Zugang gewährt: So viele Wohnungsschlüssel bekommt ein Mieter

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Bei der Wohnungsübergabe händigt der Vermieter dem Mieter die Eintrittskarte für das neue Zuhause aus: Die Wohnungsschlüssel. Häufig wissen Mieter gar nicht, wie viele ihnen zustehen und ob sie noch weitere verlangen können.

Wohnungsschlüssel, Mieter, Schlüssel, Schloss, Foto: blackday/fotolia.com
Beim Einzug bekommt der Mieter sämtliche Wohnungsschlüssel vom Vermieter. Gleichzeitig geht das Hausrecht auf ihn über. Foto: blackday/fotolia.com

In der heißen Umzugsphase ist der Kopf voll mit allem, was noch erledigt werden muss. Dennoch sollten Mieter bei der Schlüsselübergabe besonders aufmerksam sein und prüfen, wie viele Wohnungsschlüssel der Vermieter ihnen aushändigt.

Pro Bewohner mindestens ein Wohnungsschlüssel

In der Regel gilt: Der Mieter bekommt so viele Wohnungsschlüssel, wie Personen in der Wohnung leben (LG Berlin, Az. 61 T 32/85). „Und zwar für alle Türen, die er öffnen muss, um in seine Wohnung zu gelangen“, ergänzt Jürgen Becher, Geschäftsführer des Mietervereins Köln. Einer Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern stehen also mindestens vier Wohnungsschlüssel zu. Sperrt der Wohnungsschlüssel nicht gleichzeitig die Haustür auf, benötigt der Mieter noch vier zusätzliche Schlüssel für diese Tür. Wer alleine mietet, hat Anspruch auf zwei Schlüssel. Er muss die Möglichkeit haben, einen Notfallschlüssel bei einer Vertrauensperson zu hinterlegen. Klauseln im Mietvertrag, die das Gegenteil behaupten, sind nicht zulässig (AG Schöneberg, Az. 103 C 406/90).

Wer alleine wohnt, darf zwei Schlüssel vom Vermieter verlangen.
Einem Paar stehen trotzdem nur zwei Schlüssel zu.
Eine Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern bekommt vier Schlüssel vom Vermieter.

Schlüsselbesitz: Alle Schlüssel gehören dem Mieter

Der Mieter bekommt beim Einzug sämtliche vorhandenen Schlüssel vom Vermieter. Dazu zählen laut Deutschem Mieterbund nicht nur Haus- und Wohnungsschlüssel, sondern auch Schlüssel für Keller, Briefkasten, Garage und Co. Hier hat der Mieter aber keinen Anspruch auf mehrere Schlüssel. „Wer in den Keller oder an den Briefkasten muss, kann sich den Schlüssel aus der Wohnung holen“, so Becher.

Schlüsselfrage: Wie sieht es aus mit zusätzlichen Wohnungsschlüsseln?

Einen für den Nachbarn zum Katze füttern, einen für die Putzfrau: Häufig benötigen Mieter noch mehr Schlüssel als sie beim Einzug bekommen haben. Das ist kein Problem: „Mieter dürfen jederzeit weitere Wohnungsschlüssel vom Vermieter verlangen“, sagt der Mietrechtsexperte. „Sie müssen aber einen plausiblen Grund nennen.“ Zimperlich ist der Gesetzgeber hier nicht, mehrere Amtsgerichte bejahten Zusatzschlüssel für Pflegepersonal, Putzfrau oder Tagesmutter. Sogar dem Postboten darf der Mieter einen Hausschlüssel geben, wenn die Briefkästen im Haus hängen, entschied das Amtsgericht Mainz (Az. 80 C 96/07). Ein Mieter hat grundsätzlich Anspruch darauf, seine Post und die Tageszeitung zeitnah zu erhalten, so begründete der zuständige Richter sein Urteil.

Mieter dürfen Wohnungsschlüssel nachmachen lassen

Die Frage, ob Mieter Wohnungsschlüssel ohne Erlaubnis des Vermieters selber nachmachen lassen dürfen, beantworteten deutsche Gerichte in der Vergangenheit unterschiedlich. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte den Vermieter darüber informieren, rät der Mieterverein zu Hamburg. Mittlerweile haben viele Häuser eine Schließanlage. Wer hierfür einen Schlüssel nachmachen lassen will, der braucht einen Berechtigungsschein – und den hat der Vermieter. Auch hier gibt der Hamburger Mieterverein grünes Licht. Hat der Mieter einen nachvollziehbaren Grund, muss der Vermieter diesen Schein aushändigen.

