WG-Mietvertrag: Drei Alternativen

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Der WG-Mietvertrag unterscheidet sich rein rechtlich nicht von einem konventionellen Mietvertrag. Allerdings gibt es drei unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten. Manche sind eher vorteilhaft für die WG-Bewohner, andere für den Vermieter.

Zwar gibt es kein spezielles WG-Mietrecht – es gelten die allgemeinen mietrechtlichen Regelungen. Dennoch gibt es grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten, wie WG-Mietverträge gestaltet werden können.

WG-Mietvertrag, Wohngemeinschaft, Foto: contrastwerkstatt - fotolia.com
Harmonische Geselligkeit: Damit das Zusammenleben in der Studenten-WG problemlos verläuft, sollten schon im WG-Mietvertrag klare vertragliche Vereinbarungen getroffen werden. Foto: contrastwerkstatt - fotolia.com

1. Ein Hauptmieter, die anderen Bewohner sind Untermieter

WG-Mietvertrag, Wohngemeinschaft, Hauptmieter, Untermieter, Grafik: immowelt.de

Eine Möglichkeit den WG-Mietvertrag zu gestalten, liegt darin, dass eine Person als Hauptmieter den Vertrag mit dem Vermieter schließt. Dieser Hauptmieter vereinbart seinerseits Untermietverträge mit weiteren Bewohnern. Der Hauptmieter hat damit eine starke Stellung: Er ist zugleich Mieter und Vermieter. Als letzterer ist er auch rechtlich gesehen Ansprechpartner seiner Untermieter.

Darauf müssen Hauptmieter beim Mietvertrag achten

Wichtig: Der Hauptmieter sollte im Hauptvertrag mit dem Vermieter vereinbaren, dass er Untermieter in der Wohnung aufnehmen darf. In aller Regel hat der Vermieter ein Mitspracherecht, wer neu in die Wohnung einzieht. Der Vermieter muss also bei einem Mieterwechsel um Erlaubnis gefragt werden. Laut Gesetz darf er aber nicht willkürlich Mietinteressenten ablehnen. Andernfalls hat der Mieter das Recht, die Wohnung fristlos zu kündigen.

Link-Tipp

Lesen Sie hier, wie das Gesetz die Untervermietung an Dritte regelt.

Vor- und Nachteile

Der Hauptmieter hat im Verhältnis zum Vermieter alle Rechte – aber auch alle Pflichten eines Mieters: Er haftet dem Vermieter gegenüber also auch für schuldhaftes Verhalten seiner Mitbewohner. Im Umkehrschluss haben die Untermieter den Vorteil, dass sie gegenüber dem Wohnungsinhaber nicht gesamtschuldnerisch haften, sondern nur entsprechend ihres Untermietvertrags gegenüber dem Hauptmieter. Die Haftung beschränkt sich dann in der Regel auf ihr gemietetes Zimmer samt Mitbenutzungsrecht von Küche und Bad. Insbesondere müssen sie nicht einspringen, wenn ein anderer seine Miete nicht zahlt.

Zahlt einer der Untermieter seine Miete nicht, so schuldet der Hauptmieter dem Vermieter trotzdem den kompletten Mietzins. Auch bei etwaigen Beschädigungen der Wohnung wird sich der Vermieter ausschließlich an den Hauptmieter wenden. Zudem hat er auch gegenüber seinen Untermietern Verpflichtungen: So kann er ihnen beispielsweise nicht einfach von heute auf morgen kündigen. Bei den Kündigungsfristen gelten die gesetzlichen Regelungen, die aber bei Untervermietungen je nach Fallkonstellation von denen bei regulären Mietverhältnissen abweichen können.

Kündigungsfristen bei der Untervermietung – Sonderfälle:

Fall 1: Der Hauptmieter hat ein berechtigtes Interesse (etwa Eigenbedarf) an der Kündigung eines Untermieters: Es gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten.

Fall 2: Der Hauptmieter hat kein berechtigtes Interesse an der Kündigung: Die Kündigung ist möglich, die gesetzliche Frist beträgt mindestens sechs Monate.

Fall 3: Das untervermietete Zimmer ist möbliert: Der gesetzliche Kündigungsschutz für Wohnraummietverhältnisse gilt nicht. Der Hauptmieter kann seinem Untermieter spätestens am 15. eines Monats zum Ende des Monats kündigen. 

Auch die Untermieter gehen ein Risiko ein: Ist der Hauptmieter vertragsbrüchig, weil er zum Beispiel die fälligen Mieten nicht an den Vermieter überweist, so kann letzterer die Wohnung kündigen. Die Folge: Selbst wenn die Untermieter vertragstreu sind, droht ihnen der Rausschmiss aus der Wohnung.

