Heizkosten: 10 Tipps zum Geld sparen

Lesermeinungen:  

(2)

Heizkosten zu hoch? Verbraucher können durch unsere Tricks und Tipps jede Menge Heizkosten sparen. So bleibt am Ende des Monats mehr Geld übrig und die Umwelt wird erheblich entlastet.

Eine Frau fühlt, ob sich der Heizkörper bereits aufgewärmt hat. Foto: iStock.com / zvonko
Die falsche Anwendung einer Heizung kann die Heizkosten in die Höhe treiben. Foto: iStock.com / zvonko

Wer mit seiner Heizung richtig umgeht, hat aufs Jahr gesehen ein hohes Einsparpotential. Denn die Kombination aus richtigem Heizen, frischer Raumluft sowie unseren Spartipps von Energieexperte Timo Leukefeld hilft, den Geldbeutel sowie die Umwelt zu schonen.

Tipp 1: Raumtemperatur in der Nacht absenken

Energiesparen, Energieeffizienz, Heizkosten senken, Heizenergie sparen, Heizkosten sparen, Foto: iStock.com / andresr
Mit einer warmen Decke ist ein Grad Celsius weniger in der Nacht kaum zu spüren, aber die Energieersparnis groß. Foto: iStock.com / andresr

„Für jeden Grad Celsius weniger sparen Verbraucher sechs Prozent ihres Brennstoffverbrauchs ein“, sagt Energieexperte Timo Leukefeld. Deswegen rät er, die Raumtemperatur nachts zu senken: Moderne Heizkörper lassen sich ohnehin so einstellen, dass sie die Räume zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich stark beheizen. Dr. Peter Geisler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums Regensburg, erklärt: „Die richtige Schlaftemperatur ist dann gegeben, wenn man unter seiner Decke weder schwitzt noch friert“. Höher muss die Temperatur im Schlafzimmer also nicht sein. Auch tagsüber lohnt es sich, weniger zu heizen. Ob 22 oder 21 Grad Celsius im Wohnzimmer – den Unterschied spüren viele Verbraucher kaum.

Bei analogen, fünfstufigen Thermostatventilen heizt Stufe drei die Räume in der Regel auf etwa 20 Grad Celsius auf. Zwischen den einzelnen Stufen liegen jeweils circa 4 Grad Celsius. Am höchsten ist das Einsparpotenzial der Heizkosten mit programmierbaren Thermostaten. Hier können Verbraucher genau einstellen, ab welcher Uhrzeit die einzelnen Räume mehr oder weniger beheizt werden sollen und wie hoch die gewünschte Temperatur genau sein sollte. Programmierbare E-Thermostate sind eine gute Investition, wenn in einem Haus verschiedene Lebensstile aufeinandertreffen und die Bewohner nicht alle zur gleichen Zeit aufstehen, das Haus verlassen und wieder zu Bett gehen. Für ein normales Einfamilienhaus lohnen sich 15 bis 50 Euro Investitionskosten pro Heizkörper für die Ausstattung mit E-Thermostaten meist eher nicht. In diesem Fall reicht es in der Regel aus, die Heizkurve richtig einzustellen.

Tipp 2: Heizkurve richtig einstellen und Heizkosten sparen

Heizkosten senken, Heizenergie sparen, Heizkosten sparen, Energiesparen, Energieeffizienz, Foto: Patrick Daxenbichler / stock.adobe.com
Ist die Heizkurve richtig eingestellt, sind die Räume bei verringertem Energieverbrauch angenehm warm. Foto: Patrick Daxenbichler / stock.adobe.com

Ein Gebäude braucht bei kalten Außentemperaturen mehr Energie, um auf die gewünschte Innentemperatur zu kommen, als bei warmen Außentemperaturen. Eigentümer können hier handeln. „Daher ist es wichtig, die Heizkurve am Steuerregler des Heizkessels optimal einzustellen“, erklärt Energieexperte Timo Leukefeld. Die Thermostate am Heizkessel sind mit mindestens einem Außentemperaturfühler verbunden. So können sie die Vorlauftemperatur der Heizung automatisch – je nachdem, ob es draußen warm oder kalt ist – anpassen. Wer Heizenergie und Heizkosten sparen möchte, sollte die Heizkurve genau einstellen. Sie kann allerdings nicht ohne weiteres berechnet werden, weil sie von zu vielen Faktoren abhängt und nicht linear verläuft. „Da hilft nur anpassen und testen bis die Heizkurve optimal justiert ist“, so Leukefeld.