Schlüsselgeld: Wer zahlt was?

Für den ersten Schwung muss der Vermieter aufkommen. Braucht der Mieter mehr Wohnungsschlüssel, als ihm zustehen, muss er diese selbst bezahlen, bestätigt Becher. „Er kann sich aber die Kosten beim Auszug ersetzen lassen, wenn der Vermieter dazu bereit ist.“ Ist das nicht der Fall, kann der Mieter die selbst bezahlten Schlüssel vor Zeugen unbrauchbar machen.

Zwischen 10 und 20 Euro verlangen Schlüsseldienste für einen normalen Wohnungsschlüssel. Tiefer in die Tasche greifen müssen Mieter für spezielle Sicherheitsschlüssel. Bis zu 100 Euro kosten solche komplizierten Schlüssel.

Schlüsselschloss: Darf ein Mieter das Schloss austauschen?

Ja. Mit Abschluss des Mietvertrags erhält der Mieter gemäß § 535 BGB das Recht zum Gebrauch der Mietsache. Das bedeutet auch, dass er das Schloss zu seiner Wohnung austauschen darf.

Praxis-Tipp

Das alte Schloss sollten Mieter gut aufbewahren. Beim Auszug müssen sie die Wohnung wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzen. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet.

In den meisten Fällen will ein Mieter den Schließzylinder wechseln, weil er nicht alle Wohnungsschlüssel vom Vermieter bekommen hat. Wenn der Vermieter ohne Erlaubnis einen Schlüssel „für alle Fälle“ behält, darf der Mieter ihm die Kosten für ein neues Schloss in Rechnung stellen. Eine Reihe von Richtern urteilte in so einem Fall zugunsten der Mieter (AG Köln, Az. 217 C 483/93). Wünscht sich der Mieter aus anderen Gründen ein neues Schloss, muss er dieses selbst bezahlen.

Schlüsselverlust: Verlegt, verloren, geklaut – und jetzt?

Egal ob der Schlüssel im Schloss abgebrochen ist oder ein Dieb sich die Handtasche samt Schlüsselbund geschnappt hat: Der Mieter muss seinen Vermieter immer informieren, wenn ein Wohnungsschlüssel fehlt. Dann kann der Vermieter entscheiden, ob er das Schloss auswechseln lässt.

Wann der Mieter zahlen muss

Ob der Mieter für eine neue Schließanlage aufkommen muss, hängt von folgenden Voraussetzungen ab:

  • Der Mieter ist schuld am Schlüsselverlust.
  • Durch den Verlust besteht eine Missbrauchsgefahr.
  • Die Schließanlage wurde tatsächlich ausgetauscht.

Ein Verschulden trifft den Mieter bereits, wenn er nur leichtsinnig war. Die Gerichte urteilen dazu streng. Das Berliner Kammergericht kreidete einem Mieter als Verschulden an, dass sein Auto aufgebrochen wurde und dabei die Schlüssel weg kamen (Az. 8 U 151/07).

Fällig ist die Zahlung aber erst, wenn die Anlage wirklich eingebaut worden ist. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. VIII ZR 205/13).

Experten-Tipp

Schlüsselversicherung abschließen

Eine private Haftpflichtversicherung schützt den Mieter, so Becher vom Kölner Mieterverein. Doch Achtung: Schlüssel sind nicht standardmäßig mitversichert. Im Kleingedruckten steht, ob und in welcher Höhe ein Schlüsselverlust abgedeckt ist. Viele Versicherungen bieten eine Schlüsselversicherung als zusätzlichen Baustein an.

Schlossaustausch nur bei Einbruchsgefahr

Besteht keine Gefahr eines Schlüsselmissbrauchs, ist ein Austausch in der Regel nicht nötig. Hier zählt laut Becher die Aussage des Mieters. Der Jurist nennt ein Beispiel: „Dem Mieter ist beim Schwimmen der Schlüssel aus der Badehose gerutscht. Jetzt liegt er auf dem Grund des Baggersees. Sogar wenn ein Taucher den Schlüssel findet, kann er ohne die zugehörige Adresse nichts damit anfangen.“ Anders sehe es aus, wenn ein Dieb der Mieterin die Handtasche entreißt. Ein Krimineller besitzt dann den Schlüsselbund zusammen mit der Adresse aus dem Personalausweis.

