Kleine Küchen planen: mit allen Höhen und Tiefen

Ob schlauchförmig, schlecht geschnitten oder unter der Dachschräge: Kleine Küchen sind eine besondere Herausforderung. Denn trotz Platzmangel gilt es, ausreichend Stauraum, möglichst große Arbeitsflächen sowie im besten Fall einen Sitzplatz zu schaffen. Mit einer guten Planung ist das möglich. Auch triste Küchen in Mietwohnungen sind keine hoffnungslosen Fälle – solange der Vermieter mitspielt.

Lesermeinungen:  

(6)

Ist die Küche klein, sind die Möglichkeiten beim Einrichten oftmals begrenzt. Nichtsdestotrotz können auch kleine Küchen viel Platz bieten und gleichzeitig schön sein: Mit einer gezielten Planung, die den vorhandenen Raum voll nutzt.

Kleine Küchen, Planung, Foto: SCHMIDT Küchen
Ob schlauch- oder u-förmig: Mit der richtigen Planung findet sich auch in kleinen Küchen ausreichend Stauraum. Foto: SCHMIDT Küchen

Kleine Küchen planen: Darauf kommt es an

Als erster Schritt bei der Küchenplanung sollte vorab festgelegt werden, welches Budget zur Verfügung steht. Steht der finanzielle Rahmen, kann es an das grobe Konzept gehen:

Einrichtungsstil für die kleine Küche finden

Wer keine Idee für einen bestimmten Einrichtungsstil hat, kann sich erste Inspiration in Katalogen oder auf Einrichtungsblogs holen. Puristisch, elegant oder doch lieber rustikal – es gibt viele Möglichkeiten. Unentschlossenen hilft aber oft auch der Gang ins Küchenstudio oder Möbelgeschäft, in denen geschulte Küchenplaner dabei helfen, ein stimmiges Gesamtbild zu entwerfen.

Kleine Küchen, puristisch, Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Puristische Küche: klare Formen, wenig Schnick-Schnack. Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Kleine Küchen, Landhausstil, Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Der Landhausstil findet auch in kleinen Küchen Platz. Foto: Inter IKEA Systems B.V.

Küchenplanung an individuelle Bedürfnisse anpassen

Dabei sollten körperliche Besonderheiten ebenfalls nicht vernachlässigt werden: Denn wer Linkshänder, kleiner oder größer als der ‚Norm-Mensch‘ ist, dem macht eine Durchschnittsküche das Leben unnötig schwer. Wer seine neue Küche an sich anpasst, spart sich beispielsweise als Linkshänder umständliche Handgriffe. Kleinere Personen müssen sich nicht ständig auf die Zehenspitzen stellen, oder größere nicht in gebückter Haltung mit rundem Rücken vor der Arbeitsfläche stehen. Viele Küchenhersteller bieten hier individuelle Lösungen und planen die Wunschküche nach entsprechenden Vorgaben. Eine weitere Möglichkeit sind auch Maßanfertigungen, die zwar zumeist teurer sind, sich aber optimal in den Raum einfügen.

Link-Tipp

Ist die Küche barrierefrei, klappt das Kochen auch mit körperlichen Einschränkungen. Erfahren Sie, worauf es bei einer barrierefreien Küche ankommt.

Anordnung von Spüle, Herd und Kühlschrank planen

Sind Stilrichtung und eigene Bedürfnisse geklärt, geht es bei der Küchenplanung an die Anordnung der Küchengeräte. Auch wenn es scheint, dass in einer kleinen Küche die Wege zwischen Spüle, Herd und Kühlschrank ohnehin kurz genug sind, lassen sich viele Arbeitsschritte noch mehr erleichtern. Soweit es möglich ist, sollte der Abstand zwischen Herd und Spüle eine Länge von mindestens einem Meter aufweisen. Der Abstand zwischen Kühlschrank und Herd sowie zwischen Kühlschrank und Spüle sollte ein bis zwei Meter sein. Generell sollte der Herd nicht direkt neben dem Kühlschrank stehen, da die Wärmeausstrahlung des Ofens dazu führt, dass der Kühlschrank mehr Energie verbrauchen muss, um zu kühlen.

Kleine Küchen, Platz, Zubereitung, Foto: iStock.com/Addictive
Auch in dieser kleinen Küche ist ausreichend Platz für die Zubereitung. Foto: iStock.com/Addictive
Kleine Küchen, Herd, Spüle, Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Auch bei wenig Platz ist es möglich, zwischen Herd und Spüle Platz für eine Arbeitsfläche zu schaffen. Foto: Inter IKEA Systems B.V.

