Erste eigene Wohnung: Checkliste für Erstmieter

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Raus aus Hotel Mama, rein in die erste eigene Wohnung: Klingt gut, bedeutet aber einiges an Aufwand und Kosten. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Weg in die eigenen vier Wände.

Erste eigene Wohnung, junge Frau sitzt zwischen Umzugskartons  mit Laptop am Boden und lächelt, Foto: JenkoAtaman / stock.adobe.com
Bei der ersten eigenen Wohnung gibt es viele Dinge zu beachten, an die Erstmieter vorher vielleicht nicht dachten. Foto: JenkoAtaman / stock.adobe.com

„Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst…“ – Wer in die erste eigene Wohnung zieht, muss sich diesen Spruch nicht länger anhören. Doch auf dem Weg dahin müssen angehende Mieter einige Hürden überwinden.

Die erste eigene Wohnung: Suchen und Finden

Vier eigene Wände machen noch lange kein Zuhause. Damit sich angehende Mieter aber in der ersten eigenen Wohnung auf Dauer wohl fühlen, sollten sie sich vor der Suche einige Gedanken darüber machen, was ihnen beim Wohnen wichtig ist. Diese Fragen helfen, die Suche gezielter zu gestalten:

1. Wie viel Wohnung kann ich mir leisten?

Ein Kassensturz sollte der erste Schritt sein. Denn so schön Wohnungen in den Anzeigen auch aussehen, wer die Miete nicht zahlen kann, ist am Ende eher deprimiert. Wer in den Suchkriterien aber sein Limit für die Miete eingibt, bekommt auch passende Ergebnisse. Dabei muss bedacht werden: Es geht nicht nur um die Miete, auch Nebenkosten und Lebenshaltungskosten dürfen hierbei nicht vergessen werden.

Um herauszufinden, wie viel Geld zur Verfügung steht, müssen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden. Meist wird die erste eigene Wohnung bezogen, wenn die Ausbildung oder ein Studium ansteht, womit in der Regel nur ein sehr geringes Einkommen verbunden ist. Studierende und Auszubildende haben hier die Möglichkeit ihre finanziellen Mittel vom Staat aufbessern zu lassen – mittels BaföG (Fördergelder laut Bundesausbildungsförderungsgesetz) oder BAB (Berufsausbildungsbeihilfe). Werden die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt, kann unter Umständen Wohngeld beantragt werden.

Übrigens: Wer unter 18 Jahre alt ist, kann in der Regel nur mit Zustimmung der Eltern von zu Hause ausziehen. Denn bis zum 18. Lebensjahr haben die Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht und sind für die Auszugswilligen verantwortlich. Jugendliche mit Auszugsplänen sollten darum erst versuchen, die Eltern bei ihren Plänen mit ins Boot zu holen – zumal ein Alleingang spätestens am Mietvertrag scheitern könnte: Der ist bei Minderjährigen nur gültig, wenn deren Eltern mit unterschreiben.

2. Lieber allein oder in einer WG?

Eine Wohnung allein zu mieten, kann eine große finanzielle Belastung sein. Da ist eine Wohngemeinschaft vielleicht die Lösung. Denn dort wird die Miete für die Gemeinschaftsräume wie Küche, Bad und Wohnzimmer geteilt. Doch nur wer dazu bereit ist auch Kompromisse einzugehen, sollte sich für ein Leben in der WG entscheiden. Wer allein wohnt, muss sich hingegen mit niemandem absprechen.

Info

Viele Wohngemeinschaften veranstalten auf der Suche nach einem Mitbewohner Bewerbungsgespräche. So klappt es mit dem Recall beim WG-Casting. Wer lieber selbst eine WG gründen will, findet hier mehr Informationen zu WG-Mietverträgen.

3. Wie soll die Wohnung sein?

Wohnung ist ja nicht gleich Wohnung. Wer sich auf die Suche nach einer neuen Wohnung begibt, sollte wissen, was er sucht. Lieber urban oder ländlich? Mit Garten oder Balkon? Lieber Dach- oder Erdgeschoss? Muss das Bad über ein Fenster und/oder eine Badewanne verfügen? Auch die Größe, die Anzahl der Zimmer und der Schnitt spielen eine wichtige Rolle. Wer einen Hund oder eine Katze hat oder haben möchte, sollte dies im Vorfeld in die Suche mit einbeziehen. Ebenso sollte geklärt sein, ob ein Stellplatz oder eine Garage nötig ist.

