Nach dem Umzug – ummelden nicht vergessen

Download

Lesermeinungen:  

(17)

Der Umzug in die neue Wohnung ist geschafft, die Arbeit ist damit aber noch lange nicht vorbei. Denn jetzt muss die Adressänderung noch diversen Behörden, Institutionen und Dienstleistern mitgeteilt werden. Wo man sich nach dem Umzug ummelden muss – ein Überblick.

Wer schon einmal umgezogen ist, der wird wissen, welche Strapazen dabei auf einen zukommen können. Über das Kistenpacken und Umzug organisieren sollten aber gerade die bürokratischen Aufgaben nicht vergessen werden. Denn: Nach dem Umzug muss man sich am neuen Wohnort anmelden. Und auch andere Behörden, Versicherungen und Co. sollten über die neue Adresse informiert werden.

Umzug, ummelden, Behörden, Ummeldung, Foto: S. Engels / fotolia.com
Nach dem Umzug ummelden nicht vergessen, sonst kann es teuer werden. Foto: S. Engels / fotolia.com

Ummelden – das Einwohnermeldeamt informieren

Das Erste und Wichtigste, was nach dem Umzug veranlasst werden muss, ist die Ummeldung des Wohnsitzes. In Deutschland besteht eine allgemeine Meldepflicht des Wohnortes. Dieser muss dem zuständigen Einwohnermeldeamt nach einem Umzug in der Regel innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen mitgeteilt werden, Ausnahmen gibt es kaum. Sollte diese Frist um ein paar Tage versäumt werden, sind die Behörden meist kulant, bei längerer Fristüberschreitung kann das Einwohnermeldeamt Ordnungsgelder von bis zu 500 Euro verhängen.

Normalerweise muss eine Ummeldung persönlich erfolgen. Nur in einigen Städten oder Bundesländern, hierzu zählen zum Beispiel Köln und Bayern, ist eine postalische Voranmeldung  möglich. Wer umzieht kann dort die Anmeldeformulare mitsamt Ausweiskopien per Post zur Meldebehörde schicken. Der Gang ins Rathaus bleibt einem aber trotzdem nicht erspart: Denn schließlich muss die neue Adresse im Personalausweis eingetragen werden, sonst ist dieser ungültig.

Wer nach dem Umzug wirklich keine Zeit hat, selbst zur Meldebehörde zu gehen, kann sich vertreten lassen. Der Vertreter muss eine schriftliche und unterzeichnete Vollmacht vorlegen. In einigen Bundesländern muss diese Vollmacht sogar beglaubigt sein.

Achtung: Seit 1. November 2015 müssen Mieter, die ihren Wohnort ummelden möchten, zusätzlich eine schriftliche Bescheinigung ihres Wohnungsgebers bei der Meldebehörde abgeben. Der Wohnungsgeber kann der Vermieter, aber auch eine Verwaltungsgesellschaft oder ein Verwandter, bei dem man kostenlos wohnt, sein.

Um die Bescheinigung abzugeben haben Mieter nach dem Umzug zwei Wochen Zeit. Die Bescheinigung kann schriftlich oder elektronisch ausgestellt werden und muss folgendes enthalten:

  • Name und Anschrift des Vermieters
  • Einzugsdatum
  • Anschrift der Wohnung
  • Namen der meldepflichtigen Personen

Übrigens: Die Einwohnermeldeämter informieren automatisch die Kirchengemeinden über den Umzug. Hier muss also keine gesonderte Ummeldung erfolgen.

Info

Ummeldung beim Einwohnermeldeamt – diese Unterlagen sind notwendig

  • Bei persönlicher Ummeldung: Es müssen alle vorhandenen Reisepässe und Personalausweise zur Adressänderung mitgebracht werden.
  • Bei Ummeldung durch Stellvertreter: der Stellvertreter benötigt eine schriftliche Vollmacht und seinen Personalausweis. Außerdem muss er den Personalausweis der umzumeldenden Person mitbringen. In Bayern und Hessen muss die Vollmacht beglaubigt sein.

