Nachsendeauftrag nicht vergessen: Damit die Post weiterhin ankommt

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Zur Umzugsplanung gehört ein Nachsendeauftrag. Er sollte schon vor dem Umzug gestellt werden, damit wichtige Post auch künftig rechtzeitig ankommt. Der Nachsendeauftrag ist kostenpflichtig und gilt für maximal 24 Monate.

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Schon vor dem Umzug den Nachsendeauftrag stellen – denn nur dann kommt die Post weiterhin zuverlässig an. Foto: freemixer/iStock.com

Wer umzieht, sollte rechtzeitig einen Nachsendeauftrag stellen. Dann ist sichergestellt, dass die Post auch weiterhin ankommt. Worauf zu achten ist und was ein Nachsendeauftrag kostet, klärt nachfolgender Beitrag.

Was ein Nachsendeauftrag ist

Ein Nachsendeauftrag ist ein zeitlich befristeter und kostenpflichtiger Auftrag an die Post, Sendungen, die an die alte Adresse gerichtet sind, automatisch an die neue Adresse weiterzuleiten.

Bei einem Todesfall können Verwandte veranlassen, die Post des Verstorbenen an sie senden zu lassen. Allerdings gilt der Nachsendeauftrag nicht unbeschränkt: Absender von Briefen können die Post anweisen, dass diese Sendungen nicht an den Adressaten zu schicken, sondern mit neuer Adresse zurück an sie. Vor allem Unternehmen machen von dieser sogenannten Vorausverfügung Gebrauch, denn sie sind daran interessiert, die neue Adresse ihrer Kunden zu erfahren. Der Kunde kann die Post allerdings anweisen, dass den Absendern die neue Adresse nicht mitgeteilt wird.

Grundsätzlich kann es bei der Nachsendung zu kleineren zeitlichen Verzögerungen der Zustellung von wenigen Tagen kommen.

Wann und wo Nachsendeauftrag stellen?

Die Deutsche Post empfiehlt, einen Nachsendeantrag am besten schon zwei bis drei Wochen vor dem Umzug zu stellen. Minimum sind fünf Werktage, bei kürzerer Frist kann nicht sichergestellt werden, dass die Post sofort an die neue Adresse zugestellt wird. Der Nachsendeantrag kann bei einer Postfiliale oder auch online beauftragt werden.

Nach der Liberalisierung des Postmarktes ist die Deutsche Post zwar immer noch Platzhirsch bei Briefsendungen, aber es gibt mittlerweile auch alternative Anbieter. Bei einigen davon kann ebenfalls ein Nachsendeauftrag gestellt werden. Für Privatpersonen ist das allerdings in den wenigsten Fällen sinnvoll. Denn die Post kann Umzugsinfos auch an alternative Postzusteller weitergeben, sofern der Kunde bei der Erteilung des Nachsendeauftrags bei der Post nicht widersprochen hat.

Link-Tipp

Sie möchten den Nachsendeservice der Deutschen Post nutzen? Hier geht's zum Antrag.

Wie lange und wofür ein Nachsendeauftrag gilt

Wer einen Nachsendeauftrag stellt, kann sich für eine Laufzeit von sechs, zwölf oder 24 Monaten entscheiden. Etwa einen Monat vor Ende der Laufzeit teilt die Post dies mit und räumt die Möglichkeit ein, den Nachsendeauftrag für weitere sechs Monate zu verlängern, allerdings nur im Inland. Der Nachsendeauftrag lässt sich auch vorzeitig stornieren – so ist übrigens auch die Vorgehensweise, wenn jemand innerhalb kurzer Zeit mehrfach umzieht. Es muss dann jeweils der alte Auftrag gestoppt und ein neuer gestellt werden, wofür dann jeweils Kosten anfallen.

Die Post sendet für den vereinbarten Zeitraum dann alle Briefe, Postkarten oder auch Telegramme an die neue Adresse. Nicht nachgesendet werden allerdings Zeitschriften. Wer solche abonniert hat, sollte den jeweiligen Verlagen rechtzeitig die neue Adresse mitteilen.

Nur optional und auf Wunsch des Postkunden werden Päckchen und Pakete nachgesendet. In diesen Fällen fällt pro Sendung allerdings eine zusätzliche Gebühr an und eine Nachsendung ins Ausland ist nicht möglich.

Info

Ausnahmen

Presseerzeugnisse wie Zeitungen und Zeitschriften werden im Rahmen eines Nachsendeauftrags nicht zugestellt. Eine Ausnahme bilden aber sogenannte Streifbandzeitungen. Dabei handelt es sich um Zeitungen und Zeitschriften in adressierten, mit Briefmarke oder Absenderfreistempelung frankierten Hüllen.

Ebenfalls optional, jedoch kostenfrei werden Blindensendungen, also Postsendungen für Blinde und Sehbehinderte sowie Kataloge nachgesendet.

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Päckchen und Pakete werden nur optional nachgesendet – die Post ist damit separat zu beauftragen. Foto: Africa Studio/fotolia.com

Kosten eines Nachsendeauftrags

Die Kosten des Nachsendeauftrags sind je nach Zeitraum gestaffelt: einmalig 19,90 Euro für eine Dauer von sechs Monaten, 24,90 Euro für zwölf Monate und 34,90 Euro für 24 Monate. Für Geschäftskunden gelten höhere Sätze, die – je nach Dauer – von 34,90 Euro bis 69,90 Euro reichen. Werden Päckchen und Pakete nachgesendet, kostet das je Sendung 3,99 Euro extra.

Alternative zum Nachsendeauftrag

Wer nur vorübergehend abwesend ist – etwa wegen einer Weltreise oder eines befristeten berufsbedingten Aufenthalts im Ausland – kann die Post auch alternativ beauftragen, die Sendungen kostenpflichtig einzulagern. Das geht für einen Zeitraum von einem Tag bis zu drei Monaten. Wer allerdings tagesaktuell seine Post erhalten will, sollte besser den E-Postscan-Service der Post nutzen. Die Post scannt dabei alle scanbaren Sendungen – also zum Beispiel Briefe, jedoch keine Kataloge – und sendet diese Scans täglich an die E-Mail-Adresse des Abwesenden. Die physische Post wird zusätzlich gesammelt und – zum Beispiel einmal im Monat –an eine vereinbarte Adresse gesendet. Das kann eine Wohnadresse sein, aber auch eine Packstation.

Link-Tipp

Nach dem Umzug: Ummelden nicht vergessen

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Adressänderung anderen mitteilen

Wer umzieht, sollte nicht nur einen Nachsendeauftrag stellen, sondern vorab auch Adressänderungen wichtigen Geschäftspartnern, Freunden und Verwandten mitteilen. Denn Privatpersonen und kleinere Unternehmen versenden ihre Briefe meist ohne Vorausverfügung, mit der dem Absender automatisch auch die neue Adresse mitgeteilt wird. Nach Ablauf des Nachsendeauftrags kommen solche Sendungen dann nicht mehr an. Oft lässt sich die Info über die Adressänderung auch einfach per E-Mail verschicken, das spart das Briefporto.


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