers selber reinigen. Käufer berichten nach Angabe der Stiftung Warentest aber häufig über Funktionsprobleme.
Fazit

Empfehlenswert für alle Vieltrockner. Für größere Familien rechnet sich die Anschaffung aufgrund der Energiekostenersparnis meist schon nach wenigen Jahren. Da die Preise für die energieeffizienten Geräte in den letzten Jahren deutlich gefallen sind, kann sich die Investition sogar für einen Singlehaushalt lohnen, wie die Stiftung Warentest anhand einer Modellrechnung ermittelte: Schon bei einer Wäschemenge von fünf Kilo und ein bis zwei halben Trocknerladungen pro Woche liegt der Wärmepumpentrockner bei den Gesamtkosten unter denen des Kondensationstrockners.

Daneben gibt es noch weitere, weniger verbreitete Wäschetrockner-Systeme, die im Einzelfall als Alternative zu den beschriebenen Gerätetypen geeignet sein können:

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Waschen und Trocknen in einem Gerät: Der bisher einzige Waschtrockner mit Wärmepumpe. Foto: AEG

Waschtrockner

Ein Waschtrockner ist die Kombination von Waschmaschine und Trockner in einem Gerät, es wird in derselben Trommel gewaschen und getrocknet. Die Geräte trocknen nach dem Kondensationsprinzip und verbrauchen entsprechend viel Strom. Bisher ist nur ein Waschtrockner mit energiesparender Wärmepumpentechnologie auf dem Markt. Vorteilhaft ist, dass die Kombi-Geräte Platz und auch Arbeit sparen – die Wäsche muss nicht umgeladen werden. Kostenmäßig sind sie allerdings kaum günstiger als zwei Einzelgeräte.

Gas-Wäschetrockner

Wäschetrockner, die zum Erwärmen der Trockenluft Gas statt Strom verwenden, sind hinsichtlich der Energiekosten günstiger als elektrisch betriebene Abluft- oder Kondensationstrockner ohne Wärmepumpe. Dennoch sind sie wenig verbreitet. Voraussetzung für den Betrieb ist ein Gasanschluss.

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Wäsche trocknen mit Sonnenwärme: Der Solartrockner ist eine Option für Häuser mit Sonnenkollektoren. Foto: Miele

Solar-Wäschetrockner

Eine Neuentwicklung speziell für Häuser mit einer Solarthermieanlage. Der Solar-Wäschetrockner wird an die Heizungsanlage angeschlossen und nutzt für den Trockenprozess Sonnenwärme aus den Solarkollektoren auf dem Dach. Das Gerät soll 50 Prozent weniger Energie verbrauchen als ein Wärmepumpentrockner.

Auf EU-Energielabel achten

Wie für andere Haushaltsgeräte gibt es auch für Wäschetrockner ein europaweit einheitliches Energielabel, mit dem alle im Handel befindlichen Geräte versehen sein müssen. Durch die Kennzeichnung der sieben Effizienzklassen mit Farbbalken vom dunkelgrünen  A+++ (Spitzenklasse) bis zum tiefroten D (ineffizienteste Klasse) sollen die Verbraucher auf einen Blick erkennen können, ob das jeweilige Gerät sparsam oder verschwenderisch im Energieverbrauch ist. Die Klassifizierung bezieht sich auf den jährlichen Stromverbrauch bei 160 Trockenzyklen (Standardprogramm Baumwolle) im Jahr, der Wert ist auch in Kilowattstunden angegeben.

Die Effizienzklassen A, A++ und A+++ erreichen derzeit nur Wärmepumpentrockner. Seit November 2015 müssen Neugeräte im Handel mindestens die Klasse B erreichen. Bei Kondensationstrocknern gibt es zusätzlich die Kennzeichnung nach Kondensationseffizienzklassen von A (beste) bis G (schlechteste). Je höher die Kondensationseffizienzklasse, desto mehr Wasser wird im Behälter gesammelt und desto weniger entweicht in den Raum.

Außerdem sind noch folgende Angaben auf dem Label zu finden: Trocknertyp (Abluft-, Kondensations- oder gasbetriebener Trockner), Laufzeit eines Standard-Trockenprogramm, maximale Füllhöhe in Kilogramm, Lautstärke des Geräts im Betrieb in Dezibel.

Checkliste Wäschetrockner

10 Punkte, auf die Sie beim Kauf achten sollten:

  1. Größe: Vollbeladen arbeiteten Wäschetrockner am effizientesten. Für Singles und Paare ohne Kinder reichen bis zu sechs Kilo maximale Beladung.
  2. Platzbedarf: Toplader sind schmaler als frontladende Geräte. Allerdings lassen sich die meisten Wäschetrockner auch platzsparend über der Waschmaschine montieren.
  3. Energieverbrauch: Je höher die auf dem Energielabel angegebene Effizienzklasse, desto günstiger ist das Gerät im Betrieb. Ein Wärmepumpentrockner der Klasse A+++ verbraucht rund 60 Prozent weniger Strom als ein Kondensationstrockner der Klasse B.
  4. Lautstärke: Wenn der Trockner nicht im Keller, sondern im Bad oder in der Küche stehen soll, ist ein hoher Lärmpegel ziemlich störend. Die Lautstärkenangabe in Dezibel finden Sie auch auf dem Energielabel.
  5. Trockenprogramme: Zur Grundausstattung gehören Programme für Baumwolle (schranktrocken oder bügelfeucht) sowie für pflegeleichte Textilien. Viele Sonderprogramme, die Sie vielleicht gar nicht brauchen, können die Geräte verteuern.
  6. Trocknungsdauer: Die Unterschiede bei der Programmlaufzeit betragen zwischen verschiedenen Trocknern zum Teil mehr als eine Stunde.
  7. Bedienung: Drehwähler, Drucktasten oder Touch-Control-Tasten – wählen Sie die Ihnen angenehmste Bedienungsart.
  8. Extras: Zu den sinnvollen Extras gehören beispielsweise Programmablauf- und Restlaufzeitanzeigen, Startzeit-Vorwahl und – falls der Trockner in Hörweite steht  – ein Signalton am Ende des Trockenzyklus.
  9. Pflege: Achten Sie darauf, ob sich Flusensieb und Wärmetauscher zum Reinigen leicht erreichen lassen, und der Kondenswasserbehälter einfach zu entleeren ist.
  10. Sicherheit: Sinnvolle Sicherheitsvorrichtungen sind eine Gerätesperre oder Kindersicherung, sowie die Anzeige von Reinigungsbedarf am Display.

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