Nach dem Umzug – ummelden nicht vergessen

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Der Umzug in die neue Wohnung ist geschafft, die Arbeit ist damit aber noch lange nicht vorbei. Denn jetzt muss die Adressänderung noch diversen Behörden, Institutionen und Dienstleistern mitgeteilt werden. Wo man sich nach dem Umzug ummelden muss – ein Überblick.

Wer schon einmal umgezogen ist, der wird wissen, welche Strapazen dabei auf einen zukommen können. Über das Kistenpacken und Umzug organisieren sollten aber gerade die bürokratischen Aufgaben nicht vergessen werden. Denn: Nach dem Umzug muss man sich am neuen Wohnort anmelden. Und auch andere Behörden, Versicherungen und Co. sollten über die neue Adresse informiert werden.

Umzug, ummelden, Behörden, Ummeldung, Foto: S. Engels / fotolia.com
Nach dem Umzug ummelden nicht vergessen. Foto: S. Engels / fotolia.com

Ummelden – das Einwohnermeldeamt informieren

Das Erste und Wichtigste, was nach dem Umzug veranlasst werden sollte, ist die Ummeldung des Wohnsitzes. In Deutschland besteht eine allgemeine Meldepflicht. Daher muss jeder, der den Wohnort wechselt, beim Einwohnermeldeamt vorstellig werden. Dies muss in der Regel innerhalb der Frist von zwei Wochen geschehen, Ausnahmen gibt es kaum. Sollte diese Frist um ein paar Tage versäumt werden, sind die Behörden meist kulant, bei längerer Fristüberschreitung kann das Einwohnermeldeamt Ordnungsgelder von bis zu 500 Euro verhängen.

Normalerweise muss eine Ummeldung persönlich erfolgen. Nur in einigen Städten oder Bundesländern, hierzu zählen zum Beispiel Köln und Bayern, ist eine postalische Voranmeldung  möglich. Wer umzieht kann dort die Anmeldeformulare mitsamt Ausweiskopien per Post zur Meldebehörde schicken. Der Gang ins Rathaus bleibt einem aber trotzdem nicht erspart: Denn schließlich muss die neue Adresse im Personalausweis eingetragen werden, sonst ist dieser ungültig.

Wer nach dem Umzug wirklich keine Zeit hat, selbst zur Meldebehörde zu gehen, kann sich vertreten lassen. Der Vertreter muss eine schriftliche und unterzeichnete Vollmacht vorlegen. In einigen Bundesländern muss diese Vollmacht sogar beglaubigt sein.

Achtung: Seit 1. November 2015 müssen Mieter, die ihren Wohnort ummelden möchten, zusätzlich eine schriftliche Bescheinigung ihres Wohnungsgebers bei der Meldebehörde abgeben. Der Wohnungsgeber kann der Vermieter, aber auch eine Verwaltungsgesellschaft oder ein Verwandter, bei dem man kostenlos wohnt, sein.

Um die Bescheinigung abzugeben haben Mieter nach dem Umzug zwei Wochen Zeit. Die Bescheinigung kann schriftlich oder elektronisch ausgestellt werden und muss folgendes enthalten:

  • Name und Anschrift des Vermieters
  • Einzugsdatum
  • Anschrift der Wohnung
  • Namen der meldepflichtigen Personen

Übrigens: Die Einwohnermeldeämter informieren automatisch die Kirchengemeinden über den Umzug. Hier muss also keine gesonderte Ummeldung erfolgen.

Info

Ummeldung beim Einwohnermeldeamt – diese Unterlagen sind notwendig

  • Persönliche Ummeldung: Es müssen alle vorhandenen Reisepässe und Personalausweise zur Adressänderung mitgebracht werden.
  • Ummeldung durch Stellvertreter: Der Stellvertreter benötigt eine schriftliche Vollmacht sowie einen Personalausweis bzw. Reisepass. In einigen Regionen muss die Vollmacht beglaubigt sein.

Behörden – besser zeitnah informieren

Neben der Ummeldung beim Einwohnermeldeamt gibt es noch einige weitere Institutionen und Behörden, denen die neue Adresse zeitnah mitgeteilt werden sollte:

Auto ummelden:

Wer ein Kraftfahrzeug besitzt, muss sich um die Ummeldung beziehungsweise die Aktualisierung von Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief kümmern. Bei einem Umzug innerhalb des Ortes reicht es, die Kfz-Haftpflichtversicherung über den Umzug zu informieren und bei der Kfz-Zulassungsstelle die neue Adresse in Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief eintragen zu lassen. Wer in eine andere Stadt zieht, benötigt für die Ummeldung des Fahrzeugs bei der Kfz-Zulassungsstelle zusätzlich eine Versicherungsbestätigungskarte von der Kfz-Haftpflichtversicherung.