Behörden – besser zeitnah informieren

Neben der Ummeldung beim Einwohnermeldeamt gibt es noch einige weitere Institutionen und Behörden, denen die neue Adresse zeitnah mitgeteilt werden sollte:

Auto ummelden:

Auto, Kraftfahrzeug, Fahrzeugpapiere, Foto: Kittiphan / fotolia.com
Bei einem Umzug muss man die Kfz-Haftpflichtversicherung informieren und die neue Wohnadresse in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen. Foto: Kittiphan / fotolia.com

Wer ein Kraftfahrzeug besitzt, muss sich um die Ummeldung beziehungsweise die Aktualisierung von Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief kümmern. Bei einem Umzug innerhalb des Ortes reicht es, die Kfz-Haftpflichtversicherung über den Umzug zu informieren und bei der Kfz-Zulassungsstelle die neue Adresse in Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief eintragen zu lassen. Wer in eine andere Stadt zieht, benötigt für die Ummeldung des Fahrzeugs bei der Kfz-Zulassungsstelle zusätzlich eine Versicherungsbestätigungskarte von der Kfz-Haftpflichtversicherung.

Seit 1. Januar 2015 sparen sich Auto- und Motorradfahrer aber zumindest die Kosten für ein neues Nummernschild – seitdem ist  es nämlich bundesweit möglich, bei einem Umzug das bisherige Kennzeichen zu behalten.

Versicherungen, Arbeitsamt, Familienkasse und Bafög-Amt:

Hier empfiehlt es sich, noch vor dem Umzug die neue Adresse mitzuteilen, denn die Bearbeitung kann durchaus Zeit in Anspruch nehmen, um die sich die Auszahlung der Gelder dann verzögert. Aber auch Arbeitslose, die gar keine Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit beziehen, sollten ihren Umzug so früh wie möglich ankündigen, damit es bezüglich ihrer Rentenversicherung zu keinen Problemen oder Missverständnissen kommt. Das Arbeitsamt empfiehlt hier selbst eine Meldefrist von einer Woche vor dem Umzug. Wird das Arbeitsamt jedoch nicht rechtzeitig informiert, hat man vom Umzugstag bis zur Meldung des Umzugs keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und ist dementsprechend auch unter Umständen nicht krankenversichert. Wer dem BAföG-Amt seine aktuelle Adresse nicht rechtzeitig mitteilt, kann sogar zur Kasse gebeten werden: Muss nämlich das Amt die Adresse ermitteln lassen, muss der Leistungsempfänger dafür die Kosten tragen.

Besonders dann, wenn sich der Versicherungsschutz in irgendeiner Form auf den Wohnort bezieht, muss die Versicherung zwingend vor dem Umzugstermin über den Adresswechsel informiert werden, ansonsten kann es passieren, dass der Versicherungsschutz nicht mehr gewährleistet ist. Das ist beispielsweise bei einer Hausratsversicherung der Fall.

Finanzamt:

Beim Finanzamt kommt es darauf an, ob nach dem Umzug das gleiche Finanzamt zuständig ist oder ein Wechsel erfolgt. Erfolgt kein Wechsel, kann bei der nächsten Steuererklärung die neue Adresse mitgeteilt werden. Wird ein neues Finanzamt zuständig, ist es ratsam dem neuen Finanzamt unter Nennung der Steuernummer die neue Anschrift mitzuteilen, um eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen den Finanzämtern zu ermöglichen.