Diese Parameter können Verbraucher einstellen:

  • Steilheit: Sie gibt an, um wie viel Grad die Vorlauftemperatur steigt oder sinkt, wenn sich die Außentemperatur um ein Grad Celsius ändert. Ist beispielsweise eine Steilheit der Heizkurve von 1,5 eingestellt, bedeutet das, dass sich die Vorlauftemperatur um 1,5 Grad Celsius verändert, wenn sich die Außentemperatur um ein Grad Celsius verschiebt. Je schlechter ein Haus gedämmt ist, desto steiler muss die Heizkurve eingestellt sein, um die Räume ohne Komfortverlust zu heizen.
  • Parallelverschiebung: Sie senkt oder hebt das Gesamtniveau der Vorlauftemperatur, ändert aber nichts am Kurvenverlauf beziehungsweise an der Steilheit. Ist es in den Räumen beispielsweise immer etwas zu kalt, muss das Niveau der Heizkurve angehoben werden. Wenn es zu warm ist, sollte es abgesenkt werden.
  • Nachtabsenkung: Sie ist eine Parallelverschiebung der Heizkurve nach unten, um über Nacht durch niedrigere Innentemperaturen Energie zu sparen.
  • Heizgrenze: Sie definiert die Außentemperatur, ab der die Heizung aufhört zu heizen. Je niedriger die Vorlauftemperatur eingestellt ist, desto flacher verläuft die Heizkurve und desto geringer ist der Energieverbrauch. Allerdings sollte die Kurve steil genug sein, damit alle Räume warm genug werden.

Weiterer Spartipp: Zuerst sollten Verbraucher die Heizkörperventile so einstellen, dass die Räume die ideale Temperatur haben. Danach gilt es, innerhalb mehrerer Tage zu prüfen, ob die gewünschte Raumtemperatur und damit auch die benötigte Vorlauftemperatur gerade noch erreicht werden. Sind sie zu niedrig, müssen die Parameter nach oben geregelt werden. Wenn sie zu hoch sind, müssen die Parameter nach unten geregelt werden.

Tipp 3: Heizkörper entlüften

Ein Heizkörper wird entlüftet: Foto: iStock.com / ZeynaKaya
Mit einem Entlüftungsschlüssel lässt sich am Heizungsventil der Heizkörper entlüften. Sonst kann der Heizkörper nicht ordnungsgemäß arbeiten. Foto: iStock.com / ZeynaKaya

Eine Heizung ist nicht komplett luftdicht, deshalb gelangt bei jedem Nachfüllen des Heizungswassers Luft hinein. Auch die Verbindungsteile sind minimal luftdurchlässig. Wird das Wasser im Heizkessel erwärmt, entstehen kleine Luftbläschen. Wenn diese nicht rechtzeitig abgeleitet werden, gelangen sie in die Heizkörper. Da Gas nach oben steigt, sammelt sich die Luft im höchstgelegenen Heizkörper. „Das merken Verbraucher an Glucker-Geräuschen und daran, dass der Heizkörper nicht mehr richtig warm wird“, erklärt Timo Leukefeld. Um Heizenergie zu sparen, sollten Verbraucher ihre Heizkörper regelmäßig entlüften.

Tipp 4: Nachts Jalousien, Rollos und Vorhänge schließen

Energiesparer sollten grundsätzlich darauf achten, dass so wenig Wärme wie möglich nach außen gelangt. „Hier schaffen schon Vorhänge, Jalousien und Rollos Abhilfe, da sie die Fenster von innen isolieren. Wer sie nachts – oder bei ungenutzten Räumlichkeiten auch tagsüber – geschlossen hält, kann jährlich Heizenergie im Wert von 10 bis 20 Euro sparen“, sagt der Energieexperte.