Seit 1. Januar 2015 sparen sich Auto- und Motorradfahrer aber zumindest die Kosten für ein neues Nummernschild – seitdem ist  es nämlich bundesweit möglich, bei einem Umzug das bisherige Kennzeichen zu behalten.

Arbeitsamt, Familienkasse und Bafög-Amt:

Hier empfiehlt es sich, frühzeitig die neue Adresse mitzuteilen. Denn die Bearbeitung kann durchaus Zeit in Anspruch nehmen und die Auszahlung der Gelder sich dann verzögern.

Finanzamt:

Beim Finanzamt kommt es darauf an, ob nach dem Umzug das gleiche Finanzamt zuständig ist oder ein Wechsel erfolgt. Erfolgt kein Wechsel, kann bei der nächsten Steuererklärung die neue Adresse mitgeteilt werden. Wird ein neues Finanzamt zuständig, ist es ratsam dem neuen Finanzamt unter Nennung der Steuernummer die neue Anschrift mitzuteilen, um eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen den Finanzämtern zu ermöglichen.

Hundesteuer:

Hundebesitzer müssen ihren Hund ummelden und beachten, dass die Hundesteuer in unterschiedlichen Gemeinden unterschiedlich bemessen wird.

GEZ:

Die GEZ sollte in jedem Fall, also auch bei Zahlung per Lastschriftverfahren, informiert werden. Anmeldungen und Änderungen können bei der GEZ auch online vorgenommen werden. 

Post:

Damit nach dem Umzug die Post im neuen Zuhause ankommt, ist die Einrichtung eines Nachsendeantrags sinnvoll. Dies ist über die Post mit einem Vorlauf von rund fünf Tagen problemlos möglich. Ein Nachsendeantrag kann in der Filiale aber auch im Internet beauftragt werden. 

Telefon, Internet und Kabelanschluss:

Hier sollte vor dem Umzug abgeklärt werden, welche Anbieter bei dem Umzug mitgenommen werden sollen und wo ein Anbieterwechsel sinnvoll ist. Wichtig ist hier, die möglichen Kündigungsfristen oder Vorlaufzeiten der Anbieter zu beachten. Informationen gibt es bei den jeweiligen Servicestellen.

Link-Tipp

Lesen Sie hier, wie Sie Internet und Telefon richtig ummelden.

Strom, Gas und Wasser:

Nicht vergessen werden sollte, sich bei den Versorgungsanbietern umzumelden – sofern das nicht der Vermieter übernimmt. Für die Ummeldung beim Energieversorger muss zunächst der Anschluss abgemeldet und der aktuelle Zählerstand abgelesen werden.

Schulen und Kindergärten:

Wer Kinder hat, denen durch den Umzug ein Schul- oder Kindergartenwechsel bevorsteht, sollte vor dem Umzug mit dem Jugendamt, Schulamt oder sonstigem Träger der Einrichtung Kontakt aufnehmen. Wichtig zu beachten ist hier zudem, dass die Schulferien von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich liegen können.

Adressänderung – wer muss es wissen?

Auch diese Stellen sollten unbedingt über die neue Adresse informiert werden:

  • Versicherungen
  • Banken und Bausparkassen
  • Krankenkasse
  • Arbeitgeber
  • Bücherei
  • Abos
  • Vereine und Verbände, bei denen Mitgliedschaften bestehen
  • Unternehmen, bei denen Kredit- und Kundendaten gehalten werden
  • Online-Shops, bei denen ein Kundenkonto besteht
  • Freunde und Verwandte

Umzugswillige müssen an viele Fristen denken. Es lohnt sich daher, eine To-do-Liste anzufertigen, damit keine Behörde und kein Dienstleister vergessen wird.


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3 Kommentare

Michael am 01.02.2017 19:12

Rechtswirksame,

Vorlagen zum ausfüllen und ausdrucken

hätte ich erwartet

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Petra_E am 01.02.2017 18:34

Was noch fehlt: Auch die Rentenversicherungsanstalt muss informiert werden

auf Kommentar antworten

Marion am 22.02.2017 07:27

Da ist es sehr kurios. Ich bin schon öfter umgezogen. Die Rentenversicherung ziehen sich die aktuellste Adresse auch so , woher auch immer

asd am 06.05.2016 18:11

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