Wohnung gefunden: Vermieter überzeugen

Erste eigene Wohnung, junge Frau bekommt von Mann mit Grundriss in der Hand die Wohnung gezeigt, Foto: iStock.com / Estradaanton
Wenn die Wohnung passt, muss der Mieter noch den Vermieter überzeugen. Foto: iStock.com / Estradaanton

Ist bei der Suche die ein oder andere potenzielle Wohnung dabei, müssen Mietinteressenten sich beim Anbieter – das ist entweder der Vermieter selbst oder ein Verwalter beziehungsweise Makler, der im Auftrag des Vermieters nach Mietern sucht – melden. Der nächste Schritt ist dann in der Regel die Wohnungsbesichtigung. Dabei haben sie die Gelegenheit, alles über die Mietwohnung zu erfahren, was sie interessiert.

Mietinteressenten sollten bei der Besichtigung aufmerksam darauf achten, in welchem Zustand die Wohnung ist – zum Beispiel, ob es Kratzer im Parkett gibt, Türgriffe defekt sind oder es durchs Fenster zieht. Mängel sollten sofort angesprochen und gegebenenfalls später im Wohnungsübergabeprotokoll schriftlich festhalten werden.

Außerdem sollten Mietinteressenten auch darauf achten, ob der Schnitt und Größe der Wohnung zu den eigenen Bedürfnissen passen, und ob Gegebenheiten vorhanden sind, die sie auf Dauer stören könnten – wie das Geräusch vorbeifahrender Fahrzeuge, das laut durch die Wände dringt, oder dass in viele Zimmer nachmittags kaum Sonne hineingelangt. Damit bei den vielen Eindrücken nichts übersehen oder vergessen wird, lohnt es sich oft, eine zweite Person mitzunehmen.

Im Lauf der Wohnungsbesichtigung werden dem Mietinteressenten oft Fragen gestellt. Manche Vermieter lassen zudem eine sogenannte Mieterselbstauskunft ausfüllen. Dazu sind Mietinteressenten nicht verpflichtet. Oftmals verringern sich jedoch die Chancen, wenn darauf verzichtet wird. Es gibt jedoch Fragen, auf die Mieter auch nicht ehrlich antworten müssen – wie zum Beispiel sexuelle Vorlieben oder eine Religionsangehörigkeit.

Link-Tipp

Hier erfahren, wann Mieter in einer Mieterselbstauskunft lügen dürfen und welche Fragen dem Vermieter ehrlich beantwortet werden müssen.

Um ein gutes Bild von sich selbst zu vermitteln und den Vermieter von sich zu überzeugen, werden Bewerbungsmappen insbesondere in Ballungsräumen immer populärer. Jetzt mit immowelt eine Bewerbermappe erstellen.

Mietvertrag und Wohnungsübergabe

Wenn der Vermieter sich für einen Mietinteressenten entschieden hat, darf er noch ein paar weitere Informationen abfragen, wie zum Beispiel zur finanziellen Situation. Neben Gehaltsnachweisen wird hierfür auch oft eine Bonitätsauskunft verlangt. Zwar sind Mietinteressenten nicht verpflichtet, diese Information preiszugeben. In der Praxis erhöht die Vorlage einer solchen Auskunft aber meist die Chance auf eine Zusage des Vermieters. Eine weitere Option, um dem Vermieter Sicherheit zu bieten ist es, wenn die Eltern oder eine Bank bürgen.

Link-Tipp

Weitere Informationen zur Bonitätsauskunft sowie zur Mietbürgschaft.

Sind alle Formalien geklärt und Mietinteressent und Vermieter sich einig, geht es an die Unterzeichnung des Mietvertrages. Die wichtigsten Informationen in Kürze:

Link-Tipp

Schritt für Schritt den Mietvertrag prüfen: So funktioniert's.

Bei der Wohnungsübergabe bekommt der Mieter die Schlüssel für die Wohnung überreicht und sollte zusammen mit dem Vermieter noch einmal Raum für Raum die Wohnung durchgehen. Die Anzahl der Schlüssel, die Zählerstände (Gas, Wasser, Strom) und etwaige Mängel in der Wohnung sollten sie in einem Wohnungsübergabeprotokoll festhalten.

