Wie sich Corona auf die Immobilienpreise auswirkt

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Kurzarbeit, fallende Aktienkurse und gestundete Mieten: Die Coronakrise sorgt für finanzielle Unsicherheiten. Wie sieht das bei Miet- und Kaufpreisen für Immobilien aus? Eine Übersicht über die bisherigen Entwicklungen.

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Viele Bereiche der Wirtschaft werden stark von der Coronakrise beeinflusst. Trifft dies auch für Miet- und Kaufpreise von Immobilien zu? Foto: hedgehog94/stock.adobe.com

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus Sars-CoV-2 beeinflussen viele Teile der Wirtschaft. Ein nennenswerter Einfluss auf die Immobilienpreise ist bisher allerdings noch nicht zu verzeichnen.

Wie entwickeln sich die Mietpreise?

Die Unsicherheiten der Coronapandemie wirken sich aktuell noch nicht merklich auf die Mieten in Deutschland aus. Wie eine Analyse von immowelt zeigt, sind die Angebotsmieten in Deutschland in der Coronakrise bislang relativ stabil.

Verglichen wurden die Mietpreise in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern im Januar und März 2020. Grundlage waren die Preise für angebotene Bestandswohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmetern, die vor 2016 fertig gestellt wurden.

In sechs der 14 größten Städte ist der aktuelle Quadratmeterpreis bei Neuvermietungen unverändert im Vergleich zum Januar vor Beginn der Pandemie. Moderat rückläufig sind die Preise lediglich in München um vier Prozent sowie in Köln um drei Prozent – in Nürnberg, Düsseldorf und Hamburg stiegen sie nach Ausbruch der Krise minimal um jeweils drei Prozent. Größere Schwankungen gibt es keine, wie die Ergebnisse in folgender Tabelle zeigen:

Mietpreise von Bestandswohnungen

 Miete* Januar 2020 (je m²)Miete* März 2020 (je m²)Veränderung**
Berlin10,30 Euro10,30 Euro0%
Bremen7,80 Euro7,80 Euro0%
Dortmund7,30 Euro7,40 Euro1%
Dresden7,50 Euro7,50 Euro0%
Düsseldorf10,50 Euro10,80 Euro3%
Essen7,00 Euro7,10 Euro1%
Frankfurt/Main13,80 Euro13,80 Euro0%
Hamburg11,40 Euro11,70 Euro3%
Köln11,00 Euro10,70 Euro-1%
Leipzig6,90 Euro6,90 Euro0%
München17,90 Euro17,20 Euro-4%
Nürnberg9,80 Euro10,10 Euro3%
Stuttgart12,70 Euro13,00 Euro2%

* Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 14 größten deutschen Städten waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im Januar und März 2020 angebotenen Bestandswohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) wieder, die spätestens 2016 fertiggestellt wurden. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

** gerundet

Wer aktuell eine Bestandswohnung vermietet, bekommt also in den Großstädten in etwa das Gleiche wie vor Beginn der Krise.

Welche Änderungen zeigen sich bei den Kaufpreisen?

Auch die Kaufpreise bleiben von der Coronakrise bisher relativ unberührt. Das zeigt eine weitere Untersuchung, bei der die Median-Preise aus Februar und März verglichen wurden. Untersuchungsgegenstand waren Bestandswohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmetern, die vor 2016 fertig gestellt wurden.

Die aktuellen Angebotspreise für Eigentumswohnungen verharren in etwa auf dem Niveau vor Beginn der Krise: Der mittlere Quadratmeterpreis erhöhte sich nur minimal von 2.820 Euro im Februar um ein Prozent auf 2.850 Euro im März.

Auch in hochpreisigen Metropolen lässt sich noch kein Effekt der Krise auf die Preise feststellen: In München wurden im Februar im Median 7.510 Euro pro Quadratmeter verlangt. Im Krisenmonat März waren es 7.530 Euro – eine minimale Veränderung von unter einem Prozent.

In Hamburg erhöhte sich der Preis im Vergleich zum Level vor der Krise leicht um zwei Prozent. In Berlin, das in den letzten zehn Jahren eine Explosion der Immobilienpreise erlebte, ist ein minimaler Rückgang von einem Prozent zu verzeichnen: In der Hauptstadt ging der Quadratmeterpreis im Vergleich zum Vormonat leicht von 4.220 Euro auf 4.160 Euro zurück.

Kaufpreise von Bestandswohnungen

 Kaufpreis* Februar 2020 (je m²)Kaufpreis* März 2020 (je m²)Veränderung**
Deutschland2.820 Euro2.850 Euro+1%
    
Berlin4.220 Euro4.160 Euro-1%
Hamburg4.470 Euro4.570 Euro+2%
München7.510 Euro7.530 Euro0%

* Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in Deutschland und den 3 größten deutschen Städten waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im Februar und März 2020 angebotenen Eigentumswohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) im Bestand wieder, die vor 2016 fertiggestellt wurden. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

** gerundet

Fazit: Bisher ist der Immobilienmarkt trotz Corona stabil

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt sich angesichts der Coronakrise sowohl bei den Kauf- als auch bei den Mietpreisen noch robust. Wie die Entwicklung weitergeht, wird aber davon abhängen, wie lange die Krise noch anhält und die Ausgangsbeschränkungen gelten.

29.04.2020


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1 Kommentar

Bubu10 am 22.05.2020 13:54

Die Auswirkungen der Corona-Krise werden sich erst in der nächsten Zeit zeigen. Viele Verkäufer hoffen noch die Preise von vor der Krise halten zu können. Die vielen Personen mit finanziellen Problemen, welche die Krise hervorgebracht hat, werden sich auf jeden Fall den Kauf von Grundeigentum überlegen. Zu unterscheiden ist auch grundsätzlich zwischen dem geforderten und dem tatsächlich gezahlten Preis. Der Unterschied zwischen den beiden wird sich im Laufe der Zeit erhöhen.

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