Ein weiteres Problem: Wenn der Hauptmieter selbst die Wohnung kündigen will, muss er zunächst seinen Untermietern kündigen und dabei die gesetzlichen Fristen beachten, um sicherzustellen, dass die Wohnung pünktlich an den Vermieter übergeben werden kann. Besser: Der Hauptmieter vereinbart vertraglich mit dem Vermieter, dass in diesem Fall einer der Untermieter in den Hauptmietvertrag eintreten kann. Dann ist meist ein unproblematischer Wechsel möglich.

Für wen ein solcher Vertrag zu empfehlen ist

Wohngemeinschaften, bei denen es einen Hauptmieter und Untermieter gibt, entstehen bisweilen, wenn die Wohnung ursprünglich nur von einem (Haupt-)Mieter angemietet wurde und dieser später einzelne Zimmer vermietet. Zum Beispiel, weil er in finanziellen Schwierigkeiten geraten ist oder sich seine Lebensverhältnisse geändert haben.

Zu empfehlen ist eine solche Konstellation dann, wenn der Hauptmieter später plant, die Wohnung für sich alleine zu nutzen – beispielsweise, wenn das Studium zu Ende ist und der erste Job die Finanzen verbessert. Für Untermieter kann diese Variante unter anderem dann interessant sein, wenn die Mietzeit nur für einen überschaubaren Zeitraum geplant ist.

2. Alle Mieter sind Hauptmieter

WG-Mietvertrag, Wohngemeinschaft, Hauptmieter, Grafik: immowelt.de

Der am häufigsten vorkommende Fall eines WG-Mietvertrags ist die Variante, bei der alle Mieter Hauptmieter sind. Alle Mieter haben den Mietvertrag unterzeichnet und übernehmen die volle vertragliche Haftung gegenüber dem Vermieter.

Ein weiteres wichtiges Detail: Soll die Wohnung gekündigt werden, so muss die Kündigung von allen WG-Mitgliedern ausgesprochen werden. Es reicht nicht, dass ein WG-Bewohner alleine die Wohnung kündigt. Umgekehrt muss auch der Vermieter seine Schreiben immer an alle Vertragspartner adressieren.

Vor- und Nachteile

Weil alle Mieter gleichberechtigt sind, haben sie auch alle die gleichen Rechte und Pflichten. So kann – anders als bei der Variante Untervermietung –  ein WG-Bewohner keinem anderen eine Kündigung aussprechen. Der Vermieter muss Nebenkostenabrechnungen, Kündigungen und sonstige Schreiben immer an alle Mieter richten. Der große Nachteil dieser Variante: Alle Mieter haften gesamtschuldnerisch.

Info

Gesamtschuldnerische Haftung

Gesamtschuldnerische Haftung bedeutet, dass der Vermieter etwaige Forderungen von allen Mietern – unabhängig vom Verschulden – in voller Höhe fordern kann. Zahlt also ein WG-Bewohner seine Miete nicht, kann der Vermieter von jedem beliebigen Mieter diese Schulden in voller Höhe einklagen. Allerdings nicht von mehreren Mietern doppelt.

Für wen ein solcher Vertrag zu empfehlen ist

Wegen der gesamtschuldnerischen Haftung ist diese Konstellation eher risikoreich für die einzelnen Mieter. Allerdings bestehen viele Vermieter genau auf diese Vertragsgestaltung. Für ihn ist sie besonders vorteilhaft, weil er etwaige Forderungen nach seinem Belieben bei jedem der Mieter eintreiben kann. Er kann sich zum Beispiel bei Mietrückständen den WG-Bewohner aussuchen, bei dem er die beste Bonität vermutet, auch wenn dieser den Rückstand gar nicht zu verantworten hat.

Achtung

Nachmieterregelung vereinbaren

Im Mietvertrag sollte auch bei dieser Variante eine Nachmieterregelung vereinbart werden, damit es bei späteren Wechseln der WG-Bewohner nicht zu Problemen kommt. Unabhängig vom Hauptmietvertrag sollten die Bewohner eine interne schriftliche Vereinbarung treffen, die wichtige Details regelt, etwa die Frage, wie die Ausführung zum Beispiel von mietvertraglich vereinbarten Schönheitsreparaturen bei einem Mieterwechsel gehandhabt werden sollen oder wer welchen Anteil an den Nebenkosten zu tragen hat. Denn eine Aufteilung zu gleichen Teilen kann zu Streit führen, wenn die Zimmer unterschiedlich groß sind oder manche Bewohner die Wohnung intensiver nutzen als andere.

3. Jeder Bewohner ist eigenständiger Mieter

WG-Mietvertrag, Wohngemeinschaft, Mieter, WG-Zimmer, Grafik: immowelt.de

Eine weitere Variante des WG-Mietvertrags ist die, bei der der Vermieter mit jedem Bewohner separat einen Mietvertrag abschließt. In der Regel also nur über das einzelne WG-Zimmer sowie die Mitbenutzung der Küche und des Bades.