Tipp 5: Fenster abdichten

Energiesparen, Energieeffizienz, Heizkosten senken, Heizenergie sparen, Heizkosten sparen, Foto: New Africa / stock.adobe.com
Gut isolierte Fenster steigern den Wohnkomfort. Foto: New Africa / stock.adobe.com

Die Dichtheit der Fenster lässt sich relativ einfach überprüfen. Timo Leukefeld empfiehlt, ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fenster zu klemmen und das Fenster zu schließen. Lässt sich das Papier aus dem geschlossenen Fenster herausziehen, ist das Fenster schlecht abgedichtet. „In diesem Fall ist eine nachträgliche Abdichtung sehr empfehlenswert“, sagt Leukefeld. Lässt sich das Papier nicht oder nur stark beschädigt herausziehen, ist das Fenster dicht.

Wer zugige Fenster hat, sollte diese nachträglich abdichten. „Hierfür reicht selbstklebendes Dichtband aus dem Baumarkt aus, das man auf den inneren Fensterrahmen aufbringt“, empfiehlt Leukefeld. Zehn Meter Dichtungsband kosten etwa 10 bis 15 Euro. Mit dieser Maßnahme lassen sich circa sieben Euro Heizkosten pro Fenster und Jahr einsparen. Bei sieben Fenstern ergibt das eine jährliche Einsparung von 70 Euro. Weitere Ideen rund ums Abdichten der Fenster gibt es auf unserem Partnerportal bauen.de.

Tipp 6: Richtig lüften

Auch mit der Art des Lüftens können Verbraucher Heizkosten sparen. „Wer sein Fenster dauerhaft gekippt hat, erzielt nur wenig Luftaustausch, die Raumluft wird kaum besser. Stattdessen kühlen die umliegenden Wände aus. Im schlimmsten Fall beginnen sie zu schimmeln“, erklärt Energieexperte Timo Leukefeld. Stoßlüften lautet das Zauberwort. „Mit weit geöffneten Fenstern und Innentüren entsteht ein gesunder Luftaustausch. Wer drei Mal am Tag für circa fünf Minuten stoßlüftet verbessert die Raumluft, verbraucht weniger Energie als mit gekippten Fenstern – und erzielt eine bessere Wirkung“, sagt Leukefeld. Beim Lüften sollten Verbraucher die Thermostatventile ihrer Heizkörper schließen. So vermeiden sie, dass der Temperaturfühler die Heizung aufgrund der kalten Zugluft hochfahren lässt.

Tipp 7: Heizung warten

Energiesparen, Energieeffizienz, Heizkosten senken, Heizenergie sparen, Heizkosten sparen, Foto: iStock.com / AlexRaths
Eine gewartete Heizung läuft energieeffizienter. Foto: iStock.com / AlexRaths

„Wer den Energieverbrauch im Haushalt senken möchte, sollte seine Heizung regelmäßig warten lassen, denn gewartete Anlagen arbeiten sparsamer und leben länger“, empfiehlt Leukefeld. Außerdem werden Verschleißteil-Abnutzungen erkannt, bevor sie einen Schaden verursachen. Das macht die Wartungskosten wieder wett. Normalerweise ist die Heizungswartung Aufgabe des Hauseigentümers. Er darf die Kosten allerdings über die Betriebskosten auf den Mieter umlegen, sofern dies im Mietvertrag entsprechend vereinbart wurde.

Tipp 8: Hydraulischen Abgleich durchführen

In vielen Heizsystemen besteht das Problem, dass Heizkörper in Räumen, die weit vom Heizkessel entfernt sind, nicht richtig warm werden. „Ist das der Fall, lässt sich die Effizienz der Heizung mit einem hydraulischen Abgleich steigern“, weiß Leukefeld. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass sich die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt und die Vorlauftemperatur der Heizung abgesenkt werden kann. Das senkt die Verluste und spart Energie. Hierfür werden alle Komponenten der Heizungsanlage exakt aufeinander und auf den Energiebedarf des Hauses abgestimmt. Zudem wird die Menge des durchfließenden Heizwassers mithilfe der Thermostatventile an den Bedarf der einzelnen Räume angepasst.

