Corona, Bauherren, BAustelle, Hausbau, Covid-19, Foto: istock.com / Drazen Zigic

Corona: Alle relevanten Informationen für Bauherren

Noch immer beeinflusst das Coronavirus den Alltag. Der Einfluss auf Baustellen ist allerdings gering. Was Bauherren dennoch beachten sollten: Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Für Handwerker und Bauunternehmen besteht kein Berufsverbot, aber auch auf Baustellen gelten Abstandsregeln und sollten Schutzmaßnahmen treffen. Dafür ist auch der Bauherr mitverantwortlich. Was er außerdem tun kann, wenn es auf der Baustelle nicht oder plötzlich rasend schnell voran geht.

Was können Bauherren tun, wenn es auf einer Baustelle nicht vorwärts geht?

Wenn Baufirmen ihre Mitarbeiter nicht auf Baustellen schicken, gibt es wenig, was Bauherren dagegen tun können. Im schlimmsten Fall ruht die Baustelle. Allerdings sollten Bauherren dennoch aktiv werden und den Rohbau vor Feuchtigkeit, Werkzeuge vor Diebstahl und Passanten vor Verletzungen zu schützen.

Am besten kontrolliert der Bauherr gemeinsam mit einem Sachverständigen den Stand der Baustelle und dokumentiert seine Sicherungsmaßnahmen, um späterem Ärger mit der Baufirma vorzubeugen.

Was, wenn die Baustelle plötzlich sehr schnell fertig ist?

Allerdings gibt es auch Baustellen auf denen plötzlich alle Arbeiten schnell erledigt werden. Manche Handwerker wollen so viele Baustellen wie möglich abschließen, das Bauwerk an die Auftraggeber übergeben und die letzten Raten einfordern. Doch auch während der Coronapandemie ist eine Übergabe rechtsverbindlich. Bauherren sollten sich daher unbedingt von einem Sachverständigen begleiten lassen, denn wer fehlerhafte Bauwerke abnimmt, muss Nachbesserungen anschließend mühsam einfordern.

Kommt die Baufirma für entstandene Schäden auf?

Durch die Coronapandemie kann es zu Verzögerungen auf der Baustelle kommen. Können dadurch vereinbarte Termine nicht eingehalten werden, entstehen möglicherweise Schäden Dazu zählt etwa, wenn Bauherren nicht wie geplant ins neue Haus einziehen können und ihr Hab und Gut zwischenlagern müssen. Ob die Baufirma schadenersatzpflichtig ist, ist derzeit nicht klar: Möglicherweise können Baufirmen für Verzögerungen gerade nicht belangt werden, weil sie nicht dafür verantwortlich sind, dass ein Virus weite Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt hat.

Was, wenn Eigentümer Kreditraten nicht bedienen können?

Die Bundesregierung setzt enorme finanzielle Mittel frei, insbesondere, um die Wirtschaft zu entlasten. Dazu gehören auch private Eigentümer, die nach dem neuen Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie Zins-, Tilgungs- und Kreditrückzahlungen zumindest für drei Monate stunden. Das heißt, entsprechende Zahlungen können aufgeschoben werden, müssen nach Ablauf der drei Monate aber komplett bezahlt werden. „Das Sondergesetz betrifft aber nicht Geldzahlungsforderungen der Bauunternehmer, Planer, Handwerker aus Werk-, Bauträger-, Bau- und Verbraucherbauverträgen", stellt Holger Freitag klar.

Wie sollten Bauherren jetzt mit der Baufirma umgehen?

Auch der VPB rät zur Besonnenheit und zum Dialog. „Bauherren sollten mit ihren Firmen reden. Und zwar im Sinne des werkvertraglichen Kooperationsgedankens. Es geht um frühzeitigen Informationsaustausch.“ Um mehr aber auch nicht. Insbesondere Bauherren sollten keine spontanen Absprachen treffen, denn die könnten „sich später als Anspruchsverzicht, Leistungsminderung oder unnötige Preiserhöhung auswirken.“

Gibt es Aufschub bei Fristen, zum Beispiel für Fördermaßnahmen?

Insbesondere wer das Baukindergeld beantragen möchte, muss seinen Neubau bis Ende März 2021 genehmigen lassen, die Frist wurde von Ende 2020 um drei Monate verlängert.

Kann der Umzug ins neue Haus stattfinden?

Sollte das neue Eigenheim mitten in der Coronakrise bezugsfertig werden, können Eigentümer dennoch umziehen. Vor allem dann, wenn alte Mietverträge auslaufen und die bisherige Wohnung freigeräumt werden muss. Allerdings gibt es auch hier auflagen. Näheres zum Thema Umzug in unserem Beitrag.

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