Beim Auszug: Schlüssel persönlich übergeben

Beim Auszug muss der Mieter dem Vermieter sämtliche Schlüssel zurückgeben. „Auch solche, die er zusätzlich hat anfertigen lassen“, betont der Geschäftsführer des Kölner Mietervereins. Die Juristen sprechen von einer Bringschuld. Es reicht nicht, die Schlüssel in den Briefkasten des Hausmeisters zu werfen oder sie einem anderen Hausbewohner zu geben. Der Mieter muss die Schlüssel dem Vermieter oder seinem Verwalter persönlich übergeben (AG Berlin Tempelhof Kreuzberg, Az. 4 C 776/81). Nur so kann er sicherstellen, dass sein Vermieter alle Schlüssel erhält. Und wer Streit beim Auszug vermeidet, hat den Kopf in der heißen Umzugsphase frei für all die Dinge, die noch erledigt werden müssen.

Experten-Tipp

Rückgabe bestätigen lassen

„Lassen Sie sich die Schlüsselrückgabe schriftlich von ihrem Vermieter bestätigen“, rät Jürgen Becher, Geschäftsführer des Kölner Mietervereins.


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19 Kommentare

muelo am 23.07.2019 20:16

Fur Ihre Auskunft möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken!!

MfG

muelo

auf Kommentar antworten

muelo am 20.07.2019 07:25

Kann ich mir Ihre Antworten ausdrucken, um sie meinem Vermieter zu zeigen??

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 22.07.2019 08:55

Hallo Muelo,

bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Sie können unsere Antworten zwar ausdrucken, sich im Streitfall aber nicht darauf berufen. Sicherer wäre es, Sie würden ein entsprechendes Urteil anführen, beispielsweise jenes des Oberlandesgerichts Celle (Az.: 13 U 182/06). Dass der Vermieter keinen Schlüssel zur Wohnung einbehalten darf ist allerdings ohnehin unumstritten. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in unserem Artikel unter folgender Adresse: ratgeber.immowelt.de/a/zweitschluessel-tipps-fuer-vermieter.html

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

muelo am 19.07.2019 07:54

Guten Morgen,

wie schaut es aber mit der Hausverwaltung und mit dem Hausmeister aus??

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 19.07.2019 08:52

Hallo Muelo,

nicht anders. Auch die Hausverwaltung oder der Hausmeister darf ohne Zustimmung des Mieters keinen Schlüssel zur Wohnung des Mieters besitzen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

muelo am 17.07.2019 18:40

Für Ihre freundlichen Auskünfte möchte ich mich ganz herzlich bedanken!!

Mit freundlichen Grüßen

muelo

auf Kommentar antworten

muelo am 16.07.2019 12:05

wie schaut es z.B. mit dem Generalschlüssel aus? IN unserem 16 Parteienhaus haben 3 verschiedene Stellen den Generalschlüssel für alle Eingänge und für alle Wohnungen!

Gibt es hierfür ein Gerichtsurteil, denn das kann ja doch nicht rechtens sein!muelo

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 16.07.2019 13:38

Hallo muelo,

ein Vermieter darf ohne ausdrückliches Einverständnis des Mieters keinen Zweitschlüssel für die Wohnung behalten, so zum Beispiel das Landgericht Celle (Az.: 13 U 182/06). Da ein Generalschlüssel die selbe Funktion hat wie der Zweitschlüssel für eine Wohnung - nämlich das mögliche öffnen der Wohnungstüre gilt das natürlich auch für diesen.