Vor- und Nachtteile

Der wesentliche Vorteil für die Mieter liegt darin, dass sie nur für ihren Vertrag haften. Pflichtverletzungen anderer Bewohner gehen nicht zu ihren Lasten. Auch muss der Vermieter die Nebenkosten mit jedem Mieter separat abrechnen, sodass es hier zu keinem Streit über die Aufteilung unter den Bewohnern kommen kann. In der Praxis wählen Vermieter in dieser Konstellation aber ohnehin oft eine Nebenkostenpauschale. Zudem können die einzelnen Bewohner jederzeit unter Einhaltung der gesetzlichen Frist den Mietvertrag kündigen und müssen sich nicht um eine Nachmietersuche kümmern. Nachteilig ist, dass sich die WG-Bewohner ihre Mitbewohner nicht selbst aussuchen können. Das macht der Vermieter.

Für wen ein solcher Vertrag zu empfehlen ist

Wer ganz pragmatisch nur ein passendes Zimmer sucht und keinen Wert auf eine familiäre oder freundschaftliche WG-Atmosphäre legt, fährt als Mieter mit dieser Variante gut. Insbesondere für Wochenendheimfahrer oder Studenten, die nur für einen überschaubaren Zeitraum ein Zimmer suchen, ist diese Variante empfehlenswert.

Fazit

In der Mehrzahl der Fälle bestehen Vermieter auf WG-Mietverträge des Typs „Alle sind Hauptmieter“. Diese Variante ist wegen der gesamtschuldnerischen Haftung aller Mieter vorteilhaft für den Vermieter. Im Mietvertrag sollten aber unbedingt einige Ergänzungen, etwa Nachmieterregelungen  getroffen werden. Die WG selbst sollte intern regeln, wie Nebenkosten, sowie Strom- und Telefon- und Internetkosten aufgeteilt werden, um Streit zu vermeiden.


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21 Kommentare

MG am 04.02.2020 13:12

Ich bedanke mich für Ihre ausführliche und sehr fundierte Antwort. Ja der Zeitmietvertrag ist so abegschlossen, dass innerhalb der zwei Jahre Kündigungsschutz besteht und der Vertrag sich automatisch verlängert (über die zwei Jahre hinaus) wenn keine der beiden Parteien kündigt.

Ansonsten bin ich jetzt exakt und ausreichend informiert. Nochmals herzlichen Dank

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.02.2020 16:13

Hallo MG,

gerne, freut uns, wenn wir Ihnen weiterhelfen konnten. Bitte verstehen Sie nur, dass wir selbst keine Rechtsberatung leisten dürfen. Sollten Sie rechtlich vorgehen wollen, würden wir Ihnen empfehlen, die individuelle Beratung durch einen Mieterverein oder einen Fachanwalt für Mietrecht einzuholen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

MG am 04.02.2020 11:34

Herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Es ist jetzt leider schon mehrfach(5x) passiert dass Mieter trotz eines festen auf 2 Jahre laufenden Mietvertrags nach 6 Monaten ausgezogen sind aus Gründen die ich nicht beeinflussen kann . Einmal weil sie ein Stipendium in San Francisco erhielten oder weil sie sich von einer anderen Mieterin gemobbt fühlten usw. Bei der Suche nach neuen Mietern ist es mir doch tatsächlich passiert, dass die Mieterin die am längsten da wohnt (3,5 Jahre) mir Interessenten abgelehnt haben weil: "sie nicht gefällt, nicht passt, zu dumm ist, zu introvertiert"

Der Mietvertrag ist so abgefasst dass die Wohnung zB. 360 € kostet und eindeutig formuliert ist, dass bei 3 Personen 120 € und bei 4 Personen Belegung 90 € zu zahlen sind, bei 3 Personen dient das vierte Zimmer als Gemeinschaftsraum der von allen genutzt werden kann, der von allen mit bezahlt wird. Das gilt aber nur wenn alle einverstanden sind und kann von den Mietern jederzeit zum Monatsende widerrufen werden. Wäre das eine Möglichkeit?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.02.2020 12:11

Hallo MG,

aus unserer Sicht ist eine Vermietung mit der sicheren vollen Miete dann möglich, wenn keine Einzelverträge abgeschlossen werden, sondern ein Mietvertrag über die gesamte Wohnung, der von allen Mietern unterschrieben wird - was übrigens für den Vermieter den Vorteil einer gesamtschuldnerischen Haftung hätte. Mit Einzelverträgen dürfte sich die von Ihnen gewünschte Sicherheit, immer die volle Miete für vier Zimmer zu erhalten, nicht erzielen lassen. Denn dadurch, dass mit allen Mietern in den Einzelverträgen gleichlautende Klauseln vereinbart werden müssen, handelt es sich dann nicht mehr um Individualvereinbarungen sondern um AGB-Klauseln, die der Inhaltskontrolle des § 307 BGB unterlegen. § 307 BGB besagt: "Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind unwirksam, wenn sie den Vertragspartner des Verwenders entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen... Eine unangemessene Benachteiligung ist im Zweifel anzunehmen, wenn eine Bestimmung mit wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung, von der abgewichen wird, nicht zu vereinbaren ist...".