Hundesteuer:

Haustiere, Hunde, Hundesteuer, Foto: iStock / brunorbs
Die Hundesteuer kann von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich hoch ausfallen. Foto: iStock / brunorbs

Wer bei seinem Umzug die Gemeinde wechselt, muss seinen Hund in der alten Gemeinde ab- und in der neuen Gemeinde anmelden. In den meisten Fällen ist dabei das Finanzamt der richtige Ansprechpartner, manchmal auch das Einwohnermeldeamt. Dabei kann sich der fällige Steuerbetrag verändern, da die anfallende Steuer in unterschiedlichen Gemeinden auch unterschiedlich bemessen wird. Ändert sich beim Umzug jedoch nur die Straße, nicht die Gemeinde, reicht es aus, den Hund umzumelden, indem der zuständigen Behörde lediglich die neue Adresse mitgeteilt wird.

Übrigens: Steht ein Umzug für die eigenen Vierbeiner an, sollte nicht vergessen werden, auch die bei Tasso hinterlegte Adresse zu aktualisieren, sofern die Haustiere gechipt sind. Andernfalls werden die Besitzer möglicherweise nicht mehr gefunden.

Rundfunkbeitrag (GEZ):

Rundfunkbeitrag, Fernseher, GEZ, Foto: migfoto / fotolia.com
Pro Haushalt wird einmal vierteljährlich der Rundfunkbeitrag fällig – unabhängig davon, ob man überhaupt ein Rundfunkgerät wie Radio oder Fernseher besitzt. Foto: migfoto / fotolia.com

Früher unter dem Namen GEZ-Gebühr bekannt, seit 1. Januar 2013 ist es der Rundfunkbeitrag: Pro Haushalt wird er einmal pro Monat fällig, unabhängig davon, wie viele Personen dort wohnen und ob überhaupt ein Rundfunkgerät vorhanden ist. Wer in seiner vorherigen Wohnung bereits einen Rundfunkbeitrag gezahlt hat, muss sich bei einem Umzug lediglich ummelden. Wurde bisher noch gar kein Rundfunkbeitrag entrichtet, da man beispielsweise aus dem Haus der Eltern in die erste eigene Wohnung zieht, muss man sich neu anmelden, sofern in der neuen Wohnung vom Partner oder Mitbewohner noch kein Rundfunkbeitrag bezahlt wird. Eine An- oder Ummeldung geht schnell und einfach über ein entsprechendes Online-Formular auf www.rundfunkbeitrag.de.

Post-Nachsendeauftrag:

Damit nach dem Umzug die Post im neuen Zuhause ankommt, ist die Einrichtung eines Nachsendeantrags sinnvoll. Dies ist über die Post mit einem Vorlauf von mindestens fünf Tagen problemlos möglich. Der Nachsendeservice kann über einen Zeitraum von 6, 12 oder 24 Monaten in einer PostfFiliale oder im Online-Shop beauftragt werden.

Telefon, Internet und Kabelanschluss:

Telefon, Internet, Foto: Alextype / fotolia.com
Damit die Leitung nach dem Einzug nicht tot bleibt, sollte man sich schon einige Wochen im Voraus um die Ummeldung kümmern. Foto: Alextype / fotolia.com

Damit nach dem Umzug die Leitung nicht tot ist, sollte man rechtzeitig vor dem Umzug überlegen, welche Anbieter beim Umzug mitgenommen werden sollen und wo ein Anbieterwechsel sinnvoll ist. Wichtig ist dabei, die möglichen Kündigungsfristen oder Vorlaufzeiten der Anbieter zu beachten, idealerweise kümmert man sich spätestens vier Wochen vor dem Umzug um eine Ummeldung. Informationen gibt es bei den jeweiligen Servicestellen.

Link-Tipp

Lesen Sie hier, wie Sie Internet und Telefon richtig ummelden.