Wenn Sie Bedenken haben, dass Ihr Vermieter oder eine andere von Ihm beauftragte Person unbefugt Ihre Wohnung betreten könnten, können Sie eigenes Wohnungsschloss montieren lassen. Sie sollten aber das alte behalten, damit sie es zum Ende des Mietverhältnisses wieder montieren können.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Lisa am 04.10.2018 16:19

Hallo zusammen,

gelten diese Regelungen auch bei Studentenwohnheimen? Meine Verwaltung will mir partout keinen Zweitschlüssel aushändigen und gewährt mir auch nicht selbst einen nachzumachen.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 05.10.2018 08:47

Hallo Lisa und vielen Dank für Ihren Kommentar,

die Informationen im Artikel stützen sich auf aktuelle Rechtsprechung deutscher Gerichte, die allerdings nicht über Mietverhältnisse in Studentenwohnheimen entschieden haben, sondern über reguläre Mietverhältnisse. Wir wüssten zwar grundsätzlich nicht, warum in dieser Sache für Studentenwohnheime andere Regelungen gelten sollten, entsprechende Urteile dazu sind uns aber nicht bekannt. Insofern können wir Ihnen leider nur die Rechtsberatung durch einen Mieterverein oder einen Fachanwalt empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

U.aschenbroich am 03.06.2018 16:29

Ulli ,Wohne in einem 100 Jahre altem Bauernhaus mit noch einem Mieterpaar.unser Vermieter hat von unseren Wohnungen schon von Anfang an einen Zweitschlüssel. Den benutzt er auch,wenn wir nicht da sind .Beide Mietparteien sind die Hälfte der Woche nicht da. Dann stellt der Vermieter einfach die Heizung ganz aus. Kommst du ehr nach Hause, ist die Wohnung sehr kalt und auch daswarme Wasser kommt nicht.trotz Protest macht er es immer wieder.Er hat bei mir bei 10 Grad. Minus. Meine Wohnung aufgesucht und die Heizung auf 0 gedreht. Er meinte nur ich würde verschwendisch heizten,er wolle aber sparen.Sieht so sparen aus wenn die Heizung auf volle Energie laufen muß,damit ich es Wiederwahl habe und das jede Woche ob Sommer oder Winter.Ich werde zum Mieterbund gehen denn alles reden oder androhen von Miet Minderung hilft nicht .mit freundlichenGrüßen ,

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C. Becker am 20.12.2018 17:44

Zusätzlich wäre eine Anzeige wegen Hausfriedensbruches möglich und auch angezeigt. Manche Leute lernen es nur auf die harte Tour.


Rosenwind am 06.06.2018 17:47

Ich würde an Ihrer Stelle einfach das Schloss austauschen. Der Vermieter hat nichts, aber auch rein gar nichts in Ihrer Wohnung zu suchen.

Treis am 02.06.2018 08:49

Treis,

Zum Einzug, vor einigen Jahren, erhielt ich Original- und nachgefertigte Schlüssel. Mir wurde bereits während des Einzugs, das Bargeld, das ich auf dem Küchentisch abgelegt hatte, ohne Einbruchspuren, entwendet.

Eine Nachbarin, sagte mir, dass ihr Original- und ein nachgefertigter Schlüssel ausgehändigt wurden. Sie sagte mir, dass auch sie, im Einzug, in diesen ersten Tagen, ein Diebstahl bemerkt hatte.

Vielleicht sollte man grundsätzlich, das Schloss von der Wohnungstür auswechseln. Letztlich weiß man doch nie, wieviel Schlüssel zu dem betreffenden Schloss angefertigt wurden.

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Eine Privatvermieterin, war fast täglich in der Wohnung meiner Bekannten. Sie hat sogar das Bett gemacht; so hat sie gesehen, dass die Mieterin wirklich alleine wohnt/schläft. Bei Gewitterwolken, hat die Vermieterin geprüft, ob die Fenster alle geschlossen sind.

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Dass eine vollmöblierte Wohnung, nur an WE-Heimfahrer vermietet wurde; und dann in Abwesenheit, als Übernachtungsmöglichkeit, der Teilnehmer, von Treffen im Anwesen, belegt wurde,

habe ich, Gott sei Dank, vor dem Abschluss vom Mietvertrag, in Erfahrung bringen können.

Damit es nicht auffällt, waren Miete plus Nebenkosten ein Gesamtpaket.

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K. Bauer am 30.05.2018 19:55

finde gut, dass jetzt auch mal über diese Details Klarheit herrscht.

Trotzdem gibt es Vermieter, die gehen spezielle bei Schlüsselübergabe

über alle Gesetze hinweg od. machen einen auf "Sie sind aber misstrauisch..."