Eine solche unangemessene Benachteiligung würde nach unserer Sichtweise so ziemlich jeder Mietrechts-Richter darin sehen, dass die tatsächlich zu zahlende Mietehöhe von Umständen abhängt, die der Mieter nicht beeinflussen kann.

Wir weisen auch noch darauf hin, dass Zeitmietverträge (sie schreiben von zwei Jahren) seit der Mietrechtsreform 2001 nur noch dann möglich sind, wenn ein zulässiger Befristungsgrund wie späterer Eigenbedarf oder der geplante Abriss der Immobilie vorliegt. Fehlt der Befristungsgrund, so ist die Klausel unwirksam mit der Folge, dass Mieter mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen können. Möglich ist es allerdings, eine Klausel mit beidseitigem Kündigungsverzicht für einen gewissen Zeitraum zu vereinbaren.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

MG am 03.02.2020 16:31

Ach so ich habe die 3. Variante. Also mit jedem einen Einzelvertrag

auf Kommentar antworten

MG am 03.02.2020 16:30

Hallo ich bin neu hier,

ich habe eine Wohnung an eine WG vermietet. 4 Zimmer, die ganze Wohnung kostet 360€. In den Mietvertrag habe ich geschrieben: bei drei Personen je zimmer 120 €, bei 4 Personen 90€ je Person.

Wenn also ein Mieter auszieht und kein sofortiger Nachmieter gefunden wird, dann zahlen die übrigen drei Mieter den Mietpreis für 3 Mieter ( also je 120 €). Ist wieder ein 4. Mieter da, zahlt jeder den Mietpreis für 4 Personen. Das überzählige Zimmer kann aber z. B. als Gemeinschftszimmer zwischenzeitlich von allen Mietern genutztz werden. ist das so rechtlich korrekt?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.02.2020 08:58

Hallo MG,

die von Ihnen geplante Regelung liefe darauf hinaus, dass die Mieter eine variable Miete zahlen müssten, deren Höhe von Umständen abhängt, die sie nicht beeinflussen können. Im Prinzip würde dadurch das Leerstandsrisiko, das jeder Vermieter hat, auf die Mieter abgewälzt. Wir sind uns ziemlich sicher, dass die von Ihnen geplante Regelung vor einem Gericht keinen Bestand hätte.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

JR am 02.02.2020 23:12

Hallo,

ich wohne seit 2011 in einer WG mit 3 Hauptmieter*innen. Diese wurden in den letzten Jahren auch mehrfach problemlos gewechselt und per "Nachtrag zum Mietvertrag" aufgenommen. Nun gab es Mitte 2019 einen Wechsel des Eigentümers und vor Kurzem wurde das Vorhaben/der Wunsch an uns heran getragen das Mieterverhältnis zu wechseln - zu einer 1 Hauptmieter*in + 2 Untermieter*innen Situation.

Ist diese Änderung einseitig von der Vermietung zu entscheiden? Wir als WG möchten lieber gemeinschaftlich Hauptmieter*innen bleiben.

Vielen Dank schonmal für die Antwort!

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 03.02.2020 12:03

Hallo JR,

da im deustchen Mietrecht der Grundsatz "Kauf bricht nicht Miete" gilt, kann der Vermieter den Mietvertrag nicht einseitig ändern. Dazu bedarf es der Zustimmung sämtlicher Vertragsparteien. Im Übrigen würde der Vermieter auch einen Vorteil aufgeben, wenn er nur noch einen Hauptmieter hat: Wenn nämlich alle WG-Bewohner Hauptmieter sind, so haften auch alle gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass sich der Vermieter z.B. bei Mietrückständen nach entsprechendem Urteil bei allen Vertragspartnern schadlos halten kann. Ist bei dem einen nichts zu holen, kann er es dann bei den anderen versuchen. Insofern würde sich die Haftungssituation für zwei von drei WG-Mietern durch die vom Vermieter gewünschte Konstellation verbessern.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Peter7465 am 21.01.2020 13:06

Hallo.