Voraussetzungen für einen hydraulischen Abgleich ist ein Zweirohr-Heizsystem und Heizkörper mit voreinstellbaren Thermostatventilen oder Rücklaufverschraubungen.

Tipp 9: Zirkulationspumpe mit Zeitschaltuhr versehen

In manchen Heizungssystemen ist eine Zirkulationspumpe eingebaut, die dafür sorgt, dass das Wasser in der Leitung ständig umgewälzt und am Wärmetauscher vorbeigeleitet wird. Somit ist das Wasser in den Leitungen überall gleich warm und kommt sofort wohltemperiert aus dem Hahn. Das hat den Vorteil, dass Verbraucher nicht erst Wasser ungenutzt abfließen lassen müssen, bis es warm genug zum Duschen ist.

Allerdings verbraucht die Trinkwasser-Zirkulation permanent Energie – auch wenn die Bewohner gerade kein Leitungswasser nutzen. „Diese Energie lässt sich mithilfe einer eingebauten Zeitschaltuhr einsparen“, rät Energieexperte Leukefeld, „das lohnt sich aber nur, wenn die Bewohner einen ähnlichen Tagesablauf haben.“ Mit einer Zeitschaltuhr lassen sich mehrere Zeiträume pro Tag und unterschiedliche Schaltzyklen für einzelne Wochentage einstellen, in denen die Zirkulationspumpe arbeitet. Mit diesem Spartipp können Bewohner beispielsweise einstellen, dass die Pumpe nachts nicht arbeitet und am Wochenende erst später am Morgen den Betrieb aufnimmt. Auf diese Weise können Verbraucher sowohl elektrische Energie zum Berteiben der Zirkulationspumpe als auch Brennstoff fürs Erwärmen des Wassers einsparen

Tipp 10: Alte Heizungspumpe austauschen

„20 Prozent des Stromverbrauchs eines Hauses entfallen auf die Heizungspumpe. Wer noch eine alte Pumpe in Betrieb hat, sollte sie auf ihre Effizienz hin überprüfen lassen“, sagt Leukefeld. Das Einsparpotential ist enorm. Der Kauf einer neuen, effizienten Heizungspumpe amortisiert sich oft schon nach wenigen Jahren. Alte Heizungspumpen benötigen eine Leistung bis zu 100 Watt, da sie nicht drehzahlgeregelt sind. Neue hingegen nur 15 Watt.

Ein Rechenbeispiel:

HeizungspumpeNeuAlt
Leistungsaufnahme15 Watt100 Watt
Stromverbrauch im Heizzeitraum Okt. - April (212 Tage)76,32 kWh508,80 kWh
Jährlicher CO2-Ausstoß*37,32 kg248,80 kg
Jährliche Stromkosten bei 29 ct/kWh*22,13 Euro147,55 Euro

Kosteneinsparung pro Jahr: 125,42 Euro

* Laut Schätzungen des Umweltbundesamts verursachte 2017 eine Kilowattstunde Strom 489 Gramm CO2.

Geht man davon aus, dass die neue Heizungspumpe und deren Einbau zusammen etwa 500 Euro kosten, amortisiert sich die Investition nach rund vier Jahren.

Fazit

Energiesparen ist wichtiger als je zuvor, denn damit entlasten Verbraucher ihren Geldbeutel und die Umwelt. „Der Stromverbrauch wird in den kommenden Jahren ohnehin zunehmen“, prognostiziert Energieexperte Timo Leukefeld. „Die Geräte werden zwar sparsamer, doch die Masse an Geräten nimmt zu. Der Stromverbrauch wird auch wegen der Popularität der Wärmepumpe steigen.“ Wärmepumpen nutzen elektrische Energie, um Heizenergie zu erzeugen. Wenn immer mehr Haushalte mit Wärmepumpen ausgestattet werden, wird der Stromverbrauch ansteigen. Daher kann es nicht schaden, an anderen Stellen Energie zu sparen und seine persönliche CO2-Bilanz zu verbessern.

22.04.2021


Ihre Meinung zählt

(2)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
2
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

RatgeberTipps für MieterTipps für Immobilieneigentümer
Neuen Kommentar schreiben