Corona, Makler, Immobilienprofis, Covid-19, Foto: iStock.com / filadendron

Corona: Alle relevanten Informationen für Immobilienmakler

Die Coronakrise hat auch in den Sommer hinein weiter Einfluss auf ganz Deutschland. Da ist die Immobilienbranche keine Ausnahme. Ein Überblick, was Immobilienmakler in diesen turbulenten Zeiten wissen müssen.

Trotz Corona können Makler ihrer Arbeit nachgehen. Die Pandemie bringt allerdings Einschränkungen, die auch Immobilienprofis betreffen. immowelt bietet einen Überblick über alle Entwicklungen der Immobilienbranche und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welche wirtschaftlichen Hilfen können selbstständige Makler beantragen?

Arbeitnehmer und Selbstständige, die Einkommensausfälle zu beklagen haben, können bis Ende Juni 2021 die Überbrückungshilfe III beim Bund beantragen. Die Überbrückungshilfe ist ein gemeinsames Angebot von Bund und Ländern und bietet finanzielle Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige sowie gemeinnützige Organisationen. Mit der Förderung will der Bund Umsatzrückgänge abmildern.

Kann die Miete von Geschäftsräumen wegen Corona gemindert werden?

Die Coronapandemie kann eine Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) darstellen. Für angemietete oder gepachtete Gewerberäume gab es im EGBGB demnach eine Mietrechtsänderung. So sollen Mieter von Geschäftsräumen von ihrem Vermieter die Anpassung der Miete verlangen können. Hintergrund ist der Bundestagsbeschluss einer Coronaregelung im EGBGB. In Artikel 240 § 7 EGBGB Störung der Geschäftsgrundlage von Miet- und Pachtverträgen heißt es dazu: "Sind vermietete Grundstücke oder vermietete Räume, die keine Wohnräume sind, infolge staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie für den Betrieb des Mieters nicht oder nur mit erheblicher Einschränkung verwendbar, so wird vermutet, dass sich insofern ein Umstand im Sinne des § 313 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, der zur Grundlage des Mietvertrags geworden ist, nach Vertragsschluss schwerwiegend verändert hat." Das gilt analog für Pachtverträge. Ein Automatismus ergibt sich aus der Gesetzesänderung jedoch nicht. Entscheidend bleibt letztlich der Einzelfall.

Gibt es für Makler ein Tätigkeitsverbot?

Nein. Es gilt, dass Dienstleister – und dazu gehören auch Makler – ihrer Tätigkeit nachgehen dürfen. Doch: „Auch wenn es kein Tätigkeitsverbot per se gibt, müssen Makler – insofern sie ein Ladenlokal führen – im Zweifel auf Publikumsverkehr verzichten“, sagt Dr. Christian Osthus, Justiziar des IVD.

Wie können Besichtigungen durchgeführt werden?

Besichtigungen können stattfinden, allerdings müssen Makler sich auf Einzelbesichtigungen beschränken.

Um eine Besichtigung so kurz wie möglich zu halten, kann der Profi beispielsweise vorab ein ausführlicheres Exposé mit einem 360-Grad-Rundumblick der Immobilie schicken oder virtuelle Besichtigungen durchführen. Weitere Möglichkeiten bieten 360-Grad-Rundgänge, Besichtigungsroboter oder innovative Ideen, wie Profis die Krise nutzen können. Tipps anderer Makler gibt es hier.

Was gibt es bei Einzelbesichtigungen zu beachten?

Die behördlichen Bestimmungen zu Corona müssen auch bei Besichtigungen beachtet sowie „die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden (AHAL-Regeln und eventuell Anwesenheitsdokumentation)“, schreibt der ivd. Weiterhin schätzt der ivd die rechtliche Lage so ein, dass es sich bei Besichtigungen nicht um private Zusammenkünfte handelt, weshalb auch die Regelungen der bundeseinheitlichen Notbremse außer Kraft gesetzt seien.

„Außerdem müssen die behördlichen Auflagen in den einzelnen Bundesländern unbedingt beachtet werden“, gibt der Deutsche Mieterbund zu bedenken. Beim Bayerischen Staatsministerium heißt es beispielsweise zu Wohnungsbesichtigungen: „Diese dürfen im Rahmen der jeweils geltenden, inzidenzabhängigen Kontaktbeschränkung stattfinden.“

Bei der Besichtigung ermöglichen offene Innentüren eine kontaktlose Besichtigung. Offene Fenster verringern das Infektionsrisiko zusätzlich. Zur Sicherheit sollten Profis ein Fläschchen Desinfektionsmittel bereithalten und alle Kontaktflächen regelmäßig gründlich desinfizieren. Was es sonst noch zu wissen gibt.

Können zurzeit Werbeflyer verteilt werden oder ist das verboten?

"Da es Maklern weiterhin gestattet ist, an wechselnden Orten ihre Tätigkeit auszuüben, dürfte es auch gestattet sein, unter strenger Berücksichtigung der Abstands- und Hygienebestimmungen Flyer zu verteilen“, sagt Carolin Hegenbarth, IVD-Bundesgeschäftsführerin. Im Zweifel sollte bei der zuständigen Behörde nachgefragt werden.

Wer Flyer verteilt, muss sich aber auch hierbei an geltende Hygieneregeln halten.

Kann ein Maklerbüro bei Arbeitsausfällen wegen des Coronavirus Kurzarbeitergeld erhalten?

Ja, laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter der Bedingung, dass behördliche Einschränkungen es unmöglich machen, die Maklertätigkeit weiterhin auszuführen. Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber bei der jeweiligen Agentur für Arbeit beantragt werden. Falls die Behörde es genehmigt, erhalten angestellte Makler für die ersten drei Monate 67 beziehungsweise 60 Prozent, ab dem vierten Monat 77 oder 70 Prozent und ab dem siebten Monat 87 beziehungsweise 80 Prozent ihres pauschalierten Nettoentgelts für bis zu 24 Monate.

Haben angestellte Makler einen Anspruch auf Homeoffice?

Nein, das ist eine Vereinbarung, die der Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber treffen muss.

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter am Coronavirus erkrankt?

Angestellte Makler erhalten sechs Wochen eine Entgeltfortzahlung und haben dann als gesetzlich Versicherte Anspruch auf Krankengeld. Hat ein Kollege sich infiziert, muss er das dem Arbeitgeber mitteilen. Auch das Gesundheitsamt wird auf entsprechende Kontaktpersonen zukommen und sie in Kenntnis setzen.

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