Mag die Küche auch noch so klein sein – der Einbau einer Spülmaschine ist in den meisten Fällen sinnvoll. Denn sie spart nicht nur Energie, sondern sorgt zugleich dafür, dass kein schmutziges Geschirr unnötig Platz auf Arbeitsflächen oder rund um die Spüle einnimmt.

Auch ein kleiner Grundriss bietet viel Stauraum – wortwörtlich bis unter die Decke. Denn was bei einer Mini-Küche in der Breite oftmals fehlt, lässt sich mit Regalen an der Wand zum Teil wieder wettmachen.

So lässt sich Stauraum in einer kleinen Küche schaffen

Eine kleine Küche mag zwar gewisse Einschränkungen bedeuten, das bedeutet aber nicht, dass auf eine gute Kücheneinrichtung verzichtet werden muss. Die Wahl der richtigen Möbel und Geräte hilft, den Raum gut auszunutzen:

Kombinierte und schmale Küchengeräte

Bereits der Einsatz von kombinierten Geräte schafft Zusatzraum – beispielsweise eine Mikrowelle mit Backfunktion oder Kochfelder, die in eine Arbeitsplatte integriert sind. Wer bei Herd, Kühlschrank und Geschirrspüler zu schmaleren Varianten greift, kann zudem einige Zentimeter einsparen, die er woanders wieder für Stauraum oder Arbeitsfläche nutzen kann.

Versteckte Arbeitsflächen

Wer unter der Arbeitsplatte zusätzlich eine weitere ausziehbare unterbringen kann, sollte dies umsetzen. Denn nach getaner Arbeit kann die zweite Platte wieder in ihrem Versteck verschwinden – oder als Tisch verwendet werden.

Platzsparende Schränke

Auch bei Schränken lässt sich Platz sparen: Unterschränke sollten Schubladen mit Vollauszug haben, denn sie bieten viel Platz, ermöglichen einen schnellen Überblick und man kommt einfach auch an Gegenstände, die weiter hinten stehen. In engen, aber hohen Nischen bieten Apothekerschränke ähnliche Vorteile. Für Ecken eignen sich Karussellschränke.

Kleine Küchen, Karussellschrank, Karussellschränke, Foto: AMK
Ums Eck: Karussellschränke sind nicht nur in kleinen Küchen reine Stauraumwunder. Foto: AMK
Kleine Küchen, Schrank, Vollauszug, Foto: AMK
Schränke mit Vollauszug geben einen schnellen Überblick und bieten viel Platz. Foto: AMK

Platzsparend wirkt sich auch der Verzicht auf vorstehenden Griffen aus. Mag es sich auch nur um die Einsparung weniger Zentimeter handeln, so fällt dies bei sehr kleinen Küchen doch ins Gewicht. Dadurch wird zusätzlich etwas mehr Bewegungsfreiheit ohne lästiges Hängenbleiben geschaffen.

Regale und Stauraum für alle Lagen

In einer kleinen Küche sind zwar die Möglichkeiten in der Breite zwar schnell ausgeschöpft, aber nach oben hin ist vieles offen: Wände bieten zumeist ausreichend Platz für Regale, Hänge- und Eckschränke. Wer Regalböden bevorzugt, sollte dabei stets für Ordnung sorgen, denn Chaos nimmt in der kleinen Küche unnötig Platz weg. Sind die Wände räumlich ausgeschöpft, kann auch die Decke als Stauraum genutzt werden – vorausgesetzt die Zimmerhöhe lässt ein von oben hängendes Regal zu. Auch Dachschrägen müssen kein Platzfresser sein: Hier bieten spezielle Schränke passgenauen Stauraum.

Kleine Küchen, Dachschrägen, Lösungen, Foto: Der Raum
Dachschrägen bedeuten eine besondere Herausforderung. Aber auch für kleine Küchen gibt es die passende Lösung. Foto: Der Raum
Kleine Küchen, Dachschräge, Oberschränke, Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Auch eine stufenweise Nutzung der Dachschräge ist möglich. Foto: Inter IKEA Systems B.V.

Schiebetüren für kleine Küchen

Geht die Küchentür nach innen auf, raubt sie den viel benötigten Raum. Eine Schiebetür schafft hier Abhilfe. Wer gerne offen wohnt, für den kann auch der komplette Verzicht auf eine Türe eine Option sein. Er sollte dafür aber ein leistungsfähiger Dunstabzug einsetzen, damit sich die Kochgerüche nicht in der ganzen Wohnung oder im Haus verteilen.