Ich lebe mit meiner Lebenspartnerin seit 12 Jahren in einer Wohnung und sind beide als Hauptmieter eingetragen. Beziehungstechnisch haben wir uns nun getrennt, wir möchten aber weiter als Wohngemeinschaft beide in der Wohnung bleiben, wo jeder seinen Freiraum hat. Meine ehemalige Lebenspartnerin bezieht Hartz 4 und ich bekomme Erwerbsminderungsrente und Grundsicherung vom Sozialamt.

Meine Frage wäre jetzt: Können wir beide als Hauptmieter weiter geführt werden (das einer den anderen nicht rausschmeißen kann) oder können die Behörden verlangen, das ein Untermietvertrag für einen von uns abgeschlossen werden muss. Ich habe gelesen, das beide Hauptmieter bleiben können und die Vermieter das auch bevorzugen. Aber ich bin mir nicht sicher.

Uns steht ja beiden ein erhöhter Satz als Wohngemeinschaft zu als bei einer ehelichen Gemeinschaft.

Über eine Antwort würde ich mich freuen, weil wir nicht wissen, was die Behörden verlangen können und was nicht.

MfG Peter

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 21.01.2020 14:10

Hallo Peter7465,

Ihr Beziehungsstatus hat grundsätzlich keinen Einfluss auf den Mietvertrag. Wenn Sie beide weiterhin gleichberechtigte Hauptmieter bleiben wollen, dann ist die persönliche Trennung kein rechtlicher Grund, eine Änderung am Mietvertrag vorzunehmen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

harry am 11.01.2020 07:14

Wir haben eine Wonung vermietet nach Schma 3: Jeder (der vier) WG Bewohner ist eigenständiger Mieter, und wollen umstellen nach Schema 1. nur der laengste Mieter soll Hauptmieter werden - weil das fuer uns einfacher ist. Reicht das als Kuendigungsgrund fuer die drei anderen Mieter? (die Drei werden allerdings wahrscheinlich nicht neue-alte Untermieter ...)

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 13.01.2020 10:19

Hallo harry,

Mieter sind weder verpflichtet, eine einseitige Änderung des Mietvertrags zu akzeptieren, noch wäre der Wusnch des Vermieters an einer Vertragsänderung ein Grund für eine Kündigung. Vermieter können Ihren Mietern nur aus gewichtigen Gründen wie z.B. Eigenbedarf oder schwerwiegender Pflichtverletzungen kündigen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Sunny am 07.01.2020 14:26

Hallo wohne mit meinem Freund und einem Kollegen in einer Wohnung der Freund hat 2 Monate seine Miete nicht gezahlt und sollte bis 31.12 ausziehen doch er tut es nicht und zahlt weiter nicht .er hat mich sexuell belästigt und es wurde auch zur Anzeige gebracht aber die Polizei wolltebihn nicht der Wohnung verweisen bin ich berechtigt ihm den Strom im Zimmer abzustellen Bund wie bekomme ich ihn raus kann keine Nacht mehr ruhig schlafen.

er behauptet das er bis zum 5.1 oder sogar noch bis 15.1 oder länger bleiben will hat aber wieder keine Miete gezahlt können wir Pfand verlangen da zu lassen bis er zahlt wenn er dann ausgezogen ist??2.Fernseher Waschmaschine ect?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 08.01.2020 09:17

Hallo Sunny,

das von Ihnen geschilderte ist im Kern keine mietrechtliche Angelegenheit, sondern eine mutmaßlich strafrechtliche. Deshalb können wir Ihnen keine hilfreichen mietrechtlichen Tipps geben außer, dass das Problem mit Strom abstellen wohl eher nicht gelöst ist (mietrechtlich wäre das übrigens nicht zulässig). Wir raten Ihnen aufgrund der Vorfälle jedoch dringend dazu, sich anwaltliche Hilfe zu nehmen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Doc24 am 18.11.2019 17:01

Hallo, ich möchte eine 3- Zimmer Wohnung all inclusive als WG an Studenten vermieten mit der 3. Variante. All inclusive soll alle NK inklusive Strom und High Speed Internet enthalten. 3 einzelne Zimmer mit Gemeinschaftsnutzung Küche, Bad und Nebenräume, je nach Zimmergröße Unterschiedlicher Pauschalpreis. Wie kann ich das regeln?

Besten Dank

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 19.11.2019 11:12

Hallo Doc24,

grundsätzlich können die nicht verbrauchsabhängigen Kosten mit einer Pauschale abgegolten werden. Ob die Heizkosten pauschal abgerechnet werden können, hängt davon ab, ob die Vermietung dem Wesen nach unter die Ausnahmen der Heikostenverordnung im Sinne des §11 Abs.1 Nr. 2 fällt. Dort heißt es: "Soweit sich die §§ 3 bis 7 auf die Versorgung mit Wärme beziehen, sind sie nicht anzuwenden... a) auf Alters- und Pflegeheime, Studenten- und Lehrlingsheime, b) auf vergleichbare Gebäude oder Gebäudeteile, deren Nutzung Personengruppen vorbehalten ist, mit denen wegen ihrer besonderen persönlichen Verhältnisse regelmäßig keine üblichen Mietverträge abgeschlossen werden".