Umzug organisieren

Viele junge Mieter stemmen ihren Umzug aus eigener Kraft: Das schont zwar nicht die Muskeln, und kostet Zeit – dafür spart man aber oft Geld. Mit nur wenigen schweren Möbeln und ein paar hilfsbereiten Freunden kann man so oft einfacher umziehen. Ist der neue Wohnort jedoch weiter entfernt, oder die Wohnung liegt im vierten Stock, können Mieter sich mit einem Umzugsunternehmen viel Aufwand sparen.

Link-Tipp

Tipps für den Umzug: So gelingt die Umzugsplanung, und so finden Sie das richtige Umzugsunternehmen.

Erste eigene Wohnung: Ersteinrichtung planen

Erste eigene Wohnung, junger Mann sitzt mit dem Handy in der Hand auf kleinem Sofa zwischen Umzugskartons, Foto: Pixel-Shot / stock.adobe.com
Wer in die erste eigene Wohnung zieht, braucht eine erste Grundausstattung. Foto: Pixel-Shot / stock.adobe.com

Mikrowelle, Dosenöffner, Handtücher: Oft merkt man erst in der neuen Wohnung, dass etwas fehlt – nämlich gerade dann, wenn man es braucht. Daher lohnt es sich, vor dem Einzug eine Bestandsaufnahme zu machen. Wer mit seinem Partner zusammen zieht oder in eine Wohngemeinschaft, sollte mit seinen künftigen Mitbewohnern absprechen, wer was mitbringt und was noch fehlt.

Ein Herd und ein Kühlschrank machen noch lange keine Küche. Wer richtig kochen und backen will, braucht neben Töpfen und Pfannen viele weitere Küchenutensilien. Sollen auch Gäste mitessen, sollte ausreichend Geschirr für alle vorhanden sein. Geschirrsets werden daher in der Regel für vier oder sechs Personen angeboten.

Auch in anderen Räumen ist eine gewisse Grundausstattung ratsam. Was tatsächlich gebraucht wird, ist aber sehr individuell.

Etwas, was in einem gut sortierten Haushalt auf keinen Fall fehlen sollte, ist eine Grundausstattung Werkzeug. Um sich hier im Baumarkt nicht zu verzetteln, lohnt es sich oftmals, bereits gepackte Werkzeugkoffer zu kaufen. Doch Achtung! Genau hinschauen, was darin enthalten ist, damit am Ende nicht viel zu viel gezahlt wird.

Behörden und Versicherungen

Ist die erste eigene Wohnung bezogen, müssen noch einige wichtige Dinge erledigt werden. Einer der ersten Schritte sollte sein, sich mit der neuen Adresse beim Einwohnermeldeamt anzumelden. Das muss innerhalb von 14 Tagen nach Einzug passieren, ansonsten kann ein Bußgeld drohen. Für die Ummeldung braucht der Mieter eine Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters. Insbesondere Studenten oder Auszubildende wollen gern den Hauptwohnsitz erst einmal bei den Eltern belassen. Eine Anmeldung mit der neuen Adresse ist dennoch notwendig – in diesem Fall als Zweitwohnsitz. Je nach Kommune muss dann auch eine Zweitwohnsitzsteuer gezahlt werden.

Wer in seine erste eigene Wohnung zieht, muss sich gezwungener Maßen auch mit dem Thema Versicherungen beschäftigen. Folgende Versicherungen sollten nach dem Einzug abgeschlossen werden:

  • Private Haftpflicht: Eine private Haftpflichtversicherung deckt alle Schäden ab, die anderen zugefügt werden. Beispielsweise auch Schäden, die beim Umzug passieren, wie ein Kratzer an der Wand im Treppenhaus. Wer noch bei seinen Eltern wohnt, ist über sie mitversichert. Nach dem Auszug muss sich jeder selbst versichern. Ausnahmen können hierbei Auszubildende und Studierende in der Erstausbildung sein. Da kann die Versicherung der Eltern auch bei getrennten Wohnsitzen bestehen bleiben. Das sollte beim Anbieter in Erfahrung gebracht werden.
  • Hausratsversicherung: Die Hausratsversicherung deckt alle Schäden von „beweglichen“ Gegenständen in der Wohnung – also Möbel, Elektrogeräte, Kleidung und auch Bargeld – ab, die durch äußere Einwirkung wie Sturm, Feuer oder auch Blitzeinschlag verursacht werden. In der Regel kann hierbei noch optional eine Glasversicherung abgeschlossen werden. Das kann sinnvoll sein, wenn es beispielsweise einen Herd mit Ceranfeld in der Wohnung gibt.