Sitzplätze auf engem Raum

Neben dem Anspruch, viel Stauraum zu haben und ein entspanntes Kochen zu ermöglichen, wünschen sich viele auch einen Sitzplatz in der Küche. Schon eine schmale freie Stelle an der Wand kann Platz für einen Klapptisch bieten. Mit einem oder zwei Barhockern verwandelt sich aber auch die Arbeitsfläche in einen Tisch – vorausgesetzt, die Höhe ist aufeinander abgestimmt.

Kleine Küchen, Planung, Essecke, Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Bei der richtigen Planung lässt sich auch eine kleine Essecke in der Küche unterbringen. Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Kleine Küchen, Arbeitsfläche, Sitzplatz, Tisch, Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Wird die Arbeitsfläche ein wenig verlängert, dient sie gleichzeitig auch als Tisch. Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Praxis-Tipp

Auf die Optik kommt es an: Der Einsatz von hellen Farben, glänzenden Flächen und spiegelnden Fronten lässt eine kleine Küche größer wirken.

Mieter, die ihre Küche renovieren wollen, sollten sich allerdings nach der Planung nicht gleich in die Arbeit stürzen: Je nach Vorhaben müssen sie erst den Vermieter um Erlaubnis fragen.

Verschönern oder neu? Das dürfen Mieter mit ihrer kleinen Küche machen

Wer in eine Wohnung ohne Küche zieht, hat beim Planen weitestgehend Gestaltungsfreiheit. Ähnlich ist es, wenn er die Einbauküche seines Vormieters gegen Ablöse übernimmt: Denn diese geht durch Zahlung der Ablöse in sein Eigentum über.

Für größere Veränderungen an der Mietwohnung selbst, etwa dem Einbau von Schiebetüren oder wenn er einen Durchbruch zum Esszimmer schlagen will, müssen Mieter aber unbedingt die Zustimmung des Vermieters einholen.

Ist die Küche als Mietgegenstand mitvermietet, hat der Mieter nur begrenzte Möglichkeiten. Denn ob sie ihm gefällt oder nicht, ist egal: Solange sie sich im voll gebrauchsfähigen Zustand befindet, kann er vom Vermieter nicht verlangen, eine neue Küche einzubauen. Wer dennoch etwas ändern will, kann auch hier nur mit Zustimmung des Vermieters tätig werden:

Beim Einbau einer neuen Küche gilt: Mieter sollten bedenken, dass sie beim Auszug wieder den ursprünglichen Ausstattungszustand der Wohnung herstellen müssen (§ 546, Abs. 1 BGB). Die alten Küchengeräte und -möbel des Vermieters sollten sie darum keinesfalls auf den Sperrmüll werfen, sondern gut erhalten und zwischenlagern. Oder aber, der Mieter einigt sich beim Auszug mit dem Vermieter, dass dieser auf die Entfernung der neuen Küche zum Ende der Mietzeit verzichtet – und sie bestenfalls gegen eine Ablöse übernimmt. Mieter sollten sich mit dem Vermieter über das Vorgehen beim Auszug am besten bereits vor der Renovierung einigen und die gemeinsame Vereinbarung schriftlich festhalten.

Fehlt allerdings das Geld für eine neue Küche, kann der Mieter mit Zustimmung des Vermieters auch selbst Hand anlegen und zum Beispiel die Fronten neu lackieren oder die Fliesen mit Folie verschönern. Beim Gespräch mit dem Vermieter kann es sich zudem lohnen, den Mehrwert für die verschönerte Küche herauszustellen und sich um eine gute Absprache zu bemühen: Der Mieter bietet ihm eine schönere Küche, übernimmt die Arbeit – und im Gegenzug könnte sich der Vermieter an den Materialkosten beteiligen. So haben alle etwas von der Renovierung.

Kleine Küche verschönern: mit guter Planung kein Problem

Ob alt, klein oder beides zusammen: Kleine Küchen können bei guter Planung und dem richtigen Einsatz von Möbeln und Farbe ganz groß rauskommen. Wer ein kleines Budget hat, aber dennoch etwas verändern möchte, muss auch nicht gleich eine neue Küche kaufen: Ein neuer Anstrich und einige weitere Tricks verhelfen alten Küchen zu neuem Glanz.

Link-Tipp

Das Budget klein, die Lust auf Veränderung aber groß? Um Ihre Küche zu verschönern, benötigen Sie nicht viel Geld, sondern nur ein paar gute Ideen. Diese finden Sie auf unserem Partnerportal bauen.de.

Evelyn Eberl

Ihre Meinung zählt

(6)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
6
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Neuen Kommentar schreiben

Weitere Themen rund ums Einrichten