Da Sie anscheinend individuelle Regelungen anwenden möchten, kann es ggf. ratsam sein, einen Fachanwalt hinzuzuziehen, der mit Blick auf die besonderen Regelungen möglichst rechtssichere Klauseln erstellen kann.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Eltern.studenten am 16.11.2019 14:49

Könnten Sie mir bitte die 1. Variante des Mietvertrages zur Verfügung stellen?

Unser Sohn möchte Hauptmieter einer Studenten WG in der Schweiz werden, es sollen mit zwei weiteren Studenten Unterverträge vereinbart werden. Die jeweiligen Eltern sollen für den jeweiligen Mietanteil ihrer Kinder laut Vermieter Bürge sein. Ein anderes Modell möchte dieser nicht. Auf was müssen wir achten?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 18.11.2019 10:45

Hallo,

Mustervorlagen für Mietverträge haben wir leider nur für deutsches Mietrecht.

Es scheint, als möchte sich der schweizer Vermieter optimal absichern. Auch in der Schweiz gilt allerdings, dass die Mietsicherheit maximal drei Monatsmieten betragen darf.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Fa am 03.10.2019 11:57

Guten Tag,

wo bekomme ich 3.Variante Mietvertrag (Jeder Bewohner ist eigenständiger Mieter ) her.?

Danke im Voraus

Viele Grüsse

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.10.2019 15:29

Hallo Fa,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Dafür können Vermieter in der Regel einen normalen Mietvertrag verwenden, mit dem Unterschied, dass für jeden Mieter ein eigener Vertrag aufgesetzt wird und darin geregelt wird, welcher Raum an ihn alleine als WG-Zimmer vermietet wurd und welche Räume gemeinschaftlich genutzt werden, wie Küche und Bad.

Hier können Sie ein kostenfreies Musterformular für Mietverträge herunterladen und individualisieren: https://www.immowelt.de/anbieten/mietvertrag-muster

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Wohnwagen am 31.07.2019 12:24

Guten Tag!

Leider ist die Kernfrage nicht beantwortet. Muss ich zwingend eine Heizkostenabrechnung in dem Fall machen oder kann ich die Heizkosten auch in die Nebenkostenpauschale unterbringen?

Mit besten Grüßen

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 31.07.2019 12:28

Die Heizkostenverordnung schreibt die teilweise verbrauchsabhängige Abrechnung vor. Das gilt auch für Wohngemeinschaften mit einzelnen Mietverträgen. Die Vereinbarung einer Nebenkostenpauschale ist nur für kalte Nebenkosten möglich.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Wohnwagen am 30.07.2019 15:49

Guten Tag!

Frage zur 3.Variante

Als Vermieter kann ich ja auch hier Kaltmiete mit Nebenkostenpauschale ohne Abrechnung pro Mieter machen. Dummerweise muss ich aber die Heizkosten trotzdem nach Verbrauchsabrechnung abrechnen, oder?

Wie soll das gehen bei einer 4-Zimmerwohnung mit 4 Einzelmietverträgen?

Gruß Wohnwagen

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 31.07.2019 09:21

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

hierfür gibt es keine gesonderten Regelungen. Am besten wäre es daher wohl, in den einzelnen Zimmern Zähler zu installieren. Die Heizkosten aus den anderen Räumen könnten dann durch die Zahl der Bewohner geteilt werden. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Wir empfehlen daher stets die Beratung durch einen Eigentümerverein wie Haus & Grund oder durch einen Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Steffen am 03.07.2019 01:41

Wo bekomme ich einen Mietvertrag her wir aber beide hauptmieter sind bzw welcher Mietvertrag ist da der richtige LG

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 03.07.2019 11:36

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

einen juristisch geprüften Mietvertrag können Sie unter folgender Adresse herunterladen: https://www.immowelt.de/anbieten/mietvertrag-muster

Einen speziellen Mietvertrag für mehrere Hauptmieter gibt es in diesem Sinne nicht. Wichtig ist nur, dass im Vertrag alle Mieter genannt sind und er auch von allen unterschrieben wird.

Mit freundlichen Grüßen
die Immowelt-Redaktion

Tobias am 26.11.2018 17:26

Sehr geehrte Immowelt-Redaktion,

gemäß Ihres Artikels ist beim Vertragstyp 3 dem Vermieter das alleinige Recht vorbehalten neue Mitbewohner auszusuchen.