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Mariya Dimitrova am 06.12.2017 21:48

Zveu in meine Situation

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bulgar am 08.12.2017 09:30

Geh zuerst zur Schule und lerne deutsche Sprache

Mariya Dimitrova am 06.12.2017 21:45

Ich keine noch meine Schlüssel und keine was ich feioren.Wen haben sie ein Schlüssel fur mich und meiner Tochter gerne ich möchte haben

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Josef Jakob am 06.12.2017 14:35

Danke für die sachliche Information. Hilft beiden Parteien, einen eventuellen Streit zu vermeiden

auf Kommentar antworten

stefan Schulz am 06.12.2017 12:45

Dieser Artikel ist sehr interessant.Es sind Sachen dabei welche ich noch nicht wusste.

auf Kommentar antworten

Luise am 21.10.2017 16:17

Liebe Redaktion,

ich ziehe nächsten Monat aus meiner Wohnung in einem großen Mietshaus aus. Ich hatte ursprünglich zwei Wohnungsschlüssel welche die allgemeine Haustüre und meine Wohnung schließen. Es handelt sich um Sicherheitsschlüssel. Nachdem ich einen Wohnungsschlüssel verloren hatte habe ich mir ein neues Schloss in meiner Wohnungstür eingebaut.

Jetzt stehe ich vor dem Auszug und frage mich welche kosten kann der Vermieter von mir verlangen. Für welche Anzahl an Schlüssel und Schlösser müsste ich im schlimmsten Fall aufkommen?

Eine Haftpflichtversicherung die dafür aufkommen könnte habe ich nicht und ich lebe von der Grundsicherung.

Können Sie mir einen Anhaltspunkt zu den zu erwartenden Aufwendungen geben?

Vielen Dank

Luise

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 23.10.2017 09:53

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

leider lässt sich Ihre Frage abschließend nicht beantworten. Unter Umständen ist der Vermieter mit dem neuen Schloss einfach einverstanden. In diesem Fall wird er von Ihnen lediglich die Wohnungsschlüssel fordern. Es könnte aber auch sein, dass im Haus eine Schließanlage existiert, die erneuert werden muss. Hier könnten deutlich höhere Kosten entstehen. Wir würden Ihnen zunächst empfehlen, Ihrem Vermieter die Lage zu schildern. Unter Umständen finden Sie ja eine kostenneutrale Lösung, mit der beide Seiten gut leben können.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Katha am 15.10.2017 07:22

Guten Tag, mein Freund und ich ziehen zum 1.11 in unsere erste gemeinsame Wohnung. Die Genossenschaft meinte, ich solle die Schlüsselübergabe mit dem Hausmeister klären. Der Hausmeister muss mir den Schlüssel doch vor dem 1.11 geben, da dies ein Feiertag ist?! Kann ich mit ihm verhandeln das ich ihn 5 Tage davor bekomme ohne etwas zusätzlich zu zahlen? Theoretisch kann es dem Hausmeister egal sein, die wohnung steht schon 1 Monat leer und wir haben nur vor sachen dort aufzubauen. Leider darf man ja am Wochenende und an den Feiertagen keinen lärm machen, deswegen wollten wir die Schlüssel davor. Wäre das eine sinnvolle Begründung?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 17.10.2017 08:38

Hallo Katha und vielen Dank für Ihren Kommentar,

sicher könnten Sie sich mit Ihrem Vermieter darauf einigen, dass Sie schon vor Beginn der Mietvertragslaufzeit einen Schlüssel für die Wohnung erhalten. Einen generellen Rechtsanspruch darauf haben Mieter allerdings nicht. Rein rechtlich gesehen steht Ihnen der Schlüssel also erst ab 1. November zu, übrigens ganz unabhängig davon, ob es sich dabei um einen Feiertag handelt oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Matze am 19.09.2017 11:42

Folgende Situation:

ich wohne in einer 4er WG, jeder von uns hat drei Schlüssel. Ein Schlüssel für das eigene Zimmer, ein Schlüssel für die Wohnungstür und einen Schlüssel für die Eingangstür des Gebäudes.

Zum Fahrradkeller und Waschraum habe ich mit meinen Schlüssel keinen Zugang, obwohl mir das laut Mietvertrag zu steht. Nur einer meiner Mitbewohner kann seinen Schlüssel, den er für die Eingangstüre verwendet, auch für diese beiden Räumlichkeiten nutzen.