Umzug von der Steuer absetzen: Dann ist es möglich

Ein Umzug aus beruflichen Gründen kann von der Steuer abgesetzt werden. Das betrifft folgende Kosten:

  • doppelte Mietzahlung von bis zu einem halben Jahr
  • Transportkosten
  • Reparaturen von Transportschäden
  • Reisekosten für Wohnungssuche
  • Fahrtkosten am Umzugstag

Wer nicht für den Beruf umzieht, geht aber nicht völlig leer aus: Wurden für bestimmte Arbeiten Handwerker engagiert, können die reinen Arbeitszeitkosten davon geltend gemacht werden.

08.04.2021


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6 Kommentare

Philipp am 26.05.2021 15:26

"Mikrowelle, Dosenöffner, Handtücher: Oft merkt man erst in der neuen Wohnung, dass etwas fehlt"

Passender Satz, wenn die darunter verlinkte Checkliste auch keinen Dosenöffner aufführt. ^^

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 27.05.2021 08:51

Hallo Philipp,

vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Dosenöffner auf unserer Checkliste ergänzt.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Mini1994 am 11.05.2021 16:20

Ich finde es immer Interessant, dass einem im Abschlussjahr der Schulzeit nichts über sowas beigebracht wird.

Ich wäre damals sehr froh über Informationen gewesen. Anbietervergleich, Kosten Umzug, Renovierung, Anschaffungen und laufende Kosten wie GEZ, Strom usw....

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asdasdsad am 13.05.2021 16:03

Kommentar gelöscht, bitte bleiben Sie sachlich! [Anm. der Redaktion]


Mini1994 am 13.05.2021 17:46

Was stimmt mit dir nicht?

Sonnenblumme am 23.07.2020 21:32

Meine Tochter hat zu hohe Ansprüche.

Die Wohnung muss einen TV Anschluss haben und ihr mobiles Wlan (LTE) muss funktionieren. Rest ist egal, ob Balkon, EBK, gute Lage sind nicht wichtig.

Wir haben schon überlegt, sie ins Kloster zu stecken, damit sie wieder normal wird.

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Shorty123 am 22.01.2021 08:53

Und nur weil das damals anders war, darf Ihre Tochter keine Ansprüche haben? Wow..

Können alte Leute mal aufhören sich über die jüngere Generation zu beschweren, wenn sie es ganz genau so gemacht hätten.


katzeimtaucheranzug am 09.12.2020 11:53

DAS sind für sie hohe ansprüche? es wären doch hohe ansprüche, wenn die wohnung unbedingt ein balkon haben müsste etc.?


Sonnenblumme am 23.07.2020 21:49

Natürlich müssen auch private Sender dabei sein, wie Sat 1, Prosieben Group. (Kein Pay TV) was haben wir bloß falsch gemacht? Früher gabs auch nur 2-3 Sender.

Samuel am 27.05.2020 18:54

Wohnung in 76646 Bruchsal

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Acondo am 05.06.2019 11:38

Es gibt auch ein Umzugsfeature bei Banken, Nachsendeauftrag bei der Post oder Apps, die dich beim wechseln von Strom, Gas oder Telefonanschluss unterstützen. [Kommentar gekürzt, Anm. d. Red.]

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Hans Peter am 29.06.2018 13:39

Ich denke das schwerste an der Wohnungssuche ist es erst einmal einen Termin zur Wohnungsbesichtigung zu erhalten. Ich habe beruflich mit der Wohnungsvermietung zu tun und kann sagen, dass ca 80 % schon grobe Fehler bei der Kontaktaufnahme machen. [Kommentar gekürzt, Anm. d. Red.]

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Sabinegerlach am 01.07.2018 12:51

Hallo Hans-Peter, vielleicht schreiben Sie uns eine Tipp -Liste zu diesem Thema. Das wäre sehr hilfreich????