Darf er auch einzelne Zimmer (z.B. 2 von 6 Stück), welche jahrelang ganz normal als WG-Zimmer für jeweils einen festen Mieter dienten, plötzlich als Pensionszimmer mit teilweise täglich wechselnden Gästen nutzen oder zählt dies in die Kategorie "Zweckentfremdung von Wohnraum"?

Und falls er dies darf, ist es dann rechtens, wenn er dieses weder angemeldete noch genehmigte Gewerbe über eine von ihm betriebene, im selben Ort befindliche, offizielle Pension abrechnet oder macht er sich damit wegen Betruges strafbar?

Falls der Vermieter sich hier nicht gesetzeskonform verhält, welche Schritte sollten betroffene Mieter dann einleiten?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Gruß

Tobias

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 27.11.2018 09:50

Hallo Tobias,

hinsichtlich der im Artikel geschilderten Variante, bei der der Vermieter einzelne Mietverträge mit den Bewohnern abschließt, ist er zunächst hinsichtlich der Weitervermietung/Nutzung frei, sofern er nicht anderslautende vertragliche Vereinbarungen mit den Bewohnern getroffen wurden.

Völlig unabhängig von der Frage, welche Regelungen im Binnenverhältnis mit den Mietern getroffen wurden, steht die Frage, ob eine Zweckentfremdung vorliegt. Eine solche kann, wenn es in der jeweiligen Stadt ein Zweckentfremdungsverbot gibt, vorliegen, wenn Wohnraum zur touristischen Nutzung angeboten wird.

Hinsichtlich der Frage, ob sich der Vermieter wegen Betruges strafbar machen könnte, möchten wir darauf hinweisen, dass unerwünschte Verhaltensweisen, die gegebenenfalls ordnungswidrig sind, keinen Straftatbestand erfüllen. Ein Betrug liegt zum Beispiel dann vor, wenn jemand in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält. Dies können wir bei einer möglichen Zweckentfremdung von Wohnraum nicht erkennen.

Bitte erkundigen Sie sich in Ihrer Stadt, ob und wie die Zweckentfremdung von Wohnraum in Ihrer Stadt geregelt ist. Dann können Sie ggf. mit Hilfe eines Anwalts oder Vermietervereins mögliche Schritte einleiten.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Wg-Bewohnerin am 07.11.2018 06:13

Ist bei Variante 3 (jeder Mieter mietet separat ein Zimmer) der Vermieter verpflichtet eine Küchenausstattung zur gemeinschaftlichen Nutzung bereit zu stellen oder kann zum Beispiel verlangt werden, dass die Mieter sich selbst einen Kühlschrank besorgen?

Gibt es dazu Regelungen?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 07.11.2018 09:10

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

der Vermieter ist in keiner der Varianten verpflichtet, eine Küchenausstattung zu stellen. Es gilt der Grundsatz: Gemietet wie gesehen. Findet der Mieter also bei der Besichtigung keine Küche vor und wird ihm auch keine versprochen, wird auch keine mitvermietet.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Dilettant am 20.08.2017 00:04

ach so- so einen Fall hat immo ja zuvor beantwortet! Lesen müsste man können . . . -:)

auf Kommentar antworten

Gerbsen am 27.09.2017 15:08

Dilettant...

Dilettant am 20.08.2017 00:01

Da immowelt in alten Pfaden tappt, kann sie sich wohl nicht die 4. Dimension, sorry Version, vorstellen, u. wird also n i c h t besprochen, nämlich: Bsp. 3 Zi- Whg, voll möbliert, : Es kann auch der Eigentünmer z.B. nur 1 Zi benutzen und die übrigen 2 Zi vermietet er an 1 Pers., oder an 2 Leute u. die Küche nutzen alle ; auf sowas war immo nicht gefasst! -:)

1) Sinken die Rechte der Mieter ihm ggb., ähnlich wie die eines Untermieters ggb, dem EIgentümer?

auf Kommentar antworten

Dilettant am 04.08.2017 10:40

Mal anders: Der Eigentümer als Mitglied einer WG !

Ich besitze ein Einzel-Haus auf dem Land,: die obere Whg habe ich schon lange vermietet; die untere - im Erdgeschoß, ließ ich bislang leer stehen; ich arbeite 200 km entfernt, habe dort 1 Zi, u. kam alle 4 Wochen mal u. übernachtete 1-2 Nächte; ferner trafen wir Geschwister uns zuweilen;

1) Nun aber will ich die 3 Zi- Wohnung im Erdgeschoß als 3- er WG - mit mir selbst als Mitglied vermieten! Gründe, eine WG zu gründen. a) finanzielle, (Aber da könnte ich ja ganz einfach alle 3 Zi verm.);

b) Der Hauptgrund für die WG- Version ist für mich: Dass ich weiterhin in mein eigenes Haus kann u. z. B. auch zu dem sehr großen Dachboden, der über der oberen Whg. ist.