Da mein Mitbewohner nicht permanent greifbar und daher davon auszugehen ist, dass der Schlüssel nicht in der Wohnung ist, wenn ich ihn brauche, bin ich der Meinung, selber Anspruch auf einen Schlüssel zu haben, der sowohl für den Eingangsbereich, als auch für die beiden weiteren Räume genutzt werden kann. Ist das richtig?

Oder besitze ich keinen Anspruch, da ein Schlüssel als "WG-Inventar" zählt, dass heißt, es wird erwartet, dass wir das untereinander klären, denn theoretisch hätte ich Zugang zu den Räumlichkeiten. Bei einer Familie ist das für mich noch nachvollziehbar, aber gilt das selbige auch für eine WG?

Ich habe mit meinem Vermieter/der Hausverwaltung gesprochen. Mir wurde erlaubt den Schlüssel nachmachen zu lassen. Doch wer ist nun der Kostenträger?

Für mich ganz klar, wenn ich einen Anspruch auf einen Schlüssel habe, der mir Zugang zum Waschraum und Fahrradkeller gewährt, muss das der Vermieter zahlen, da er mir diesen Zugang laut Mietvertrag ermöglichen muss.

Falls ich keinen Anspruch auf einen eigenen Schlüssel habe, kann ich das trotzdem dem Vermieter in Rechnung stellen? Schließlich gehört nach Auszug der Schlüssel wieder ihm.

Vielen Dank für eure Meinung/Hilfe.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 19.09.2017 12:12

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

die Gerichte haben in der Vergangenheit meist über die Anzahl der Schlüssel nur dann geurteilt, wenn es dabei um die Zahl der Wohnungsschlüssel ging, nicht um die Zahl der Schlüssel für Fahrradkeller und Waschraum. Die in diesem Artikel genannten Urteile müssen darauf also nicht zwangsläufig darauf übertragbar sein. Uns wäre auch kein Streitfall dieser Art bekannt, in dem jemals ein höherinstanzliches Urteil gesprochen worden wäre, was wohl auch daran liegt, dass der Streitwert hier sehr gering ist. (Einfache Schlüssel nachzumachen kostet teilweise nicht einmal zehn Euro.) Insofern lässt sich Ihre Frage leider abschließend nicht beurteilen. Bitte beachten Sie zudem, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Sollte es zum Streit mit Ihrem Vermieter kommen, empfehlen wir die Beratung durch einen Mieterverein oder einen Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Andre Brauns am 06.06.2017 12:14

Guten Tag,

Ich bin mit meiner Frau und 2 Kindern vor 4 Jahren in eine Mitwohnung gezogen. Wir bekamen 3 Schlüssel. Nun wird mein kleiner 8 und braucht sein eigenen Schlüssel. Zahlt diesen der Vermieter oder muss ich die Kosten tragen.....

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 06.06.2017 15:59

Sehr geehrter Herr Brauns,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Wenn Sie nicht mehr genügend Schlüssel zur Verfügung haben, informieren Sie darüber am besten den Vermieter. Dieser muss dann in der Regel einen Schlüssel nachmachen lassen oder Ihnen die Kosten dafür erstatten.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Zofia am 23.01.2017 11:40

meine 2 Kinder sind ausgezogen aber der Schlüssel von Haupeingang mitgenommen. Weitere Person wurde angemeldet (kranke Person) der Vermieter weigert sich ein zusatzlichen Haupteingangschlüssel aushändigen, ist das richtig?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 23.01.2017 12:05

Hallo Zofia,

der Vermieter schuldet dem Mieter nur jene Schlüssel, die zu Beginn des Mietverhältnisses übergeben wurden. Er ist nicht verpflichtet, weitere Schlüssel auszustellen, wenn neue Personen in den Haushalt ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

joya am 30.11.2016 22:42

Wie ist es eigentlich wenn der Mieter verstirbt und keine Nachkommen hat...... kann man vorher eine Schlüsselkaution abfordern? Denn wo soll mann anfangen die Schlüssel zu suchen. Schließanlage für ein Mehrfamilien luxus Haus???

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 05.12.2016 14:35

Hallo Joya,

besten Dank für Ihren Kommentar. Es ist generell unzulässig, zusätzlich zur Mietkaution (die auf drei Kaltmieten beschränkt ist, vgl. § 551) noch ein Schlüsselpfand zu verlangen. (vgl. LG Berlin, Urteil vom 7.11.1989, GE 1990 S. 817).

Herzliche Grüße

Ihre Immowelt-Redaktion