Strom, Gas und Wasser:

Lampe, Strom, Glühbirne, Foto: faceline / unsplash
Wer seinen Strom nicht rechtzeitig im neuen Zuhause anmeldet, sitzt zwar nicht im Dunkeln, zahlt aber beim örtlichen Grundversorger womöglich einen deutlich höheren Preis als bei anderen Anbietern. Foto: faceline / unsplash

Strom, Gas und Wasser sollten – sofern das nicht der Vermieter übernimmt – unbedingt rechtzeitig gekündigt werden, damit man nicht nach dem Auszug für den Verbrauch der Nachmieter bezahlt. Die Kündigungsfristen können dabei je nach Anbieter zwischen zwei Wochen und drei Monaten liegen. Da sich ein Wechsel von einem zum anderen Anbieter aber auch etwas in die Länge ziehen kann, sollte selbst bei sehr kurzen Kündigungsfristen die Suche nach einem neuen Anbieter rund acht Wochen im Voraus beginnen.

Wer mit seinem bisherigen Anbieter zufrieden ist und keinen Anbieterwechsel plant, kann seine Energieversorgung unkompliziert und schnell ummelden. Dafür muss er seinem Anbieter lediglich die neue Adresse und den Umzugstermin nennen.

Schulen und Kindergärten:

Ist durch den Umzug ein Schulwechsel unvermeidlich, ist es sinnvoll sich frühzeitig mit dem Schulamt und der gewünschten, zukünftigen Schule in Verbindung zu setzen, um die jeweiligen Aufnahmekriterien zu erfahren –schließlich muss nicht jede Schule jeden Schüler nehmen. Steht dem Schulwechsel prinzipiell nichts mehr im Weg, muss ein schriftlicher Antrag beim zuständigen Schulamt erfolgen. Sobald von der neuen Schule eine Zusage vorliegt, kann das Kind an seiner alten Schule abgemeldet werden.

Für Eltern mit Kleinkindern gilt: Kindergärten sind vielerorts begehrte Mangelware. Auch wenn es eine gesetzliche Garantie auf einen Kindergartenplatz gibt, sollte man sich doch so früh wie möglich nach einer passenden Einrichtung umsehen, in der man sich auch wohlfühlt. Achtung: Auch für Kindergartenplätze gibt es Kündigungsfristen zu beachten.

Umzugswillige müssen an viele Fristen denken. Damit keine Behörde und kein wichtiger Dienstleister vergessen wird, lohnt es sich, alle erledigten To-Do‘s auf einer Liste abzuhaken.


Ihre Meinung zählt

(17)
4.6 von 5 Sternen
5 Sterne
 
12
4 Sterne
 
4
3 Sterne
 
1
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Umzug

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben

7 Kommentare

Tweedy am 21.06.2018 19:27

Was passiert, wenn jemand von " amtswegen " abgemeldet wurde.

Wie kann man die neue Adresse erfahren.

Das Einwohnermeldeamt hat keine neue Adresse.

Derjenige ist einfach abgetaucht.

Hat er sich strafbar gemacht?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 22.06.2018 08:43

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

die neue Adresse können Sie in diesem Fall unter Umständen überhaupt nicht erfahren. Sich nicht anzumelden ist keine Straftat, wohl aber eine Ordnungswidrigkeit.

Mit freundlichen Grüßen

die... mehr

mafass am 29.12.2017 08:52

Hallo , wie ist es mit der Rentenversicherung,muss ich mich da auch ummelden?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 29.12.2017 10:33

Hallo mafass,

vielen Dank für deinen Kommentar. Arbeitnehmer oder arbeitslose Leistungsempfänger müssen sich bei der Rentenversicherung in der Regel nicht ummelden, da der Arbeitgeber beziehungsweise die zuständige Agentur für Arbeit... mehr

Nicole am 08.12.2017 19:08

Ich würde in die Liste "Adressänderung – wer muss es wissen?" noch mit aufnehmen: "Mobilfunkvertrag" und bei dem Unterpunkt "Banken und Bausparkassen" noch "Kreditkartenunternehmen"

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 11.12.2017 09:15

Hallo Nicole und vielen Dank für Ihre Anregungen,

wir haben den entsprechenden Absatz ergänzt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

4 weitere Kommentare laden