Frage: Wie soll man (ich), den WG- Vertrag gestalten – um irgendwann auch wieder alleine darin wohnen zu können, also den (jungen), Mietern kündigen zu können? Ich nehme (in weiser Voraussicht) sowieso nur junge Leute, die auch von selbst eher wieder mal gehen. Wie nun ist es mit dem Recht, den Zweien, die noch gar nicht vorhanden sind, zu kündigen? Es kann auch nur eine Zweier- WG werden; also nur ich + noch eine/r; sind die Rechte des fremden WG- Mitgl. nun geringer, (Leichter zu kündigen?), weil ich selbst - wenn auch nur alle 4 Wochen, 1 x übernachte ?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.08.2017 11:21

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

einer besonderen Vereinbarung im Mietvertrag bedarf es in einem solchen Fall nicht. Denn im Bürgerlichen Gesetzbuch ist geregelt, dass ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen vom Vermieter auch ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kann. Die gesetzliche Kündigungsfrist verlängert sich in einem solchen Fall allerdings um drei Monate.

Bitte beachten Sie abschließend, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Diese erhalten Sie von einem Eigentümerverein wie Haus & Grund oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Gary am 31.07.2017 08:49

Hallo!

Wie ist das, wenn zwei Menschen den Mietvertrag unterschrieben aber nur eine Person tatsächlich in der Wohnung wohnt. Kann dann, wenn eine andere dritte Person in die Wohnung einzieht, die Person, die nicht in der Wohnung wohnt von dieser verlangen, dass sie auszieht?

Vielen Dank!

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 31.07.2017 11:17

Hallo Gary,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Hierzu gibt es gesetzlich keine klaren Regelungen. In der Praxis muss der verbliebene Mieter eher mit seinem Vermieter abklären, ob es möglich ist, dass eine neue Person in die Wohnung einzieht und dann ggf. auch einen neuen Mietvertrag machen. Uns wäre jedoch kein solcher Fall bekannt, der je vor einem Gericht gelandet wäre. Insofern gibt es hierzu leider keine Beispiele aus der Rechtsprechung.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Joke2017 am 03.07.2017 11:50

Unser Sohn bezieht demnächst eine Wohngemeinschaft, bestehend aus 4 Mietern. Im Mietvertrag wird vereinbart, dass jeder Mieter gesamtschuldnerisch haftet. Jeder Mieter hinterlegt eine Kaution. Weiterhin wird eine „Selbstschuldnerische Bürgschaft“ von uns ,den Eltern, verlangt.

Verstehe ich es richtig, dass, sollte ein Mitbewohner seinen Mietzahlungen nicht nachkommen, alle anderen Mieter hierfür herangezogen werden können, bzw. wir als Eltern dafür in die Pflicht genommen werden können? Ist das die übliche Praxis?

Folgender möglicher Fall mit entsprechenden Fragen: Sollte ein Mitbewohner seine Miete nicht entrichten, an wen muss sich der Vermieter als erstes wenden? An die anderen Mitbewohner oder an den Bürgen des säumigen Mieters.

Sollte der Vermieter sich zuerst an die Mitbewohner wenden, müssen diese zusehen wie sie das Geld vom säumigen Mieter zurückbekommen. Das kann wohl für diese teuer werden.

Oder muss sich der Vermieter zuerst an den Bürgen des säumigen Mieters wenden? Das ist für die Mitbewohner wohl auf jedem Fall der bessere Weg.

Gibt es hierfür eine rechtliche Regelung/Reihenfolge?

Vielen Dank für die entsprechende Antwort.

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WG-Fan am 28.05.2018 22:28

Dies fasst die Risiken des "alle sind Hauptmieter"-Modells sehr gut zusammen. Hier überlegen sich die Eltern zweimal, ob sie so eine Bürgschaft abgeben wollen.


Immowelt-Redaktion am 04.07.2017 09:48

Hallo Joke2017,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Solche Mietverträge sind durchaus üblich, Vermieter wollen sich damit gegen die Zahlungsunfähigkeit einzelner Mieter absichern. Tatsächlich haftet in einem solchen Fall auch jeder Mieter für die etwaigen Mietrückstände aller, gleiches gilt für die Bürgen. Bei wem der Vermieter das Geld einfordert, ist im Grunde seine Sache. Grundsätzlich ist allerdings hinzuzufügen, dass die Kaution und die Bürgeschaft insgesamt drei Monatesmieten nicht übersteigen darf. Eine solche Regelung wäre unwirksam.

Bitte beachten Sie abschließend noch, dass wir den Fall aus der Ferne nur schwer beurteilen können. Zudem dürfen wir keine Rechtsberatung leisten. Diese erhalten Sie von einem Fachanwalt oder einem Mieterverein.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion